Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Eura Mobil vorgestellt.
Der Eura Mobil Vancona ist ein Kastenwagen auf Fiat Ducato und zum Modelljahr 2027 die erste Van-Baureihe der Marke mit eigenem Design, das sich nicht an die Reisemobile anlehnt. Auf dem Caravan Salon 2026 hat uns Mareike Müller, Produktmanagerin der Baureihe, den EV 635 HB als Edition One vorgestellt. Der Vancona startet bei 58.700 Euro und die Edition One kostet rund 76.000 Euro.
Bisher haben sich die Kastenwagen von Eura Mobil optisch an den Reisemobilen der Marke orientiert. Der Vancona ist die erste Van-Baureihe des Herstellers aus Sprendlingen in Rheinhessen, die ein komplett eigenständiges Design bekommt. Die neue Baureihe ergänzt den bisherigen Eura Mobil Van, der weiterhin im Programm bleibt. Den Anstoß gab Mareikes Chef, der mit der zweiten Van-Baureihe etwas Eigenes schaffen wollte, das sich von den Reisemobilen abhebt. Auf der CMT im Januar bat er sie, Ideen zusammenzustellen. Ihr Moodboard überzeugte ihn auf Anhieb und er gab es direkt zur Umsetzung frei. Entwickelt wurde das Fahrzeug anschließend gemeinsam mit dem Produktteam im italienischen Werk, wo fünf bis sechs Fachleute für Bereiche wie Polster und Möbelfolien daran gearbeitet haben.
Prägend sind die indigoblauen Oberschränke. Damit ein so kräftiges Blau einen kleinen Innenraum nicht zu dunkel wirken lässt, hat das Team genügend helle Elemente dagegengesetzt, die Wärme ins Fahrzeug bringen. Dazu gehört eine Wand in Holzpaneel-Optik neben der Sitzgruppe. Die Optik erinnert an die Akustikpaneele, die man aus Büros kennt. Die Decke ist im ganzen Fahrzeug mit einem weichen Soft-Touch-Material bespannt, das angenehm anzufassen ist und Hall aus dem Innenraum nimmt. Nur im Bad setzt Eura Mobil weiter auf Kunststoff, damit sich in der Nasszelle kein Schimmel bilden kann. Die Seitenwände sind mit einem etwas raueren Stoff bespannt, der an Filz erinnert.
Als roter Faden zieht sich ein Kupferton durch das Fahrzeug, außen als Folierung und innen als Akzent an Schränken und Polstern. Die kupferfarbene Akzentfolierung gehört fest zum Vancona, ganz gleich, für welche Wagenfarbe man sich entscheidet. Für die Sitze gibt es zwei Bezüge: einen grauen Velours mit kupferfarbener Borte, der farblich zur Tischplatte und zur Küchenarbeitsplatte passt, und einen etwas gröberen Stoff mit blauer Kante und beigem Sitzpolster, der die Farben von Oberschränken und Seitenwand aufnimmt. Der Oberschrank über der Küche reicht absichtlich nicht ganz bis an die Kante der Küchenzeile heran. Dadurch bleibt beim Blick durch die offene Schiebetür mehr Sicht frei, von innen nach draußen genauso wie von draußen hinein und der Raum wirkt offener. Die Griffe sitzen versteckt an der Rückseite der Klappen.
Das Messefahrzeug ist eine Edition One. Das gleichnamige Paket kostet laut Konfigurator 16.990 Euro und bündelt die Inhalte der Ausstattungspakete Mondial und Mondial Plus mit dem 160-PS-Motor, dem Automatikgetriebe, der Fiat-Lackierung Lanzarote Grey, den Delta-Felgen der Edition One und drei Jahren Anschlussgarantie. Die Farbe hat das Team gewählt, weil sie beim Blick von außen nach innen gut zu den Arbeitsplatten der Küche passt. Bei den Felgen handelt es sich um das Modell Hanma von delta4x4 in 18 Zoll. Der Ring, der rundum mit dem Felgenkörper verschraubt ist, wurde für den Vancona in einem kupferbraunen Ton lackiert. Nach Herstellerangaben lässt sich dieser Ring austauschen und jede Felge trägt bis zu 1.250 Kilogramm.
Noch auffälliger sind die Anbauteile an Front und Heck. Sie stammen von Rühl Automotive aus Mülheim an der Ruhr, einem langjährigen Partner von Eura Mobil, der nach eigenen Angaben seit über 125 Jahren mit Leder arbeitet und heute auch Bodykits für den Ducato fertigt. Am Vancona sind die Stoßfängerecken vorn und ein beleuchteter Heckspoiler montiert, beide mit Kupferakzenten. Da die Teile nach Angaben von Rühl ohne Bohren eingesteckt oder geklebt werden, lassen sie sich auch nachrüsten. Eura Mobil liefert den Vancona immer als normalen Ducato aus. Wer den Umbau möchte, stimmt ihn über den Händler mit Stefan Rühl und seinem Team ab. Das Fahrzeug steht dann für ein paar Tage in Mülheim.
