Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Robeta vorgestellt.
Der Robeta Helios Flex Space ist ein Kastenwagen-Sondermodell für zwei, das YouTuber Thomas „Acky“ Lengsfeld (VanFan) mit dem Hersteller entwickelt hat und selbst fahren wird. Im Heck teilen sich eine halbierte Sitzgruppe und eine Garage den Platz. Auf der CMT 2026 in Stuttgart hat uns Acky das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei circa 85.000 Euro, das Messefahrzeug bei circa 130.000 Euro.
Wer den Helios kennt, kennt ihn meist als Familienfahrzeug. In der Family Edition reicht die Sitzgruppe unter dem Hubbett bis an die Hecktüren und bietet vier Personen Platz. Acky ist dagegen zu zweit mit Hund unterwegs und braucht keine vier Sitzplätze im Heck, wohl aber Stauraum für Campingstühle, Tisch und Ausrüstung. Deshalb schickte er Robeta eine Skizze mit dem Vorschlag, die Sitzgruppe in der Mitte abzuschneiden und dahinter einen Trennsteg einzuziehen, damit die Ladung gesichert ist.
Geblieben sind zwei Sitzbänke, auf denen man sich am Tisch gegenübersitzt. Der eingesteckte Tisch lässt sich herausnehmen oder absenken, so dass eine zusätzliche Liegefläche entsteht, etwa für den Hund oder ein mitreisendes Enkelkind. Unter den Polstern liegt außerdem ein Lattenrost, den man ausziehen kann, um aus der Sitzecke ein Sofa oder ein weiteres Bett zu machen. Den Tisch samt Ständer nimmt Acky gern mit nach draußen, wo er als Grilltisch dient.
Hinter den Hecktüren beginnt die Heckgarage. Hängt man den Tisch aus, lassen sich dort auch längere Gegenstände einladen. Damit Stühle, Tisch und Ausrüstung während der Fahrt nicht verrutschen, sind Airline-Schienen zum Verzurren serienmäßig an Bord. Serienmäßig sind auch die Lautsprecher im Heck. Die Hecktüren sind vollständig isoliert und mit einem Material verkleidet, auf dem nach Ackys Aussage kein Schlüssel Kratzer hinterlässt. Hinter einem Reißverschluss kommt man an die Rücklichter, ohne die Verkleidung abbauen zu müssen.
Für Tage am See, an denen die Hecktüren offen bleiben sollen, gibt es ein Fliegengitter über die gesamte Öffnung. Das Gitter läuft an beiden Seiten in einer Führung und schließt unten mit einer Bürstenleiste ab. Nach Ackys Erfahrung haben das die wenigsten Fahrzeuge, obwohl gerade die offenen Hecktüren sonst die Stelle sind, an der die Fliegen hereinkommen.
Zwei getrennte Schlafplätze standen weit oben auf Ackys Wunschliste, weil er zwischendurch arbeitet und die beiden deshalb auch mal getrennt schlafen. Unten gibt es ein Hubbett, das quer über der Sitzgruppe liegt und 138 mal 183 Zentimeter misst. Zum Schlafen fährt man es bis auf die Armlehnen der Sitzbänke herunter und klappt dann zwei kleine Seitenteile um, so dass eine geschlossene Liegefläche entsteht. Weil das Hubbett schmaler ist als in früheren Modellen, sitzt der 1,88 Meter große Acky darunter bequem, wenn es oben ist.

Der zweite Schlafplatz liegt unter dem Aufstelldach und dort ist die Liegefläche mit 130 mal 200 Zentimetern deutlich länger. Das Dach stammt von Sky-Up aus Pomezia bei Rom und öffnet sich parallel, statt nur vorn angehoben zu werden. So entstehen auf allen Seiten 80 Zentimeter Höhe, in denen man oben auch sitzen kann. Die dicke Matratze liegt auf Tellerfedern. Im Winter lässt sich das Sommerzelt über Reißverschlüsse gegen ein isoliertes Winterzelt tauschen. Dann reicht nach Ackys Aussage die Heizung unten aus, um auch oben zu schlafen. Die Leiter hängt tagsüber in einem Fach über dem Arbeitsplatz und hat breite Stufen, die das Hinaufsteigen erleichtern.
Ackys Verbindung zu Robeta begann 2019 ebenfalls auf der CMT. Das Design und die Isolierung der Robeta-Vans überzeugten ihn schon damals. Für seine Größe wünschte er sich aber mehr Bewegungsfreiheit im Bad. Auf Robetas Frage, was man tun müsse, damit er einen Robeta fährt, schlug er ein Bad mit einem ganz normalen Waschbecken vor, das man zur Seite schieben kann, um sich beim Duschen frei zu bewegen. Dieses Bad gibt es seitdem und im Helios Flex Space ist es noch einmal überarbeitet.
Zum Duschen schiebt man das Waschbecken zur Seite. Wände und Einbauten sind mit HPL beschichtet und dürfen komplett nass werden, auch die Banktoilette. Nach Ackys Erfahrung aus zwei Robeta Apollo trocknet die Oberfläche so schnell, dass man nicht einmal abwischen muss. Die Duschtasse ist tiefer gelegt und hat zwei Abläufe, damit das Wasser auch dann abfließt, wenn das Fahrzeug schräg steht. Mit eingelegtem Rost bleiben rund 1,85 Meter Stehhöhe. Das Licht schaltet ein Bewegungsmelder. Nach vorn dichtet die Schiebetür des Bades hinter einer Lippe ab. Im übrigen Innenraum beträgt die Stehhöhe 1,93 Meter.
Der Frischwassertank fasst 60 Liter. Normalerweise sind es im Helios gut 100 Liter, doch Acky wollte Gewicht sparen, zumal man Wasser fast überall nachfüllen kann. Weil die beiden zum Kochen und für Kaffee Wasser aus Flaschen nehmen, reichen die 60 Liter nach seiner Rechnung vier bis fünf Tage. Wasser- und Abwassertank sind isoliert und beheizbar. Abgelassen werden beide per Knopfdruck vom Fahrersitz aus, was bei Regen oder Matsch das Aussteigen erspart. Diese Funktion ist in dieser Variante serienmäßig.
Duschen kann man auch draußen. Die Außendusche sitzt auf der Fahrerseite direkt an der Toilettenklappe, also gegenüber der Markise. So stört man beim Duschen niemanden, der unter der Markise sitzt. Eine zweite Möglichkeit bietet der Küchenwasserhahn, der sich durch die offene Schiebetür nach draußen nutzen lässt. Das Toilettenfach ist sauber isoliert und nach unten abgedichtet, so dass bei einem Missgeschick nichts in die Karosserie läuft.
Acky nutzt den Helios auch beruflich. Unter dem Namen DeinCampervermittler fährt er zu Kunden, um deren gebrauchte Wohnmobile für den Verkauf zu filmen, und will unterwegs direkt im Fahrzeug arbeiten und Videos schneiden. Deshalb gibt es im vorderen Bereich einen Arbeitsplatz, in dem der Laptop sicher verstaut liegen bleiben kann. In einer Schublade darunter hat der Drucker Platz und daneben gibt es eine Lademöglichkeit fürs Handy und zwei Becherhalter. Wenn nicht gearbeitet wird, dient der Platz als Tisch für Kaffee und Kuchen.
Beim Stauraum war Acky wichtig, möglichst viel aus sechs Metern herauszuholen. Neben einem großen Kleiderschrank, der in dieser Fahrzeuglänge oft fehlt, gibt es drei Apothekerschränke, die man ganz herausziehen kann und in denen man überall gut an die Sachen kommt. Dazu kommen die üblichen Schränke für das Geschirr und ein weiterer Schrank für Büromaterial.
Das Fahrzeug ist komplett gasfrei und gekocht wird mit Induktion. Das Kochfeld von PCS hat zwei Zonen und insgesamt 1.900 Watt, die es je nach Bedarf auf eine oder beide Zonen verteilt. Bei vielen Induktionsfeldern taktet die Leistung, sobald beide Zonen laufen. Das PCS-Feld nimmt den Strom dagegen gleichmäßig auf, was nach Herstellerangaben Batterie und Wechselrichter schont. Unter der Arbeitsplatte sitzt ein Schubladenkühlschrank mit Kompressor. Weil kalte Luft nach unten sinkt, bleibt sie beim Herausziehen der Schublade im Gerät, anders als bei einem Kühlschrank mit Tür.
Unter dem Arbeitsplatz sitzt die Technik von Renogy. Die Lithiumbatterien haben 500 Amperestunden, dazu kommen 230 Watt Solarleistung auf dem Aufstelldach, ein Ladebooster mit 50 Ampere und ein Wechselrichter mit 2,5 kW und Netzvorrangschaltung, so dass überall im Fahrzeug 230 Volt anliegen. Die Tasten der Schaltzentrale lassen sich frei belegen und beschriften und neue Verbraucher werden einfach einprogrammiert. Über das Handy lässt sich alles auch von zu Hause steuern. Die 500 Amperestunden sind dabei großzügig bemessen, weil Renogy zeigen will, was das System kann. Für ein gasfreies Fahrzeug hält Acky 200 Amperestunden für das Minimum. Mit dieser Größe kam er in seinem letzten Apollo bei Sonne und täglichem Kochen etwa vier Tage aus.
Geheizt wird mit einer Truma Combi D 4 E, die mit Diesel bis 4.000 Watt leistet und zusätzlich einen elektrischen Heizstab hat. Die größere Variante mit 6 Kilowatt hält Acky für einen Sechs-Meter-Van für überdimensioniert. Weil der Helios sein Alltagsfahrzeug ist, lässt er die Heizung im Winter durchgehend auf etwa 15 Grad laufen und dreht sie einmal im Monat für eine halbe Stunde auf 30 Grad, damit die Dieselheizung frei brennt und nicht verrußt.
Die Wärme bleibt im Fahrzeug, weil Robeta rundherum 25 Millimeter Armaflex verbaut, auch in den Holmen und den Türen. Der Boden ist zusätzlich isoliert, mit HPL beschichtet und enthält kein Holz, so dass eingedrungenes Wasser keinen Schimmel verursachen kann. Kalte Füße kennt Acky nach eigener Aussage nicht. Weder bei plus 40 Grad noch bei minus 15 bis 20 Grad hat er außerhalb des Fahrerhauses Kältebrücken gespürt.
Auch die Möbel sparen Gewicht. Robeta baut sie in seiner Air-Technologie aus recyceltem Kunststoff mit einer Wabenstruktur im Inneren, was nach Herstellerangaben rund 220 Kilogramm gegenüber herkömmlichen Möbeln einspart. Die Oberflächen sind mit HPL beschichtet. Acky erzählt, dass die Möbel in Slowenien auf einer Pistenraupe im Skigebiet durchgerüttelt werden, bevor sie in die Fahrzeuge kommen, und dass in seinen beiden Apollo selbst auf schlechten Wegen nichts geklappert hat. Jedes Fahrzeug bauen nach seinen Angaben zwei Monteure, die sich am Ende auf einem kleinen Typenschild verewigen.
Robeta baut den Helios auf den baugleichen Transportern von Fiat, Citroën, Peugeot und Opel. Acky hat sich für den Opel Movano entschieden, weil es in seiner Region mehr Opel-Händler gibt. Unter der Haube arbeitet der 2,2-Liter-Diesel mit 132 kW (180 PS) und Automatik. Dazu kommt das Maxi-Chassis, das man bei Robeta dazubuchen muss und das Acky wegen der besseren Bremsen und des besseren Fahrgefühls empfiehlt. Das Fahrwerk selbst ist unverändert. Auf den Rädern sitzen Offroad-Felgen von Dotz mit All-Terrain-Reifen, die Robeta ebenfalls anbietet.
Mit 5,99 Metern Länge und 3.120 Kilogramm Masse fahrbereit bleibt der Helios Flex Space unter 3,5 Tonnen. Auf den Gurtbock hinter dem Fahrerhaus hat Acky verzichtet, was noch einmal Gewicht spart. Es gibt deshalb zwei Gurtplätze. Wenn das Enkelkind mitfährt, lässt sich der Beifahrer-Einzelsitz gegen eine Doppelsitzbank tauschen.
Die Preise nennt Acky als Richtwerte. Der Grundpreis beginnt bei circa 85.000 Euro. So wie das Fahrzeug auf der Messe stand, mit Aufstelldach und kompletter Technik, kostet es circa 130.000 Euro. Allein das Aufstelldach schlägt nach seiner Aussage mit rund 11.000 Euro zu Buche. Zum Vergleich: Den Helios in seinen üblichen Varianten listet Robeta ab 66.390 Euro. Nach Ackys Aussage lässt sich das Sondermodell genau so bestellen, wie es auf der CMT stand.
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