Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Kuckoo Camper vorgestellt.
Der Kuckoo Camper Max ist ein Mini-Wohnwagen aus GFK. Leer wiegt er gut 400 Kilogramm und mit 750 Kilogramm Gesamtgewicht reicht der Pkw-Führerschein. Auf der Abenteuer & Allrad 2024 hieß er noch Emil und Mitgründer Peter Schneewolf hat ihn uns dort vorgestellt. Der Grundpreis für die leere Kabine liegt inzwischen bei 17.500 Euro.
Den Bruno, einen Mini-Wohnwagen mit Holzaufbau von Kuckoo Camper aus dem württembergischen Löchgau, haben wir auf der Abenteuer & Allrad 2023 vorgestellt. Ein Jahr später stand auf derselben Messe sein Bruder. Der Neue hieß damals noch Emil und wurde erst in der Nacht vor Messebeginn fertig. Heute verkauft das Unternehmen ihn als Max.
Peter Schneewolf erklärt, dass es für den neuen Wohnwagen zwei Ziele gab. Der Wohnwagen sollte besser gedämmt sein als der Bruno, damit man mit ihm auch zu Skitouren oder im Winter Richtung Norden fahren kann. Ein ganz wesentlicher Punkt war aber das Gewicht, weil viele kleine Autos und auch manche Elektroautos nur wenig ziehen dürfen. Ziel waren rund 400 Kilogramm und nicht viel weniger, damit der Anhänger hinter dem Auto noch ruhig läuft.
In der Grundausstattung wog der Emil auf der Messe genau 400 Kilogramm und damit rund 200 Kilogramm weniger als der Bruno. Mit Dachzelt, Fahrradträger und Markise kam er auf etwa 530 Kilogramm. Für den heutigen Max nennt Kuckoo ein Leergewicht ab 420 Kilogramm bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 Kilogramm. In Deutschland reicht dafür der normale Pkw-Führerschein, solange das Zugfahrzeug den Anhänger ziehen darf. Gegen 150 Euro Aufpreis lässt sich der Max auf 1.050 Kilogramm auflasten.
Das geringe Gewicht kommt vom Material. Die Wände bestehen aus Sandwichplatten mit GFK außen und einem Kern aus Schaum. Für die Möbel nimmt Kuckoo ein leichtes Pappelsperrholz aus vielen dünnen Schichten, das mit Eiche furniert ist. Außen war der Emil nur rund anderthalb Zentimeter größer als der Bruno, weil beide auf demselben Fahrwerk mit denselben Kotflügeln standen. Die dickere Wand kostet innen je einen Zentimeter in Länge und Breite.
Kuckoo baut das Fahrgestell selbst aus geschweißtem Vierkantstahl. Gebremst und für 100 km/h zugelassen ist es immer. Peter erklärt, alles andere ergebe keinen Sinn, weil man mit Tempo 80 im Urlaub schnell von Lkw bedrängt werde.

Auf der Deichsel sitzt ein Fahrradträger, den nach Peters Angabe mehr als zwei Drittel aller Bruno-Kunden mitbestellen. Am Emil trug er auf der Messe ein Mofa von Malaguti aus dem Jahr 1965, wie Peter es als Jugendlicher selbst gefahren hat. Peter lässt es nur technisch restaurieren, damit es seine Patina behält.
Die Küche sitzt wie beim Bruno im hinteren Teil des Wohnwagens in einem großen Auszug, den man auf Schwerlastschienen seitlich herauszieht. Auf der Messe war darin ein einflammiger Kocher eingesetzt. Nimmt man die Fächer daneben heraus, lässt sich der Kocher im Auszug verschieben. Schiebt man den ganzen Auszug zurück, steht die Küche im Wohnraum und man kann bei schlechtem Wetter auch drinnen kochen.
Gegenüber dem Bruno ist der Auszug vier Zentimeter breiter und 15 Zentimeter kürzer. Den gewonnenen Platz nimmt ein Schrank im Heck ein, der eine Ecke nutzt, die beim Bruno frei blieb. In seinen drei Fächern lässt sich gefaltete Kleidung verstauen.

Gesessen und geschlafen wird auf einer Matratze von 1,40 mal 2,00 Metern, die aus vier Teilen besteht und sich tagsüber zu einem Sofa umbauen lässt. Als Option gibt es inzwischen einen Tisch, dessen Platte man in zwei Schienen unter den seitlichen Fenstern einhängt und mit einem Seil von oben hält. Die Wände sind mit grauem Filz verkleidet und durch drei isolierte Fenster von 80 mal 45 Zentimetern fällt Licht herein. Kuckoo lässt die Fenster eigens fertigen. Für jedes gibt es eine Verdunkelung, die man von unten hochzieht, und einen Insektenschutz von oben.
Den letzten Schliff hat dem Emil Daniel Blum gegeben, der zur Geschäftsführung von Kuckoo gehört und großen Wert auf Design legt. Daniel hat sich um die Lochwand für Küchenutensilien, das Bücherregal und die Beleuchtung gekümmert. Weingläser hängen kopfüber in Haltern an der Decke. Vor den offenen Fächern sind Gummibänder gespannt, damit unterwegs nichts herausfällt. Das Licht schaltet man mit Zugschaltern, wie man sie von alten Schreibtischlampen kennt.

Wer selbst ausbauen möchte, bekommt den Max auch als leere Kabine. Peter denkt dabei an junge Kunden mit kleinerem Budget und an Ausbaufirmen, die zu einem Camper ihres Kunden den passenden Anhänger im selben Stil einrichten. Beim Bruno geht das nicht, weil dort die Möbel zur Statik gehören. Die Kabine des Max trägt sich dagegen mit ihren Sandwichwänden selbst.
Gegen Aufpreis bekommt der Max ein Aufstelldach. Gemeint ist ein Dachzelt mit fester Schale und einer Liegefläche von 1,20 mal 2,10 Metern, das direkt auf dem Dach sitzt. Durch eine Öffnung von 50 mal 70 Zentimetern im Wohnwagendach steigt man von innen hinauf. Beim Emil lag sie hinten über der Küche, so dass man über den Küchenblock nach oben klettert und keine Leiter braucht. Das Dachzelt des Emil hat Kuckoo nach eigenen Vorgaben bauen lassen und konnte so Stoffe, Aufdrucke und Qualität selbst bestimmen.
Peter nennt das Dachzelt das Kinderzimmer. Die Eltern schlafen unten und die Kinder oben. So bleibt die Familie zusammen und niemand muss nachts außen herum ins Zelt klettern. Tagsüber legt man das Bettzeug nach oben und hat unten ein Wohnzimmer. Viele Kunden waren früher mit einem ganz normalen Auto und einem Dachzelt unterwegs und haben sich deshalb auch für das Dachzelt auf dem Wohnwagen entschieden. Nach Peters Erfahrung schlafen die meisten von ihnen am Ende trotzdem lieber unten in der Kabine, weil es dort gemütlich, ruhig und dunkel ist. Eine Leiter an der Außenwand führt auf Wunsch auch von außen ins Zelt. Inzwischen gibt es außerdem ein Aufstelldach Plus mit einer großen Dachöffnung, unter der man aufrecht im Wohnwagen steht.
Der Max kommt ohne fest verbautes Gas und ohne Wassertank aus. Peter erzählt, beim ersten Bruno sei das Wasser nach zwei Wochen im Tank nicht mehr frisch gewesen. Seitdem setzt das Unternehmen auf einen Kanister, den man leicht mit einem Schwamm reinigen kann. Auf der Messe hing an der Außenwand ein Kanister von Dometic mit elf Litern und einem Wasserhahn mit eingebauter Pumpe, den man per Berührung einschaltet. Peter kommt damit ein ganzes Wochenende aus.

Im Emil lieferte eine Powerstation von EcoFlow den Strom für das Licht. Die Powerstation stand in einem Fach unter der Matratze. Kaufen muss man sie selbst und Kuckoo gibt dazu eine Empfehlung, weil jeder einen anderen Bedarf hat. Wer nur das Handy lädt und etwas Licht braucht, kommt mit einem kleinen Modell aus. Heute gibt es zusätzlich ein 230-Volt-Paket mit Landstromanschluss und ein 12-Volt-Paket mit einer Lithiumbatterie von 60 Amperestunden, Ladegerät und Solarregler.

Am Stromanschluss des Campingplatzes heizt man mit einer Heizdecke oder einem Heizlüfter. Eine fest eingebaute Dieselheizung mit zwei Kilowatt hält Peter für den kleinen Raum für zu stark. Wer trotzdem warme Luft möchte, schließt über einen Adapter am Seitenlüfter eine externe Heizung an. Peter meint, mit einem guten Schlafsack werde auch bei minus fünf bis minus zehn Grad niemand erfrieren.
Einen endgültigen Preis gab es auf der Abenteuer & Allrad 2024 noch nicht. Peter rechnete mit etwa zehn Prozent über dem Bruno und je nach Ausbaustufe mit 18.000 bis 24.000 Euro.
Inzwischen nennt der Konfigurator von Kuckoo 17.500 Euro für die leere Kabine auf dem gebremsten Fahrgestell. Für TÜV und Papiere kommen 350 Euro dazu. Das Innenausbau-Paket in Eiche mit Frontschränken, Kleiderschrank, Küchenauszug, Dachregal, LED-Band und Zugschaltern kostet 5.390 Euro und das Aufstelldach mit Durchstieg 3.850 Euro. Kabine, Ausbau und Aufstelldach kommen zusammen mit TÜV und Papieren auf 27.090 Euro. Die vierteilige Matratze gibt es für 489 Euro dazu.
Leer wiegt der Max ab 420 Kilogramm. Mit Dachzelt, Fahrradträger und Markise lag das Leergewicht des Emil bei rund 530 Kilogramm und damit weit unter den 750 Kilogramm, die er voll beladen wiegen darf. So eignet er sich auch für kleine Zugfahrzeuge.
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