Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Auto Service Abel vorgestellt.
Der Eura Mobil Xtura Xplorer zeigt, was in ein Allradmobil passt. Zu den vielen Extras von Auto Service Abel gehört eine selbst entwickelte Solaranlage, die per Druckluft ausfährt. Geschäftsführer Marco Abel hat uns das Fahrzeug auf der Abenteuer & Allrad 2026 vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 166.400 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostet rund 275.000 Euro.
Der Xtura ist das Allradmobil von Eura Mobil. Marco Abel wollte zeigen, was sich daran alles verwirklichen lässt. Mit seinem zehnköpfigen Team von Auto Service Abel im hessischen Eiterfeld hat er einen Xtura 686 EF mit fast allem ausgestattet, was sich an diesem Fahrzeug nachrüsten lässt. Das Ergebnis heißt Xplorer und stand im Juni 2026 auf der Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen.
Fertig wurde das Fahrzeug erst kurz vor der Messe, nachdem das Team auch an Feiertagen, an Sonntagen und nachts gearbeitet hatte. Marco selbst hatte nach eigenen Worten nie Zweifel, dass alles rechtzeitig klappt, auch wenn seine Mitarbeiter das zwischendurch etwas anders sahen. Auf der Messe hat Marco dann im Xtura unten im Camp übernachtet statt im Hotel.
Den Xplorer gibt es nicht als festes Modell. Der Umbau zeigt vielmehr, was Abel am Xtura alles anbietet. Jede Position lässt sich einzeln bestellen. Außerdem stellt der Händler Pakete wie ein Autarkpaket mit Solaranlage und Wasseraufbereitung zusammen. Auch die Farbe ist frei wählbar.
Rundum ist der Xplorer in Mattgrau lackiert. Kunststoffteile, Bullenfänger und Grill tragen schwarzen Raptor-Lack in grober Struktur, einen robusten Lack, den man von den Ladeflächen großer Pick-ups kennt. Was an den Seiten glänzt, ist Folie. Abel ist dabei bis ins kleinste Detail gegangen, denn selbst die Gitter vor den Blinkern und die Aluminium-Trittstufe an der Aufbautür sind mit Raptor-Lack überzogen. Die Monotube-Felgen sind schwarz umlackiert und tragen einen orangefarbenen Ring. Dazu kommen Kotflügelverbreiterungen und ein Spoiler auf der Motorhaube.
Unter der Motorhaube geht es mit den Details weiter. Die Gasdruckdämpfer, die die geöffnete Haube halten, sind nicht serienmäßig. Im Motorraum sitzt außerdem ein Kompressor von ARB mit einem eigenen Luftspeicher. Der Kompressor hat zwei Aufgaben. Zum einen versorgt er ein Reifenfüllkit: Vor einer Sandpiste lässt man Luft aus den Reifen und danach pumpt man sie direkt am Fahrzeug wieder auf. Zum anderen fährt er die Solaranlage auf dem Dach aus.

Wer mit einem Allradmobil auf schlechte Pisten fährt, schützt zuerst das, was unten liegt. Unter dem Xplorer sitzt deshalb ein sechsteiliger Unterfahrschutz aus 6 Millimeter starkem Aluminium, den Abel eigens für sich fertigen lässt und orange lackiert. Die Platten decken Motor und Getriebe ab und außerdem Kraftstofftank, Differential, Stoßdämpfer und Abwassertank. Dazu kommen Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung, vorne ein Bullenfänger mit Zusatzscheinwerfern sowie ein Schnorchel und Bergeösen an beiden Enden.

