Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Reisemobile Hillebrand vorgestellt.
Der Pilote P720FC Spring Edition ist ein Teilintegrierter für vier Personen, der Lithiumbatterie, Solaranlage, Wechselrichter und Hubbett schon ab Werk mitbringt. Verkaufsberater Marco Sander von Reisemobile Hillebrand hat ihn uns auf der CMT 2025 vorgestellt. Der Grundpreis lag bei 84.900 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete laut Preisschild 86.380 Euro.
Auf der CMT 2025 in Stuttgart hat Pilote eine neue Sonderserie vorgestellt. Die Spring Edition gibt es für zwei Grundrisse mit 7,20 Metern Länge, jeweils als Teilintegrierten und als Integrierten. Der P720FC ist die teilintegrierte Variante mit einem Queensbett im Heck, das man von beiden Seiten erreicht. Vier Personen fahren darin mit und finden nachts einen Schlafplatz.
Hinter dem Sondermodell steht ein Wunsch, den die Händler dem französischen Hersteller nach Marcos Worten über Jahre mit auf den Weg gegeben haben. Ihre Kunden wollten mehr Autarkie, also mehr Unabhängigkeit vom Stromanschluss des Campingplatzes. Dazu sollte alles sinnvoll zusammengestellt sein und einen vernünftigen Preis haben. In der Spring Edition gehören deshalb Lithiumbatterie, Solaranlage, Ladebooster und Wechselrichter zur Serie. Das Fahrgestell ist fest vorgegeben. Für den Innenausbau stehen noch einzelne Optionen zur Wahl.
Als Basis dient der Fiat Ducato der neuesten Generation mit 140 PS, Achtgang-Automatik und 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Pilote verwendet das Fahrgestell in der Maxi-Ausführung mit größerer Bremsanlage. Ab Werk sind Ganzjahresreifen mit Schneeflockensymbol aufgezogen, die auch bei winterlichen Straßenverhältnissen zugelassen sind. Die Zuladung beträgt 450 Kilogramm. Der Fahrer ist darin schon eingerechnet und Sonderausstattung geht davon ab.
Von außen erkennt man die Spring Edition am schwarz lackierten Fahrerhaus. Bei den Teilintegrierten von Pilote war diese Farbe bisher fast nur in der Atlas-Baureihe zu sehen, die erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist. Von dieser Baureihe übernimmt das Sondermodell auch das Heck mit seiner geradlinigen Form und den LED-Rückleuchten. Die Heckschürze besteht aus mehreren Teilen und die Ecken sind eigene Stücke. Wer beim Rangieren irgendwo hängen bleibt, lässt deshalb nur das beschädigte Eckteil tauschen. Reisemobile Hillebrand hält diese Teile auf Lager. Zur Serie gehören außerdem Rahmenfenster und eine anthrazitfarbene Markise mit eingelassenem LED-Lichtband, das abends den Platz vor dem Fahrzeug beleuchtet.
Die Aufbautür sitzt auf der Beifahrerseite gleich hinter dem Fahrerhaus. Direkt neben ihr ist der Kompressorkühlschrank mit 149 Litern eingebaut. Die Küche liegt gegenüber auf der Fahrerseite. Nach vorn schließt sich die Sitzgruppe an. Hinter der Küche folgen Bad und Schlafzimmer.
Im Wohnraum sitzt man sich gegenüber: Auf der Fahrerseite befindet sich eine Zweierbank, auf der Beifahrerseite ein Einzelsitz. Dazu kommen die beiden drehbaren Fahrerhaussitze. Für die Fahrt lässt sich auf jeder Seite ein Platz mit Dreipunktgurt herrichten. Der Tisch ruht auf einer Säule. Man kann ihn drehen, verschieben und zur Hälfte umklappen. So gelangt man nach vorn zu den Fahrerhaussitzen, ohne den Tisch abbauen zu müssen. Über der Sitzgruppe lässt ein großes Fenster in der Dachhutze Licht herein. An der Wand ist ab Werk ein höhenverstellbarer Fernsehhalter montiert. Für die Fahrt wird er fest arretiert, damit er beim Bremsen nicht nach vorn schlägt.
