Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Forster vorgestellt.
Der Forster FV 541 Youngster Sunny ist ein 5,41 Meter kurzer Kastenwagen, dessen Betten sich am Strand in Sonnenliegen verwandeln. Darunter bleibt im Heck eine Sitzgruppe, die auch zum Gästebett wird. Detlef Bussenius vom Forster-Messeteam hat uns den Van auf dem Caravan Salon 2024 vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 44.900 Euro und gilt auch für das gezeigte Fahrzeug.
Auf der CMT 2024 hat Forster den Youngster als besonders günstigen Kastenwagen vorgestellt, mit einem elektrischen Hubbett quer im Heck. Danach fragten viele Interessenten, ob sich der Raum unter dem Bett nicht auch als Sitzgruppe nutzen lässt. Ein gutes halbes Jahr später stand auf dem Caravan Salon in Düsseldorf die Antwort. Der Youngster Sunny ist die zweite Variante der Baureihe und für ihn hat Forster das Heck neu gestaltet.
Statt eines elektrischen Hubbetts hängen oben im Heck zwei herausnehmbare Liegen, die nachts das Bett bilden und tagsüber als Sonnenliegen mit an den Strand dürfen. Nimmt man sie heraus, hat man unter der Decke die volle Höhe und sitzt unten an einem Tisch zwischen zwei Bänken. Der Name passt dazu: Mit „Sunny“ wollte Forster die Stimmung eines Strandurlaubs einfangen.
Auch von außen ist der Sunny schlicht gehalten. Den Van gibt es ausschließlich in Weiß, weil Forster mit dem Verzicht auf teure Metalliclacke den Preis niedrig hält. Die Hecktüren haben ab Werk keine Fenster. Damit sieht der Sunny rundum wie ein Lieferwagen aus und fällt auch dann kaum auf, wenn man ihn zum Übernachten auf einen beliebigen Parkplatz stellt. Wer lieber Fenster in den Hecktüren hätte, bestellt sie als Option dazu. Für frische Luft sorgt eine große Dachluke.

Das gezeigte Fahrzeug hat die Basisausstattung ohne das Paket Mobile Office mit Büroschrank und Klapptisch. Dadurch bleibt im vorderen Teil des Wohnraums mehr Platz. Wie der Youngster mit Hubbett aufgebaut ist, haben wir im Artikel zum Forster V 541 Youngster beschrieben.
Öffnet man die Hecktüren, blickt man auf zwei Sitzbänke, die sich an den Seitenwänden gegenüberliegen. Dazwischen steht ein Tisch auf einem Metallfuß. Unter den Polstern befinden sich zwei Holzkästen, in denen Forster Wassertank und Technik untergebracht hat.

Oben im Heck liegt die zweite Ebene. Dort hängen zwei Metallrahmen mit Polstern, die sich mit wenigen Handgriffen herausnehmen lassen. Wie hoch diese Ebene sitzen darf, gibt die Karosserie vor. In der Seitenwand des Ducato läuft auf dieser Höhe eine Verstrebung aus Metall. Weiter oben müsste das Bett kürzer werden und für die meisten wäre es dann zu kurz. Forster begrenzt die Höhe deshalb genau an dieser Stelle, so dass die Liegefläche über 1,90 Meter lang bleibt.

Die beiden Rahmen sind zugleich die Strandliegen. Detlef nimmt einen davon ab, legt das Polster beiseite, klappt die Beine aus und stellt ihn als Liege auf den Boden. Eine Kollegin vom Messeteam hat es sich auf der zweiten Liege daneben schon unter einem Sonnenschirm bequem gemacht. Zum Zurückbauen klappt man die Beine wieder ein. Magnetverschlüsse halten sie fest, so dass nichts einrasten muss. Danach hängt man die Liege oben in die stabilen Halterungen ein. Da sie auf beiden Seiten auf kleinen Nasen sitzt, verrutscht sie auch beim starken Bremsen nicht.

