Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Masuria vorgestellt.
Der Masuria 780 TL ist ein Teilintegrierter auf Ford Transit, mit dem die polnische Marke Masuria ihr Debüt in Deutschland gegeben hat. Hinter Masuria steht ein Hersteller von Feuerwehr- und Sonderfahrzeugen, der auch den GFK-Aufbau selbst fertigt. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns Export-Manager Andreas Sailer das Fahrzeug vorgestellt. Er bringt die Reisemobile von Masuria nach Deutschland. Der Grundpreis lag bei 86.929,50 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete rund 105.000 Euro.
Masuria hat die ersten Reisemobile im Oktober 2024 auf dem Caravans Salon im polnischen Posen gezeigt. Ein knappes Jahr später feierte die Marke auf dem Caravan Salon 2025 in Düsseldorf mit drei Teilintegrierten ihr Debüt in Deutschland. Wer bei einem neuen Hersteller fragt, woher dessen Erfahrung kommt, bekommt von Andreas Sailer eine klare Antwort. Masuria ist aus einem Unternehmen hervorgegangen, das seit rund 35 Jahren Sonderfahrzeuge baut, darunter Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen sowie Fahrzeuge für Militär und Polizei. In Polen ist das Unternehmen nach Andreas‘ Angabe der zweitgrößte Anbieter in diesem Bereich. Vor fünf bis sechs Jahren hat die Geschäftsführung entschieden, mit Reisemobilen eine zusätzliche Sparte aufzubauen.
Auch in Feuerwehr- und Krankenwagen fertigt das Unternehmen den Innenausbau selbst und hat die passenden Maschinen dafür im eigenen Werk. Im Sonderfahrzeugbau entstehen rund 70 Prozent aller Teile in eigener Fertigung. Dieselbe Linie verfolgt Masuria bei den Reisemobilen. Gebaut wird in Nowa Wieś bei Tschenstochau, wo neben den Möbeln auch Wände, Decken und die Rahmenverlängerungen entstehen. Viele Bauteile entwickelt Masuria selbst. Das kostet nach Andreas‘ Erfahrung unterm Strich ähnlich viel wie der Zukauf und macht das Unternehmen unabhängiger von Zulieferern.
Alle drei Modelle bauen auf dem Ford Transit auf und unterscheiden sich nur im Grundriss. Der 780 TL hat zwei Längsbetten über einer hohen Heckgarage. Beim 780 TLL liegen dieselben Längsbetten tiefer und der 790 TL hat ein Queensbett. Die drei Grundrisse hat Masuria anhand von Statistiken ausgewählt, die zeigen, welche Aufteilungen besonders gefragt sind. Im 780 TL liegt vorn die L-Sitzgruppe und dahinter folgt die Küche. In der Mitte liegt das Raumbad und im Heck schlafen zwei Personen in den beiden Längsbetten.
Basis ist der Ford Transit als Camper-Fahrgestell L5 mit 114 kW beziehungsweise 155 PS. Masuria bestellt das Fahrgestell immer mit voller Ausstattung, so dass Kunden nur noch zwischen Schaltgetriebe und Automatik wählen. Auch die Verdunkelungsrollos für die Front- und die Seitenscheiben im Fahrerhaus sind serienmäßig. Der Radstand misst 4,52 Meter und ist damit so lang, dass hinter der Hinterachse nur ein kurzer Überhang bleibt. Nach Andreas‘ Angabe fährt sich der 780 TL dadurch ruhiger und angenehmer.
Der 780 TL ist 7,49 Meter lang und 2,33 Meter breit. Die Masse fahrbereit liegt bei rund 3.050 Kilogramm und zugelassen ist er serienmäßig mit 3,5 Tonnen. Wer mehr zuladen möchte, bekommt eine Auflastung auf 4,2 Tonnen. Hineingehen kann man durch eine 60 Zentimeter breite Aufbautür.

Wände, Dach, Boden und Rückwand baut Masuria als Sandwich aus GFK-Laminat mit einem Kern aus PUR-Schaum. Diesen Aufbau hat Masuria nach eigener Angabe patentieren lassen. Masuria verzichtet in diesen Bauteilen auf Aluminium und setzt ganz auf GFK-Laminat. Das macht den Aufbau stabil und schützt ihn vor Korrosion. Den PUR-Schaum hat Masuria wegen seiner Dämmwirkung gewählt. Für dieselbe Dämmung wie mit einem Zentimeter PUR-Schaum braucht man nach Andreas‘ Rechnung 1,8 Zentimeter XPS-Schaum. Das Dach ist 43 Millimeter stark, die Wände messen 33 Millimeter und der Boden 53 Millimeter. Die Seitenschürzen sind aus Aluminium und die Verkleidungen der Radkästen aus Kunststoff. Die übrigen Teile der Außenhaut fertigt Masuria aus GFK.
