Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Weiro vorgestellt.
Das weiroESCAPE ist ein Tiny House auf zwei Achsen, gebaut für Dauercamper und für alle, die ein Gartenhaus oder zusätzlichen Wohnraum suchen. Vincent Schlue aus dem Weiro-Vertrieb hat es uns im August 2026 auf dem Caravan Salon in Düsseldorf vorgestellt. Der Listenpreis liegt bei 45.000 Euro und auf der Messe kostete das weiroESCAPE 39.900 Euro.
Wer das weiroESCAPE kauft, will damit meist nicht auf Reisen gehen. Vincent nennt vor allem Dauercamper als Zielgruppe, dazu Kunden, die ein Gartenhaus oder zusätzlichen Wohnraum suchen, und Campingplätze, die solche Häuser vermieten. Gezogen wird das Haus also meist nur, wenn es seinen Standort wechselt.
Technisch ist das weiroESCAPE deshalb kein Wohnwagen mit festem Aufbau. Weiro baut das Haus als Ladung auf ein zugekauftes Fahrgestell und verschraubt es dort mit Sicherungsschrauben. Löst man die Schrauben, fährt man an allen Ecken die Kurbelstützen hoch und zieht das Fahrgestell unter dem Haus heraus. Im besten Fall braucht es dafür nicht einmal einen Kran und das Haus steht danach auf seinem Fundament.
Ebenso gut kann das Haus für immer auf seinen Rädern bleiben. Wer sich auf einem Dauercampingplatz einmietet und nach fünf Jahren weiterziehen will, hängt das Haus einfach wieder an. Das Fahrgestell hat noch einen weiteren Vorteil: In manchen, vor allem touristischen Regionen gelten vereinfachte Bauregeln und ein Haus auf Rädern hat es dort nach Vincents Erfahrung manchmal leichter. Für eine reguläre Baugenehmigung liefert Weiro alle nötigen Unterlagen.
Das weiroESCAPE ist 6,60 Meter lang und 2,55 Meter breit. Mit Fahrgestell ist es 3,80 Meter hoch und bleibt damit knapp unter den vier Metern, die auf der Straße erlaubt sind. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 3.500 Kilogramm und so viel Anhängelast muss auch das Zugfahrzeug mitbringen. Das schafft ein starker Pick-up oder Transporter, aber kein gewöhnlicher Pkw.
Zur Hauptuntersuchung muss nur das Fahrgestell. Wer das Haus abgesetzt hat, fährt allein mit dem Anhänger zum TÜV. Bleibt das Haus auf den Rädern, kann man auch mit dem Ganzen hinfahren. Dann muss der Prüfer allerdings sehen, wie er es in seine Halle bekommt.
Mehr als 3.500 Kilogramm lassen sich privat nicht mehr als Anhänger bewegen. Weiro baut auch größere, voll ausgestattete Häuser, die dann per Tieflader geliefert werden. Auch diese Häuser stehen beim Kunden auf einem Fahrgestell, damit man sie auf dem Grundstück noch verschieben kann. Mehrere Häuser lassen sich zudem koppeln, im Moment eher als Container-Lösung. An einer koppelbaren Variante auf Anhängern arbeitet Weiro nach Vincents Angaben gerade.
Das Handwerk dafür bringt das Unternehmen mit. Weiro baut seit Langem Bauwagen und hat unter anderem das Fahrgestell für den Bauwagen von Peter Lustig geliefert. Einige Bauteile stammen aus dieser Fertigung, etwa das geriffelte Blech der Außenhaut. Für das kommende Jahr kündigt Vincent neue Modelle an, die beide Welten verbinden sollen.
Wer ganzjährig in einem Tiny House wohnen will, braucht vor allem eine gute Wand. Beim weiroESCAPE ist die Wand rundum zehn Zentimeter dick. Von innen nach außen folgen auf die Holzverkleidung eine Folie als Dampfbremse und ein Holzständerwerk, das mit Mineralwolle gefüllt ist. Auf Wunsch dämmt Weiro auch mit anderen Stoffen und kann den Aufbau so auslegen, dass er dem Gebäudeenergiegesetz entspricht. Nach außen schließt eine mindestens vier Zentimeter tiefe Hinterlüftung an, in der Kondenswasser abtrocknen und im Zweifel ablaufen kann.
Die Außenhaut mischt Holz und Metall, lässt sich aber auch komplett in einem der beiden Materialien bestellen. Beim Holz handelt es sich um Thermoholz, das durch die Wärmebehandlung witterungs- und temperaturbeständig ist und nur minimal arbeitet. So soll die Fassade dicht und langlebig bleiben. Das Metall ist beschichtet und verzinkt. Aus demselben Blech besteht auch das Dach. Innen sind die Wände mit Kiefer verkleidet. Alternativ ist Sperrholz möglich, das glatter wirkt.
Mit diesem Aufbau hält Vincent Außentemperaturen von minus 20 bis plus 40 Grad für problemlos machbar. Wer noch extremer wohnen will, bekommt eine dickere Dämmung. Die Fenster sind aus Kunststoff mit Holzdekor, doppelt verglast und lassen sich drehen und kippen. Alles, was sich öffnen lässt, hat ein eingeklipstes Fliegengitter, das man bei Bedarf herausnehmen kann. Das gilt auch für die Verandatür aus Kunststoff mit Doppelverglasung, die als Eingang dient. Weil das Haus auf dem Fahrgestell recht hoch steht, gehört eine Holztreppe davor.
Die Grundfläche liegt bei knapp 17 Quadratmetern und im vorderen Teil reicht die Stehhöhe bis fast drei Meter. Dort stehen ein Sofa unter dem großen Giebelfenster, ein Tisch und die Küche. Alles, was man im Messehaus sieht, gehört zum Lieferumfang. Wer lieber selbst einrichtet, kann Möbel und Küche weglassen und bekommt sie aus dem Preis herausgerechnet. Auf dem Boden liegt Eiche-Laminat und im Bad Vinyl.
Die Küche ist schlicht gehalten und hat Schubladen, Hängeschränke, einen Kühlschrank und eine Spüle. Ein Kochfeld ist ab Werk nicht eingebaut, weil sich nach Vincents Erfahrung die meisten Kunden ohnehin einen elektrischen Kocher kaufen. Diesen Kocher schließen sie bei Bedarf an eine der Steckdosen an und verstauen ihn danach in der Schublade. Ein fest eingebautes Kochfeld lässt sich trotzdem nachrüsten.
Geheizt und gekühlt wird hauptsächlich über die Klimaanlage, die als Wärmepumpe arbeitet. Wird es richtig kalt, schaltet man einen elektrischen Konvektor mit 2 Kilowatt dazu. Fenster auf beiden Seiten erlauben Querlüften und Ventilatoren sorgen für Luftbewegung im Haus. Die Elektrik läuft über einen normalen Haushaltssicherungskasten mit 230 Volt, einschließlich der indirekten Beleuchtung.
Das Messehaus ist fest angeschlossen: Wasserzulauf, Abwasserleitung und Strom über einen CEE-Stecker. Wer ohne Anschlüsse auf einer Wiese stehen will, bucht das Offgrid-Paket. Dazu gehören eine Regenwassergewinnung mit Filteranlage und Solarmodule auf dem Dach. Auf Wunsch kommt ein Holz- oder Gasofen dazu. Wie lange der Strom dann reicht, hängt laut Vincent stark vom eigenen Verhalten ab.
Im Bad hängt ein Boiler mit 50 Litern für das Warmwasser. Der Boiler muss im Haus bleiben, weil eine wasserführende Anlage draußen einfrieren könnte. Wer autark leben will, bekommt ihn auch als Gasvariante. Dazu kommen ein Keramik-Waschbecken und eine Duschkabine. Dass Weiro eine Kassettentoilette von Thetford einbaut, wie man sie aus dem Wohnwagen kennt, hat einen praktischen Grund: An vielen Standorten gibt es zwar Wasser, aber oft keinen Abwasseranschluss. Auf Wunsch baut Weiro auch eine Kompost- oder Verbrennungstoilette ein. Verbrennungstoiletten hat das Unternehmen schon mehrfach verbaut. Das Bad schließt mit einer Schiebetür.
Geschlafen wird im Loft über Küche und Bad. Die Liegefläche misst 160 mal 200 Zentimeter. Hinauf führt eine Treppe, deren Stufen gleichzeitig Stauraum bieten. Unter der Treppe liegen weitere große Fächer. Ein hochklappbarer Rausfallschutz sichert die offene Seite und statt des Teppichs unter der Matratze lässt sich ein Lattenrost nachrüsten.

Damit das weiroESCAPE unter vier Metern Höhe bleibt, liegt der Loft zehn bis fünfzehn Zentimeter tiefer als beim größeren Schwestermodell. Wer mehr Kopfhöhe will, kann den Loft auf die andere Seite über den Wohnbereich verlegen lassen oder die rund 20 Zentimeter nutzen, die bis zur Grenze von vier Metern noch fehlen. Auch ein zweiter Loft ist möglich, etwa als Stauraum. Diesen Wunsch hatte eine Kundin auf der Messe.
Der Listenpreis des weiroESCAPE in der gezeigten Ausstattung liegt bei 45.000 Euro, einschließlich Klimaanlage und Einrichtung. Auf dem Caravan Salon bot Weiro das Haus für 39.900 Euro an.
Wie weit sich das Konzept ausbauen lässt, zeigt das größere Modell weiroGETAWAY, das auf der Messe direkt daneben stand. Das weiroGETAWAY ist 7,20 Meter lang und hat zwei Schlafbereiche, einen mit Leiter und einen mit Treppe. Die Küche hat Geschirrspüler, Backofen und einen großen Kühlschrank mit Gefrierfach. Im Bad gibt es eine bodentiefe Dusche, Handtuchheizung und Waschmaschine mit Trocknerfunktion. Den Boden heizen dünne Infrarotpaneele. Einzelne dieser Komponenten lassen sich laut Vincent auch im weiroESCAPE einbauen, soweit es die Bauart zulässt. Einen Konfigurator für die Tiny Houses will Weiro zeitnah auf der eigenen Website anbieten.
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