Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Robel Mobil vorgestellt.
Der Robel K 630 HLB ist ein kompaktes Alkovenmobil, das die Manufaktur Robel Mobil im Emsland komplett in eigener Handarbeit baut. Auf 6,30 Metern Länge bietet er zwei Längsbetten im Alkoven und eine große Rundsitzgruppe im Heck. Auf der CMT 2024 hat uns Carsten Lührmann, Verkäufer und Kfz-Meister bei Robel, die Neuheit auf MAN TGE vorgestellt. So wie ausgestellt kostete sie knapp 170.000 Euro.
Gegründet haben Robel Mobil Günter und Agnes Robel im Jahr 1994. Günter Robel war Tischlermeister und Konstrukteur für Sonderfahrzeuge und hatte nach Agnes‘ Erzählung schon mit 16 Jahren die ersten Campingfahrzeuge für Bekannte ausgebaut. Als die beiden 1995 zum ersten Mal mit auf die CMT nach Stuttgart kamen, verkauften sie dort gleich zwölf Fahrzeuge. Heute fertigen am Firmensitz in Emsbüren rund 20 Mitarbeiter jedes Wohnmobil vom Fußboden über die Kabine bis zu den Möbeln selbst, die aus der eigenen Tischlerei kommen.
Robel verkauft ohne Händler direkt ab Werk. Der Kunde konfiguriert sein Fahrzeug gemeinsam mit der Manufaktur, bestellt dort und holt es im Emsland ab, wo auch der Service stattfindet. Für Kunden aus Süddeutschland übernimmt ein Servicepartner in der Nähe von München Garantiereparaturen und Dichtigkeitsprüfungen. Wer zu Robel kommt, hat nach Carstens Erfahrung oft schon Jahre im Reisemobil hinter sich und findet in der Serie nicht das, was er sich vorstellt. Die Fahrzeuge entstehen deshalb wie ein Maßanzug nach den Wünschen des Kunden, ob für den Urlaub neben dem Beruf, für die Zeit nach dem Ruhestand oder für Reisen von einem Jahr und länger.
Den K 630 HLB baut Robel seit Jahren auf dem Mercedes Sprinter. Zur CMT 2024 wurde er als Messeneuheit erstmals auf dem MAN TGE fertig, der in seinen Abmessungen dem Sprinter sehr nahe kommt. Kunden haben damit die Wahl zwischen zwei Basisfahrzeugen und finden wie beim Sprinter auch für den TGE weltweit ein dichtes Werkstatt- und Servicenetz. Dazu kommt die Verwandtschaft zu Volkswagen, mit dem Robel lange zusammengearbeitet hat: Der TGE ist eng mit dem VW Crafter verwandt und auf VW-Fahrgestellen hat Robel viele Jahre gebaut.
Für den TGE hat Robel den Aufbau eigens angepasst. Das Dach des MAN-Fahrerhauses ist anders geformt als beim Sprinter und deshalb steckt besonders im Übergang zum Alkoven sehr viel Handarbeit. Angetrieben wird der vorgestellte TGE 5.160 von einem Diesel mit 120 kW und 163 PS, geschaltet wird automatisch. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 5 Tonnen, für das Fahrzeug braucht man also einen Führerschein der Klasse C1 oder den alten Führerschein der Klasse 3.
Robel baut die Kabine Schritt für Schritt direkt auf dem Originalfahrgestell auf. Zuerst kommt der Fahrzeugboden, der aus einem Leiterrahmen aus verschweißten Aluminiumprofilen besteht. Robel dämmt ihn mit Hartschaum und verklebt ihn mit einer GFK-Platte an der Unterseite und einer wasserfesten Sperrholzplatte an der Oberseite. Danach folgen der Alkoven, die Teile an der B-Säule, die beiden Seitenwände, das Heck und zum Schluss das Dach. Oben an den Kanten verbindet eine Aluminiumleiste Seitenwand und Dach miteinander und macht die Kabine schon vor dem Innenausbau sehr stabil.
Die Wände bestehen aus GFK außen, einem Hartschaumkern und GFK innen und sind insgesamt 35 Millimeter stark. Der Schaum ist leicht, stabil und nimmt keine Feuchtigkeit auf, was bei Reisemobilen immer wieder ein Thema ist. Der Alkoven selbst ist dagegen ein einziges gegossenes Bauteil, ähnlich wie die hohen Schlafkabinen auf manchen Transporter-Fahrerhäusern. An diese geschlossene und isolierte Form docken Dach und Seitenwände an, so dass alles einen festen Verbund bildet.
Erst wenn die Kabine steht, beginnt der Innenausbau. Auf den Fahrzeugboden kommen die Tanks und darüber der Laufboden, auf dem man im Wohnraum geht. So entsteht dazwischen ein Zwischenboden für die Technik. Auch der Laufboden ruht auf einem Leiterrahmen aus Aluminium mit einer Holzplatte und dem Bodenbelag darüber und ist dadurch sehr stabil. Zum Schluss setzt die Tischlerei die Möbel ein. Zwei bis drei Monate steht ein Fahrzeug so in der Fertigung. Messefahrzeuge baut dasselbe Team mit derselben Sorgfalt wie die Fahrzeuge für Kunden.
Die beiden Leiterrahmen bringen etwas Gewicht mit. Gewogen war der neue TGE zur Messe noch nicht, aus Erfahrung mit dem Sprinter liegt ein K 630 HLB dieser Ausstattung aber bei knapp über 4 Tonnen. Dabei rechnet Robel neben dem 90 Prozent vollen Dieseltank und 75 Kilogramm Fahrer, wie es die EU-Vorgabe verlangt, auch den vollen 200-Liter-Wassertank und zwei volle 11-Kilogramm-Stahlflaschen ein. Für Gepäck bleibt so knapp eine Tonne Zuladung.
Für das Wintercamping hält Carsten den K 630 HLB für voll geeignet. Im beheizten Zwischenboden liegen die Wassertanks mit 200 Litern Frischwasser und 125 Litern Abwasser samt ihren Ablasshähnen sowie die Batterien und die Kabel. Anders als bei Tanks unter dem Fahrzeug kann so auch bei Frost kein Ablassventil einfrieren und im Wohnraum steht keine Technik im Weg. Weil durch den Zwischenboden auch die Heizungsrohre laufen, wird der Boden ohne eigene Fußbodenheizung mit erwärmt. Beide Tanks haben einen Revisionsdeckel, über den man hineinschauen, sie entlüften oder ein Silberpad zur Wasserentkeimung einlegen kann.
Im vorgestellten Fahrzeug sitzt eine Truma Combi 6 E, die mit Gas oder Strom heizt und warmes Wasser bereitet. Wer lieber mit Diesel oder einer Warmwasserheizung von Alde heizen möchte, bekommt auch das. Das Fahrerhaus ist bei jedem Reisemobil die größte Kältebrücke. Robel trennt es deshalb mit einer isolierten Tür vom Wohnraum ab, die aus zwei Holzplatten mit einem Dämmkern besteht. Auch die Wand hinter Fahrer und Beifahrer ist auf diese Weise gedämmt und darüber liegen die Matratzen des Alkovens. Im Winter schließt man einfach die Tür und spart Gas oder Diesel, weil das Fahrerhaus nicht mitgeheizt werden muss. Kurz vor der Abfahrt wärmt ein eigener Ausströmer der Heizung das Fahrerhaus gezielt auf.
In den Wohnraum geht es über drei Stufen mit einer isolierten Einstiegsschale aus ausgeschäumtem Material. Wer im Fahrzeug lieber ohne Schuhe läuft, stellt seine Schuhe gleich im Einstieg in ein eigenes Fach.
Unter einer Bodenklappe sitzt eine Lithiumbatterie von Super B mit 150 Ah. Platz ist dort für bis zu drei Batterien dieser Größe und Robel hat auch schon zwei 340-Ah-Batterien eingebaut. Gesteuert wird alles über ein zentrales Panel von Votronic und mit diesem Hersteller arbeitet Robel seit acht Jahren zusammen. Das Panel zeigt den Ladestand der Batterie in Prozent, die Wasserstände sowie Innen- und Außentemperatur und schaltet den Wechselrichter, wenn einer verbaut ist. Für die Bedienung per App gibt es Erweiterungssets. Solaranlage und Wechselrichter wählt der Kunde nach seinem Bedarf aus. Mit Induktionskochfeld, Lithiumbatterien und einem leistungsstarken Wechselrichter lässt sich ein Robel auch gasfrei bauen.
Der Alkoven schafft auf 6,30 Metern Länge viel zusätzlichen Platz, denn dort liegen zwei Einzelbetten in Fahrtrichtung, jedes 80 Zentimeter breit. Eines ist 1,95 Meter lang. Das andere misst 1,92 Meter, weil an dieser Seite die verkleidete Kabelführung für die Bordtechnik Platz braucht. Hinauf geht es über eine Klapptreppe, die sich mit einer Hand ausklappen lässt. Die Holzleiste an der Kante zum Alkoven ist mit demselben Stoff gepolstert wie die Sitzgruppe, damit man sich beim Hineinlegen nicht den Kopf stößt.