Wie viel Fahrzeugbau in den Details steckt, zeigt die Rückfahrkamera. Ihr Gehäuse kommt aus dem 3D-Drucker und die Linse stammt aus dem Ford Mustang, damit man beim Rückwärtsfahren eine gute Sicht hat. In der T-Haube über dem Fahrerhaus sitzt im gezeigten Fahrzeug ein großes Panoramafenster, das Masuria als Option anbietet. Andreas empfiehlt das Panoramafenster, weil es viel Licht in den Wohnraum bringt.
Weil die Längsbetten im 780 TL höher liegen als im 780 TLL, bleibt darunter eine Heckgarage mit 1,10 Metern Höhe. Dort passt auch ein Fahrrad hinein. Garagentüren gibt es serienmäßig auf beiden Seiten, so dass man von rechts und von links an das Gepäck herankommt. Vom Heckbett aus erreicht man die Garage außerdem über eine Durchreiche auf der Fahrerseite, etwa um Getränke hereinzuholen.

In der Garage sitzt auch die Technik. Hinter einer Verkleidung liegen die Batterien mit dem Hauptschalter und die übrige Elektrik. Im gezeigten Fahrzeug sitzt dort auch der optionale Wechselrichter von Victron. Hinter einer zweiten Verkleidung ist die Heizung eingebaut. Ein Servicetechniker erledigt so alles von der Garage aus und muss nicht im Wohnraum arbeiten. Die Heizung gibt ihre Wärme durch Schlitze in der Verkleidung auch an die Garage ab und wärmt sie so passiv mit. Einen eigenen Warmluftauslass für die Garage hatte Masuria zur Messe bereits in Planung.
Geheizt wird serienmäßig mit einer Truma Combi 6. Die Zahl im Namen steht für 6.000 Watt Heizleistung. Im Winterpaket baut Masuria stattdessen die Combi 6E ein, die zusätzlich elektrisch heizt. Dazu gehört ein isolierter Abwassertank und der Frischwassertank wird dann über die Warmluft der Heizung mitbeheizt. Das gezeigte Fahrzeug hatte das Winterpaket an Bord. Der Frischwassertank fasst 135 Liter und der Abwassertank 90 Liter. Den Gaskasten hat Masuria sehr tief eingebaut, damit man die Gasflaschen beim Wechseln nicht hochheben muss.
Serienmäßig ist eine AGM-Batterie mit 100 Amperestunden an Bord. Als Option gibt es eine Lithiumbatterie mit 200 Amperestunden. Auch einen Wechselrichter und eine Solaranlage bietet Masuria als Option an. Im gezeigten Fahrzeug waren beide verbaut und auf dem Dach lagen 150 Watt Solar. Über eine App lassen sich per Bluetooth unter anderem der Wasserstand und die Neigung des Fahrzeugs ablesen und die Klimaanlage steuern. Mit den optionalen Lautsprechern im Heck spielt die App auch Musik ab.
An der L-Sitzgruppe hat Masuria alle Ecken abgerundet. Die Polster im gezeigten Fahrzeug kombinieren Leder mit einem wasserabweisenden Stoff. Wer möchte, bekommt Vollleder oder reinen Stoff. Für die Polster stehen rund 300 Farben zur Auswahl. Auf der Messe zeigte Masuria eine helle und eine dunkle Variante. Den Tisch kann man als Hubtisch in der Höhe verstellen und unter der Sitzbank liegt Stauraum, an den man von vorn und von oben herankommt. Mit 2,12 Metern Stehhöhe können im Wohnraum auch groß gewachsene Reisende aufrecht stehen. Beleuchtet wird das ganze Fahrzeug mit LED. Im Fahrerhaus liegt serienmäßig ein Teppich. Als Option legt Masuria ab Werk eine beheizbare Fußmatte ins Fahrerhaus.
Über der Sitzgruppe hängt im gezeigten Fahrzeug das optionale Hubbett mit 2,00 mal 1,60 Metern. Darunter bleibt eine Stehhöhe von 1,89 Metern. Das Hubbett liegt auf einem Lattenrost und hat Matratzen aus polnischer Fertigung. An der Decke darüber sitzen Leseleuchten mit Touch-Bedienung. Ohne Hubbett laufen an dieser Stelle auf beiden Seiten durchgehende Hängeschränke. Serienmäßig ist der 780 TL für zwei Personen zugelassen. Optional reisen und schlafen vier Personen darin. Für die beiden zusätzlichen Sitzplätze hat die Sitzbank einen Gurtbock. Diesen hat Masuria selbst entwickelt und vom TÜV abnehmen lassen.
Die Küche ist als L-Küche gebaut. Gekocht wird serienmäßig auf einem Gaskocher mit zwei Flammen. Als Option gibt es ein Glaskochfeld eines polnischen Herstellers, unter dem die Gasbrenner verborgen liegen. Die Spüle deckt ein Schneidebrett aus Vollholz ab, auf dem man direkt arbeiten kann. Alle Schubladen haben einen Soft-Close-Einzug, der sie sanft und leise schließt. Die Fensterrahmen sind innen mit Aluminium verkleidet.

Gegenüber der Küche ist ein Kompressorkühlschrank mit 133 Litern und einem großen Gefrierfach oben eingebaut. Darunter hat Masuria statt einer Blende eine kleine Schublade eingebaut. Ein Smart-TV ist als Option erhältlich. Der Fernseher lässt sich aus seinem Schrank herausziehen und in beide Richtungen drehen. Ein zweiter Fernseher für den Schlafbereich ist ebenfalls als Option zu haben. Auch eine Klimaanlage gibt es auf Wunsch. Masuria baut sie immer zwischen Küche und Bad ein, damit sie den vorderen und den hinteren Teil des Fahrzeugs gleichermaßen kühlt.
In der Mitte des Fahrzeugs liegt das Bad. Dusche und Toilette liegen sich gegenüber und dazwischen führt der Gang ins Heck. Die Badtür lässt sich in zwei Stellungen verriegeln, die um 90 Grad versetzt sind. In der einen schließt sie den kleinen WC-Raum ab. In der anderen trennt sie den Wohnbereich ab, so dass hinten ein Raumbad entsteht. Die Dusche ist beleuchtet und hat einen Holzrost auf der Duschwanne. Die Stehhöhe in der Dusche beträgt 1,85 Meter. Ab Werk baut Masuria eine Kassettentoilette von Dometic ein, deren Kassette man über eine Klappe in der Außenwand herausnimmt.

Am Übergang zum Heckbett stehen auf beiden Seiten Kleiderschränke mit einer Kleiderstange, an die man auch von oben herankommt. Wie beim Hubbett liegen auch die Matratzen der beiden Längsbetten auf Lattenrosten. Die Längsbetten sind knapp zwei Meter lang. Ein Auszug und das passende Polster gehören zur Serie, damit sich beide zu einer großen Liegefläche mit 2,18 Metern Breite verbinden lassen. Die gepolsterte Rückwand am Kopfende gibt es in Grau oder Weiß. Darüber liegt eine Ablage und im gezeigten Fahrzeug hängt hier auch der zweite Fernseher.
Auf dem Caravan Salon 2025 lag der Grundpreis des 780 TL bei 86.929,50 Euro. Darin enthalten sind das Fahrgestell in voller Ausstattung, bei dem nur die Automatik extra kostet, die Garagentüren auf beiden Seiten, die Zentralverriegelung der Türen, Rahmenfenster, der Kompressorkühlschrank und die Längsbetten mit Auszug und Polster für die große Liegefläche. Auch der Aufbau aus GFK und PUR-Schaum, den Masuria mit der Erfahrung aus dem Sonderfahrzeugbau selbst fertigt, gehört zum Grundpreis.
Das gezeigte Fahrzeug kam auf einen Listenpreis von rund 105.000 Euro. Den Aufpreis von rund 18.000 Euro machten vor allem die Automatik, das Winterpaket mit dem isolierten Abwassertank, die beiden Fernseher, Alufelgen, der Wechselrichter und die Solaranlage aus. Dazu kamen das Hubbett und das Panoramafenster.
Bestellen ließ sich der 780 TL schon auf der Messe in Düsseldorf oder direkt über die Website von Masuria. Zur Messe hatte Masuria offizielle Händler in Tschechien und Deutschland. In Düsseldorf kam ein Vertrag mit einem Händler in Belgien dazu. Für den Service kann Masuria eigene Mitarbeiter zum Kunden schicken. Das Werk ist für 600 bis 800 Fahrzeuge im Jahr ausgelegt und die Lieferzeit lag zur Messe bei sechs bis acht Wochen.
Hast Du einen Fehler im Artikel entdeckt? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis.