Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Challenger vorgestellt.
Der Challenger 270 Etape Edition ist ein 6,99 Meter langes teilintegriertes Wohnmobil auf Ford Transit. Über der Sitzgruppe hängen zwei einzelne Hubbetten, die sich unabhängig voneinander absenken lassen. Im Heck liegen ein Bad über die ganze Breite, ein großer Kleiderschrank und eine beheizte Garage für zwei E-Bikes. Karsten Straeter leitet den Vertrieb von Challenger in Deutschland und hat uns den 270 auf der CMT 2025 in Stuttgart vorgestellt. In der Ausstattung, mit der er auf der Messe stand, kostete der 270 knapp über 76.000 Euro inklusive Arctic-Paket für den Winter.
Wer einen kompakten Teilintegrierten um die sieben Meter sucht, muss sich oft entscheiden: großes Heckbad oder große Heckgarage. Der Challenger 270 bietet beides. Über der Sitzgruppe zeigt er außerdem eine Lösung, die Challenger selbst „einzigartig auf dem Markt“ nennt. Statt eines breiten Hubbetts hängen dort zwei Einzelbetten mit je 90 Zentimetern Breite. Einer kann schon schlafen, während der andere noch auf der gegenüberliegenden Bank sitzt und ein Glas Wein trinkt.
Gefragt ist der 270 vor allem in Deutschland. Karsten vermutet mit einem Augenzwinkern, dass die Paare in Italien oder Spanien lieber eng beieinander liegen. Hierzulande sind Einzelbetten beliebt und Karsten kennt das aus eigener Erfahrung: Seine Frau schätzt den kleinen Abstand zwischen den Betten, weil er schnarcht.
Alle teilintegrierten Wohnmobile von Challenger stehen auf dem Ford Transit. Die Etape Edition kommt immer mit dem großen Motor, der 121 kW / 165 PS leistet und mit einer Achtgang-Automatik arbeitet. Auch das Safety-Paket von Ford ist serienmäßig. Dazu gehören ein Kollisionswarner, ein Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung und eine Einparkhilfe hinten. Die Windschutzscheibe des Transit steht steiler als beim Fiat Ducato. Großgewachsene Fahrer schauen deshalb durch die Scheibe und nicht gegen den Dichtungsgummi am oberen Rand. Die Anhängelast liegt bei 2.000 Kilogramm.
Die Etape Edition ist eine Sonderserie, in der die wichtigsten Extras schon enthalten sind. Wer sie bestellt, wählt höchstens noch das Arctic-Paket für den Winter oder eine Anhängerkupplung dazu.
Von außen erkennt man die Etape Edition an ihren grauen Seitenwänden. Das Grau ist keine Folie. Die Außenhaut aus glasfaserverstärktem Kunststoff wird schon bei der Herstellung in dieser Farbe eingefärbt. Kleine Kratzer fallen deshalb kaum auf. Gegenüber einem glatten Aluminiumblech hält GFK auch Hagel besser stand und das wirkt sich sogar auf die Einstufung bei der Versicherung aus.
Zur Serienausstattung der Etape Edition gehören die Markise und ein Solarmodul auf dem Dach. Auf der Beifahrerseite sitzt ein Gasanschluss für den Grill. Der Grill hängt so an der Gasversorgung des Fahrzeugs und steht direkt unter der Markise. Auf der Fahrerseite lässt sich an einem Wasseranschluss eine Außendusche anschließen.

Ein Schnittmodell auf dem Messestand zeigt, wie Boden und Wände aufgebaut sind. Der Boden ist 63,5 Millimeter stark und mit blauem XPS-Hartschaum gedämmt. Der Schaum nimmt kaum Wasser auf und isoliert gut. Die Seitenwände messen 40 Millimeter und das Dach 54,5 Millimeter. Karsten zufolge ist das Dach damit das stärkste in dieser Fahrzeugklasse.
In den Wänden verarbeitet Challenger Holz. Der Werkstoff ist stabil, verwindungsfest und leitet Wärme viel schlechter als Metall. So entstehen weniger Kältebrücken, also Stellen, an denen die Wärme schneller nach außen entweicht. An der Unterkante der Wände sitzen schwarze Elemente aus einem Verbundmaterial, das nicht verrotten kann. Kommt dort Wasser hin, bleibt das Holz darüber geschützt.