Da die Liegen im Fahrzeug zwei Erwachsene tragen sollen, sind sie deutlich stabiler gebaut als eine gewöhnliche Sonnenliege. Für das Doppelbett schiebt man die erste Liege nach hinten und hängt die zweite davor ein. Hängt nur eine Liege oben, bleibt ein Teil der Ebene frei. Darunter sitzt man weiter am Tisch und auf der Liege lässt sich tagsüber auch etwas ablegen. Nach oben steigt man über eine Leiter.

Unten wird aus der Sitzgruppe ein Gästebett, das quer im Fahrzeug liegt. Dafür senkt man die Tischplatte ab und legt sie auf schwarze Auflagen an den beiden Sitzbänken. Zieht man die Polster darüber, entsteht ein Bett mit über 80 Zentimetern Breite. Da die Liegefläche bis in die seitlichen Ausbuchtungen der Karosserie reicht, kommt sie auf eine Länge von gut 1,86 Metern. Auch während der Fahrt liegt die Tischplatte auf diesen Auflagen. Eine Wand vor den Bänken verhindert, dass sie nach vorn rutscht.

Nimmt man Betten und Tisch heraus, wird das Heck zum großen Laderaum. Für Detlef ist der Sunny damit ein Multifunktionsfahrzeug, das auch einmal sehr große Dinge transportiert. Zum Abschluss der Ladekante hat Forster eine Leiste aus Aluminium verbaut.
Der Sunny steht auf dem überarbeiteten Fiat Ducato, den Fiat 2024 mit einer neu gestalteten Frontmaske versehen hat. Auch die Ecken der Karosserie und die Spiegel sind neu geformt, was Fiat zufolge die Aerodynamik verbessert und einige Prozent Kraftstoff spart. An der Motortechnik hat sich nichts geändert. Forster wählt für den Sunny die kürzeste Ducato-Variante mit Stehhöhe. Der Kastenwagen ist 5,41 Meter lang, 2,05 Meter breit und 2,65 Meter hoch. Im Innenraum bleiben 1,89 Meter Stehhöhe. Der Motor leistet 103 kW / 140 PS.
Je nach Ausstattung wiegt der Sunny fahrbereit zwischen 2.654 und 2.934 Kilogramm. Das gezeigte Fahrzeug bleibt nach Detlefs Angabe unter 2.700 Kilogramm. Bei 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse bleiben damit rund 800 Kilogramm für Beifahrer, Gepäck und Zubehör.
Unter der Sitzbank auf der Beifahrerseite liegt der Frischwassertank mit 70 Litern. Um an ihn heranzukommen, nimmt man das Polster ab und klappt den Deckel auf. Davor sitzt eine Druckwasserpumpe, wie man sie sonst eher aus großen Reisemobilen kennt. Öffnet man einen Hahn, fällt der Druck in der Leitung und die Pumpe springt an. So kommt das Wasser mit gutem Druck aus Hahn und Brause. Detlef hebt außerdem hervor, dass solche Pumpen deutlich langlebiger sind als einfache Tauchpumpen aus Kunststoff.

Der Abwassertank sitzt mittig unter dem Fahrzeug und wird seitlich über einen Schieber entleert. Für Detlef gibt es dazu einen praktischen Trick: Man stellt einen flachen Rolltank unter den Abwassertank und lässt das Wasser bei offenem Schieber direkt hindurchlaufen. Wer am Stellplatz Markise und Campingmöbel aufgebaut hat, rollt den vollen Tank zur Entsorgung und muss dafür nicht mit dem ganzen Van fahren. Im Winter leert man den Rolltank abends, bevor das Wasser über Nacht einfrieren kann.
Auf der anderen Seite steckt unter der Sitzbank das Technikfach. Dort ist Platz für die Bordbatterie und quer gestellt passen sogar bis zu drei Batterien hinein. Detlef hat die Erfahrung gemacht, dass vielen Reisenden eine Batterie reicht, weil sie viel fahren und die Lichtmaschine sie unterwegs lädt. Wer mehrere Tage ohne Landstrom stehen möchte, kann gleich eine Lithiumbatterie einbauen lassen. Ein solcher Akku lässt sich tiefer entladen, ohne Schaden zu nehmen, hält länger und wiegt weniger. Daneben hat Detlef noch einen Vorschlag: Eine tragbare Powerstation mit Lithium-Akku, wie sie heute viele Baumärkte anbieten, ergänzt die Bordbatterie und lässt sich auch außerhalb des Fahrzeugs nutzen.

Geheizt wird mit einer Dieselheizung von Webasto, die ihren Kraftstoff aus dem Tank des Ducato bezieht. Für diesen Hersteller hat sich Forster auch deshalb entschieden, weil jeder Bosch-Dienst die Heizung warten kann. Man bedient sie wie einen Lautstärkeregler am Radio: Dreht man den Knopf auf, zündet der Brenner und die Temperatur im Van lässt sich stufenlos einstellen.
Der Grundriss folgt dem klassischen Aufbau eines Kastenwagens. Die Küche liegt gleich an der Schiebetür und gegenüber befindet sich auf der Fahrerseite das Bad. Wie im Youngster von der CMT öffnet die Tür des Kühlschranks zu beiden Seiten. Kommt man mit dem Einkaufswagen an die Schiebetür, räumt man die Lebensmittel von draußen hinein, während man die Tür beim Frühstück zur anderen Seite öffnet. Wer wenig Tiefkühlware dabeihat, nimmt das Gefrierfach heraus und gewinnt so mehr Platz im Kühlraum.
Oben auf dem Küchenblock bilden Kochstelle und Spüle eine Einheit aus Edelstahl unter einem Glasdeckel. Zum Kochen gibt es einen Gasbrenner. Detlef begründet das mit seiner eigenen Erfahrung im Campingbus: Die zweite Flamme nutze man eher selten. Morgens kocht man auf dem einen Brenner den Kaffee und abends wärmt man darauf etwas auf. Oft stellt Detlef während des Frühstücks einen Topf mit Wasser auf die Flamme, das er danach zum Abwaschen nimmt. Wer gern mit zwei Flammen kocht, nimmt nach Detlefs Rat einen tragbaren Kartuschenkocher mit. Damit kocht man draußen am Campingtisch und alles, was spritzt und dunstet, bleibt aus dem Wohnraum heraus.

Auch beim Waschbecken hat sich Forster am Alltag im Campingbus orientiert. Ein zweites Becken im Bad gibt es nicht. An der Spüle wäscht man ab und putzt auch die Zähne, wie es viele aus kleinen Campingbussen kennen. Detlef sieht darin sogar einen Vorteil: Zum Händewaschen muss man nicht erst die Badtür öffnen, denn das Becken liegt direkt am Eingang.
Mit dem Paket Mobile Office steht hinter dem Fahrersitz ein Büroschrank. Der gezeigte Sunny hat an dieser Stelle ein großes Sideboard. Darüber hat Forster ein herausnehmbares Trägerprofil angebracht, an das man Rucksäcke, Kleiderbügel oder die Outdoorjacke hängt. Unten im Schrank sitzt hinter einer Tür mit Gummidichtung das Fach für die Gasflasche. Die Scharniere sind vorgespannt, damit die Tür besonders dicht schließt. Eine kleine Gasflasche reicht, weil nur Kocher und Boiler mit Gas arbeiten. Der Warmwasserboiler von Truma sitzt direkt neben dem Bad. Da die Leitung dadurch kurz ist, kommt das warme Wasser gleich aus der Brause.
Den Hängeschrank im Eingangsbereich hat Forster nach dem ersten Youngster überarbeitet. Damit man beim Öffnen nicht mehr mit dem Kopf an die Klappe kommt, ist sie jetzt kürzer und der Schrank ist unterteilt. Innen hält eine kleine Kante alles zurück, was sich während der Fahrt verschoben hat, so dass einem beim Öffnen nichts entgegenkommt. Darunter liegt eine offene Ablage, die man von der Küche aus nutzt. Über dem Fahrerhaus gibt es ein weiteres Ablagefach.
Zwischen Wohnraum und Fahrerhaus liegt eine kleine Stufe, ansonsten ist der Boden im Sunny durchgehend eben. Jeder Fiat Ducato hat diese Stufe, weil er mit Frontantrieb fährt. Motor und Antrieb sitzen vorn und nach hinten braucht der Transporter keine Antriebswelle. Deshalb konnte Fiat den Boden des Laderaums tiefer ansetzen als den Boden im Fahrerhaus. Die beiden Sitze im Fahrerhaus lassen sich drehen und sind die zwei Sitzplätze für die Fahrt.

