Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Weiro vorgestellt.
Der Weiro Rolling Home ist ein Wohnwagen auf Basis eines echten Bauwagens. Unter dem gewölbten Dach misst er innen 2,30 Meter in der Höhe und den Grundriss plant Weiro nach Kundenwunsch. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns Vertriebsmitarbeiter Vincent Schlue den Rolling Home 470 vorgestellt. Der Grundpreis für den kürzeren Rolling Home 370 liegt bei 14.480 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete rund 19.500 Euro.
Weiro baut seit über 70 Jahren Bauwagen. Gegründet wurde das Familienunternehmen in Roloven bei Hannover und heute fertigt es in dritter Generation in Alfeld an der Leine. Wer in Deutschland an einen Bauwagen denkt, hat oft das Bild aus der Kindersendung Löwenzahn vor Augen. Auch dort steckt Weiro drin: Das Fahrgestell für den Bauwagen von Peter Lustig hat das Unternehmen eigens für die Sendung gebaut. Der Ausbau mit der typischen Treppe entstand dann am Set.
Die Idee, aus Bauwagen Campingfahrzeuge zu machen, kam von den Kunden. Vor rund zehn Jahren fragten die ersten bei Weiro an, ob sich ein Bauwagen nicht als Camper ausbauen lasse. Zwei Jahre vor der Messe hat ein junges Team begonnen, das Thema gezielt voranzutreiben. Auf dem Caravan Salon 2025 war Weiro zum ersten Mal vertreten.
Den Rolling Home gibt es in zwei Längen und die Zahl im Namen steht für die Länge des Aufbaus. Im Rolling Home 470 liegt vorn der Wohnraum mit Bett, Sitzecke, Küchenzeile und Stauraum. Die Tür sitzt in Fahrtrichtung rechts. Wer hereinkommt, hat rechts das Bett mit einem kleinen Schrank daneben. Links schließt sich an der Türwand die Küchenzeile an und gegenüber liegt die Sitzecke. Am hinteren Ende nimmt das Bad hinter einer Trennwand die ganze Breite des Wagens ein. Der kürzere Rolling Home 370 hat denselben Wohnraum, nur ohne das Bad. Insgesamt ist der Rolling Home 470 rund 6 Meter lang, 2,20 Meter breit und rund 3 Meter hoch.

Der gezeigte Grundriss ist ein Vorschlag von Weiro, den man genau so bestellen kann. Im Grunde beginnt aber jeder Rolling Home mit einer leeren Skizze. Wer auf der Website nichts Passendes findet, schickt seinen eigenen Grundriss und Weiro setzt ihn so weit wie möglich um. Gebaut ist der Wagen dafür, das ganze Jahr draußen zu stehen. Einwintern muss man ihn nicht und viele Kunden nutzen ihn zu Hause im Garten als Gartenhaus, Homeoffice, Gästezimmer oder für die Grillparty. Mindestens 20 Jahre soll man nach Vincents Angabe etwas von ihm haben.
Steht ein Wohnwagen das ganze Jahr im Freien, stellt das besondere Anforderungen an die Dichtigkeit, vor allem am Dach. Beim Rolling Home tragen Spriegel das Dach, also gebogene Querträger, die innen an die Wände geschraubt sind. Die Haut des Dachs ist ein dünnes, verzinktes Profilblech. Das Besondere ist die Befestigung: Oben laufen Latten in Längsrichtung über das Dach und um diese Latten falzt Weiro das Blech. So muss niemand ins Dach bohren und das Blech bildet eine durchgehende Haut, an der Wasser keine Stelle zum Eindringen findet. Die Kanten dichtet Weiro zusätzlich mit Dichtband ab.
Auch die Wände sind außen mit verzinktem Profilblech verkleidet. Wer es wohnlicher mag, bekommt außen eine Verkleidung aus Lärchenholz. Beide Varianten sind nach Vincents Angabe sehr langlebig, auch wenn der Wagen den Winter über im Garten steht.
Hinter der Außenhaut sitzt ein Fachwerkrahmen, in dessen Felder die Dämmung kommt. Auf der Messe nannte Vincent 40 Millimeter als Standard. Für besonders kalte Gegenden gibt es die Dämmung auch dicker mit 60 Millimetern. Als Dämmstoff stehen Holzfaser, Mineralwolle oder Hanf zur Wahl. Der Boden ist ein Sandwich mit einem Kern aus Hartschaum. Unten schützt ihn verzinktes Blech vor Spritzwasser und oben liegt eine Spanplatte, auf die der Bodenbelag nach Wunsch kommt. Im gezeigten Fahrzeug ist das ein PVC-Belag, der sich leicht reinigen lässt.
Die Fenster sind klassische Bauwagenfenster mit Klappläden, die dem Wagen nach Vincents Worten einen schönen Charme geben. Rechts und links sitzt je ein Laden, den man löst und vor die Scheibe klappt. Auf Wunsch baut Weiro doppelt verglaste Fenster ein, auch mit Rollläden, mit Dreh-Kipp-Funktion, als Festfenster oder bodentief. Bei der Farbe ist ebenfalls vieles möglich. Die Warnecken sind am Bau normalerweise rot-weiß gestreift. Weiro lackiert sie in jeder RAL-Classic-Farbe und dasselbe gilt für die Hauptfarbe und die Fensterläden.

Das Fahrgestell baut Weiro komplett selbst. Dabei verwendet das Unternehmen dieselben Fahrgestelle wie unter den Bauwagen, die tagtäglich auf Baustellen im harten Einsatz sind. Für eine besonders lange Lebensdauer gibt es das Fahrgestell auf Wunsch verzinkt und zusammen mit dem verzinkten Blech unter dem Boden ist der Wagen dann von unten gut vor Rost und Wetter geschützt.
Viele denken bei einem Bauwagen noch an Tempo 25. Der Rolling Home ist dagegen für 80 bis 100 km/h ausgelegt und fährt damit wie ein gewöhnlicher Wohnwagen auch auf der Autobahn. Dafür bekommen die Räder Stoßdämpfer. Fahrbereit wiegt der Rolling Home 470 1.500 Kilogramm und zugelassen ist er mit 1.800 Kilogramm. Damit bleiben 300 Kilogramm für Gepäck und weitere Ausstattung. Wer mehr Gewicht braucht, kann den Wagen mit Tandemachse auf bis zu 3,5 Tonnen auslegen lassen. Auf einer Achse empfiehlt Vincent nicht mehr als die 1.800 Kilogramm. Darüber rät er schon aus Gründen der Fahrstabilität zur Tandemachse.
Statt der klassischen Bauwagenstützen gibt es auf Wunsch Kurbelstützen und auch ein Mover lässt sich einbauen. Auf der Deichsel sitzt eine große Box aus Riffelblech, dort, wo beim gewöhnlichen Wohnwagen der Gaskasten liegt. Im gezeigten Fahrzeug ist sie reiner Stauraum mit viel Volumen und auch die Einstiegstreppe findet darin Platz. Wer Gas an Bord haben möchte, bekommt die Gasinstallation an derselben Stelle auf die Deichsel.
Am Heck hängt ein Fahrradträger. Damit er sicher hält, ist er von innen durch die Wand verschraubt, die an dieser Stelle mit Metall- oder Holzträgern verstärkt ist. Solche Verstärkungen setzt Weiro auf Wunsch überall dort in die Wand, wo später etwas befestigt werden soll, etwa Regale oder eine Gepäckbox am Heck.

Hinein geht es durch eine robuste, von innen isolierte Stahltür von Hörmann mit 87,5 Zentimetern Breite. Vor der Tür hängt eine Treppe, die man für die Fahrt aushakt und wie beschrieben in der Deichselbox verstaut. Wer lieber eine Treppe zum Ausklappen oder Unterschieben möchte, wie man sie vom Wohnwagen kennt, bekommt auch das.
Unter dem gewölbten Dach misst der Rolling Home innen 2,30 Meter in der Höhe. Das Bett liegt quer im Wagen und bietet eine Liegefläche von 1,40 mal 2 Metern, für die sich jeder seine Matratze selbst aussucht. Über Stecklösungen lässt sich das Bett zum Sofa umbauen, zum Stockbett oder zu einem Doppelbett mit Stockbett. Neben dem Bett steht ein Nachttisch mit Ablage und einem Schrank darunter. Zum Wohnraum gehören außerdem eine Sitzecke mit Tisch und ein Sideboard. Im Nachttisch gibt es eine Ladestation für Handy oder Tablet und einen Lichtschalter, damit man abends zum Ausschalten nicht noch einmal aufstehen muss.
Geheizt wird elektrisch mit einer Infrarotheizung, die es auf Wunsch auch als Bild an der Wand gibt. Wände und Decke sind mit hellen HDF-Platten verkleidet, an den Wänden in Cremeweiß und an der Decke in Weiß. Alternativ gibt es eine Holzoptik, wie sie die Tischplatte der Sitzecke hat. Die Möbel fertigt Weiro meist aus Spanplatte oder Multiplex und auf Wunsch auch aus Vollholz. Der komplette Wagen entsteht im eigenen Werk, vom Fahrgestell bis zum Innenausbau.
In der Küchenzeile ist ein Induktionskochfeld eingebaut. Ein Kochfeld für Propangas ist ebenso möglich. Daneben kann eine Spüle sitzen, die ihr Wasser über eine Pumpe aus einem Tank bekommt oder direkt am Wasseranschluss von außen hängt wie im gezeigten Fahrzeug. Im gezeigten Fahrzeug steht ein kleiner Kühlschrank lose im Unterschrank. Fest eingebaut sind Kühlschränke mit bis zu 100 Litern und Gefrierfach möglich. Am liebsten baut Weiro Kühlschränke ein, die keine Lüftungsgitter in der Außenwand brauchen. Auf Kundenwunsch kommt aber auch ein Absorberkühlschrank mit Lüftung nach außen hinein.

Weiteren Stauraum bietet ein großer Schrank mit Einlegeböden, den Weiro mit einer Kleiderstange auch zum Kleiderschrank macht. Unter den Polstern der Sitzecke liegt auf beiden Seiten weiterer Stauraum. Über dem Sideboard lassen sich Hängeschränke anbringen oder Dachboxen, die sich in die Rundung des Dachs einfügen. Bis zum Ansatz der Rundung sind es knapp 2 Meter und so können die meisten auch unter den Dachboxen noch aufrecht stehen.
Der gezeigte Rolling Home 470 ist für den Betrieb am Landstrom ausgebaut und hat deshalb weder Batterie noch Wassertank oder Gas. Strom kommt über den Landstromanschluss und Wasser fließt über einen Anschluss von außen direkt aus der Leitung, so wie man es von einem City-Wasser-Anschluss kennt. Wer unterwegs frei stehen möchte, bekommt den Wagen in einer anderen Ausbaustufe.
Für ein Waschbecken allein reicht ein Tank mit Pumpe direkt darunter. Wer eine Dusche möchte, bekommt große Tanks für Frisch- und Abwasser unter dem Fahrgestell, die man auf dem Campingplatz ganz normal entleert. Vincent empfiehlt dann mindestens 250 Liter Frischwasser und rund 300 Liter für das Abwasser. Damit muss man nicht jeden Tag nachfüllen. Weil 250 Liter Wasser schon rund 250 Kilogramm wiegen, rät Vincent bei solchen Tanks zur Tandemachse. So lässt sich der Wagen auch mit vollen Tanks bewegen. Auf Wunsch setzt Weiro unter die Polster der Sitzecke eine Batterie mit 85 bis 300 Amperestunden. Im gezeigten Fahrzeug sitzt oben in der Wand eine Zwangsbelüftung. Weiro baut sie gern ein und bei einer Gasinstallation ist sie vorgeschrieben.
Durch eine Schiebetür aus Holz geht es ins Bad. Im gezeigten Fahrzeug ist es als erste Ausbaustufe mit kleinem Keramikwaschbecken, beleuchtetem Spiegel und einer Ablage eingerichtet. Ein größeres Waschbecken, ein Unterschrank und eine Dusche sind ebenso möglich. Als Beispiel steht dort eine Clesana X1. Diese mobile Toilette versiegelt alles in Folienbeuteln und kommt ohne Wasser und Chemie aus. Weiro baut aber jede Toilette ein, die es für Camping gibt, von der Trenntoilette bis zur Keramiktoilette wie zu Hause, die mit Druckwasser spült und in einen festen Tank führt. Das Bad plant man mit Weiro bei einem Termin wie im Möbelhaus oder beim Sanitärbetrieb, von der Möbelfarbe über die Wandfarbe bis zur Toilette.
Auf dem Caravan Salon 2025 nannte Vincent für den kürzeren Rolling Home 370 einen Einstiegspreis unter 15.000 Euro. Auf der Website von Weiro steht der Rolling Home 370 ab 14.480 Euro. Der gezeigte Rolling Home 470 mit Bad, Infrarotheizung, Induktionskochfeld und den Anschlüssen für Landstrom und Wasser kostete auf der Messe rund 19.500 Euro. Alles Weitere richtet sich nach den eigenen Wünschen, von der Batterie über die Wassertanks bis zur Tandemachse. So bekommt man für weniger als 20.000 Euro einen Wohnwagen mit 2,30 Metern Innenhöhe, der das ganze Jahr draußen stehen kann.
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