Im Fahrerhaus ist ein Radio von Pioneer mit Apple CarPlay und Android Auto eingebaut. Die Kabel für das Telefon liegen im oberen Handschuhfach über dem Beifahrer-Airbag. Plissees verdunkeln Windschutzscheibe und Seitenfenster. Man zieht sie von Hand von unten nach oben. Manche Camper lassen oben einen Spalt offen. Dann sieht man noch hinaus, während von außen kaum jemand hineinschauen kann. Die Plissees der Seitenfenster laufen in einer Führung und fallen deshalb auch bei Wärme nicht ins Fahrerhaus. Im Winter zieht gern Kälte über den Boden des Fahrerhauses in den Wohnraum. Pilote hat dort drehbare Heizungsauslässe eingebaut, mit denen man die warme Luft gezielt an diesen Übergang lenkt.
Die Spring Edition gibt es nur mit elektrischem Hubbett über der Sitzgruppe. Pilote möchte damit gezielt Familien den Einstieg in die Marke erleichtern. Vier Schlafplätze stehen so bereit, ohne dass man abends die Sitzgruppe umbauen muss. In der oberen Stellung bleibt darunter eine Stehhöhe von rund 1,94 Metern. Im übrigen Wohnraum sind es 2,13 Meter. Die Liegefläche misst 2,00 mal 1,25 Meter und verjüngt sich zum Fußende auf einen Meter. Der Grund dafür ist die Aufbautür direkt daneben. Auch bei abgesenktem Bett bleiben so rund zwei Drittel der Türöffnung frei. Mit eingezogenem Kopf kommt man weiter hinein und hinaus.

Ins Hubbett steigt man immer über eine Leiter, die in Ösen am Bettrahmen eingehängt wird. Das Bett fährt nicht tiefer, weil darunter Sitzgruppe und Küchenblock Platz brauchen. Die Matratze liegt auf zwei getrennten Lattenrosten. Für Kinder gibt es Fallschutznetze, die man mit Laschen an der Decke befestigt. Damit das Bett nicht versehentlich losfährt, schaltet man es erst am zentralen Bedienpanel frei und entsichert es dann mit einem Schlüssel. Das Bett lässt sich stufenlos verfahren. Wer es nur ein Stück absenkt, kann darunter weiter sitzen. Woran man erkennt, dass das Bett oben angekommen ist: Die Leselampen über dem Bett gehen aus und die Spots an seiner Unterseite schalten sich ein.
In der Küche ist ein Zweiflammen-Gaskochfeld neben der Spüle mit schwarzer Mischbatterie eingebaut. Eine Kapselkaffeemaschine gehört zum Lieferumfang. In der Ecke an der Arbeitsplatte gibt es Anschlüsse für USB-C und 230 Volt.
Herzstück der Spring Edition ist die Elektrik. Eine Lithiumbatterie mit 200 Amperestunden speichert gut 2,5 Kilowattstunden. Zwei Quellen laden die Batterie. Auf dem Dach liefert eine Solaranlage bis zu 200 Watt und während der Fahrt lädt ein Ladebooster mit 40 Ampere aus der Lichtmaschine. Der Booster sorgt dafür, dass die Lithiumbatterie mit der passenden Spannung geladen wird. Zudem begrenzt der Booster den Ladestrom, damit die Lichtmaschine nicht dauerhaft an ihrer Grenze arbeitet.
Ein Wechselrichter mit 1.500 Watt macht aus den 12 Volt der Batterie 230 Volt für alle Steckdosen im Fahrzeug. Eine Vorrangschaltung sorgt dafür, dass am Campingplatz zuerst der Landstrom genutzt wird und die Batterie geschont bleibt. Der Wechselrichter macht sich zum Beispiel bezahlt, wenn das Stromkabel vor der Abfahrt schon verstaut ist und man noch schnell einen Kaffee kochen möchte. Mit 1.500 Watt schafft er auch die Kaffeemaschine. Das Gerät sitzt unter einer Klappe im Fußboden des Bades. Im Grundmodell dient das Fach als Platz für Schuhe.

Auch der Kühlschrank passt zum Konzept. Ein Kompressorkühlschrank läuft mit Strom aus der Batterie und braucht dafür kein Gas.
Wer im Winter unterwegs sein möchte, achtet vor allem darauf, wie gut der Aufbau die Wärme hält und ob das Abwasser frostsicher ist. Pilote baut Dach, Seitenwände und Unterboden mit einer Außenhaut aus GFK, also glasfaserverstärktem Kunststoff. Unter dieser Außenhaut liegt XPS-Schaum, ein Dämmstoff, der kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Innen sind die Wände mit einer Kunststoffschicht in Filzoptik bezogen. In den Seitenwänden steckt kein Holz und die Rückwand enthält nur zwei hölzerne Querstreben. Die Möbel hängen an Metallplatten, die in die Wände eingelassen sind. Der Vorteil zeigt sich über die Jahre: Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und faulen. GFK und XPS nehmen kaum Wasser auf und können nicht faulen. Den Boden bilden ein Vinylbelag, eine GFK-Schicht, XPS mit eingelassenen Querträgern und unten wieder GFK.
Für Wärme sorgt eine Truma Combi D 6 E unter der Zweierbank. Die Heizung verbrennt Diesel aus dem Fahrzeugtank und leistet bis zu 6.000 Watt. Zugleich erwärmt sie das Wasser im 10-Liter-Boiler, im Sommer auf Wunsch auch ohne den Raum zu heizen. Am Landstrom kann ein Heizstab mit bis zu 1.800 Watt die Arbeit ganz oder teilweise übernehmen. Für Gebläse und Steuerung braucht auch eine Dieselheizung Strom. Diesen Strom liefert die Lithiumbatterie. Die Spring Edition braucht Gas deshalb nur noch zum Kochen. Wer ganz ohne Gas reisen möchte, lässt das Gaskochfeld beim Händler gegen ein elektrisches tauschen.
Der Abwassertank fasst 95 Liter und hängt unter dem Fahrzeugboden. Damit er im Winter nicht einfriert, ist er isoliert und beheizt. Zum Reinigen kommt man trotzdem von innen an den Tank heran. Unter einer Klappe im Fußboden vor der Sitzgruppe liegt ein großer Deckel, durch den man in den Abwassertank hineingreifen kann.
Zwischen Küche und Schlafzimmer liegt ein Raumbad über die ganze Breite des Fahrzeugs. Auf der einen Seite befindet sich die Duschkabine, gegenüber der Raum mit Toilette und Waschbecken. Die Tür des Toilettenraums lässt sich quer in den Gang schwenken. Zusammen mit einer Schiebetür zum Schlafzimmer entsteht so ein abgeschlossenes Bad. Wer nachts zur Toilette geht, stört dann weder die Schläfer im Heck noch die im Hubbett.
Die Duschkabine ist in Betonoptik gestaltet und bietet eine Stehhöhe von 1,95 Metern. Magnete halten die zweiteilige Tür geschlossen. Im Abfluss fängt ein Sieb die Haare auf und durch die Dachluke über der Dusche zieht der Wasserdampf ab. Oben in der Kabine gibt es zudem einen klappbaren Handtuchhalter. Wer bei Regen unterwegs war, hängt dort auch die nasse Jacke auf und lässt sie in die Duschwanne abtropfen. Die Dusche ist für die tägliche Nutzung ausgelegt. Das Wasser dafür kommt aus dem Frischwassertank mit 130 Litern, der im hinteren Teil des Fahrzeugs im Bereich der Heckgarage sitzt. Statt einer Tauchpumpe im Tank fördert eine Druckpumpe außerhalb des Tanks das Wasser. Ein Sieb vor der Pumpe hält Schmutz aus dem Tank von ihr fern. Dieser Pumpentyp hält den Wasserdruck gleichmäßig, was man unter der Dusche besonders merkt.
Im Toilettenraum ist eine drehbare Kassettentoilette von Dometic mit Keramikeinsatz eingebaut. Wer lieber eine Trenntoilette oder eine Clesana möchte, die alles in Folienbeutel einschweißt, lässt die Toilette beim Händler umbauen. Das Waschbecken ist als Schale auf einen Unterschrank gesetzt. Neben dem Spiegel öffnet sich ein schmaler Schrank für Deo und Zahnpasta.
Im Heck befindet sich das Queensbett mit 1,90 mal 1,50 Metern. In der unteren Stellung liegt die Matratze etwa so hoch wie ein Bett zu Hause. Im ausgestellten Fahrzeug war das Bett mit der optionalen Höhenverstellung ausgestattet. Vier Spindelantriebe fahren es um 25 Zentimeter nach oben und die Heckgarage darunter wird entsprechend höher. Ein klappbares E-Bike passt Marco zufolge problemlos hinein. Für ein großes E-Bike mit 28-Zoll-Rädern und hohem Lenker reicht die Höhe nicht. Die Garage ist isoliert und lässt sich von beiden Seiten beladen. Innen gibt es Licht, eine 230-Volt-Steckdose und den Anschluss für die Außendusche mit Kalt- und Warmwasser.

Der Schalter für das Bett sitzt in der Heckgarage. Wer das Bett absenkt, steht also direkt vor der Ladung und sieht, ob etwas im Weg ist. Der Schalter funktioniert erst, wenn man ihn am Bedienpanel freigeschaltet hat. Fällt während der Fahrt etwas gegen den Schalter, bleibt das Bett deshalb an seinem Platz. Auf dem Campingplatz räumt man zum Beispiel einiges in ein kleines Gerätezelt und fährt das Bett für die Nacht wieder herunter. Ist das Bett ganz hochgefahren, helfen kleine Podeste links und rechts beim Hinaufsteigen.
Über dem Bett hängen Oberschränke, die so tief sind, dass ein Arm bis über den Ellenbogen darin verschwindet. Damit sich darin keine Feuchtigkeit sammelt, sind sie nach hinten hinterlüftet. Links und rechts vom Bett gibt es je einen Kleiderschrank mit Stange und seitliche Fächer für Handy, Buch und Lesebrille. Am Fußende liegen zwei Schubladen mit sanftem Einzug. Dort gehören leichte Dinge wie Kissen hinein, damit beim Bremsen nichts Schweres nach vorn rutscht. Kunden mit Schlafapnoe fragen häufig nach einer Steckdose am Kopfende für ihr Atemtherapiegerät. Reisemobile Hillebrand baut sie auf Wunsch ein und das Gerät läuft dann auch über den Wechselrichter.
Am Stand auf der CMT 2025 warb Pilote mit einem Einstiegspreis ab 84.900 Euro für die Spring Edition. Marco nannte im Gespräch 83.500 Euro zuzüglich Überführung. Für das ausgestellte Fahrzeug mit seinen zusätzlichen Optionen zeigte das Preisschild einen Sonderpreis von 86.380 Euro. Der Listenpreis lag bei 93.610 Euro und der Preisvorteil damit bei 7.230 Euro.
Das Grundmodell des P720FC ohne Spring Edition startete zur selben Zeit ab 73.500 Euro. Zum Paket der Spring Edition gehören unter anderem Lithiumbatterie, Solaranlage, Wechselrichter und Achtgang-Automatik. Für Marco ist das ein Preis, bei dem der Hersteller schon kräftig nachgelassen hat. Genau das hatten sich die Händler gewünscht: viel Autarkie in einem Paket, das man nicht erst Stück für Stück zusammenstellen muss.
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