Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Reisemobile Hillebrand vorgestellt.
Der Pilote P720U ist ein Teilintegrierter mit großer Sitzgruppe im Heck und einem Faltvorhang, der das Fahrerhaus abtrennt. Direkt dahinter liegt ein Bad mit separater Dusche. Verkaufsberater Marco Sander von Reisemobile Hillebrand hat ihn uns auf der CMT 2025 vorgestellt. Der Grundpreis lag bei 75.500 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete 83.800 Euro.
In vielen Teilintegrierten dieser Länge dreht man abends die Fahrerhaussitze und macht sie zu einem Teil der Sitzgruppe. Dabei bleibt immer das Gefühl, im Auto zu sitzen. Der P720U ist anders aufgeteilt. Vorn hinter dem Fahrerhaus liegen das Bad und der Kleiderschrank, in der Mitte die Küche und im Heck eine Sitzgruppe in U-Form mit drei großen Fenstern. Zum Schlafen fährt abends ein Hubbett über der Sitzgruppe herunter.
Marco hat dabei eine klare Zielgruppe vor Augen. Viele Paare sind jahrelang mit den Kindern im Wohnwagen gereist. Sind die Kinder groß, fahren die Eltern zu zweit weiter und suchen ein Reisemobil, in dem sie wieder so sitzen wie früher im Wohnwagen. Andere möchten abends nicht auf dem gedrehten Fahrersitz Platz nehmen, weil sie sich dort fühlen, als wären sie schon wieder auf dem Sprung.
Den größten Anteil am Wohngefühl hat ein Faltvorhang zwischen Fahrerhaus und Bad. Ist er zugezogen, sieht man von der Sitzgruppe aus weder Lenkrad noch Windschutzscheibe und hat das Gefühl, in einem kleinen Apartment zu sitzen.

Auch im Winter hilft der Vorhang. Über die großen, kaum gedämmten Scheiben des Fahrerhauses geht viel Wärme verloren. Ist der Vorhang zu, bleibt die Wärme im Wohnraum. Beim Fahren bei Kälte zeigt sich ein zweiter Vorteil. In vielen Teilintegrierten schafft die Heizung des Basisfahrzeugs den ganzen Innenraum nicht und die Heizung des Aufbaus muss mitlaufen. Mit geschlossenem Vorhang hat man im P720U vorn eine deutlich kleinere Kammer, die sich nach Marcos Erfahrung allein mit der Heizung des Fiat warm halten lässt.
Pilote baut den P720U auf einem Fiat Ducato mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Bei dieser Auflastung bleiben 540 Kilogramm Zuladung. Wer mehr braucht, bestellt das Fahrgestell mit 4,25 oder 4,4 Tonnen und fährt dann mit dem Führerschein der Klasse C1. Zur Wahl stehen 140 PS und 180 PS. Marco empfiehlt den stärkeren Motor, weil man damit auch voll beladen oder mit Anhänger noch Reserven hat. Beim Wiederverkauf ist die stärkere Motorisierung ebenfalls gefragt.
Pilote bietet die Basis in fertigen Paketen an, in denen Motor, Gewicht, Getriebe und Felgen zueinander passen. Welche Kombination für welchen Grundriss möglich ist, zeigt der Konfigurator auf der Website des Herstellers.
Außen bestehen die Seitenwände aus GFK, also glasfaserverstärktem Kunststoff. Dahinter liegt XPS-Schaum. Anders als Styropor nimmt dieser Dämmstoff kaum Wasser auf und hat keine feinen Kanäle, durch die Feuchtigkeit in die Wand wandern könnte. Das ist wichtig, weil feuchte Dämmung schlechter dämmt. Pilote beschreibt Wände und Dach als hagelfest. Der Aufbau ist zu 90 Prozent holzfrei. Auch im Boden steckt kein Holz: Unter dem Bodenbelag liegt eine Dämmschicht, darunter eine GFK-Platte und dann der Rahmen des Fahrgestells.
Die Rückleuchten arbeiten mit LED und die Heckschürze besteht aus drei Teilen. Bleibt man beim Rangieren über eine Wiese mit dem Überhang an einem Baumstumpf hängen, lässt man nur das beschädigte Teil tauschen und nicht die ganze Schürze. Das spart Kosten.

Fahrräder transportiert man beim P720U am besten auf einem Träger an der Anhängerkupplung. An der Rückwand würden die Räder genau das große Heckfenster verdecken, das der Sitzgruppe ihren Rundumblick gibt.
Mit 7,25 Metern Länge und 2,30 Metern Breite ist der P720U ein Teilintegrierter mittlerer Größe. Die Höhe von 2,85 Metern hat einen praktischen Nebeneffekt: An französischen Autobahnen werden Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ab 3 Metern Höhe in eine teurere Mautklasse eingestuft.
Da im Heck die Sitzgruppe liegt, sitzt der größte Stauraum weiter vorn. Auf der Beifahrerseite liegt zwischen Fahrerhaus und Aufbautür eine Seitengarage mit großer Klappe. Am Boden laufen zwei Schienen mit Ösen, an denen man die Ladung festzurrt.

Im Heck gibt es trotzdem Stauraum. Hinter einer Klappe auf der Beifahrerseite liegt ein Fach unter der Sitzbank, das bis zur anderen Fahrzeugseite reicht. Dort passen lange Dinge wie Ski hinein. Im selben Fach ist die Außendusche mit kaltem und warmem Wasser untergebracht. Von innen erreicht man das Fach auch über die Sitzbänke.
Auf der Fahrerseite sitzt kurz vor dem Hinterrad der Gaskasten für zwei 11-Kilogramm-Flaschen. Da die Flaschen direkt hinter der Klappe stehen, kommt man ohne Auszug an beide heran und kann jede einzeln herausnehmen. Auch die niedrige Einbauhöhe kommt dem Rücken entgegen. Flüssiggas ist schwerer als Luft und deshalb hat der pulverbeschichtete Kasten unten Öffnungen, durch die ausströmendes Gas abziehen kann.
Ab Werk regelt eine MonoControl von Truma den Gasdruck. Die MonoControl hat einen Crashsensor, der das Gas bei einem Unfall sperrt. Deshalb darf man mit angeschlossener Flasche fahren und unterwegs heizen oder den Kühlschrank laufen lassen. Gegen Aufpreis gibt es die DuoControl samt Gasfilter. Die DuoControl schaltet von selbst auf die zweite Flasche um, wenn die erste leer ist. Gerade Einsteigern rät Marco dazu, denn eine Flasche geht erfahrungsgemäß gern nachts oder bei schlechtem Wetter zur Neige. Ohne automatische Umschaltung müsste man dann hinaus und die Flasche wechseln.
Weiter vorn hinter dem Vorderrad lässt sich auf Wunsch eine Außenschublade einbauen, die 70 Kilogramm trägt. Die Schublade nutzt einen Raum unter dem Aufbau, der sonst leer bliebe. Nach vorn schützt ein gekantetes Blech die Auszüge, damit die Vorderräder bei schlechtem Wetter keinen Schmutz in die Laufschienen werfen. Eine Öffnung im Boden lässt Wasser ablaufen und so passen auch nasse Kabel, Auffahrkeile oder eine Hundedecke hinein.
Für Reisende mit Hund hat die Seitengarage noch eine besondere Seite. Eine zweite Tür führt aus der Garage direkt in den Wohnraum, so dass sich die Garage zu einem eigenen Hundeplatz ausbauen lässt. Licht gibt es dort auch, damit der Hund nicht im Dunkeln liegt. Reisemobile Hillebrand kann in die innere Tür ein Fenster mit verschiebbarem Gitter einsetzen, durch das frische Luft hineinkommt.

Steht die innere Tür offen, kommt der Hund in den Wohnraum und bewegt sich frei im Fahrzeug. Für diesen Fall empfiehlt Marco zusätzlich eine Klimaanlage, die Reisemobile Hillebrand auf Wunsch nachrüstet. Die Kabel führt das Team dafür durch die Decke, so dass kein aufgeklebter Kabelkanal nötig ist. Braucht das Tier nach einem langen Tag Ruhe, schließt man die Tür und lässt nur das Gitterfenster offen.
Die Sitzgruppe im Heck zieht sich über die ganze Breite und an beiden Seiten nach vorn. Pilote gibt sechs Essplätze an und zwei der Plätze haben Gurte und ausziehbare Kopfstützen. So können im P720U vier Personen mitfahren. Gegenüber der Küche gibt es neben der Aufbautür noch einen einzelnen Sitz.

Geschlafen wird im Hubbett mit 1,60 mal 2 Metern, das elektrisch und stufenlos herunterfährt. Damit es ganz nach unten kommt, nimmt man die Rückenpolster der Sitzgruppe ab. Pilote befestigt sie mit Magneten statt mit Klettband, denn Klettband ist meist aufgeklebt und dieser Kleber kann sich bei Hitze lösen. Ohne Polster fährt das Bett bis auf 80 Zentimeter über dem Boden. In dieser Höhe setzt man sich einfach auf die Matratze. Als Kindersicherung bewegt sich das Bett nur, wenn sein Stromkreis am Bedienpanel freigeschaltet ist.

Reisen zwei weitere Personen mit, entsteht gegen Aufpreis auch unten ein Bett mit 1,60 mal 2 Metern. Dafür klappt man die zweiteilige Tischplatte auf und stellt zwei kleine Füße darunter, damit die Scharniere nicht leiden. Dann senkt man den Tisch ab und legt die Polster der Sitzgruppe darauf. Die Polster sind nummeriert und die Betriebsanleitung zeigt, welches wohin gehört. Für Kinder passt die Liegefläche so, wie sie ist. Erwachsenen rät Marco mit einem Augenzwinkern zu einer zusätzlichen Matratzenauflage.
Bleibt der Motor des Hubbetts einmal ohne Strom, kommt man trotzdem ins Bett. Unter einer Abdeckung sitzt eine 13er-Mutter direkt auf der Motorwelle. Mit einem Akkuschrauber und einer 13er-Nuss fährt man das Bett dann hoch oder herunter. Reisemobile Hillebrand verkauft Pilote seit fast neun Jahren und hatte in dieser Zeit noch keinen Motorschaden an einem Hubbett. Einmal hat der Überlastschutz das Bett gestoppt, nachdem Kinder es immer wieder rauf und runter gefahren hatten. Genau dafür ist er da.
Die Küche liegt auf der Fahrerseite gegenüber der Aufbautür. Zur Ausstattung gehören ein Gaskocher mit zwei Flammen und Glasabdeckung und daneben eine Spüle. Die Scharniere stammen von Häfele und die Schubladenauszüge von Hettich, zwei bekannten Herstellern von Möbelbeschlägen. Alle Klappen haben Gasdruckdämpfer und die Schubladen schließen sanft. In einem Unterschrank sind die Absperrhähne für das Gas untergebracht, damit sie nicht zu sehen sind. Ab Werk gibt es auf Wunsch einen Backofen. Dafür entfällt dann die große Schublade unter dem Kocher.

Direkt neben der Küche ist der Kühlschrank eingebaut. Als Absorberkühlschrank kühlt er mit Wärme statt mit einem Kompressor. Deshalb läuft er mit Gas, mit 230 Volt am Landstrom oder während der Fahrt mit 12 Volt über die Lichtmaschine.
Zwischen Küche und Fahrerhaus liegt der Flur. Auf der Fahrerseite folgt auf den Kühlschrank der Toilettenraum und direkt hinter dem Fahrersitz die Dusche. Die Duschkabine hat eine Falttür in Milchglasoptik und Wände in Betonoptik. Den Boden bildet eine robuste Schichtstoffplatte und unter dem Ablauf sitzt ein kleines Sieb, das Haare und Sand auffängt, bevor sie in die Rohre gelangen. In der Dusche liegt die Stehhöhe bei 1,95 Metern und im Wohnraum bei 1,92 Metern.
Im Toilettenraum gibt es ein Aufsatzwaschbecken und eine Kassettentoilette von Dometic. Die Kassette entnimmt man von außen über eine Klappe. Wer lieber eine Clesana möchte, die alles in Folienbeutel verschweißt, lässt sie beim Händler einbauen.
Gegenüber auf der Beifahrerseite befindet sich der große Kleiderschrank. Der Schrank ist zweigeteilt und hat einen großen Spiegel. Ein Teil hat drei Böden für gefaltete Wäsche, im anderen hängen Kleidungsstücke bis hin zu langen Jacken. Darunter liegt die Seitengarage.

Aus Bad, Flur und Kleiderschrank wird bei Bedarf ein eigener Raum. Dafür zieht man vorn den Faltvorhang zu. Die Tür des Toilettenraums schwenkt man quer über den Flur, so dass sie den Bereich zur Küche hin abschließt. Dann hat man Dusche, Toilette und Kleiderschrank für sich und kann sich in Ruhe umziehen, während in der Sitzgruppe noch jemand liest.
Im Fahrerhaus stammen Teppich und Sitzbezüge von Pilote und in die Kopfstützen ist das Logo gestickt. Wer den Faltvorhang nicht nutzen möchte, verdunkelt Windschutzscheibe und Seitenscheiben mit Plissees, die man von Hand hochzieht. Links und rechts neben den Sitzen gibt es kleine Lüftungsklappen, über die warme Luft der Truma auch ins Fahrerhaus kommt. Über dem Fahrerhaus sitzt ein Skyroof. Dieses Dachfenster lässt sich nicht öffnen und bringt nur Licht herein. Viele bestellen es, weil es die Haube über dem Fahrerhaus optisch auflockert. Wer darauf verzichtet, etwa weil der Vorhang das Fahrerhaus abends ohnehin abtrennt und durch das Glas Sonnenwärme hereinkommt, bekommt von Pilote 300 Euro zurück.
Ab Werk heizt eine Truma Combi 4 mit Gas. Die Zahl im Namen steht für 4.000 Watt Heizleistung. Zugleich erwärmt die Combi in einem eingebauten Boiler 10 Liter Wasser. Für die meisten Reisen reicht das nach Marcos Worten. Da aber viele Käufer inzwischen auch im Winter zum Skifahren aufbrechen, rät er bei dieser Raumgröße zur Combi 6 mit 6.000 Watt.
Ab Werk gibt es auch eine Dieselheizung. Die Dieselheizung holt ihren Kraftstoff aus dem Tank des Fiat und braucht Strom für Glühstift, Pumpe und Gebläse. Wer viel im Ausland unterwegs ist, muss dann deutlich seltener Gasflaschen tauschen oder füllen und braucht dafür seltener passende Adapter und Schläuche. Diesel bekommt man an jeder Tankstelle.
Der Frischwassertank fasst 130 Liter und sitzt innen unter einer Sitzbank. Dort ist er vor Frost geschützt. Über einen Revisionsdeckel kommt man an den Tank heran und ein Stopfen lässt das Wasser ab. Der Abwassertank mit 100 Litern hängt unter dem Fahrzeug. Isoliert und beheizt friert er auch im Winter nicht ein. Man erreicht ihn über eine Luke im Boden und eine weitere Klappe darunter. Pilote lässt seine Fahrzeuge in der Kältekammer testen und gibt die Wintertauglichkeit mit Stufe 3 nach EN 1646-1 an. Diese Stufe bedeutet, dass sich der Innenraum bei minus 15 Grad Außentemperatur innerhalb von vier Stunden auf 20 Grad aufheizen lässt.
Das Bedienpanel von Pilote hängt an der Wand am Übergang zur Sitzgruppe. Auf dem Bildschirm sieht man, ob der Strom gerade vom Landstrom, von der Solaranlage oder über den Ladebooster kommt. Der Ladebooster lädt die Aufbaubatterie während der Fahrt über die Lichtmaschine. Dazu kommen die Spannung der Batterie und die Füllstände von Frisch- und Abwassertank in Prozent. Über das Panel schaltet man Licht und Wasserpumpe sowie den Stromkreis für Hubbett, USB-Steckdosen und die 12-Volt-Dose für den Fernseher. Das Radio hat einen eigenen Schalter und läuft über die Aufbaubatterie. So bleibt die Starterbatterie voll, wenn man abends Musik hört.
Die Aufbaubatterie kommt bei Pilote zusammen mit der Solaranlage. Wer Solar bestellt, bekommt ab Werk eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden, also eine wartungsfreie Bleibatterie. Das gezeigte Fahrzeug hatte stattdessen eine Lithiumbatterie mit 100 Amperestunden und 100 Watt Solar auf dem Dach. Mit Lithiumbatterie bietet Pilote auch einen Wechselrichter an, der aus dem Strom der Batterie 230 Volt macht. Ab Werk liefert der Hersteller bis zu 100 Amperestunden. Wer mehr Kapazität möchte, lässt beim Händler nachrüsten und Reisemobile Hillebrand hat auch schon 300 Amperestunden eingebaut.
Der Pilote P720U startete auf der CMT 2025 bei 75.500 Euro. Dafür bekommt man den Fiat Ducato mit 140 PS und 3,5 Tonnen, die Truma Combi 4, das elektrische Hubbett und den Grundriss mit Seitengarage und Bad direkt hinter dem Fahrerhaus.
Das gezeigte Fahrzeug kostete 83.800 Euro und hatte unter anderem die Lithiumbatterie mit 100 Amperestunden, eine Solaranlage mit 100 Watt und eine Rückfahrkamera an Bord.
Wer bisher mit dem Wohnwagen gereist ist, findet im P720U die große Sitzgruppe mit Blick nach draußen wieder. Der Faltvorhang sorgt dafür, dass das Fahrerhaus abends verschwindet. Dazu kommen ein Bad, das mit dem Kleiderschrank zu einem eigenen Raum wird, und für Reisende mit Hund eine Garage, die sich für das Tier ausbauen lässt.
Am selben Stand hat uns Marco auf der CMT 2025 auch den Pilote P720FC Spring Edition vorgestellt. Dieser Teilintegrierte hat ein Queensbett im Heck und bringt Lithiumbatterie, Solaranlage und Wechselrichter schon ab Werk mit.
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