Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Vannado vorgestellt.
Der Vannado Altiplano ist ein Kastenwagen auf MAN TGE mit ungewöhnlichem Grundriss: Küche und Bad sitzen im Heck, vorn bleibt viel Platz zum Wohnen und geschlafen wird im Aufstelldach, hinter dem eine kleine Terrasse liegt. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns der Schweizer Vannado-Händler Juerg Moor das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis lag auf der Messe bei 120.101 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostet rund 135.000 Euro.
Vannado ist eine kleine Manufaktur aus Polen. Gebaut werden die Fahrzeuge in Zakręt bei Warschau, wo das Unternehmen eine eigene Schreinerei und eine eigene Polsterei betreibt. Nach Juergs Angaben entstehen dort höchstens 35 bis 40 Fahrzeuge im Jahr und größer will Vannado auch nicht werden. Auf dem Caravan Salon 2025 war die Marke zum ersten Mal mit drei Fahrzeugen vertreten. Kunden wählen bei Vannado aus drei Grundmodellen: Altiplano, Karakorum und Ontario. Innerhalb dieser Modelle passt Vannado vieles an die Wünsche der Käufer an und zeichnet das Fahrzeug dafür neu. Möglich ist etwa ein anderer Schrank oder eine andere Aufteilung.
Beim Altiplano hat Vannado den üblichen Grundriss eines Kastenwagens umgedreht. Küche und Bad liegen im Heck, so dass vorn ein großer, offener Wohnraum bleibt. Geschlafen wird oben im Aufstelldach. Unter Küche und Bad liegt im Heck ein Stauraum, in den zwei Fahrräder passen. Gedacht ist der Altiplano deshalb vor allem für sportbegeisterte Leute, die ihr Rad im Urlaub sicher vor Diebstahl im Fahrzeug haben wollen.
Basis ist der MAN TGE mit langem Radstand und hohem Dach, der 6,84 Meter lang und 2,04 Meter breit ist. Das ausgestellte Fahrzeug hatte den Diesel mit 103 kW und 140 PS, Schaltgetriebe und Frontantrieb. Wer lieber automatisch schaltet, bekommt die Automatik zusammen mit dem stärkeren Motor mit 180 PS. Nach Juergs Angabe bedeutet das knapp 9.000 Euro Aufpreis. Auch einen Allradantrieb bietet Vannado an. Mit Frontantrieb liegt die Stehhöhe im Wohnraum bei rund 1,90 Metern und beim Allrad nach Juergs Angabe etwa acht Zentimeter darunter.
Das Aufstelldach aus Aluminium stammt von einem polnischen Zulieferer und wiegt nach Juergs Angabe nur rund 40 Kilogramm. Ungewöhnlich ist seine Richtung, denn Vannado hat das Dach um 180 Grad gedreht, so dass sich die Öffnung zum Heck hin aufstellt. Dahinter liegt über Küche und Bad eine Plattform aus Aluminium mit rund einem Quadratmeter Fläche. Wer morgens aufwacht, tritt durch die Öffnung am Kopfende direkt auf diese kleine Dachterrasse hinaus. Dort lassen sich auch Kisten festzurren oder man genießt abends den Sonnenuntergang.

Nach oben kommt man von innen. Wer sportlich ist, steigt über die Küche hinauf und alle anderen nehmen eine Leiter aus Aluminium. Die Liegefläche im Aufstelldach misst 1,90 mal 1,20 Meter. Damit es dort im Frühjahr und Herbst nicht kalt wird, führt Vannado die Heizung bis nach oben und hat am Fußende über die ganze Breite einen Auslass eingebaut. Vannado entwickelt den Altiplano weiter. Das Bett oben soll sich künftig noch leichter herrichten lassen und eine kürzere Version ist ebenfalls geplant.
Bei Sturm oder in richtig kalten Nächten zieht man nach unten um. Dafür wird der Tisch im Wohnraum abgesenkt und die Sitzgruppe zu einem Bett mit 1,90 mal 1,30 Metern umgebaut. Zusammen mit dem Bett im Dach haben so auch vier Personen einen Schlafplatz. Auf Wunsch gibt es im Heck außerdem ein Kinderbett.
Im Heck liegt unter einer festen Abdeckung ein Stauraum, den man über die Hecktüren erreicht. Nach Juergs Angabe passen dort zwei komplette Mountainbikes hintereinander hinein, ohne dass man ein Vorderrad ausbauen muss. Für größere Räder oder sperriges Gepäck passt Vannado den Stauraum an. Die Abdeckung darüber kann höher sitzen oder klappbar sein und auf Wunsch kommen zusätzliche Ablagen hinein.
Im Boden sind Airline-Schienen eingelassen, an denen sich die Räder festzurren lassen. Der Boden selbst ist mit Linoleum von Forbo belegt, einem Naturprodukt ohne chemische Zusätze, das Vannado auch im Wohnraum verwendet. Unter einer Bodenklappe sitzt die Elektrik, für die Vannado auf Komponenten von Victron und Truma setzt. Hinter einer weiteren Abdeckung ist die Wassertechnik des Bades untergebracht.
Als Option gibt es im Heck eine Waschstation mit einem Hochdruckschlauch, mit dem man die Räder nach einer schlammigen Tour abspritzt, bevor sie in den Stauraum kommen. Wer keine Räder dabeihat, kann den Platz für Euroboxen mit Schuhen, Regensachen oder schmutziger Kleidung nutzen. An die Kisten kommt man auch von innen heran. In der Küche lässt sich dafür eine Klappe zum Stauraum öffnen.
Vorn sind die Fahrerhaussitze des MAN drehbar und gehören zur Sitzgruppe. Dahinter steht eine Sitzbank mit zwei zugelassenen Sitzplätzen. Ihre Kopfstützen braucht man nur während der Fahrt und am Stellplatz zieht man sie einfach heraus. Vannado bietet hier drei Varianten an: eine Sitzbank ohne Zulassung, eine mit Zulassung oder Einzelsitze. Der Tisch lässt sich drehen und verschieben, so dass er sich je nach Sitzplatz zurechtrücken lässt. Dazu kommt ein Hocker, der zugleich Stauraum ist. Der Hocker lässt sich frei im Wohnraum verschieben und wird für die Fahrt im Heck verstaut. Für Jacken gibt es eine eigene Garderobe.
Gedämmt ist der Altiplano rundum mit Armaflex in 19 Millimetern Stärke, auch an der Schiebetür und an den Hecktüren. Zusammen mit den Tanks und Leitungen, die alle im Innenraum liegen, macht ihn das nach Juergs Angabe tauglich für Schnee und Minusgrade. Die Wände sind mit Stoff verkleidet und alle Möbel bestehen aus echtem Holz. Die Fenster stammen von Dometic. Ab Werk sind es Fenster der Serie S4 mit Rollos, gegen Aufpreis Fenster der Serie S7 mit einem Moskitonetz, das Vannado selbst entwickelt hat. Außen bleibt der TGE weitgehend im Serienzustand. Die Standardfarbe ist Ascotgrau, Vannado bietet aber vier Farben an und setzt auf Wunsch auch andere um.
Zugelassen ist der Altiplano mit 3,5 Tonnen. Die Masse fahrbereit liegt bei rund 3.100 Kilogramm, so dass rund 400 Kilogramm für Gepäck und Mitreisende bleiben. Wer mehr laden möchte, kann das Fahrzeug nach Juergs Angabe auf 4,2 Tonnen auflasten lassen und braucht dann den Führerschein der Klasse C1.
Die Küche ist als L-Küche im Heck eingebaut. Wer dort kocht, steht nicht im Weg, wenn vorn jemand am Tisch sitzt. Der Kühlschrank von Dometic fasst 70 Liter und seine Tür lässt sich nach links und nach rechts öffnen. Dazu gibt es ein Spülbecken aus eloxiertem Aluminium und einen Gaskocher. Die Gasflasche steht unten in der Küche. Für alle, die ganz ohne Gas reisen wollen, baut Vannado das Fahrzeug auch gasfrei. Alle Schubladen lassen sich vor der Fahrt mit einem kleinen Schlüssel auf einmal verriegeln. Die Hängeschränke sind innen ausgekleidet und beleuchtet.
Das Bad hat Vannado für den Caravan Salon 2025 neu entwickelt. Sein Kniff ist ein zweiter Boden. Im Alltag steht man auf einem trockenen Klappboden. Zum Duschen klappt man ihn hoch und darunter liegt die Duschwanne mit zwei Abläufen. Nach dem Duschen klappt man den trockenen Boden einfach wieder herunter und muss nichts aufwischen. Ohne den Klappboden hat man in der Dusche außerdem zehn Zentimeter mehr Stehhöhe. Das Waschbecken lässt sich ausklappen und die Toilette wird herausgezogen, wenn man sie braucht. Im gezeigten Fahrzeug war das eine Trockentoilette von OGO, alternativ gibt es eine Clesana und auf Wunsch auch eine Kassettentoilette. Weil die Badtür aus echtem Holz ist, schützt ein kleiner Duschvorhang sie vor dem Wasser.
Das Wasser aus Dusche und Waschbecken läuft zuerst in einen kleinen Behälter. Von dort pumpt eine Bilgepumpe, wie man sie aus dem Schiffsbau kennt, es automatisch in den Abwassertank. Frisch- und Abwassertank fassen jeweils 100 Liter. Strom liefert eine Lithiumbatterie mit 100 Amperestunden, die von 350 Watt Solar auf dem Aufstelldach geladen wird, und auf Wunsch gibt es 200 oder 400 Amperestunden. Der Wechselrichter hat ab Werk 500 Watt. Wer eine Kaffeemaschine betreiben möchte, wählt die Version mit 1.600 Watt und bis zu 3.000 Watt sind möglich. Geheizt wird mit Diesel über eine Truma Combi D 6 E.
Auf dem Caravan Salon 2025 lag der Grundpreis des Altiplano bei 120.101 Euro. Das gezeigte Fahrzeug mit 140 PS und Schaltgetriebe kostet nach Juergs Angabe rund 135.000 Euro. Die Lieferzeit lag auf der Messe bei etwa sieben bis acht Monaten. Der Endpreis hängt davon ab, was man anpasst, etwa Automatik, Allrad, eine größere Batterie oder die Waschstation im Heck. Dafür bekommt man einen Kastenwagen mit Möbeln aus echtem Holz, bei dem Küche und Bad im Heck liegen, vorn ein großer Wohnraum bleibt und oben eine Terrasse wartet.
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