Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit X4Quadrat vorgestellt.
Der X4Quadrat Steyr 12M25 ist ein kompaktes Expeditionsmobil, das in einer nur 4,70 Meter langen Kabine ein Längsbett und ein Bad unterbringt, das fast so lang ist wie das Bett. Die Basis ist ein restaurierter Steyr von EXCAP. Geschäftsführerin Catharina Bottenberg hat ihn uns auf der Abenteuer & Allrad 2026 vorgestellt. Der Aufbau kostet ab 229.000 Euro. Beim vorgestellten Fahrzeug kostet der Aufbau 240.000 Euro und die Basis rund 150.000 Euro.
Unter der Kabine arbeitet ein Steyr 12M18, ein Allrad-Lkw, der ursprünglich als Militärfahrzeug entstanden ist. Der Spezialist EXCAP aus Lautertal im Odenwald hat ihn in Alpha überarbeitet, der höchsten Ausbaustufe von EXCAP für Überholung und Design. Ab Werk leistet der 6,6-Liter-Reihensechszylinder nach Angaben von EXCAP 180 PS. Nach der Leistungssteigerung sind es 250 PS oder 183 kW. Daher kommt auch der neue Name 12M25.
Das Fahrzeug ist über 30 Jahre alt. Für die Restaurierung wurde es komplett zerlegt und jede Schraube getauscht. Chassis und Fahrerhaus wurden dabei auf einen modernen Stand gebracht. EXCAP beschreibt auf seiner Website, dass dabei das Chassis und alle Metallanbauteile sandgestrahlt und verzinkt werden. Neue Fahrzeuge baut EXCAP inzwischen allerdings nicht mehr. Die Eigentümer, ein Paar aus der Schweiz, haben den fertig restaurierten Alpha an X4Quadrat im sauerländischen Wenden übergeben. Dort ist vom Zwischenrahmen an aufwärts alles entstanden, was zum Reisen gehört.
Für den Steyr spricht nach Catharinas Worten vor allem seine kompakte Größe. Die Kabine misst 4,70 Meter und der Radstand liegt bei 3,50 Metern. Insgesamt kommt das Fahrzeug auf rund sieben Meter Länge, 2,50 Meter Breite sowie 3,80 Meter Höhe. Fahrbereit wiegt der Steyr 11.000 Kilogramm, technisch zulässig sind insgesamt 12.000 Kilogramm. Damit ist er so wendig, dass sein Wendekreis nach ihrer Aussage sogar kleiner ist als der eines klassischen Geländewagens. Dazu kommt Technik, die jeder Landmaschinentechniker reparieren kann. Das zählt auf einer Reise, auf der die nächste Lkw-Werkstatt weit weg sein kann.
Dass hier kein Oldtimer im Originalzustand steht, zeigt das Fahrerhaus. Die Verkleidung ist neu und die Sattlerarbeiten sind in Handarbeit entstanden. Statt der alten Militärsitze sind neue Sitze eingebaut. Dazu kamen ein Lederlenkrad, eine Mittelkonsole und eine Klimaanlage auf dem Dach. Ein Erkennungsmerkmal der EXCAP-Restaurierung ist der Astabweiser aus Vierkantrohren, der sich über das Fahrerhaus spannt und oben zusätzlich Platz für leichte Kisten bietet.
X4Quadrat baut seine Kabinen nach eigenen Angaben komplett ohne Holz. Die Wände sind 60 Millimeter stark und als GFK-Sandwich aufgebaut: außen drei Millimeter GFK, innen zwei Millimeter, dazwischen XPS-Schaum und eine 2,8 Millimeter starke, glasfaserverstärkte Lage, die Catharina Schraubschicht nennt. Diese Schicht nimmt die Schrauben auf, sodass Schränke später direkt an der Wand halten.
Der Boden ist 80 Millimeter stark und in ihn sind die Stahlstreben des Zwischenrahmens einlaminiert. Das Dach misst wie die Wände 60 Millimeter und ist begehbar. Die Paneele werden im Stufenschnitt gefräst und in der Stufe sitzt PET-Schaum. Anschließend werden die Teile miteinander verschraubt und verklebt. Die Aluminiumwinkel an den Kanten dienen vor allem als Kantenschutz und bewahren die Ecken der Kabine vor Schäden, falls sie einmal irgendwo aneckt.
Zwischen Kabine und Lkw-Rahmen sitzt ein federgelagerter Zwischenrahmen, den X4Quadrat laut Website feuerverzinkt. Hinten ist der Zwischenrahmen fest gelagert und vorne sitzt ein Loslager, das zugleich die Führung übernimmt. Verwindet sich der Lkw-Rahmen im Gelände, werden diese Kräfte so nicht in die Kabine geleitet, die sonst Schaden nehmen könnte. Gebaut wird nach den Aufbaurichtlinien des Fahrzeugherstellers und die TÜV-Abnahme ist im Preis enthalten.
Fenster, Türen, Klappen und der Durchstieg zum Fahrerhaus stammen von WideBird. Wer lieber andere Fenster möchte, bekommt bei X4Quadrat auch Modelle von Outbound oder die Hartglasfenster von KCT.
Die Staukästen zeichnet X4Quadrat für jedes Fahrzeug individuell. An diesem Fahrzeug bestehen sie aus schwarz pulverbeschichtetem Aluminium und sind belüftet, damit sich darin kein Schimmel bildet. Im mittleren Paket gehören laut Website bis zu vier maßgefertigte Stauboxen unter der Kabine zum Umfang. Die Kästen vor und hinter dem Hinterrad bilden zugleich den Radlauf und ersetzen die Kunststoffkotflügel. Weil der hintere Kasten angeschrägt ist und so für den nötigen Böschungswinkel sorgt, muss die Kabine selbst nicht abgeschrägt werden und innen bleibt mehr Platz. Zur Kabinentür führt eine elektrische Treppe, die an diesem Fahrzeug von Optimal Expedition aus dem polnischen Szprotawa stammt. Der Hersteller baut neben Treppen auch Fenster, Dachluken und Klappen für Expeditionsmobile.
Heizung, Warmwasser und Kochfeld laufen mit Diesel, so dass an Bord keine Gasflasche nötig ist. Die Geräte dafür stammen von Wallas. Unter dem Chassis sitzt ein Zusatztank von EXCAP mit Umschaltung. Zusammen fasst das Fahrzeug damit 600 Liter Diesel.
Die Technik steckt aufgeräumt in der Heckgarage. X4Quadrat setzt grundsätzlich auf Victron, weil es dafür weltweit Ersatzteile gibt. Daneben ist ein Lüftungsgerät von Bayernluft verbaut, das die luftdichte GFK-Kabine zwangsbelüftet. Nach Herstellerangaben gewinnt es über einen Wärmetauscher bis zu 90 Prozent der Wärme aus der verbrauchten Luft zurück und braucht dafür höchstens sechs Watt Strom. Entnahme und Befüllung des Wassers liegen an derselben Stelle und direkt darüber sitzt die Außendusche. Alles ist ohne Leiter erreichbar.

Die Batterie hat 600 Amperestunden bei 24 Volt, was rund 14,4 Kilowattstunden entspricht. Nachgeladen wird über 1.500 Watt Solarleistung auf dem Dach. Als Wechselrichter dient ein Victron MultiPlus in der 3000er-Ausführung, der nach der Batterie dimensioniert ist. Die 5000er-Ausführung wäre möglich, ist hier aber nicht nötig, weil Heizung und Kochfeld mit Diesel statt mit Strom arbeiten. Über einen 5G-Router können die Eigentümer und X4Quadrat aus der Ferne auf die Anlage zugreifen, sodass das Team auch weltweit Support leisten kann.
Geheizt wird mit einer Wallas Viking Water unter der Sitzgruppe. Nach Herstellerangaben leistet die Heizung 0,9 bis 3 Kilowatt und erwärmt neben dem Heizkreis auch das Wasser für die Dusche. Eine stärkere Heizung mit 5 Kilowatt wäre möglich, für diese Kabine aber überdimensioniert. Nach Catharinas Aussage gibt es so endlos warmes Wasser, ohne auf den Inhalt eines 20-Liter-Boilers angewiesen zu sein.
Der Frischwassertank fasst 300 Liter und liegt ebenfalls unter der Sitzgruppe. Für Grauwasser stehen 200 Liter zur Verfügung. Die Tanks sind Einzelanfertigungen mit Schwallwänden und alle Leitungen sind zugänglich.
Innen setzt X4Quadrat auf Holz und warme Töne statt auf weiße Flächen. Catharina nennt das Gemütliche ein Markenzeichen des Hauses. Die Decke ist mit Gelcoat beschichtet und die Stehhöhe liegt bei zwei Metern. Die Eigentümer hatten eine sehr genaue Vorstellung von ihrer Kabine und kamen mit eigenen Skizzen. Daraus hat die Schreinerei eine CAD-Zeichnung erstellt und über mehrere Runden überarbeitet, bis der Grundriss stand.
Das Fahrzeug ist für zwei Personen ausgelegt. Vorne liegt die Sitzgruppe mit einem Hubtisch, der sich zu einem dritten Notbett absenken lässt. Diagonal ist darauf Platz für 1,80 Meter. Daneben liegt der Durchstieg zum Fahrerhaus, dessen Größe das Fahrerhaus vorgibt. X4Quadrat hat hier das Maximum herausgeholt.
Die Hängeschränke sind an die Schraubschicht geschraubt und zusätzlich geklebt. Für sie verwendet die Schreinerei einen eigenen, offroadtauglichen Verschluss, der besonders fest schließt.
Die Küche ist kompakt gehalten, lässt sich aber mit einer Erweiterung auf Schwerlastscharnieren vergrößern. Gekocht wird auf einem Dieselkochfeld von Wallas mit Ceranoberfläche, dessen Stufe man am Bedienteil einstellt. Ein Dieselbrenner unter dem Glas heizt die erste Kochzone und die zweite Platte wird über seine Abluft mit erwärmt. Bis zur vollen Hitze dauert es etwa fünf Minuten. Dafür bleibt die Platte nach dem Ausschalten noch eine Weile heiß.
Im hinteren Teil der Kabine liegt ein französisches Bett mit 140 mal 200 Zentimetern. Ein Längsbett ist auf einer so kurzen Kabine keine Selbstverständlichkeit und direkt daneben liegt sogar noch das Bad. Rund um das Bett laufen Hängeschränke. Das Kopfteil ist komplett aus Holz, gefräst und lackiert, während an dieser Stelle sonst meist Filz verwendet wird. Unter dem Bett liegt die Heckgarage und hinauf geht es über einen Tritt.
Auch die Aufteilung des Bades geht auf die Vorstellungen der Eigentümer zurück. Das Bad ist fast zwei Meter lang und einen Meter breit und damit fast so lang wie das Bett. Die Dusche ist rund einen Meter breit und nach Catharinas Angabe 70 bis 75 Zentimeter tief. Die Duschtasse dient als Zwischenspeicher, aus dem eine sensorgesteuerte Pumpe das Wasser in den Grauwassertank befördert. Da die Kunden das Bad ohne Duschvorhang nutzen, ist alles wasserfest gebaut. Die Wände sind mit HPL verkleidet und alle Kanten umleimt oder lackiert. Licht kommt über eine Dachluke von WideBird ins Bad.
Im Bad steht außerdem ein Waschtrockner von tinyWASH aus Fürth, der nach Herstellerangaben bis zu 3,3 Kilogramm Wäsche trocknet. Daneben sitzt eine Trenntoilette von SETRENLO, die ohne Streu auskommt und die X4Quadrat in diesem Fahrzeug zum ersten Mal verbaut hat. Drückt man auf die Brille, öffnet sich elektrisch der Sichtschutz über dem Feststoffbehälter. Die Entlüftung führt durch die Heckwand nach außen.
Bei Expeditionsmobilen wie diesem gibt es oft zwei Preise, einen für den Aufbau und einen für das Basisfahrzeug. X4Quadrat bietet seine schlüsselfertigen Aufbauten in drei Paketen an. Auf der Website von X4Quadrat reichen die Preise derzeit von 229.000 Euro für das Paket Basic bis 279.000 Euro für das Paket Expedition, jeweils inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Basisfahrzeug.
Das vorgestellte Fahrzeug basiert auf dem mittleren Paket. Dieser Aufbau kostet 240.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Darin enthalten sind Zwischenrahmen, Staukästen, Treppe und die 1.500 Watt Solarleistung. Im höchsten Paket gibt es nach Catharinas Angaben zum Beispiel Fenster von KCT und größere Tanks.
Für das Basisfahrzeug nennt Catharina rund 150.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer für einen EXCAP Alpha in dieser Ausstattung. Zusammen kommt das vorgestellte Fahrzeug damit auf rund 390.000 Euro. Weil EXCAP keine Fahrzeuge mehr baut, lässt sich genau diese Basis allerdings nicht mehr neu bestellen.
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