An den Vordertüren fahren Trittstufen aus. Eingefahren nehmen sie kaum Bodenfreiheit weg und genau darauf kommt es im Gelände an. Aus demselben Grund hat Abel Hubstützen von AMPLO gewählt, die vergleichsweise leicht sind und ebenfalls keine Bodenfreiheit kosten. Die Bedienung für Hubstützen und Kompressor sitzt im Fahrerhaus.
Auf der Beifahrerseite liegt die Außenküche, deren Abdeckung mit orangefarbenen Nähten abgesteppt ist. Abel lässt sie wie die übrigen Anbauteile selbst herstellen und verkauft sie auch einzeln.
Serienmäßig ist der Xtura 686 EF mit 4,1 Tonnen zugelassen. Bei so viel Zusatzausstattung braucht es mehr Reserve. Deshalb hat Abel den Xplorer auf 4,7 Tonnen aufgelastet. Möglich macht das eine digital gesteuerte Luftfederung an der Hinterachse, mit der die zulässige Achslast hinten von 2.430 auf 2.700 Kilogramm steigt. Die Zuladung gibt Marco mit rund 600 Kilogramm an. Mit einer anderen Rad-Reifen-Kombination wären sogar 4,9 Tonnen möglich.

Neben der höheren Achslast bringt die Luftfederung nach Marcos Erfahrung spürbar mehr Fahrkomfort. Außerdem kann sie das Heck anheben, was bei dem langen Überhang des Xtura in schwierigen Passagen hilft. Hinten arbeiten dazu Koni-Stoßdämpfer und die Blattfedern mit Zusatzfeder, die serienmäßig von Eura Mobil kommen. Vorne ist das Fahrwerk unverändert.
Der lange Überhang ist auch der Grund, warum man das Heck nicht beliebig beladen sollte. Ab Werk sitzt dort links eine Trägerplatte, zu der sich eine zweite ergänzen lässt. Abel hat stattdessen eine einzige Platte über die ganze Breite anfertigen lassen. Daran finden Ersatzrad, Fahrradträger, Boxen oder Halter für Ski und Snowboard Platz. Die Halterung für das Ersatzrad stammt von Eura Mobil, der Fahrradträger von Abel. Mit seiner Federunterstützung hebt er auch schwere E-Bikes an. Künftig will Abel den Lift elektrisch bauen. Einen Roller würde Marco dagegen nicht ans Heck hängen, weil die Hinterachse dann zu viel tragen müsste.

In der Heckgarage liegen Riffelbleche auf dem Boden und ein Ordnungssystem hält Sandbleche und Spaten an ihrem Platz. In die Türen hat Abel Airline-Schienen eingebaut, an denen sich Gepäck festzurren lässt. Eine Waschmaschine mit Trocknerfunktion und die Wasseraufbereitung sitzen seitlich auf einem Sockel und reichen nur bis zu dessen Höhe. Fahrräder passen deshalb weiterhin aufrecht hinein, ohne dass man das Vorderrad abnehmen muss.

Ab Werk hatte dieser Xtura eine Aufbaubatterie mit 330 Amperestunden. Aktuelle Modelle kommen mit 400 Amperestunden und lassen sich auf 800 erweitern. Im Xplorer arbeitet eine zweite 330er-Batterie, so dass zusammen 660 Amperestunden zur Verfügung stehen. Die Elektrik stammt komplett von Victron, darunter ein Wechselrichter mit 3.000 Watt, der auch große Verbraucher mit 230 Volt versorgt.
Damit sich diese Kapazität auch füllt, ist das Dach voll belegt. Drei feste Module mit je 135 Watt bringen 405 Watt. Dazu kommt ein Faltmodul mit 190 Watt. Den größten Anteil liefert eine Solaranlage mit 550 Watt, die Abel selbst entwickelt hat und die per Druckluft ausfährt. Bedient wird sie über einen Schalter über der Tür oder direkt vom Bett aus. Mit allem Zubehör kostet die ausfahrbare Anlage rund 7.000 Euro. Abel will sie künftig auch elektrisch ausfahren lassen, weil das nach Marcos Einschätzung einfacher und günstiger wird.
Insgesamt verfügt der Xplorer damit über 1.145 Watt Solarleistung. Scheint die Sonne, kann man tagsüber die Klimaanlage laufen lassen und auch die Waschmaschine nutzen. Mehr passt nicht auf das Dach. Vorne wäre nur noch Platz für eine Platte, auf der man zur Not ein Ersatzrad oder eine Box transportiert. Für eine Hängematte auf dem Dach hat es bei diesem Fahrzeug nicht mehr gereicht, wie Marco lachend erzählt.
Wer lange abseits von Versorgungsstellen steht, muss mit seinem Wasser haushalten. Der Xtura hat 145 Liter Frischwasser an Bord. In die Heckgarage hat Abel alles eingebaut, was CARAWATER anbietet, darunter eine Umkehrosmoseanlage, die Grauwasser wieder zu Frischwasser aufbereitet. Marco rechnet damit, dass man so ähnlich weit kommt wie mit 1.000 Litern Frischwasser. Die Anlage baut Abel seit etwa fünf Jahren ein und Reklamationen gab es bisher keine.
Lupo Neuschl, Geschäftsführer von CARAWATER, hat uns erklärt, wie das funktioniert. Eine Pumpe saugt das Grauwasser aus dem Tank an. Vor ihr sitzt ein Vorfilter für grobe Partikel, der gut erreichbar sein muss, weil man ihn regelmäßig reinigt. Mit hohem Druck drückt die Pumpe das Wasser danach über mehrere feinere Filter gegen eine Membran. Diese Membran trennt es ungefähr zur Hälfte in Reinwasser und Abwasser, das zurück in den Grauwassertank fließt. Das Reinwasser läuft danach durch eine Hohlfasermembran und an einer UVC-LED vorbei in den Frischwassertank. Die Anlage schafft 60 Liter pro Betriebsstunde. Damit die Pumpe nicht heiß läuft, legt sie zwischendurch automatisch 20 Minuten Pause ein.

Unter einem früheren CampingTurtle-Video hatte ein Zuschauer bezweifelt, dass so ein Kreislauf funktioniert, weil die abgetrennten Salze im System bleiben. Lupo gibt ihm in diesem Punkt recht. Mit jedem Durchlauf steigt die Konzentration gelöster Stoffe im Grauwassertank. Deshalb sollte man ihn je nach Belastung nach fünf bis sieben Durchgängen ablassen. Die oft genannte Verzehnfachung hält Lupo für den Extremfall, bei dem die Membran an ihre Grenze kommt. Destilliertes Wasser schafft nur eine große Industrieanlage. Das Reinwasser aus dem Xplorer liegt bei 30 bis 40 ppm gelöster Stoffe, während viele Mineralwässer deutlich mehr haben.
Wie weit man kommt, hängt auch davon ab, wie sorgfältig man mit dem Grauwasser umgeht. Wer die Pfanne vor dem Abwaschen auswischt, spült weniger Essensreste in den Grauwassertank und schont so die Filter. Den Vorfilter reinigt man regelmäßig. Ist er zugesetzt, kann die Pumpe kaum noch Wasser ansaugen. Im Xplorer spült sich die Anlage auf Knopfdruck selbst mit rund 5 Litern aus dem Frischwassertank. Nach längerer Standzeit sollte man sie desinfizieren.
Auch das Frischwasser durchläuft mehrere Stufen. Schon beim Befüllen reinigen Sediment- und Aktivkohlefilter das Wasser. Danach hält eine Hohlfasermembran Keime zurück und ein weiteres Modul entkalkt. Hinter dem Tank sitzt ein zweiter Filter mit ähnlichem Aufbau samt UVC-LED. Eine weitere UVC-Einheit hält das Wasser im Tank keimfrei.
Die Pumpe ISP15 von CARAWATER sitzt unter der Küche und ist so leise, dass man sie beim Wasserzapfen nicht hört. Per App lässt sie sich in drei Stufen einstellen, vom sparsamen Betrieb bis zum kräftigen Strahl zum Haarewaschen. Die App zählt außerdem die entnommene Wassermenge. Diese Zahl ist genauer als die Tankanzeige, die nach Lupos Erfahrung oft um 10 bis 15 Prozent danebenliegt.

Am Küchenwasserhahn gibt es neben dem normalen Auslass für warmes und kaltes Wasser einen zweiten Auslass mit eigener UVC-LED für Trinkwasser. Das Wasser ist zu diesem Zeitpunkt längst gefiltert und entkeimt. Sollte sich auf den letzten Metern in den Leitungen doch etwas bilden, wird es an dieser Stelle noch einmal entkeimt. Damit am normalen Hahn mehr Wasser durchfließt, läuft nur der Trinkwasserauslass über diese UVC-LED.
Innen hat Abel die serienmäßigen Sitzbezüge herausgeschnitten und durch schwarzes Echtleder mit orangefarbenen Nähten ersetzt. Auch die Schrankklappen sind innen und außen mit Leder bezogen. Dasselbe gilt für die Aufbautür, an der eine Ledertasche den Serien-Mülleimer ersetzt. Weil Leder bei Wärme Wellen werfen kann, sind alle Teile rundum bezogen. Die Applikationen sind jetzt schwarz statt grau wie ab Werk.

Damit unterwegs Ruhe herrscht, sitzen an den Schränken statt der Griffe orangefarbene Pushlocks, die satter schließen. Außerdem wurde im unteren Schrankbereich eine starre Verbindung entfernt, damit während der Fahrt nichts knarzt.
Rundum sitzen Echtglasfenster von Hünerkopf. Pro Fenster rechnet Marco mit rund 600 Euro Aufpreis. Echtglas dämmt besser gegen Wärme und Schall als die Originalfenster und verkratzt nicht. Die Klimaanlage, die in der Serie über dem Bett sitzt, hat Abel nach vorne versetzt. An ihrer Stelle liegt jetzt ein begehbares Panorama-Glasdach von Hünerkopf mit 96 mal 65 Zentimetern, durch das man vom Bett aus in den Himmel schaut.

In der Küche hat Abel die Arbeitsfläche vergrößert. Dafür liegt ein Schneidebrett aus eigener Fertigung über dem Kochfeld. Zwei Magnete halten es fest, so dass es auch während der Fahrt liegen bleiben darf. Zum Abnehmen kantet man es einfach ein wenig an. Das Brett verschickt Abel auch an Kunden, die es nachrüsten möchten. Das Kochfeld mit Induktion und Gas darunter ist original geblieben. Neu ist dagegen ein 32-Zoll-Fernseher an einem beweglichen Halter, den man auch vom Bett aus sehen kann.

Abel baut in jeden Xtura, den er verkauft, HEOSafe-Schlösser an den vorderen Türen ein. Im Xplorer kommen eine Alarmanlage von Thitronik und das Ortungssystem ProFinder dazu.
Im Bad hat Abel nur die Applikationen geändert. Die Kassettentoilette ist geblieben, weil die Wahl der Toilette für Marco inzwischen fast eine Glaubensfrage ist. Auf Wunsch baut er eine Clesana oder eine Verbrennungstoilette von Cinderella ein. Die serienmäßige Alde-Warmwasserheizung läuft mit Gas. Wer in kalten Regionen reist oder ohne Gas auskommen will, bekommt optional eine Timberline-Dieselheizung mit 10 Kilowatt. Abel kann den Xtura auch ganz gasfrei umrüsten.
Der Xtura 686 EF startet bei 166.400 Euro. Reisefertig liegt ein serienmäßiger Xtura bei rund 185.000 Euro. Der Xplorer kostet in der gezeigten Ausstattung rund 275.000 Euro. In der Differenz stecken Extras wie die Luftfederung mit Auflastung, die zweite Batterie, die ausfahrbare Solaranlage, die komplette Wasseraufbereitung von CARAWATER, Echtglasfenster und Lederausstattung.
Wer nicht alles braucht, sucht sich einzelne Positionen oder ein Paket aus. Marco versucht, an Wochenenden immer wieder zwei, drei Tage mit dem Xtura unterwegs zu sein, um seinen Kunden ehrlich berichten zu können. Weitere Fahrzeuge von Eura Mobil haben wir mit dem Activa One AO 650 HS und dem Vancona EV 635 HB vorgestellt.
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