Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Forster vorgestellt.
Ein Kastenwagen mit Kompressorkühlschrank, Dieselheizung, Bad mit Dusche und elektrischem Hubbett für weniger als 45.000 Euro: Das ist der Forster V 541 Youngster auf Fiat Ducato. Detlef Bussenius vom Forster-Messeteam hat uns den Van auf der CMT 2024 vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 43.900 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostet 45.510 Euro.
Auf der CMT 2024 kamen einige junge Leute an den Stand von Forster, die sich eigentlich einen Kastenwagen selbst ausbauen wollten. Bei den Anbietern von Transportern hatten sie schon nachgefragt, was der leere Wagen kosten würde. Detlef erzählt, sie hätten dann das Preisschild mit den 43.900 Euro gesehen. Nach ihrer Rechnung lag der fertige Youngster nur rund 2.000 Euro über dem Preis des nackten Kastenwagens und der eigene Ausbau lohnte sich für sie nicht mehr. Das Interesse war insgesamt so groß, dass das Werbematerial für die ganze Messe schon nach drei Tagen vergriffen war und das Team Nachschub organisieren musste.
Forster hat den Youngster um diesen Preis herum entwickelt. Der Name sagt, dass der Van gerade ein jüngeres Publikum ansprechen soll, das sich ein Reisemobil zu diesem Preis leisten kann. Ebenso kamen viele ältere Camper an den Stand, denen die Ausstattung völlig ausreicht. Daneben hat Forster Menschen im Blick, die den Youngster im Alltag wie einen Zweitwagen nutzen und ihn nicht das halbe Jahr auf den nächsten Urlaub warten lassen.
Von außen sieht man dem Youngster den Camper kaum an. Bei der Folierung hat sich Forster zurückgehalten und auf der Fahrerseite gibt es überhaupt kein Fenster. Wer abseits von Camping- und Stellplätzen übernachten möchte, steht damit relativ unauffällig in der Landschaft.

Nach Detlefs Erfahrung schauen viele Besucher zuerst auf das Preisschild und suchen dann im Van, wo bei diesem Preis etwas fehlt. Schon beim Basisfahrzeug werden sie nicht fündig. Unter dem Youngster steckt ein Fiat Ducato 33 Light und kein einfacheres Einstiegsmodell. Forster verbaut dort auch nicht den kleinsten Motor. Wie in den anderen Forster-Vans arbeitet die Maschine mit 103 kW / 140 PS. Beide Airbags und die Klimaanlage im Fahrerhaus gehören zur Serie und Zusatzpakete für das Basisfahrzeug muss man nicht bestellen.
Mit 5,41 Metern Länge bleibt der Youngster kompakt genug für den Alltag, den Forster im Blick hat. Im Innenraum bleiben 1,89 Meter Stehhöhe. Die zulässige Gesamtmasse liegt bei 3,3 Tonnen und mit Fahrer bringt der Youngster rund 2,8 Tonnen auf die Waage. Rechnerisch bleiben so rund 500 Kilogramm für Beifahrer, Gepäck und Zubehör. Pakete und eine größere Batterie gehen davon noch ab.
Zur Serie gehört eine Webasto-Dieselheizung mit 4 Kilowatt. Die Heizung sitzt unter dem Fahrzeugboden, holt sich ihren Kraftstoff aus dem Tank des Ducato und braucht im Innenraum keinen Platz. Man bedient sie über einen Drehknopf am Bedienpanel. Damit die Wärme im Van bleibt, sind die Wände hinter den Möbeln vollständig mit Dämmmatten beklebt. Zwischen Möbeln und Dämmung liegt zusätzlich eine Luftschicht, die als Puffer wirkt. Im Sommer sorgt die Dämmung dafür, dass sich der Innenraum weniger aufheizt.
Über die großen Scheiben des Fahrerhauses kann viel Wärme verloren gehen. Für das Fahrerhaus gehört deshalb eine komplette Verdunklung zum Grundpreis. An den Seitenscheiben zieht man Faltjalousien zu und vorn ein großes Rollo von unten nach oben, das sich in jeder Höhe feststellen lässt. Die Verdunklung schützt vor Blicken von außen und dämmt zugleich. Zwischen Scheibe und Jalousie bleibt ein Luftpolster, so dass im Winter weniger Wärme über das Glas entweicht und sich der Van im Sommer weniger aufheizt.

Zwei Dachluken lassen Licht und Luft herein, eine über dem Wohnraum und eine über dem Hubbett. Forster verbaut dafür die Mini Heki von Seitz, die Detlef als hochwertiges Produkt hervorhebt. Wer im Sommer eine Klimaanlage möchte, kann eine der Luken gegen ein Dachklimagerät tauschen lassen. Ein solches Gerät braucht einen Dachausschnitt von 40 mal 40 Zentimetern und genau diese Größe hat die Luke. Weil eine Klimaanlage viel Strom zieht, empfiehlt Detlef, sie über den Landstrom auf dem Campingplatz zu betreiben.
Steht die Schiebetür offen, gehen die Besucher zuerst auf den Kühlschrank zu. Forster verbaut im Youngster denselben Kühlschrank wie in den anderen Modellen, einen Kompressorkühlschrank von Dometic mit 70 Litern. Der Kühlschrank sitzt unten im Küchenblock gleich neben der Schiebetür und seine Tür lässt sich zu beiden Seiten öffnen. Kommt man mit dem Einkaufswagen an die Schiebetür, räumt man die Lebensmittel von draußen direkt hinein. Sitzt man drinnen auf dem gedrehten Fahrersitz am kleinen Tisch, öffnet man die Tür zur anderen Seite. Wer mehr Platz für Getränke und Vorräte braucht, zieht das Gefrierfach wie eine Schublade heraus und vergrößert so den Kühlraum.
Oben auf dem Küchenblock liegt die Kochstelle, ebenfalls von Dometic. Kocher und Spüle bilden eine Einheit aus Edelstahl unter einem Glasdeckel. Dazu gehören ein großer Gasbrenner und ein Wasserhahn, den man aufklappt. Da Forster den Youngster als Fahrzeug für viele Zwecke anbietet, sollte der Eingangsbereich großzügig und gut zugänglich bleiben. Die Küche ist deshalb kompakt gehalten und hat einen Brenner. Der reicht für den Kaffee am Morgen oder einen Topf Nudeln. Läuft dabei einmal etwas über, nimmt man den Gitterrost heraus und wischt die ganze Edelstahleinheit in einem Zug sauber.
Wer gern aufwendiger kocht und einen zweiten Brenner braucht, nimmt nach Detlefs Rat einen normalen Kartuschenkocher aus dem Campingladen mit. Mit ihm kocht man draußen auf dem Campingtisch und alles, was in der Pfanne spritzt, bleibt aus dem Wohnraum heraus.

Neben dem Kühlschrank liegt ein großer Küchenschrank, der sich in der Mitte öffnet. Einen Griff sieht man nicht, man greift von hinten an die Kante der Tür. Dort passen auch größere Töpfe und Vorräte hinein. Am Bedienpanel schaltet ein Zentralschalter alle Lichter im Van mit einem Druck aus und wieder an. Daneben liest man die Spannung der Bordbatterie ab und schaltet die Wasserpumpe ein.
Gegenüber der Küche gab es im ersten Messefahrzeug an der Wand hinter dem Fahrersitz ein Ordnungssystem zu sehen. Vier blaue Boxen in zwei Größen hängen dort an Metallbolzen. Man hebt sie leicht an, nimmt sie ab und kann sie zu Hause in Ruhe packen. Für die Fahrt lassen sich die Boxen auch stapeln und hinten im Laderaum mitnehmen. Daneben läuft eine Aluminiumschiene, an der man einen Rucksack oder Trinkflaschen befestigt. Boxen und Schiene stammen von einem Zulieferer. Forster bietet sie zusammen mit dem kleinen Tisch darunter im Paket Open Lounge an. Unter den Boxen sitzt ein USB-Anschluss, an dem man das Smartphone lädt.


Auf der Fahrerseite liegt zwischen dem kleinen Tisch und dem Hubbett das Bad. Detlef ist 1,86 Meter groß und kann in der Duschtasse aufrecht stehen. Die Duschtasse liegt auf derselben Höhe wie der Boden im Wohnraum, so dass die volle Stehhöhe auch in der Dusche bleibt. Auf ein Waschbecken verzichtet Forster, damit man sich beim Duschen frei bewegen kann und keine Ecke im Weg ist. Die Armatur hat einen Hebel aus Edelstahl, wie man ihn von zu Hause kennt.
An der Decke des Bades hängt eine Trockenstange, die sich herausnehmen lässt. Wer bei einem Regenschauer nass geworden ist, hängt seine Jacke dort auf und das Wasser tropft in die Duschtasse ab. Kleinigkeiten finden in Staukästen an der Wand Platz und auch im Bad gibt es eine Steckdose. Zur Ausstattung des Bades gehört außerdem eine Kassettentoilette. Einen Duschvorhang bekommt man mit dem Paket Open Lounge dazu.

Für warmes Wasser sorgt ein Gasboiler von Truma mit 10 Litern. Der Boiler sitzt im Unterschrank hinter dem Fahrersitz und damit gleich neben dem Bad. Der Weg zum Brauseschlauch ist dadurch kurz und das warme Wasser kommt sofort aus der Dusche. Darunter liegt ein Fach für eine kleine Gasflasche. Mehr Gas braucht der Youngster nicht, denn Gas nutzen nur Boiler und Kocher. Die Heizung läuft mit Diesel und der Kühlschrank mit 12 Volt.
Im Heck ist rechts und links unter dem Hubbett je ein Holzkubus eingebaut. Im Kubus auf der einen Seite sitzt der Frischwassertank mit 70 Litern. Man nimmt das Polster ab und klappt den Deckel oben auf. Darunter liegen Tank und Pumpe. Statt einer Tauchpumpe, die im Tank hängt, hat der Youngster eine Druckwasseranlage. Öffnet man einen Wasserhahn, fällt der Druck in der Leitung und die Pumpe springt an. Am Heck gibt es außerdem eine Außendusche mit Mischbatterie für warmes und kaltes Wasser, die zum Grundpreis gehört. Ein Tank mit 75 Litern unter dem Fahrzeug sammelt das Abwasser.

Im Kubus auf der anderen Seite ist Platz für die Bordbatterie. Welche Batterie hineinkommt, entscheidet der Kunde mit seinem Händler. Möglich sind zum Beispiel eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden, eine Gelbatterie oder eine Lithiumbatterie. Der Kubus bietet sogar Platz für bis zu drei Batterien. Wer öfter frei steht, sollte nach Detlefs Empfehlung in eine Lithiumbatterie investieren oder Solarmodule auf dem Dach montieren lassen, weil der Kompressorkühlschrank seinen Strom aus der Bordbatterie zieht.
Die Steckdosen mit 230 Volt auf dem Tisch, in der Küche und im Heck liefern Strom, sobald der Van am Landstrom hängt. Wer auch unterwegs 230 Volt möchte, kann sich nach Detlefs Vorschlag eine tragbare Powerstation mitnehmen, wie es sie heute im Baumarkt gibt. Während der Fahrt lädt man die Powerstation zum Beispiel über eine 12-Volt-Steckdose wie den Zigarettenanzünder, dann füllt die Lichtmaschine ihren Akku. Alternativ lädt man sie zu Hause oder an jeder 230-Volt-Steckdose.
Quer im Heck hängt ein elektrisches Hubbett. Ein Schalter an der Vorderkante des Bettrahmens fährt es stufenlos hoch und herunter. An jeder Seite trägt ein Gurt das Bett und vorn läuft es zusätzlich in einer Schiene aus Aluminium. Deshalb wackelt es auch dann nicht, wenn man kräftig daran rüttelt. Ganz nach oben fährt das Bett nur so weit, dass Bettzeug, Jacken und Reisetaschen darauf liegen bleiben können. Ein Schild am Rahmen nennt die Belastbarkeit von 250 Kilogramm.
Im Schulterbereich ist die Matratze 1,30 Meter breit, am Fußende 1,10 bis 1,15 Meter. Zwischen Matratze und Wand bleiben an Kopf- und Fußende noch einige Zentimeter Luft, so dass man nicht an eine Wand stößt. Laut Detlef ergibt sich so eine Liegelänge von rund 1,94 Metern. Am meisten Platz hat man in der untersten Stellung, weil das Bett dann auf Höhe der seitlichen Ausbuchtungen der Karosserie liegt.

Unter dem Hubbett zeigte das erste Messefahrzeug die Ausstattung des Pakets Open Lounge. Auf den beiden Holzkuben rechts und links liegen Polster. Öffnet man die Hecktüren, setzt man sich auf die Polster in die Türöffnung wie auf ein kleines Sofa. Davor steht ein stabiler Campingtisch und so frühstückt man draußen im Sonnenaufgang oder trinkt abends noch ein Glas Rotwein.

Der Tisch hat noch zwei weitere Aufgaben. Legt man die Tischplatte auf die Auflagen der beiden Kuben, entsteht unter dem Hubbett ein zweites Bett, das ein Zusatzpolster vervollständigt. Mit der stabilen Platte darunter eignet sich das Gästebett nach Detlefs Worten für jeden Erwachsenen. Detlef denkt dabei an Reisen mit dem besten Freund, mit dem man nicht unbedingt zusammen im Hubbett liegen möchte. Dann schläft einer oben und einer unten. Mit dem Paket hat der Youngster damit bis zu drei Schlafplätze. Als dritte Funktion steckt man den Tisch hochkant in eine Führung vor den Kuben. Dann trennt er den Laderaum vom Wohnbereich ab.

Ohne Gästebett wird der Raum unter dem Hubbett zur Garage. Gleich im Heck schaltet man die LED-Leiste unter dem Bett ein und über eine Steckdose mit 230 Volt laden die Akkus von E-Bikes am Landstrom. Zwei Fahrräder stellt man längs zwischen die beiden Kuben. Durch eine Aussparung an der Seite kommt der Laderaum quer auf eine Länge von 1,97 Metern. So passt ein Fahrrad auch quer hinein und das Gästebett lässt sich trotzdem nutzen. Zum Festzurren sind in beiden Richtungen bereits Ösen montiert.
Im zweiten Messefahrzeug zeigte Forster das Paket Mobile Office. Das Paket richtet sich an alle, die den Van beruflich nutzen, etwa Vertriebsleute, die deutschlandweit unterwegs sind, oder Architekten und Maler. Hinter dem Fahrersitz steht ein Büroschrank, aus dem man über einen Klappmechanismus eine große Arbeitsplatte herausholt. Ein ausziehbarer Tischfuß stützt sie ab. Die Platte ist ausgeklappt bis zu 1,23 Meter lang und lässt Platz für Laptop und Unterlagen. Braucht man weniger Fläche, klappt man sie auf das halbe Format zurück.

Im Schrank sitzen eine LED-Arbeitsleuchte, ein Fach zum Festmachen des Laptops, ein USB-Anschluss und eine Steckdose. Für einen Bildschirm gibt es eine Halterung. Darunter verstaut man Stifte, Ladegeräte und andere Kleinigkeiten. Ist die Tischplatte geschlossen, lässt sich der ganze Schrank mit einem Schlüssel abschließen und wird so zu einem großen Wertfach im Van.
Die Pakete Open Lounge und Mobile Office kosten jeweils 1.610 Euro und schließen sich gegenseitig aus. Im Grundpreis von 43.900 Euro steckt die komplette Einrichtung mit Küche, Bad, Hubbett und Technik. Wie man den übrigen Raum nutzt, entscheidet der Kunde. Mit einem der beiden Pakete liegt der Youngster bei 45.510 Euro. Hinzu kommen wie bei jedem neuen Wohnmobil der Transport aus dem Werk zum Händler, die Gasprüfung und die Papiere. Mit diesen Kosten kommt man nach Detlefs Rechnung auf rund 47.000 Euro und bleibt damit unter der Grenze von 50.000 Euro.
Für diesen Preis hat der Youngster ab Werk alles an Bord, wonach Kunden bei einem Reisemobil laut Detlef zuerst fragen: Kompressorkühlschrank, Dieselheizung, Gasboiler, Bad mit Dusche, Außendusche und ein elektrisches Hubbett. Wer einen Van für vier Personen sucht, findet bei Forster den Livin‘ Up Pro FV 599 VBL, den wir ebenfalls vorgestellt haben.
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