Im Innenraum hat Rühl die Sitze und die Sitzgruppe mit echtem Leder bezogen und auch die Abdeckung über dem Tacho neu gestaltet. An den Möbeln selbst hat sich nichts geändert. Die Tasche am Eingang stammt ebenfalls von Rühl und Eura Mobil übernimmt sie in die erste Serie, nachdem sie bei den Produktkollegen gut angekommen ist. Für den Umbau innen und außen, so wie er auf der Messe zu sehen war, nennt Mareike rund 6.000 bis 7.000 Euro. Der Preis hängt stark von den Wünschen ab, denn Ziernähte, Farben und Applikationen lassen sich individuell festlegen und Rühl bietet das Leder in drei Qualitätsstufen an. Eine Kleinigkeit ändert sich bis zur Auslieferung noch: Das Eura-Mobil-Logo auf der Motorhaube ist am Messefahrzeug rot und wird in Serie schwarz mit einem Kupferring.
Hängetische ohne Tischbein schaffen viel Beinfreiheit, wackeln aber oft, sobald man sich aufstützt. Der Tisch im Vancona hängt in Schienen an der Wand und wird unten von zwei Streben gestützt, sodass er bis 40 Kilogramm belastbar ist. Es gibt eine lange und eine kurze Platte, die sich einzeln oder zusammen nutzen lassen. Beide Platten sind mit Sicherungshaken befestigt und lassen sich einfach herausheben. Hängt man den Tisch in eine tiefere Schiene, wo ihn ein kleines Tischbein stützt, entsteht aus der Sitzgruppe ein Notbett von 1,56 mal 0,95 Metern für ein Kind. Für die Fahrt kann der große Tisch hängen bleiben oder in einem Fach im Boden verschwinden, je nachdem, wie viel Platz die Mitfahrer brauchen. Draußen lässt sich der Tisch vor der Schiebetür einhängen und weil dort dieselben Schienen verbaut sind, trägt er außen genauso viel wie drinnen.
Auf der Sitzbank hinter den drehbaren Fahrerhaussitzen gibt es immer zwei Plätze mit Dreipunktgurt. Zusammen mit Fahrer und Beifahrer darf der Vancona also vier Personen befördern. Über dem Fahrerhaus sitzt das Panoramadach aus Echtglas, das sich öffnen lässt.
Die Küche kennt Eura Mobil in dieser Form schon aus dem klassischen Van und hat sie für den Vancona farblich angepasst. Die Arbeitsplatte besteht aus Mineralstoff und hat die Farbe des Tischs und der Korpus ist blau. Der Wasserhahn lässt sich versenken und die Abdeckung der Spüle dient auch als Schneidebrett. Dank ihrer Umrandung läuft das Wasser zurück ins Spülbecken, wenn man etwas Nasses darauf abstellt. Gekocht wird auf einem Gasherd mit zwei Flammen. Weil die Heizung mit Diesel läuft, braucht der Vancona Gas nur zum Kochen. Dafür ist Platz für zwei Fünf-Kilogramm-Flaschen, die hinten unter dem Bett stehen und von außen erreichbar sind. Die Fächer schließen mit Soft Close und Pushlocks. Eines davon hat einen Besteckeinsatz und darunter liegt eine Schublade für die Töpfe. Zwischen Küche und Bett sitzt ein Kompressorkühlschrank mit Eisfach und darunter ein Kleiderschrank.
Das Schwenkbad hat Eura Mobil zuerst im klassischen Van erprobt und für den Vancona in den Maßen angepasst. Im Alltag ist es ein normales Bad mit Chemietoilette, Waschbecken und Staufach. Zum Duschen drückt man einen Knopf, schwenkt die Wand herüber und sie rastet magnetisch ein. Dabei entsteht zusätzlicher Platz für Shampoo und andere Hygieneartikel. Eine Abdeckung schützt den Toilettendeckel vor Spritzwasser. Geschlossen wird die Dusche mit einer Schiebetür aus Kunststoff, sodass kein Vorhang nötig ist. Die Stehhöhe liegt bei 1,89 Metern. Ohne Duschrost steht auch ein 1,87 Meter großer Mensch aufrecht darin. Viele Camper rüsten inzwischen auf Trockentoiletten um. Weil hier jeder seinen eigenen Favoriten hat, überlässt Eura Mobil die Wahl den Händlern.
