Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Eura Mobil vorgestellt.
Der Eura Mobil Xtura XT 686 EF ist ein Allrad-Teilintegrierter für weite Reisen. Für das Modelljahr 2025 wurden Heizung, Batterie und Toilette nach Kundenwünschen überarbeitet. Technischer Leiter Frank Lessmann hat uns das Fahrzeug auf der CMT 2025 vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 144.900 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostet rund 185.000 Euro.
Seit dem Modelljahr 2024 baut Eura Mobil den Xtura als Fernreisemobil mit Allradantrieb. Neben viel Lob kamen aus der Kundschaft vor allem drei Fragen: Warum wird die Heizung mit Gas befeuert? Warum lässt sich nicht mehr Strom mitnehmen? Und warum gibt es in einem Fernreisemobil nur eine Kassettentoilette? Für das Modelljahr 2025 hat Eura Mobil alle drei Punkte angepackt.
Solche Rückmeldungen erreichen das Unternehmen auf ganz unterschiedlichen Wegen. Frank Lessmann nennt die Gespräche mit Kunden und Interessenten am Messestand, die Verkaufsgespräche der Händler sowie Kommentare und Fragen in den sozialen Medien. Aus all dem entsteht ein recht genaues Bild davon, was sich die Menschen wünschen, die sich für den Xtura interessieren. Auch von unterwegs kommen inzwischen Erfahrungen zurück, denn die ersten Kunden waren im Winter vor der Messe mit ihrem Xtura schon auf großer Fahrt in Richtung Süden. Auf der CMT 2025 hörte Eura Mobil schon am zweiten Messetag viel Zustimmung zur neuen Dieselheizung, die sich viele Kunden gewünscht hatten.

Beim Basisfahrzeug macht es Eura Mobil den Kunden leicht, denn es gibt genau eine Variante. Unter dem Xtura steckt immer ein Mercedes Sprinter mit Allradantrieb und dem Zweiliter-Diesel mit 140 kW beziehungsweise 190 PS. Den Allradantrieb kombiniert Mercedes fest mit diesem Motor und die Kraft überträgt eine Neungang-Automatik. Unter dem Aufbau liegt der komplette Rahmen des Sprinter, auf den Eura Mobil die Wohnkabine setzt.
Pisten und unbefestigte Straßen wie auf der Nordroute nach Alaska oder auf Island bewältigt der Xtura nach Franks Erfahrung leicht. Frank ist selbst schon über Pisten, über den Strand und durch Sand gefahren. Weil der Allradantrieb vieles automatisch regelt, fährt sich das Fahrzeug für ihn leichtfüßig. Grenzen sieht Frank erst beim Klettern über große Felsen und durch tiefe Furchen. Dort ist eine große Verschränkung gefragt: Ein Rad federt tief ein, während das gegenüberliegende weit ausfedert, damit alle vier Räder Bodenkontakt behalten. Diese Beweglichkeit haben Fahrzeuge auf Sprinter-Basis aus seiner Sicht nicht in diesem Maß. Solche Strecken stehen bei Fernreisen aber selten auf dem Programm.
Der Xtura XT 686 EF ist 6,88 Meter lang, 2,20 Meter breit und 3,02 Meter hoch. Eura Mobil lässt das Fahrzeug mit 4,1 Tonnen zu. Wer es fahren möchte, braucht deshalb den Führerschein C1 oder die alte Klasse 3. Die Masse fahrbereit liegt in Serie bei 3.320 Kilogramm. Zwischen beiden Werten liegen damit rund 780 Kilogramm, von denen Pakete und Sonderausstattung noch abgehen.
Im Xtura arbeitet serienmäßig eine wassergeführte Heizung von Alde, die mit Gas läuft. Das Gerät erwärmt eine Heizflüssigkeit, die durch Konvektoren im ganzen Fahrzeug und durch eine Fußbodenheizung strömt. Für das Modelljahr 2025 bestand die Aufgabe darin, genau diesen Komfort auch mit Diesel zu bieten. Frank verspricht sich davon mehr Autarkie. Diesel bekommt man auf Reisen an fast jeder Tankstelle, während sich Gasflaschen und ihre Anschlüsse von Land zu Land unterscheiden.
Eura Mobil hat sich für eine Heizung von Timberline entschieden. Für Frank war entscheidend, dass sie auch in 5.000 Metern Höhe arbeitet, denn viele Kunden fragen, ob sie mit dem Xtura in große Höhen fahren können. Das ist keine Selbstverständlichkeit. In großer Höhe ist die Luft dünner und enthält weniger Sauerstoff, so dass eine Heizung die Menge an Kraftstoff anpassen muss, damit sie sauber verbrennt. Außerdem geht die Timberline sparsam mit Energie um. Das zählt auf langen Reisen, auf denen man mit dem auskommen muss, was an Bord ist.

Die Heizung besteht aus zwei Teilen. In einem grauen Gehäuse sitzen die hydraulische und die elektrische Steuerung. Dieses Gerät wird im Fahrzeug eingebaut und alle Heizkreise werden daran angeschlossen. Ein Kreis versorgt die Konvektoren, ein zweiter die Fußbodenheizung. So kann jeder sein eigenes Raumklima einstellen: Wer es an den Füßen wärmer mag, setzt stärker auf die Fußbodenheizung. In der Übergangszeit reicht oft die Fußbodenheizung allein, um die Kälte aus dem Fahrzeug zu nehmen. Der zweite Teil ist der Brenner. Dieses Bauteil sitzt unter dem Fahrzeug im Freien, so dass alles, was mit Kraftstoff und Verbrennung zu tun hat, außerhalb der Wohnkabine bleibt. Im Wohnraum hört und riecht man von der Heizung deshalb kaum etwas.
Die Bedienung läuft über das Garmin-Bedienpanel, das alle Bordfunktionen steuert. Dort stellt man die Temperatur ein, ohne an die Technik selbst heranzumüssen. Diese Einbindung war für Eura Mobil eine Bedingung. Das Unternehmen hat sie gemeinsam mit Timberline und Garmin entwickelt.
Eine Dieselheizung braucht etwas mehr Strom als eine Gasheizung. Der Grund liegt im Brenner, der mit höheren Drücken arbeitet. Gas verbrennt dagegen schon bei geringem Druck. Wie viel Strom zusammenkommt, hängt stark von der Außentemperatur und der gewünschten Wärme im Fahrzeug ab. Als Richtwert nennt Frank etwa 50 Amperestunden pro Tag, die Eura Mobil in eigenen Tests bei rund 0 Grad draußen und 20 bis 22 Grad drinnen gemessen hat. Mit der Serienbatterie würde das rein rechnerisch rund sechs Tage für die Heizung allein reichen. Dazu kommen aber der Ertrag der Solarmodule und die Ladung über den Ladebooster während der Fahrt.
Wie gründlich die Wärme verteilt ist, zeigt der Bereich um die Fahrerhaussitze. Die Sitzkästen werden bei Basisfahrzeugen im Winter eiskalt, weil sie mit der Metallstruktur des Fahrerhauses verbunden sind. Damit diese Kälte nicht in den Wohnraum zieht, hat Eura Mobil die Kästen mit Konvektoren umbaut. Weitere Konvektoren sitzen rund um das Bett, im Bad, hinter der Küche und hinter den Rückenlehnen der Sitzgruppe, so dass man dort warm im Rücken sitzt.

Der Boden im Wohnraum liegt recht hoch, weil er zweilagig gebaut ist: Die untere Lage sorgt für Stabilität und bildet die Außenhülle, in der oberen liegen die Schleifen der Fußbodenheizung. Mit dem Adventure-Paket kommt ein Teppich mit eigenem Wasserkreislauf ins Fahrerhaus. Der Teppich ist an die Fußbodenheizung angeschlossen und wärmt den Boden bis vor das Armaturenbrett.
Wer keine Dieselheizung möchte, kann weiterhin die Gasheizung bestellen. Gas bleibt im Xtura trotzdem an Bord, weil Kochen mit Gas für Frank einfach dazugehört. Mit der Dieselheizung braucht man es nur noch zum Kochen und für die Gas-Außensteckdose des gezeigten Fahrzeugs, an die man zum Beispiel einen Grill anschließt. Im Gaskasten ist dann Platz für eine Flasche mit 5 Kilogramm. Der Kühlschrank arbeitet mit einem Kompressor und kommt deshalb ohne Gas aus.
In Serie hat der Xtura eine Lithiumbatterie mit 330 Amperestunden. Weil sich viele Kunden noch mehr Reserve wünschten, bietet Eura Mobil für das Modelljahr 2025 eine zweite Batterie an. Die zusätzliche Batterie wird in das System eingebunden und verdoppelt die Kapazität auf 660 Amperestunden. In künftigen Fahrzeugen kommt sie direkt neben die erste Batterie. Für bereits ausgelieferte Xtura gibt es einen Nachrüstsatz, bei dem die zweite Batterie in der Fahrzeugmitte über der Tankanlage Platz findet.
Hinter einer großen Seitenklappe liegt die Heckgarage, die rund 2.700 Liter fasst. An ihrer Wand sitzt hinter einem schwarzen Schutzgitter die Elektrik, die Eura Mobil zusammen mit Victron Energy entwickelt hat. Oben liegt die Ladetechnik und auf der linken Seite arbeiten zwei Solarregler. Der größere sammelt den Strom der Module auf dem Dach, der kleinere den einer Solartasche, die man neben dem Fahrzeug aufstellt. Mit ihr lässt sich auch am frühen Morgen und am späten Abend noch Sonnenenergie einsammeln, weil man sie schräg zur tief stehenden Sonne ausrichten kann. Unten sitzt die Lithiumbatterie. Die Solartasche gehört zum Adventure-Paket.

Das Herzstück ist ein MultiPlus 3000 von Victron. Dieses Kombigerät macht aus den 12 Volt der Batterie 230 Volt und lädt die Batterie am Landstrom. Dauerhaft liefert es 2.400 Watt, so dass sogar die Klimaanlage aus der Batterie laufen kann. Alle Verbraucher an Bord hängen an dieser zentralen Elektrik. Ohne Landstrom funktionieren deshalb alle 230-Volt-Steckdosen und das Induktionsfeld der Küche genauso wie die 12-Volt-Anschlüsse.

Auf dem Dachträger des gezeigten Fahrzeugs sitzen zwei Solarmodule mit je 135 Watt und es ist noch Platz für ein drittes Modul gleicher Größe. Dachträger, Module und Dachleiter gehören zum Overland-Paket. Weil die Solarmodule viel Dachfläche belegen, sitzt die Klimaanlage hinten über dem Heckbett.
Für die Steuerung des ganzen Fahrzeugs setzt Eura Mobil auf das EmpirBus-System von Garmin. Das System kommt aus der Bootstechnik und vernetzt die Bordfunktionen über eine gemeinsame Datenleitung, an der Module für die einzelnen Geräte hängen. Während die Energieversorgung in der Heckgarage sitzt, liegen diese Module unter einem der Betten im Heck. Klappt man das Bett hoch, kommt man an die Technik heran. Eura Mobil war mit solchen Bussystemen lange zurückhaltend und setzt sie im Xtura zum ersten Mal ein. Inzwischen fragen immer mehr Kunden nach dieser Technik und wünschen sie sich auch in anderen Modellen.

Kaum ein Thema wird beim Wohnmobil so viel diskutiert wie die Toilette. Serienmäßig sitzt im Xtura eine Kassettentoilette von Thetford, die im Bad auf der Duschwanne steht. Eine Kassette muss man regelmäßig an einer Entsorgungsstation leeren, und solche Stationen sind auf Fernreisen nicht überall zu finden. Für das Modelljahr 2025 gibt es deshalb die Option „Vorbereitung für Alternativtoilette“. Eura Mobil setzt dafür einen Sockel mit einer Kunststoffabdeckung in die Duschwanne und verschließt die Seitenwand. So bleibt das Wasser in der Wanne und kann nicht in den Boden laufen. Die Kassettentoilette entfällt und an ihrer Stelle entsteht ein freier Platz. Welche Toilette dort einzieht, entscheidet der Kunde gemeinsam mit seinem Händler, der sie anschließend einbaut.

Frank begründet diesen Weg mit der Vielfalt der Wünsche. Fragt man zehn Kunden, bekommt man nach seiner Erfahrung zehn verschiedene Meinungen zur Toilette. Die Werkstätten der Händler können jedes dieser Systeme individuell einbauen, während Eura Mobil in der Fertigung alles sorgfältig vorbereitet. Auch Besitzer eines älteren Xtura können ihr Bad nachträglich umrüsten lassen. Die Klappe in der Außenwand bleibt in jedem Fall. Ohne Kassette dahinter wird daraus ein Staufach für Werkzeug, Handschuhe oder andere Kleinigkeiten.
Die Duschkabine ist geräumig und hat einen eigenen Konvektor. Nach einer Wanderung kann man nasse Kleidung hineinhängen und die Dachluke einen Spalt weit öffnen. Die Wärme der Heizung trocknet die Sachen dann in kurzer Zeit.

Abgesehen von den drei Neuerungen ist der Xtura weitgehend gleich geblieben. Die Wände bestehen aus Sandwichplatten mit einer Außenhaut aus GFK. Eura Mobil verklebt diese Platten mit Aluminiumprofilen und nennt die Bauweise Sealed Structure. GFK ist robust und witterungsbeständig und lässt sich gut reparieren, wenn man an einem Baum oder Strauch einen Kratzer abbekommt. Die Klebung verteilt die Kräfte über die ganze Länge des Profils, während sich bei Schrauben die Last an jeder einzelnen Schraube sammelt. Nach Franks Angabe trägt ein Meter dieser Verklebung 3.500 Kilogramm und ist damit rund hundertfach stärker ausgelegt, als es im Alltag nötig wäre.
Eura Mobil baut von innen nach außen. Auf die Bodengruppe kommen zuerst die Möbel. Erst wenn alles installiert und geprüft ist, setzt das Team Seitenwände und Heck auf und ganz zum Schluss das Dach. Den größten Teil der Möbel fertigt Eura Mobil in der eigenen Schreinerei im Werk in Sprendlingen, von der Sperrholzplatte bis zum fertigen Möbelstück. Teile wie die Arbeitsplatte der Küche oder gerundete Bauteile kauft das Unternehmen bei spezialisierten Partnern zu.
Am Heck sitzt eine Trägerplatte, die Eura Mobil mit einem Partner aus der Zubehörindustrie eigens für den Xtura entwickelt hat. Darauf lassen sich ein Reserverad, Ladungsboxen, eine Box für Auffahrkeile, ein Fahrradträger und Halter für Ski oder Surfbretter schrauben. Wer mit Freunden zum Mountainbiken fährt, montiert den Fahrradträger. Vor einer langen Reise kommt stattdessen das Reserverad an die Platte. Die übrigen Teile warten zu Hause in der Garage.
Vorn drehen sich die Fahrerhaussitze zur Sitzgruppe. Über ihnen sitzt serienmäßig eine große Dachhaube mit Fliegengitter, die sich weit öffnen lässt. Ihr Rahmen ist stabil gebaut, damit während der Fahrt keine Windgeräusche entstehen. Außerdem leitet er das Wasser ab, das beim Bremsen vom Dach nach vorn läuft, so dass es dem Fahrer nicht in den Nacken tropft.

Hinter der Sitzbank folgt die Küche mit einem Hybridkochfeld. Das Kochfeld verfügt über zwei Gasflammen und ein Induktionsfeld. Der Kompressorkühlschrank fasst 146 Liter. Alle Oberschränke sind innen beleuchtet und ihre Klappen schließen gedämpft.

Im Heck liegen zwei Einzelbetten, die jeweils 1,96 mal 0,80 Meter messen. Zieht man in der Mitte einen Auszug heraus und legt ein Zusatzpolster auf, entsteht eine große Liegefläche für zwei. Einen dritten Schlafplatz gibt es gegen Aufpreis vorn: Dann lässt sich die Sitzgruppe zu einem Bett mit 1,88 mal 0,86 Metern umbauen. Unter den Betten liegen auf der einen Seite der Kleiderschrank und auf der anderen der Wäscheschrank. Weil sich die Lattenroste hochklappen lassen, kommt man bequem an die Kleidung, ohne in die Hocke gehen zu müssen.
Über den Betten hängen weitere Oberschränke und an der Decke sitzt die Klimaanlage. Hubstützen rüstet der Fachhandel nach. Wichtig ist dann ein System, das die Bodenfreiheit nicht einschränkt. Dafür gibt es gute Lösungen.

Für das Modelljahr 2025 hat Eura Mobil den Preis des Xtura nicht erhöht. Der Grundpreis des XT 686 EF liegt damit weiterhin bei 144.900 Euro. Das Messefahrzeug auf der CMT 2025 hatte das Overland-Paket, das Adventure-Paket und die neue Dieselheizung an Bord. Damit kommt der Xtura auf rund 185.000 Euro. Im Aufpreis stecken unter anderem die Geländereifen, der Dachträger mit Solarmodulen, die Trägerplatte am Heck, die Solartasche und die Fußbodenheizung im Fahrerhaus. Dazu kommt die Timberline-Heizung, mit der man auch weit abseits der Gasversorgung warm bleibt. Wer sich bei der Toilette noch nicht festlegen möchte, bestellt die Vorbereitung für eine Alternativtoilette und sucht sich das System später mit dem Händler aus. Inzwischen liegt der Grundpreis des XT 686 EF bei 166.400 Euro. Die Dieselheizung kostet heute 4.490 Euro Aufpreis und die Vorbereitung für eine Alternativtoilette gibt es ohne Aufpreis.
Weitere Fahrzeuge von Eura Mobil haben wir mit dem Activa One AO 650 HS und dem Vancona EV 635 HB vorgestellt. Wie Auto Service Abel einen Xtura für lange autarke Reisen umgebaut hat, zeigt unser Artikel über den Xtura Xplorer.
Hast Du einen Fehler im Artikel entdeckt? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis.