Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit AllRoad vorgestellt.
Der Malibu genius Performance 4×4 641 LE ist ein Allrad-Kastenwagen, der mit 6,40 Metern genau zwischen die beiden Längen des Sprinters passt. Möglich macht das ein eigenes GFK-Heck, durch das Längsbetten und ein Bad mit Dusche zusammen Platz finden. Maximilian Neef von AllRoad in Chemnitz hat ihn uns auf dem Caravan Salon 2026 vorgestellt. Der genius startet bei 145.770 Euro und das Messefahrzeug kostet 155.492 Euro.
Wer einen Kastenwagen sucht, in dem zwei Erwachsene längs schlafen können, kommt bei diesem Basisfahrzeug schnell an eine Grenze. Den Sprinter gibt es in sechs und in sieben Metern Länge, aber nicht dazwischen. In den Sechsmeter bekommt man Längsbetten nur hinein, wenn an anderer Stelle gespart wird, meist am Bad. Der Siebenmeter löst das Platzproblem, ist dafür aber im Alltag und auf dem Stellplatz für viele einfach zu lang.
Malibu hat sich die fehlende Länge selbst gebaut. An den sechs Meter langen Sprinter kommt hinten ein Aufbau aus glasfaserverstärktem Kunststoff und daraus wird ein Fahrzeug mit 6,40 Metern Gesamtlänge. Wo das Blech aufhört und der Anbau beginnt, sieht man an der Naht über dem hinteren Holm. Der Koffer wird in die Scharniere der serienmäßigen Hecktüren eingehängt und an den Nähten verklebt, also genau so, wie Aufbauten bei Teilintegrierten und Vollintegrierten schon lange mit dem Fahrerhaus verbunden werden. Innen steckt in der Sandwichkonstruktion der gleiche Schaum wie im Rest des Aufbaus, sodass am Übergang keine Kältebrücke entsteht. Außen sitzt an der Stoßstelle eine schmale Verblendung, die keine technische Funktion hat und den Koffer optisch an die Karosserie anbindet. Die Verblendung passt zur Folierung mit den Malibu-Punkten. Konstruktiv betritt Malibu damit kein Neuland, denn Sandwichaufbauten aus glasfaserverstärktem Kunststoff und verklebte Nähte sind im Reisemobilbau seit Jahrzehnten üblich. Neu ist, einen solchen Aufbau als Verlängerung hinten an einen fertig gebauten Serienkastenwagen anzusetzen.
Statt der beiden Flügeltüren sitzt hinten eine große Klappe in derselben Bauweise, nur etwas stärker ausgeführt und hinter der Verkleidung zusätzlich gedämmt. Wer morgens etwas aus der Garage holt, während der andere noch im Bett liegt, legt damit nicht mehr das ganze Heck frei. Erprobt ist das Konstrukt inzwischen auch. Malibu hat den genius schon Mitte 2024 gezeigt und die ersten Fahrzeuge kamen 2025 zu den Kunden. Max kann gut verstehen, dass Käufer bei einem neuen Aufbau genau hinschauen, gerade bei einem Allradfahrzeug, das sich im Gelände verwindet. Von Händlern und Kunden hat es nach seinen Worten bisher keine negativen Rückmeldungen gegeben.
Unter den beiden Betten liegt eine Garage, die eher an einen Kofferraum als an ein Staufach erinnert. Da Frisch- und Abwassertank isoliert und beheizt unter dem Fahrzeugboden liegen und dort keinen Stauraum kosten, fällt die Garage so hoch aus. In den Bodenplatten der Garage stecken Auszugschienen, auf die sich verschiedene Systeme setzen lassen.
Ab Werk gibt es ein Ordnungssystem mit Euroboxen, das komplett herausfährt, sodass niemand mehr nach der hintersten Kiste tasten muss. Auf denselben Schienen läuft alternativ ein Fahrradträger, für den man das Vorderrad ausbaut. Wird es eng, lässt sich das ganze Bettgestell um fünf bis zehn Zentimeter nach oben ziehen, was im Heck entsprechend mehr Höhe schafft. Wer die Räder lieber außen mitnimmt, kann eine Anhängerkupplung mit Rahmenverlängerung nachrüsten lassen, die zwei Tonnen Anhängelast trägt.

Wer das Ordnungssystem nicht bestellt, behält eine freie Heckgarage und kann sie so nutzen, wie sie ist, oder sich ein eigenes Schwerlastsystem einbauen. An die Garage kommt man außerdem von innen, indem man die Bettklappe hochstellt, was im Winter den Weg nach draußen erspart. Eine Gummilippe an der Oberkante sorgt dafür, dass es bei geöffneter Klappe nicht hineinregnet. Zum Performance-Paket gehört als kleine Beigabe ein Werkzeugset aus Axt, Spaten und Säge.
Unter der Haube arbeitet der Sprinter 419 CDI mit zwei Litern Hubraum, 140 kW und 190 PS, gekoppelt an die Neunstufenautomatik. Eine andere Motorisierung steht nicht zur Wahl. Am Fahrwerk und am Dach hat Malibu nichts verändert, weil das Basisfahrzeug nach Aussage von Max bereits geländetauglich ausgelegt ist. Die Assistenzsysteme stammen ebenfalls vom Basisfahrzeug. Dazu zählen aktiver Abstandstempomat, Abstandsassistent, Notbremsassistent und Spurhalteassistent, die für neu zugelassene Fahrzeuge inzwischen ohnehin vorgeschrieben sind.
Vom Grundmodell unterscheidet sich das Performance-Paket vor allem in Optik und Ausrüstung. Das Fahrzeug gibt es ausschließlich in Obsidianschwarz mit der zugehörigen Folierung. Dazu kommen LED-Performance-Scheinwerfer, zwei Zusatzscheinwerfer rechts und links über der Windschutzscheibe und 16-Zoll-Stahlfelgen in Schwarz mit BF Goodrich in AT-Ausführung. Rahmenfenster und eine 3,25 Meter breite Markise sind ebenfalls Teil des Pakets. Extra kostet dagegen die Zuziehhilfe für die Türen, die das laute Zuschlagen auf dem Stellplatz verhindert.
Wie weit sich so ein Fahrzeug noch treiben lässt, hat AllRoad auf der Abenteuer Allrad gezeigt. Der Händler aus Chemnitz baut und vermietet selbst Allrad-Sprinter und hat an einem genius vor allem am Unterboden gearbeitet. Geschützt wurde der komplette Unterboden samt Motor, vor allem aber das hintere Differential, das bei einem Allradler den tiefsten Punkt bildet und im Gelände als Erstes aufsetzt. Dazu kamen eine Höherlegung, kräftigere Felgen mit anderer AT-Bereifung und ein Bullfänger.
Mitten im Fahrzeug steckt ein Konzept, das Malibu Two Rooms nennt. Dahinter verbirgt sich eine Trennwand, die am Küchenblock eingehakt und verriegelt wird und sich mit einem zweiten Klappteil magnetisch schließen lässt. Wer sich dahinter zurückzieht, ist von vorne nicht mehr zu sehen, kann sich umziehen oder auf einem Parkplatz eine halbe Stunde schlafen, ohne dass das Fahrzeug von außen nach Übernachtung aussieht. Genauso funktioniert das abends, wenn einer vorne noch bei Licht lesen möchte und der andere hinten schon zur Ruhe kommt.
Hinter der Trennwand liegen zwei Längsbetten mit 203 mal 93 und 196 mal 85 Zentimetern. Mit Zusatzpolstern lassen sie sich zu einer durchgehenden Liegefläche verbinden. Am Kopfende liegt statt einer Hecktür der gedämmte Aufbau und an den Kanten sind zusätzlich kleine Blenden eingezogen, damit von den Nähten kein Zug an den Kopf kommt. Über den Betten sitzt ein Fenster in der GFK-Rückwand, das für Querlüftung sorgt und hoch genug angebracht ist, dass niemand hineinschauen kann. Die Betten lassen sich einzeln hochklappen und darunter liegt ebenso Stauraum wie in den Seitenschränken. Die Innenbeleuchtung reicht bis in die Fächer hinein.
Vorne lassen sich zusätzlich Notbetten für Kinder bauen: Aus der Sitzgruppe oder zwischen Fahrersitz und Sitzbank entstehen Liegeflächen von rund 1,60 Metern. Der Küchenblock ist kompakt gehalten, lässt sich aber über eine ausklappbare Arbeitsfläche am Eingang erweitern. Gekocht wird auf zwei Gasflammen, die hochkant eingebaut sind, weil so im Einstiegsbereich mehr Bewegungsfläche bleibt.
Duschen im Kastenwagen bleibt eine Platzfrage und Malibu beantwortet sie mit einer Ausbuchtung. Das Supermax-Bad ist oben und unten ausgestellt, wodurch im Bereich der Ellenbogen 15 bis 20 Zentimeter mehr Raum entstehen. Statt eines Duschvorhangs werden zwei Lamellenelemente ziehharmonikaartig ausgeklappt, oben von Magneten gehalten und unten in eine Führung gesetzt. Farbige Punkte zeigen, welches Teil wohin gehört. Nach demselben Prinzip werden die Toilette und die Rückwand vor dem Spiegelschrank abgedeckt. Zusammen mit dem Waschbecken, das nach oben geklappt wird, ist man vor dem Duschen knapp eine Minute beschäftigt.
Die Toilette sitzt auf einem Schlitten und verschwindet unter der Sitzgruppe, sodass im Bad mehr Platz bleibt und die Kassette trotzdem von außen erreichbar ist. Ab Werk ist eine Chemietoilette verbaut und Alternativen baut der Händler nach dem Kauf ein. Dazu kommen ein angeschrägter Spiegel, ein Fenster mit Abzug für die Querlüftung und eine Steckdose, sodass zum Föhnen kein Kabel durch das ganze Fahrzeug gezogen werden muss.
Boden und Decke sind als Sandwichkonstruktion gedämmt und in die Hohlräume des Sprinters kommt Schaum. Auf den Wänden liegt ein Mikrofaserbelag, der Feuchtigkeit aufnimmt, später wieder abgibt und auch hinter den Schränken verlegt ist. Trotz des durchgebauten Doppelbodens bleiben 1,90 Meter Stehhöhe. Geheizt wird mit einer Truma Combi 6 D+E, die Diesel und Strom kombiniert. Die 100 Liter Frischwasser und 90 Liter Abwasser liegen isoliert und beheizt unter dem Boden. An Bord sind 300 Amperestunden Lithium, eine Solarvorbereitung und nach Angabe von Max ein Wechselrichter mit 2.000 Watt. Mit dieser Ausstattung lassen sich drei bis vier Tage ohne Landstrom überbrücken. Der Kompressorkühlschrank fasst 84 Liter. Gas ist nur zum Kochen an Bord. In den Gaskasten passen zwei Flaschen zu elf Kilogramm und die Umschaltung erfolgt automatisch.
Der genius Performance 4×4 641 LE startet bei 145.770 Euro. In diesem Preis steckt das komplette Performance-Paket mit Allradantrieb, Scheinwerfern, Stahlfelgen, Rahmenfenstern, Markise, Dieselheizung, Lithiumbatterie und den beheizten Unterflurtanks. Das ausgestellte Fahrzeug kam mit dem Heckauszug und der Klimaanlage auf 155.492 Euro. Die Klimaanlage gehört nicht zum Paket und war auf der Messe vor allem deshalb verbaut, um zu zeigen, dass sie möglich ist.
Bei der Innenausstattung hält Malibu die Auswahl übersichtlich. Fünf Polstervarianten in Stoff und Teilleder stehen zur Wahl. Die Wohnwelt ist im Performance-Paket dagegen auf Nussholzoptik mit anthrazitfarbenen Absetzungen festgelegt. Malibu fertigt seine Vans in zwei Werken in Slowenien und hat seinen Firmensitz in Aulendorf. Wer den genius vorher einmal fahren möchte, hat bei AllRoad die Gelegenheit dazu, denn der Händler vermietet Allrad-Sprinter selbst. Max hält das in diesem Segment für selten.
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