Am unteren Rand der Seitenwand ist die Außenhaut um zwei bis drei Millimeter versetzt. Diese Kante wirkt als Tropfkante. Spritzwasser, das während der Fahrt hochgewirbelt wird, tropft hier ab. Im Winter gilt das auch für das salzhaltige Wasser von gestreuten Straßen.
Der 270 Etape Edition erreicht Grade 3 nach der Norm EN 1646-1, die höchste Stufe für die Wintertauglichkeit. Dafür muss sich der Innenraum bei minus 15 Grad Außentemperatur innerhalb von vier Stunden auf 20 Grad aufheizen lassen. Die Heizung arbeitet mit Diesel, leistet 4.000 Watt und gehört bei der Etape Edition zur Serienausstattung. Bei vielen Herstellern kostet eine Dieselheizung Aufpreis. Die Heizung bezieht ihren Kraftstoff aus dem 70-Liter-Tank des Ford und läuft auch während der Fahrt. Die Heizung braucht trotzdem Strom: Glühstift, Kraftstoffpumpe und Gebläse laufen über die Aufbaubatterie.
Weil die Heizung kein Gas verbraucht, ist der Gaskasten außen klein gehalten und nimmt eine Flasche auf. Gas brauchen nur noch der Kocher und der Kühlschrank, wenn kein Landstrom anliegt. Bei Karsten hält eine Flasche nach eigener Aussage ein paar Jahre.
Einen doppelten Boden hat der 270 nicht. Karsten zufolge ist er wegen des dicken, gut gedämmten Bodens auch nicht nötig. Der Abwassertank sitzt unter dem Fahrzeug. Für richtig kalte Tage gibt es das Arctic-Paket. Damit ist der Abwassertank isoliert und beheizt, so dass er nicht einfriert. Laut Modellseite von Challenger kommen eine stärkere Dieselheizung, ein Elektroboiler und eine Fußbodenerwärmung dazu. Außerdem gehören Isoliermatten für außen und eine Winterabdeckung für die Lüftungsgitter des Kühlschranks zum Paket.
Auf der Fahrerseite, kurz vor dem Hinterrad, liegt hinter einer großen Klappe die Technibox. In der Box liegen Frischwassertank und Elektrik dicht beieinander. Der Tank fasst 105 Liter. Sein Einfüllstutzen ist besonders lang. Wer mit der Gießkanne nachfüllt, verschüttet so kaum Wasser. Das hilft vor allem im Winter, wenn Wasserstellen abgestellt sind oder der Schlauch einfrieren würde und man das Wasser in Kannen holt.

Unter dem Stutzen sitzt eine Wanne mit eigenem Ablauf. Weil gleich daneben die Elektrik liegt, fließt alles, was danebengeht, über diesen Ablauf nach draußen. Oben am Tank sitzt ein großer runder Deckel, durch den man zum Reinigen hineinreicht. Über einen Ablasshahn lässt sich die Füllung vor der Fahrt verringern. Wer nicht mit vollem Tank auf Reisen gehen möchte, lässt einen Teil ab und spart mit jedem Liter ein Kilogramm Zuladung.
In der Box sitzen außerdem alle Sicherungen und der FI-Schutzschalter, der den 230-Volt-Kreis bei einem Fehler sofort abschaltet. Wer an die Elektrik muss, kommt bequem von außen heran und muss nicht zwischen den Sitzen suchen. Die Außensteckdose für den Landstrom hat Challenger bewusst nicht in die Technibox gesetzt, sondern separat in die Außenwand. Wer das Kabel einsteckt, muss nicht unter das Fahrzeug kriechen und von unten Kabel nachziehen. Gerade im Winter oder auf matschigem Untergrund weiß man das zu schätzen. Aufbaubatterie und Wechselrichter wählt der Kunde mit seinem Händler aus, der sie passend zu seinen Wünschen einbaut.
Im Heck liegt die Garage. Der Kleiderschrank sitzt darüber und eine Klappe unter dem Kleiderschrank führt vom Innenraum direkt hinein. Wer Getränkekästen in der Garage verstaut, holt sich eine Flasche also auch von innen. Die Garage reicht von einer Fahrzeugseite zur anderen. Man kann auf der einen Seite einladen und auf der anderen wieder herausholen.
Auf der Beifahrerseite ist die Klappe 1,14 Meter hoch. Zwei ausgewachsene E-Bikes passen hier hinein. In der Garage befinden sich eine 230-Volt-Steckdose und eine 12-Volt-Steckdose. Sobald das Fahrzeug am Landstrom hängt, lassen sich die E-Bike-Akkus direkt in der Garage laden. Die Garage ist beheizt, so dass Getränke und alles andere, was dort lagert, im Winter nicht einfrieren.
Auf der Fahrerseite misst die Klappe nach den Angaben von Challenger rund 1,85 Meter in der Höhe. Ski oder ein Surfbrett lassen sich hier hochkant verstauen. Zwei Regalböden klappt man dafür hoch. Wer nichts Langes dabeihat, klappt sie herunter und bekommt Fächer für Kleinkram.

Durch die Aufbautür auf der Beifahrerseite kommt man in den Wohnraum. Die Einstiegsstufe liegt innen im Aufbau, so dass man bequem hineingeht. Vorn bilden die beiden drehbaren Fahrerhaussitze und zwei Bänke, die sich längs an den Seitenwänden gegenüberstehen, die Sitzgruppe. Der Tisch steht auf einer Säule und lässt sich zusammenklappen, damit man daran vorbeikommt. Ein Elektromotor senkt ihn per Knopfdruck ganz ab. Challenger baut einen elektrischen Tisch in alle Fahrzeuge, in denen die Hubbetten die einzigen Betten sind. Die Hubbetten fahren nämlich bis auf die Höhe der Sitzpolster herunter und dafür muss der Tisch ganz nach unten. Die Schalter für Tisch und Betten sitzen an der Küchenzeile.
Der 270 ist für zwei oder vier Personen ausgelegt und verfügt über vier Gurtplätze. Die beiden zusätzlichen Sitze sind in die Sitzbank integriert. Dazu nimmt man das Polster ab und klappt die Lehne hoch. Unter dem Polster liegen Ösen für Isofix-Kindersitze. Die Lehne lässt sich in der Neigung verstellen und passt sich so den unterschiedlichen Kindersitzen an.
Unter der gewölbten Dachhaube über dem Fahrerhaus liegt ein großes Staufach mit indirekter Beleuchtung. Neben normalen USB-Buchsen gibt es serienmäßig auch USB-C-Anschlüsse, an denen die aktuellen Smartphones laden.
Die beiden Betten liegen längs nebeneinander und hängen an Gurtbändern unter der Decke. Das eine misst 90 mal 200 Zentimeter, das andere 90 mal 190. Jedes Bett fährt mit einem eigenen Elektromotor und trägt bis zu 150 Kilogramm. Wenn die Betten oben sind, bleibt darunter eine Stehhöhe von 1,86 Metern. Auf diese Höhe achtet Challenger bei allen Fahrzeugen mit Hubbetten.
Auf Knopfdruck senkt sich ein Bett bis auf die Höhe der Sitzpolster. Man setzt sich darauf wie auf ein normales Bett und braucht keine Leiter. Die Rückenpolster können dabei bleiben, wo sie sind, weil das Bett an ihnen vorbeifährt. Auch in der obersten Stellung fahren die Betten nicht ganz bis unter das Dach. Zwischen Bett und Dach bleibt so viel Platz, dass Kissen, Bettzeug und Schlafanzüge oben liegen bleiben.
Da es zwei Einzelbetten sind, steigt nachts jeder aus seinem eigenen Bett, ohne über den Partner zu klettern. Sind beide Betten unten, liegen sie dicht nebeneinander und bleiben doch zwei getrennte Betten.
