Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Forster vorgestellt.
Der Forster FT 639 LF Coupé ist ein Teilintegrierter, der nur zehn Zentimeter breiter ist als ein Kastenwagen. Auf 6,39 Metern bringt er ein Hubbett, eine Sitzgruppe mit zwei Bänken und ein Heckbad über die volle Breite unter. Detlef Bussenius vom Forster-Messeteam hat uns das Fahrzeug auf dem Caravan Salon 2024 vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 60.900 Euro.
Wer ein Wohnmobil sucht, steht oft vor derselben Frage: lieber ein wendiger Kastenwagen oder ein Reisemobil mit mehr Platz? Detlef erlebt diese Unentschlossenheit in vielen Kundengesprächen. Für diese Kunden hat Forster eine Zwischenlösung entwickelt und sie auf dem Caravan Salon 2024 als Weltpremiere gezeigt. Die Coupés sind Teilintegrierte mit einer Wohnkabine, die schmaler ist als üblich.
Eine normale Aufbaukabine misst 2,30 bis 2,35 Meter in der Breite. Beim Coupé sind es 20 Zentimeter weniger, also 2,15 Meter. Damit ist es nur rund zehn Zentimeter breiter als ein Kastenwagen und trägt neben dem Fahrerhaus des Ford Transit kaum auf. Da die Seitenwände senkrecht nach oben laufen, fühlt sich der Wohnraum trotzdem deutlich großzügiger an als in einem Kastenwagen.

Einen zweiten Vorteil sieht Detlef bei der Dämmung. Ein Kastenwagen besteht aus einer Blechkarosserie, die von innen gedämmt wird. Die Wände des Coupés sind dagegen durchgehend gedämmte Sandwichwände. Dach und Wände sind 30 Millimeter stark und der Boden 54 Millimeter. Detlef erklärt, das Coupé lasse sich so auch im Winter deutlich besser beheizen. Außen sind alle Flächen mit GFK beplankt, was die Kabine nach seinen Worten hagelsicher macht.
Insgesamt gibt es drei Coupés. Der FT 639 LF verfügt über ein Hubbett vorn, eine Sitzgruppe mit zwei gegenüberliegenden Bänken und ein Bad, das im Heck von einer Seite zur anderen reicht. Daneben baut Forster eine Variante mit Querbett und eine mit Längsbetten, die auf dem Caravan Salon ebenfalls zu sehen war.
Als Basis dient der Ford Transit mit einem 2,0-Liter-Diesel und 96 kW / 130 PS. Gegen Aufpreis gibt es eine stärkere Version mit 165 PS und eine Automatik. Detlef zufolge ist der Transit komfortabel gefedert und sein Armaturenbrett erinnert an einen Pkw. Großen Fahrern kommt er besonders entgegen, denn die Sitze sind tiefer eingebaut und die Windschutzscheibe reicht weiter nach oben als beim Fiat Ducato. Große Fahrer erzählen Detlef oft, dass sie im Ducato gerade so unter der Blechkante hindurchschauen. Im Transit haben sie ein deutlich weiteres Blickfeld. Damit oben nichts die Sicht stört, zieht man die Verdunklung im Fahrerhaus von unten nach oben.
Der Radstand des Coupés ist mit 3,75 Metern kürzer als bei einem gleich langen Kastenwagen auf Ducato-Basis. Deshalb ist das Coupé laut Detlef sogar etwas wendiger.

Statt einer Schiebetür wie beim Kastenwagen hat das Coupé eine normale Aufbautür, die auf der Beifahrerseite liegt. In die Tür sind ein Fenster mit Faltverdunklung und an der Innenseite ein Abfalleimer eingebaut. Dahinter sitzt eine Fliegengittertür. Die Einstiegsstufe ist in den Aufbau integriert. Deshalb gibt es keine Trittstufe, die man aus- und einklappen muss.
Im Heck liegt die Garage, die Forster schon in der Serie tiefer gelegt hat. Normalerweise würde ihr Boden auf Höhe des Fahrgestellrahmens liegen. Forster setzt einen eigenen Unterbau aus Metall darunter und gewinnt so eine Innenhöhe von über 1,20 Metern. Fahrräder, E-Bikes und sogar ein Motorroller lassen sich so stehend einladen. Detlef hält das für einen wichtigen Punkt, denn viele Camper möchten vom Stellplatz aus die Umgebung erkunden. Ein E-Bike für 3.000 oder 4.000 Euro steht in der Garage vor Wetter und Diebstahl geschützt und das Fahrzeug wird nicht durch einen Heckträger länger. Neben den Rädern bleibt Platz für Campingtisch und Stühle.

Beide Seiten der Garage haben ab Werk eine Klappe, so dass man von links und rechts hineinkommt. Damit das Coupé bei 6,39 Metern bleibt, rückt Forster alle Bereiche eng zusammen und setzt den Gaskasten auf der Fahrerseite direkt in die Garage. Hinter derselben Klappe erreicht man also Stauraum und Gasflaschen. Damit man die beiden Flaschen mit elf Kilogramm bequem tauschen kann, stehen sie in angenehmer Hebehöhe.

Die Rahmenfenster des ausgestellten Fahrzeugs haben stufenlose Aufsteller. Bei einfachen Aufstellern muss man das Fenster erst über mehrere Raststufen ganz aufstellen, bevor es sich wieder schließen lässt. Diese Fenster bleiben in jeder Stellung stehen und schließen mit einer einzigen Bewegung. Optional liefert Forster das Fahrerhaus in Silber, passend zur Kabine. Dann wirkt das Coupé von außen wie aus einem Guss.
Gleich hinter dem Fahrerhaus liegt die Sitzgruppe. Zwei Bänke liegen sich gegenüber und dazu kommen die drehbaren Sitze des Fahrerhauses. Am Tisch finden so vier bis fünf Leute Platz, ohne dass es eng wird. Für die Fahrt sind vier Sitzplätze zugelassen.

Über der Sitzgruppe hängt tagsüber das Doppelbett. Trotzdem kann Detlef mit seinen 1,86 Metern darunter aufrecht stehen und hat noch etwas Luft über dem Kopf. Verlässt man den Bereich unter dem Bett, beträgt die Stehhöhe 2,04 Meter. Laut Detlef sei das Coupé damit insbesondere für große Menschen prädestiniert.

Bei Hubbetten gehen die Meinungen auseinander, weil manche ein Bett wollen, das jederzeit bereit ist. Auf der Messe kam der Grundriss nach Detlefs Eindruck sehr gut an, da er auf wenig Länge viel unterbringt und keine hohen Schränke den Wohnraum verstellen. Das Hubbett fährt elektrisch auf Knopfdruck in jede gewünschte Höhe. Unter der Matratze liegt ein Lattenrost und die Liegefläche misst 1,90 x 1,42 Meter. Das Bett liegt quer im Fahrzeug und wird zum Fußende hin nicht schmaler. Deshalb kann man frei wählen, ob man den Kopf auf der Fahrer- oder auf der Beifahrerseite hat.

Über einen großen silbernen Schalter fährt am ausgestellten Fahrzeug auch der Tisch elektrisch. Zum Frühstück stellt man ihn etwas höher, abends mit einem Glas Wein tiefer. Ganz abgesenkt wird er zur Grundlage einer zweiten Liegefläche mit 2,01 x 1,04 Metern. Forster bietet dieses Zusatzbett mit höhenverstellbarem Tisch als Option an.
Neben der Sitzgruppe liegt die Küche mit einem Gaskocher mit zwei Flammen und elektrischer Zündung. Direkt daneben ist eine große runde Spüle eingebaut, deren Abdeckung sich als Schneidebrett oder zusätzliche Arbeitsfläche nutzen lässt. Im Gegensatz zu Fahrzeugen mit einer einfachen Tauchpumpe im Tank verfügt das Coupé über ein Druckwassersystem. Neben dem Tank sitzt eine Membranpumpe, die das Wasser ansaugt und mit höherem Druck in die Leitung schickt. Spätestens beim Duschen merkt man den kräftigen Strahl. Für diesen Druck verbaut Forster an allen Zapfstellen Armaturen aus Messing, die nach Detlefs Worten deutlich stabiler sind als Lösungen aus Kunststoff.

Neben der Aufbautür befindet sich der Absorberkühlschrank. Der Kühlschrank läuft während der Fahrt mit 12 Volt, auf dem Campingplatz mit 230 Volt und abseits vom Campingplatz mit Gas. Auch der Kocher arbeitet mit Gas und am ausgestellten Fahrzeug galt das ebenso für die Heizung. Für das Modelljahr 2027 hat Forster die Coupés umgestellt. Seitdem gehört eine Truma Combi D4 zur Serie, die mit Diesel heizt und 4.000 Watt leistet. Der Frischwassertank fasst 120 Liter und liegt im Innenraum in einer der Sitzbänke. Für Abwasser stehen 100 Liter zur Verfügung.
Eine Aufbaubatterie gehört nicht zur Serienausstattung. Welche Batterie es wird, entscheidet der Kunde selbst: AGM, Gel oder Lithium. Detlef rät, sich nach dem eigenen Bedarf zu richten. Da Kühlschrank und Kocher mit Gas laufen, braucht man Strom vor allem für Licht, Wasserpumpe und vielleicht einen Fernseher. Auch die Heizung zieht Strom für Gebläse und Steuerung. Wer ein neueres Coupé mit Dieselheizung fährt, braucht zusätzlich Strom für Glühstift und Kraftstoffpumpe. Für den Alltag reicht nach Detlefs Erfahrung trotzdem eine Standardbatterie mehrere Tage. Mit einem oder zwei Solarmodulen auf dem Dach steht man noch länger autark. Ab Werk ist eine Solaranlage mit 200 Watt erhältlich.
Vom Wohnraum führt eine Stufe hinauf ins Heck. Dort liegt ein Bad, das von der Fahrer- bis zur Beifahrerseite reicht. Eine Lamellentür trennt es vom Wohnraum ab, so dass ein eigener Raum entsteht. In einer Ecke ist die Kassettentoilette eingebaut. Daneben befinden sich ein Waschbecken mit Metallarmatur und darunter ein Schrank, in den auch größere Dinge passen.

Auf der anderen Seite des Bades liegt eine große Duschkabine. Eine Schwenkwand braucht es hier nicht, weil die Dusche ihren eigenen Platz hat. Zum Duschen zieht man einen Vorhang vor. Unter der Decke der Duschkabine hängt eine Kleiderstange aus Aluminium, an der nasse Regenjacken oder Handtücher trocknen können. Eine Dachhaube sorgt für Frischluft und die Brause verfügt wie in der Küche über eine Mischbatterie aus Metall.

Über der Heckgarage hat Forster einen Kleiderschrank über die ganze Breite eingebaut, den man direkt vom Bad aus erreicht. Zum Anziehen hat man die Kleidung so gleich zur Hand. Neben viel Platz zum Aufhängen gibt es offene Fächer für Reisetaschen oder Boxen und darunter Schubladen. Der Schrank ist rund 80 Zentimeter tief. Hinter einer Schiebetür im Bad liegt außerdem ein Zugang zur Heckgarage. Wer eine Getränkekiste hinten eingeladen hat, kommt so von innen heran.

Ganz ohne Hubbett kommt der FT 669 EB NB Coupé aus. Mit 6,69 Metern ist dieses Coupé 30 Zentimeter länger und verfügt im Heck über zwei feste Längsbetten mit je 2,01 x 0,78 Metern. Die Garage darunter fällt noch größer aus. Auch sie ist von beiden Seiten zugänglich und hat einen abgesenkten Boden mit rund 1,20 Metern Höhe. Für die Gasflaschen gibt es hier ein eigenes Fach mit Lüftung unten und oben in der Tür. Hinter einer weiteren Klappe liegt die Bordbatterie. Dort ist auch Platz für das Stromkabel, das man so ohne Suchen zur Hand hat.

Vorne sitzt man an einer Sitzgruppe in L-Form mit den gedrehten Fahrerhaussitzen. Damit der Beifahrer beim Frühstück besser herankommt, steht der Tisch frei auf einer Säule und lässt sich über einen Griff in alle Richtungen verschieben. Da kein Hubbett über der Sitzgruppe hängt, bleibt dort die volle Stehhöhe. Statt einer Duschkabine verfügt dieses Coupé über ein Schwenkbad. Schwenkt man die Wand mit dem Waschbecken herum, entsteht eine große Dusche mit Dachfenster und herausnehmbarem Holzrost. Wo die Wand beim Schwenken an der Seitenwand entlangläuft, bleibt ein kleiner Spalt. Damit dort kein Wasser hineinläuft, hat Forster ihn mit einer wasserdichten Stoffbahn abgedeckt, die mit Klettband und Schrauben fest an der Wand sitzt. Ein starres Bauteil könnte bei der ständigen Bewegung Schaden nehmen. Die Stoffbahn gibt dagegen nach und übersteht das Schwenken auch über Jahre.


Die Längsbetten liegen auf stabilen Lattenrosten in einem Rahmen aus Aluminium. Hebt man sie an, erreicht man die Kleiderschränke am Fußende auch von oben. Unter einem der Betten sitzt der Boiler der Truma Combi, die am ausgestellten Fahrzeug mit Gas heizte. Das warme Wasser hat so nur einen kurzen Weg zur Dusche. Ein Zusatzpolster zwischen den Betten macht aus beiden eine große Liegefläche. Detlef schätzt das feste Bett vor allem, wenn einer morgens liegen bleiben möchte. Der andere kann dann vorn am frei zugänglichen Tisch das Frühstück vorbereiten.

Auf dem Caravan Salon 2024 nannte Detlef für die Coupés eine Spanne von rund 58.000 bis 61.000 Euro. Der FT 639 LF Coupé startet bei 60.900 Euro und auch den FT 669 EB NB Coupé ordnet Detlef in der gut ausgestatteten Basisvariante bei Anfang 60.000 Euro ein. Zur Grundausstattung des FT 639 LF gehören Heckabsenkung, Klappen auf beiden Seiten der Garage, elektrisches Hubbett und Metallarmaturen. Die Aufbaubatterie, das Zusatzbett mit höhenverstellbarem Tisch und die Solaranlage kosten extra.
Detlef sagt, im Vergleich zum Kastenwagen sei das Coupé kaum teurer. Dafür bekommt man ein ähnlich schmales Fahrzeug, das mit senkrechten gedämmten Wänden und über zwei Meter Stehhöhe erheblich mehr Wohnraum bietet. Weitere Forster-Modelle hat CampingTurtle mit dem Forster V 541 Youngster, dem Forster FV 541 Youngster Sunny und dem Forster Livin‘ Up Pro FV 599 VBL vorgestellt.
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