Die Badtür ist stabil gebaut und hat eine Klinke aus Metall. Beim Öffnen schwingt sie frei auf, ohne auf der anderen Seite anzustoßen. Die Leuchte im Bad schaltet man mit einer Berührung ein und aus. Damit man im Bereich von Schultern und Kopf nirgends anstößt, hat Forster die Staufächer nach vorn über die Toilette verlegt. Da kein Eckwaschbecken im Weg ist, bleibt viel Platz zum Bewegen.

Detlef ist 1,86 Meter groß und kann in der Duschtasse aufrecht stehen. Die Armatur ist aus Metall, wie man sie aus dem Bad zu Hause kennt. Über der Dusche sitzt ein Lüfter im Dach, über den der Dunst nach dem Duschen abziehen kann. Die Stange unter der Decke ist als Trockenstange gedacht. Dort hängt man nach einem Regenschauer die nasse Kleidung oder ein Handtuch auf und das Wasser tropft in die Duschtasse ab. Die Badtür schließt unten mit einer Lippe und schlägt von außen an. Wer regelmäßig im Van duscht, schützt die Möbel deshalb am besten mit einem Duschvorhang. Dafür bietet Forster magnetische Halter für die Decke an, an denen man einen Vorhang wie ein kleines Duschzelt befestigt.

Da Forster den Sunny in großer Serie baut, ist ab Werk immer eine Kassettentoilette eingebaut. Die Kassette schiebt man von der Seite ein. Wer eine Trockentrenntoilette bevorzugt, kann bei Zulieferern einen passenden Einsatz kaufen und ihn statt der Kassette einbauen lassen.
Neu im Sunny ist eine Leuchte, die man komplett abnehmen kann. Die Stableuchte lädt sich über USB auf und hält magnetisch an jeder Stelle der Karosserie. So bringt man das Licht waagerecht oder senkrecht genau dorthin, wo man es gerade braucht. Die Leuchte gehört jetzt bei jedem Youngster zur Ausstattung.

Der Forster FV 541 Youngster Sunny kostet ab Werk 44.900 Euro. Dafür bekommt man den Ducato mit 140 PS und beiden Airbags. Auch die komplette Einrichtung ist dabei, so wie Detlef sie auf der Messe gezeigt hat: Küche mit Kompressorkühlschrank, Bad mit Dusche, Warmwasser, Dieselheizung, die Sitzgruppe im Heck und die beiden Liegen als Bett und Sonnenliege. Wie bei jedem neuen Reisemobil kommen noch die Kosten für den Transport vom Werk zum Händler dazu. Wer außerdem Solarmodule, eine Markise oder eine Anhängerkupplung möchte, muss nach Detlefs Rechnung mit 45.000 bis 50.000 Euro planen.
Mit diesem Preis wollte Forster erneut den günstigsten Van Deutschlands anbieten. Der Hersteller setzt dazu beim Sunny auf herausnehmbare Liegen statt eines elektrischen Hubbetts und auf eine schlichte Ausführung in Weiß ohne Fenster in den Hecktüren. Im Gegenzug wird das Heck morgens zur Frühstücksecke und abends zum Gästebett, während die Betten tagsüber mit an den Strand dürfen.
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