Für eine dritte und vierte Person wird die Sitzgruppe zu einem Querbett über die ganze Breite mit 130 mal 195 Zentimetern umgebaut. Die Hubbetten fahren dann auf eine mittlere Höhe. Die genaue Höhe gibt die Leiter vor. Die Leiter hat eine feste Länge und wird in zwei Ösen am Bett eingehängt. Steht die Leiter richtig auf dem Boden, ist auch das Bett auf der richtigen Höhe. Wer lieber in festen Längsbetten im Heck schläft, findet sie im Challenger 317 Cosy Edition, den wir in einem eigenen Artikel vorgestellt haben.
Auf dem Weg nach hinten liegt auf der Fahrerseite die Küche. Am vorderen Ende der Küchenzeile klappt man eine Verlängerung hoch, die aus der Arbeitsplatte eine angenehm große Fläche macht. Das Kochfeld bietet zwei Flammen. Unter der Arbeitsplatte liegen Schubladen und tiefe Fächer, in denen auch 1,5-Liter-Flaschen Platz finden. Die Oberschränke sind ebenfalls besonders tief.
Neben der Aufbautür befindet sich der Kühlschrank. Ein Absorberkühlschrank kühlt mit Wärme statt mit einem Kompressor und läuft deshalb auch mit einer Gasflamme. Während der Fahrt kühlt er mit 12 Volt über die Lichtmaschine und am Campingplatz mit Landstrom. Das Gefrierfach liegt oben. Neben dem Kühlschrank befindet sich ein großer Schrank, in dem bereits ein Antennenkabel für einen Fernseher verlegt ist. Den Fernseher kann man an verschiedenen Stellen montieren, zum Beispiel auf einem Auszug in diesem Schrank. Für eine Klimaanlage hat Challenger Kabelkanäle im hinteren Teil des Fahrzeugs vorbereitet. Die Klimaanlage sitzt dann hinten auf dem Dach.
Hinter Küche und Kühlschrank beginnt das Bad. Zum Wohnraum hin lässt sich eine Tür schließen. Bad und Kleiderschrank werden so zu einem eigenen Raum. Wer sich umziehen möchte, muss nicht im ganzen Fahrzeug die Vorhänge zuziehen.
Das Bad zieht sich von einer Fahrzeugseite zur anderen. Auf der Beifahrerseite befinden sich die Kassettentoilette von Thetford und das Waschbecken mit schwarzer Armatur. Darüber liegt ein großer Schrank für alles vom Haarspray bis zur Zahnpasta. Tiefe Fächer nehmen auch einen Föhn auf.
Auf der Fahrerseite liegt die Dusche hinter einer großen Glastür. Karsten schätzt die Fläche auf etwa 90 mal 90 Zentimeter. Man kann sich darin frei bewegen. Zwei Abläufe in der Duschtasse sorgen dafür, dass das Wasser auch abfließt, wenn das Fahrzeug nicht ganz gerade steht. An einem klappbaren Metallbügel unter der Decke trocknen Handtücher oder im Winter eine nasse Jacke.
Vor allem Kundinnen sind nach Karstens Erfahrung vom Kleiderschrank begeistert. Der Vertriebsleiter gibt aber zu, dass er sich genauso darüber freut. Der Schrank zieht sich an der Rückwand über die ganze Fahrzeugbreite und seine Türen sind verspiegelt. Oben liegen tiefe Staufächer. In den Fächern halten bewegliche Bänder statt Kleiderstangen Pullover und Jacken an ihrem Platz. Darunter liegen vier große Schubladen, die sanft und leise schließen. So hat jeder seinen eigenen Bereich. Karsten hat die Aufteilung für sich schon geklärt: Eine Schublade wäre seine und über die anderen drei würde sich seine Frau freuen.
In der Ausstattung, mit der er auf der CMT 2025 stand, kostete der Challenger 270 Etape Edition knapp über 76.000 Euro. Das Arctic-Paket ist darin schon enthalten.
Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 3,5 Tonnen. Der 270 lässt sich also mit dem Pkw-Führerschein fahren. Die Zuladung liegt je nach Ausstattung bei rund 380 Kilogramm. Inzwischen bietet Challenger den 270 auch auf einem Fahrgestell mit 4,1 Tonnen an. Für dieses Gewicht braucht man den Führerschein der Klasse C1 oder den alten Führerschein der Klasse 3.
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