Im Heck liegt ein Hubbett, auf dem man längs schläft. Die Liegefläche misst rund 1,88 mal 1,65 Meter und zwei Schaumstoffecken erweitern sie fast auf die volle Innenbreite. Mareike empfiehlt, mit dem Kopf zum Heck zu schlafen, weil man vorn einsteigt. Dazu passt, dass der Lattenrost vorn nicht ganz bis zur Kante reicht, denn dort sitzt der Bettmotor. Das Bett lässt sich stufenlos verstellen, auch von außen aus der Heckgarage. Zum Schlafen fährt man es am besten etwas herunter, damit über dem Kopf mehr Raum bleibt. Dank der Matratze aus Memory-Schaum liegt man in jeder Höhe bequem. Das Bett hängt an Gurten und läuft zusätzlich in Schienen, sodass es sich auch beim kräftigen Rütteln kaum bewegt. Über dem Bett gibt es eine kleine Dachluke und auf der Fahrerseite ein Fenster. Ein zweites Fenster auf der Beifahrerseite ist ab Werk bestellbar.
Fährt man das Bett nach oben, wächst darunter die Heckgarage. Nach Mareikes Angaben passen dann zwei ausgewachsene E-Bikes hinein, die je nach Lenker und Sattel etwa 1,00 bis 1,20 Meter hoch sind. Die Stufen, über die man ins Bett steigt, lassen sich einzeln herausnehmen, entweder nur die obere Hälfte oder beide, wenn man bis nach vorn durchladen möchte. Zurrösen zum Sichern der Ladung sind serienmäßig eingebaut und ein Bodenschutz aus Riffelblech ist optional erhältlich. Hinter Klappen an den Seiten liegen ein Staufach, der Wassertank und die Wasserpumpe.

Mareike stuft den Vancona als winterfest ein. Gedämmt wird mit einem Kunststofffaser-Mix vollflächig in Dach und Wänden, auch in der Schiebetür und den beiden Hecktüren. Der Boden ist nach Herstellerangaben 38 Millimeter stark, die Isolierung eingerechnet. Durch die Wartungsklappe zum Frischwassertank in der Heckgarage sieht man die Dämmung an der Außenwand. Der Tank selbst fasst 85 Liter. Der Abwassertank mit 75 Litern ist serienmäßig isoliert und beheizt. Ein Winterpaket braucht es dafür nicht.
Geheizt wird serienmäßig mit einer Truma Combi 4 D, die mit Diesel läuft und auch das Warmwasser bereitet. Die Heizung sitzt unter der Sitzbank und mehrere Ausströmer im Heck wärmen auch die Garage. Das Thermo-Paket für 1.690 Euro ersetzt sie durch die stärkere Combi D 6 E, die bis zu 6.000 Watt mit Diesel leistet und zusätzlich elektrische Heizstäbe mit 900 oder 1.800 Watt hat. Das lohnt sich auf dem Campingplatz, wenn der Strom pauschal abgerechnet wird, und hilft auch, sollte der Dieselbrenner einmal ausfallen. Zum Paket gehören außerdem eine Fußbodenheizung im Fahrerhaus und eine beheizte Windschutzscheibe.
Ab Werk ist eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden verbaut. Wer Lithium möchte, muss sie nicht erst kaufen und dann tauschen, denn das Paket Mondial Plus enthält eine 150-Amperestunden-Lithiumbatterie samt 200 Watt Solar auf dem Dach. Als Einzeloption gibt es eine Lithiumbatterie mit 100 Amperestunden. Gerahmte Fenster und eine Außendusche sind immer an Bord.
Basis ist der Fiat Ducato mit 103 kW / 140 PS und Schaltgetriebe. Gegen Aufpreis gibt es 160 oder 180 PS, jeweils auch mit Automatik, und ein Fahrgestell mit 4,25 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Viele Assistenzsysteme sind durch die aktuellen EU-Sicherheitsvorschriften ohnehin Serie. Das Fahrassistenz-Paket für 1.990 Euro ergänzt Voll-LED-Scheinwerfer, Regen- und Lichtsensor, elektrisch anklappbare Außenspiegel und einen Totwinkelassistenten. Alles ist auch einzeln bestellbar. Bei 3.021 Kilogramm Masse in fahrbereitem Zustand bleiben bis zur 3,5-Tonnen-Grenze rechnerisch 479 Kilogramm für Ausstattung, Mitfahrer und Gepäck.
Der Grundpreis liegt bei 58.700 Euro. Eura Mobil empfiehlt dazu das Mondial-Paket für 5.490 Euro, das unter anderem das Panoramadach, die Dachhaube Midi-Heki, die Mückengittertür, 16-Zoll-Alufelgen, eine Rückfahrkamera und einen adaptiven Tempomaten enthält. Mondial Plus kostet weitere 2.590 Euro und bringt neben Lithiumbatterie und Solaranlage eine Klimaautomatik und ein digitales Cockpit mit. Die Markise ist eine Einzeloption. Die Edition One liegt bei rund 76.000 Euro. Die Felgen von delta4x4 sind darin enthalten, der Umbau von Rühl dagegen nicht.
Beim Messefahrzeug handelt es sich um den ersten gebauten Prototyp. Ausstattung und Beleuchtung entsprechen bereits dem Serienstand. Der Vancona ist bereits bestellbar und die ersten Fahrzeuge sollen ungefähr im ersten Quartal 2027 ausgeliefert werden.
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