Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Etrusco vorgestellt.
Knapp sieben Meter Länge, Längsbetten, ein Schwenkbad und eine Sitzgruppe mit zwei gegenüberliegenden Bänken: Der Etrusco T 6.9 SBC ist ein Einsteigermodell mit einer langen Liste an Optionen. Auf der CMT 2026 in Stuttgart hat uns Jan Klare aus dem Vertrieb von Etrusco das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 61.499 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostet 75.484 Euro.
Als wir Euch gefragt haben, welche Fahrzeuge Euch auf den aktuellen Messen besonders interessieren, nannten mehr als 40 Prozent die günstigen Einsteigermodelle. Genau in diese Klasse gehört der T 6.9 SBC, den Etrusco auf dem Caravan Salon 2025 erstmals gezeigt hat. Die italienische Marke gehört zur Erwin Hymer Group, die wiederum Teil des amerikanischen Konzerns Thor Industries ist. Das C im Namen steht laut Etrusco für die Couch-Sitzgruppe mit zwei gegenüberliegenden Bänken, also für eine klassische Face-to-Face-Sitzgruppe.
Die Idee hinter dem Fahrzeug beschreibt Jan so: Vieles, was an Komfort oder Luxus dazukommt, ist beim T 6.9 SBC eine Option, über die der Käufer selbst entscheiden muss. Das hat Folgen für den Preis, denn mit jeder Option wird der Teilintegrierte teurer und auch schwerer. Wer sparen will, muss deshalb bei jedem Häkchen im Konfigurator abwägen, ob sich die gewünschte Option über viele Jahre lohnt.
Unter der Haube des Fiat Ducato arbeitet in der Serie ein 2,2-Liter-Diesel mit 103 kW / 140 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe. Für 3.499 Euro Aufpreis gibt es dieselbe Leistung mit Automatik. Der stärkere Motor mit 132 kW / 180 PS ist nur mit Automatik zu haben. Schon in der Serie an Bord sind Tempomat, Seitenwindassistent, Berganfahrhilfe und Bergabfahrhilfe sowie die Traktionshilfe Traction+, die dem frontgetriebenen Ducato auf rutschigem Untergrund wie einer nassen Wiese hilft. Der Dieseltank des Ducato fasst in der Serie 60 Liter.
Wände, Dach und Boden des T 6.9 SBC sind als Sandwich aufgebaut. Außen liegt eine Schicht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die robust ist und sich bei kleineren Beschädigungen gut reparieren lässt. Dahinter folgen ein Gerippe aus leichtem Holz und eine Isolierung aus Styrodur und innen schließt die Wandbeschichtung ab. Auch der Boden hat unten eine GFK-Schicht, damit von unten keine Feuchtigkeit in das Material eindringen kann. Obendrauf liegt ein Bodenbelag in Terrazzo-Optik. Etrusco stuft seine Fahrzeuge als winterfest ein.
Weil die beiden Längsbetten hoch über dem Heck liegen, bleibt darunter Platz für eine große Garage. Die Klappe ist rund 1,10 Meter hoch, sodass auch zwei größere Fahrräder nebeneinander hineinpassen. An den Seiten sitzen Zurrschienen, an denen sich das Gepäck für die Fahrt vorschriftsmäßig sichern lässt. Passende Fahrradhalter gibt es über den Zubehörkatalog. Licht und eine Steckdose sind immer mit dabei, so dass sich zum Beispiel E-Bike-Akkus unterwegs laden lassen. Ein Ausströmer der Heizung sorgt dafür, dass auch die Garage im Winter nicht auskühlt.
Serienmäßig hat die Garage eine Klappe. Eine zweite auf der gegenüberliegenden Seite kommt mit dem Komfortpaket für 899 Euro, das Jan ausdrücklich empfiehlt. Mit der zweiten Klappe kommt man von beiden Seiten an das Gepäck in der Garage. Außen liegt außerdem die Klappe zur Toilettenkassette. Ab Werk ist eine Kassettentoilette eingebaut und andere Toilettensysteme kann jeder Händler nachrüsten. Auch Markise und Alufelgen kosten extra. Der Aufbau ist übrigens immer weiß, was Jan mit einem Augenzwinkern damit erklärt, dass Weiß die Mitte der italienischen Flagge ist.
Hinter dem Coupé-Einstieg, der direkt auf dem Fahrgestell aufliegt, öffnet sich die Sitzgruppe, die Etrusco XXL-Lounge nennt. Statt einer einzelnen Bank stehen sich zwei Sitzbänke gegenüber. Zusammen mit den Fahrerhaussitzen finden hier fünf Personen bequem Platz. Jan ist rund 1,90 Meter groß und sitzt entspannt auf der Bank, ohne mit dem Kopf an die Oberschränke zu stoßen. Der Tisch lässt sich zum Essen oder Spielen ausklappen und kommt dann ungefähr auf einen Quadratmeter Fläche. Zugelassen ist der T 6.9 SBC für vier Personen während der Fahrt.
Der Innenraum mit hellen Möbeln und Holzdekor gehört zum neuen Einrichtungskonzept, das Etrusco in allen Reisemobil-Baureihen verwendet und für das die Marke den German Design Award 2026 erhalten hat. Die Dachschränke schließen mit Softclose. In der Serie kommen die Polster in Schwarz, daneben gibt es vier weitere Wohnwelten. Im Messefahrzeug war die Wohnwelt Portofino verbaut, ein beiges Kunstleder für 799 Euro, das sich trotz der hellen Farbe komplett abwischen lässt. Bis auf eine Ausnahme ändert sich mit der Wohnwelt nur der Polsterbezug.
Zum Fahrerhaus hin wird der Wohnraum in der Serie mit Vorhängen abgetrennt und Plissees sind auf Wunsch zu haben. Die Vorhänge isolieren nach Jans Erfahrung etwas besser als ein Plissee.
Über der Sitzgruppe lässt sich für 1.699 Euro ein manuelles Hubbett einbauen, das aus dem Zwei- einen Vierpersonen-Camper macht. Die Liegefläche misst 193 Zentimeter in der Länge und ist am Kopfende 140 Zentimeter breit, zu den Füßen hin verjüngt sie sich auf 113 Zentimeter. Zum Schlafen entriegelt man das Bett und zieht es herunter. Unten rastet es nicht ein. In Position hält das Bett sein eigenes Gewicht zusammen mit etwas Last, wie sie schon das Bettzeug mitbringt. Als Jan daran rüttelt, bewegt sich nichts. Weil es ein manuelles Hubbett ist, gibt es nur diese eine Schlafhöhe.
Im hochgefahrenen Zustand bleibt die volle Stehhöhe von 2,10 Metern und auch unter dem heruntergelassenen Bett kann Jan noch gerade hindurchgehen. Die Beleuchtung über der Sitzgruppe geht nicht aus, wenn das Hubbett heruntergelassen ist. Kleinere Mitreisende können darunter noch sitzen. Wer auf das Hubbett verzichtet, bekommt an seiner Stelle große Hängeschränke, wie sie auch über der Küche hängen, und damit spürbar mehr Stauraum. Als weitere Option lässt sich der Tisch absenken und die Sitzgruppe zu einem Bett umbauen, womit der T 6.9 SBC auf bis zu fünf Schlafplätze kommt. Diese Liegefläche ist nach Jans Angabe 70 bis 80 Zentimeter breit und damit für ein Kind gedacht.

Die Küche ist kompakt gehalten, mit einem Zweiflammkocher mit Piezozündung, einer Spüle mit Druckwasser und großen Schubladen und Schränken, die alle mit Softclose schließen. Direkt daneben steht ein Kompressorkühlschrank mit 135 Litern und 15 Liter Gefrierfach, der immer serienmäßig an Bord ist. Anders als ein Absorberkühlschrank, der auch mit Gas betrieben werden kann, läuft er ausschließlich mit Strom, kühlt dafür aber schnell herunter. Wer länger ohne Landstrom steht, sollte deshalb auf die Batterie achten. Serienmäßig ist eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden eingebaut, optional eine Lithiumbatterie mit 104 Amperestunden, die sich nach Jans Angabe noch erweitern lässt. Der Frischwassertank fasst 110 Liter, der Abwassertank 90 Liter.
Geheizt wird serienmäßig mit einer Truma Combi 4, die unter dem Sitzbock sitzt. Die Combi 4 heizt mit Gas und erwärmt in ihrem Boiler zugleich zehn Liter Wasser. Für kältere Regionen gibt es die stärkere Combi 6 E mit zusätzlichem Heizstab, der am Landstrom mit bis zu 1.800 Watt allein elektrisch heizen kann. Das schont den Gasvorrat, wenn der Strom auf dem Campingplatz günstig ist. Den Aufpreis beziffert Jan auf rund 650 Euro. Für den normalen Gebrauch reichen ihm zufolge die vier Kilowatt der Combi 4. Wer viel im Winter unterwegs ist, kann zusätzlich eine Fußbodenerwärmung oder einen Teppich im Wohnraum bestellen, damit die Füße warm bleiben.
Das Bad in der Fahrzeugmitte ist ein Schwenkbad, das zunächst Waschbecken und Kassettentoilette bietet. Nach einem Handgriff klappt die Wand um und das Bad wird zur Dusche. Eine zusätzliche Klappe schließt dann per Magnet, damit kein Wasser in den Spalt der Schwenkwand läuft. Jan steht mit seinen 1,90 Metern darin und hat über dem Kopf noch etwa zehn Zentimeter Luft. Seinen Tipp für Einsteiger gibt er gleich dazu: den Holzrost vor dem Duschen herausnehmen, weil darunter die Abläufe liegen. Dann kommt man danach trockenen Fußes zurück ins Bad.
Die beiden Längsbetten im Heck messen 207 x 80 und 200 x 80 Zentimeter. Über Stufen gelangt man bequem hinauf. Eine Leiter braucht es nur, wenn man die Betten mit einem ausziehbaren Mittelteil und einem Zusatzpolster zu einer großen Liegefläche verbindet. Unter den Betten liegen links und rechts große Kleiderschränke. Selbst die Scharniere eines kleinen Fachs am Übergang zum Schlafbereich stammen von Häfele und schließen mit Softclose. Trotz der hohen Garage kann Jan auf dem Bett fast aufrecht sitzen. Zum Lesen lehnt man sich seitlich an, wo keine Schränke im Weg sind. Unter allen Schränken sitzen LED-Leisten, die sich per Berührung ein- und ausschalten. Über dem Bett und über der Küche sitzen Dachfenster im Format 40 x 40 Zentimeter, an deren Stelle sich nachträglich eine Klimaanlage einbauen lässt.
Auf der CMT 2026 lag der Einstiegspreis des T 6.9 SBC bei 59.999 Euro. Auf der Website von Etrusco steht er inzwischen bei 61.499 Euro. Das ausgestellte Fahrzeug kam mit Optionen auf 75.484 Euro ab Werk. Dazu kamen 1.899 Euro für Fracht und Zulassungsdokumente, zusammen also 77.383 Euro.
Am Preisschild ging Jan die Extras durch, die ein Einsteiger nach seiner Einschätzung bestellen sollte. Die Automatik kostet 3.499 Euro. Das Chassis Design Paket für 1.299 Euro bringt vor allem die 16-Zoll-Alufelgen. Das Komfortpaket für 899 Euro mit der zweiten Garagenklappe empfiehlt Jan ebenso wie das Komfortpaket Plus für 499 Euro, zu dem das Fenster in der Aufbautür und eine Designapplikation über dem Küchenblock gehören. Rahmenfenster mit integriertem Rollo und Fliegenschutz statt der serienmäßigen vorgehängten Fenster kosten 799 Euro, die Markise 1.099 Euro und das Fenster in der Dachhaube über dem Fahrerhaus 549 Euro.
Die Vorbereitungen für eine Solaranlage und eine Dachklimaanlage kosten je 199 Euro. Wer sie gleich mitbestellt, spart beim späteren Nachrüsten, weil die Werkstatt dann keine Kabel und Leitungen mehr verlegen muss. Zum Messefahrzeug gehörten außerdem das Multimedia Paket Compact für 2.599 Euro mit Rückfahrkamera, Isofix-Halterungen für 449 Euro, lackierte Stoßfänger mit Nebelscheinwerfern für 599 Euro, die TV-Vorbereitung für 299 Euro sowie Hubbett und Wohnwelt Portofino. Zwischen dem Einstiegspreis auf der Messe und dem ausgestellten Fahrzeug lagen damit gut 15.000 Euro, was zeigt, wie stark beim T 6.9 SBC die eigene Konfiguration den Preis bestimmt.
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