Im Heck liegt eine große Rundsitzgruppe, an der sechs bis sieben Personen Platz finden. Bei schlechtem Wetter ist sie nach Carstens Worten der Rückzugsort, an dem man vernünftig sitzen kann. Der Tisch lässt sich verschieben und als Hubtisch absenken. Mit vier Polstern entsteht daraus ein Doppelbett. Zwei Plätze in der Sitzgruppe haben Gurte, so dass im K 630 HLB vier Personen reisen und schlafen können.
Die Stehhöhe beträgt 1,97 Meter. Die flachen Deckenleuchten sind dimmbar, haben ein Nachtlicht und ragen kaum in den Raum, damit auch große Menschen nicht daran hängen bleiben. Bei Polstern und Gardinen hat der Kunde freie Wahl zwischen einem strapazierfähigen, gut zu reinigenden Stoff, Kunstleder und Echtleder. Den Polsterstoff verwendet Robel auch für Garderobe und Zeitungsfach, so dass alles farblich zusammenpasst.
Ein Schrank über der Heizung ist 80 Zentimeter tief, so tief wie die Alkovenbetten breit sind. Weil die Gasinstallation direkt darunter liegt, passt in sein Fach auf Wunsch auch ein Gasbackofen. Der große Kleiderschrank ist rund 1,20 bis 1,30 Meter hoch. Mit dem Komfortpaket Kleiderschrank bekommt er eine Einteilung mit Sockenschublade und Krawattenschublade.
In der Küche passt ein Schneidebrett genau auf die Spüle und mit einer ausklappbaren Verlängerung kommt die Arbeitsfläche auf rund 1,60 Meter. Darunter sitzt ein Kompressorkühlschrank mit 110 Litern und Gefrierfach. Seine Drahtkörbe lassen sich herausnehmen und direkt am Einkaufswagen befüllen, so dass man die Einkäufe auch bei Regen in Ruhe einsortieren kann.
Das Bad folgt einem neuen Konzept, das Robel im Jahr vor der CMT 2024 eingeführt hat. Auf dem Waschtisch steht ein aufgesetztes Waschbecken mit einer Brausearmatur. Weil sich die Brause herausziehen lässt, kann man dort trotzdem die Haare waschen oder sich morgens schnell frisch machen. Daneben liegt eine separate Dusche mit viel Platz nach oben, in der man auch mit 1,87 Metern noch bequem steht. Die Duschstange lässt sich herausnehmen und das Wasser läuft über zwei Abläufe ohne Pumpe ab, weil die Duschwanne hoch genug liegt.
In Serie hat der K 630 HLB eine Chemietoilette. Das auffälligste Detail ist aber die Toilette, die Robel selbst entwickelt und aus GFK geformt hat, weil die Manufaktur eine Toilette wollte, die schön aussieht und den Komfort wie zu Hause bietet. Dazu gehört ein Deckel mit Absenkautomatik und Softclose. Die Toilette ist als Trenntoilette gebaut: Hinten sitzt ein Eimer, in den eine Tüte mit Einstreu kommt, vorne ein herausnehmbarer Urinkanister mit Geruchsverschluss. Zur CMT 2024 war sie seit gut einem Jahr bei mehreren Kunden im Einsatz.

Wer ein gasfreies Fahrzeug ordert, kann den frei werdenden Gaskasten für einen externen Urinkanister nutzen. Den Urinkanister leert man häufiger als den Feststoffbehälter und muss ihn dann nicht mehr durch den Wohnraum tragen. Auf Wunsch baut Robel neben der eigenen Trenntoilette auch eine Clesana oder einen Festtank ein.
So wie der K 630 HLB auf MAN TGE auf der CMT 2024 stand, kostete er knapp 170.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Darin sind bereits Optionen enthalten, zum Beispiel der größere Frischwassertank mit 200 statt 125 Litern. Solaranlage und Wechselrichter kommen auf Wunsch hinzu. Auf seiner Website nennt Robel keine Preise. Prospekt und Preisliste schickt die Manufaktur auf Anfrage zu.
Für diesen Preis bekommt man ein reisefertiges Alkovenmobil, das in Handarbeit entsteht und beim Hersteller selbst konfiguriert, abgeholt und gewartet wird. Dass Robel auf Langlebigkeit setzt, zeigt sich auch in der Werkstatt: Nach Carstens Erzählung kommen dorthin noch immer Kunden mit Fahrzeugen aus den ersten Jahren der Manufaktur, die bis heute in erster Hand gefahren werden.
Hast Du einen Fehler im Artikel entdeckt? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis.