Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit CampBoks vorgestellt.
Die CampBoks ist eine Campingbox aus Holz, mit der ein normaler Van in Minuten zum Camper wird und nach dem Urlaub wieder als Alltagsauto fährt. Die Version 2.0 ist kürzer geworden, damit auch die zweite Sitzreihe Platz findet. Mitgründer Paul Schneider hat sie uns auf der Abenteuer & Allrad 2026 vorgestellt. Die Lite 2.0 kostet ab 6.990 Euro, die Pro 2.0 mit Küche ab 7.990 Euro.
Wer einen Van im Alltag fährt und damit trotzdem verreisen möchte, braucht eine Lösung, die sich schnell ein- und wieder ausbauen lässt. Genau dafür ist die CampBoks gedacht. Die Box aus Holz wird in den Laderaum gestellt und dort befestigt. Darin stecken Bett, Sitzbänke, Tisch, Küche und reichlich Stauraum für das Reisegepäck. Ausgelegt ist sie unter anderem für den VW T4 bis T7, die Mercedes V-Klasse, den Sprinter, den Opel Vivaro und den Renault Trafic. Für den Einbau nennt Paul rund fünf Minuten. Er und sein Team schaffen es in zwei.
Hinter der Box stehen Paul Schneider und Lothar Gallistl, die sich aus der Schulzeit an einer höheren technischen Lehranstalt kennen. Die Idee entstand, als Lothar den Bus seiner Schwester umbauen wollte. Im Oktober 2022 gründeten die beiden die CampBoks GmbH in Euratsfeld in Niederösterreich, wo die Boxen bis heute in einer Tischlerei gefertigt werden. Inzwischen arbeitet dort ein Team von sieben Leuten und verkauft wird in ganz Europa.
Die Grundfläche der Box ist so gewählt, dass sie in möglichst viele Transporter passt. Mit 119 Zentimetern Breite und 128 Zentimetern Tiefe steht sie auf der Ladefläche und darüber liegt die Matratze. Die Breite orientiert sich am Maß einer Europalette. Für den Einbau braucht es nach Herstellerangaben eine Ladefläche von mindestens 200 mal 119 Zentimetern. Wer die Box im Alltag einmal nicht braucht, hebt sie heraus und hat seinen kompletten Laderaum zurück. Bei der Version 2.0 ist das allerdings seltener nötig, denn sie kann dank neuer Maße auch dauerhaft im Auto bleiben.
Die erste CampBoks war 137 Zentimeter tief, die neue kommt mit 128 Zentimetern aus. Diese neun Zentimeter machen den Unterschied, ob in einem VW T7 mit kurzem Radstand die zweite Sitzreihe noch hineinpasst. Mit der neuen Box ist das möglich und so wird aus dem Camper für zwei ein Fahrzeug, in dem auch eine Familie mitfahren kann.
Um die Tiefe zu gewinnen, hat CampBoks den Auszug in den Innenraum gestrichen. Bei der ersten Version kam man an einen Teil des Stauraums nur von innen heran. Steht aber die zweite Sitzreihe im Auto, ist dieser Zugang blockiert. Die neue Box hat deshalb nur noch einen breiten Stauraumauszug, der nach hinten herausfährt. Bei der Pro liegt daneben der schmalere Auszug mit der Küche. In die Rückseite zum Innenraum ist eine Klappe eingebaut, durch die man lange Gegenstände wie Ski oder eine Angel durchschieben kann.
Das Feedback der Kunden aus den ersten Jahren ist nach Pauls Worten direkt in die neue Version geflossen. Die erste Generation bleibt vorerst weiter im Programm. Welche Variante auf Dauer bleibt, will CampBoks davon abhängig machen, was die Kunden wünschen.
Öffnet man die Heckklappe, zieht man links und rechts je eine Sitzbank aus der Box. Jede ist bis 200 Kilogramm belastbar und dazwischen liegt ein Tisch, der 50 Kilogramm trägt. Paul stellt sich bei Vorführungen mit seinen rund 75 Kilogramm auch schon mal selbst darauf. Draußen können so vier Personen gemeinsam essen und sitzen.
Bei der Pro 2.0 fährt auf der linken Seite zusätzlich eine Küchenzeile heraus, die gegenüber der ersten Version gleich geblieben ist. Darin steckt eine Kompressorkühlbox mit 15 Litern, die bis auf minus 20 Grad herunterkühlt. Im Eco-Modus braucht sie nach Pauls Angaben rund 30 Watt, im Max-Modus 60 Watt. Wer sie über die Bordsteckdose des Autos betreibt, schützt die Starterbatterie über einen Batteriewächter, der die Box ab einer bestimmten Spannung abschaltet. Dafür muss die 12-Volt-Steckdose auch bei ausgeschalteter Zündung Strom liefern. Weil das bei vielen neuen Fahrzeugen nicht der Fall ist, sollte man es vor dem Kauf prüfen.
Gekocht wird auf einem Gaskocher von Primus, der direkt an einer Kartusche hängt. Weil keine Gasleitung durchs Fahrzeug führt, braucht es auch keine Gasprüfung. Ist die Kartusche leer, setzt man einfach eine neue ein. Unter dem Kocher sitzen die Gasversorgung und die Technik mit der Wasserpumpe.

Neu ist die Position des Wassertanks, der jetzt direkt in der Küchenzeile sitzt. Mit 15 Litern fasst er etwas weniger als bisher. Der frei gewordene Platz im Stauraum reicht für eine zusätzliche Eurobox. Über einen drei Meter langen Schlauch dient das Wasser auch als Außendusche. Vorne in der Küche ist ein Spülbecken eingelassen. Einen Abwassertank hat die Box nicht.
Der große Stauraumauszug trägt wie die Sitzbänke 200 Kilogramm. Darin stehen Euroboxen, die immer zum Lieferumfang gehören und von einem deutschen Hersteller stammen. Unter den Boxen liegt eine Wanne aus Aluminium. Dort passen auch Dinge hinein, die in keine Eurobox passen, etwa ein Rucksack, ein Koffer oder die Skiausrüstung.
Eine Powerbank gehört nicht zum Lieferumfang, denn CampBoks verkauft ausschließlich die Box selbst. Im gezeigten Aufbau steckte eine Powerbank von Bluetti mit 2 Kilowatt, die genau in den Auszug passt. Beide Auszüge führen ihre Stromkabel in einer Schleppkette mit, so dass Kühlbox und Geräte auch im ausgezogenen Zustand Strom bekommen. Welches Setup sinnvoll ist, bespricht Paul meist am Telefon mit den Kunden, je nachdem, wie viele Personen reisen und welches Fahrzeug sie haben.
Auch von innen kommt man an den Stauraum heran. Durch die Klappe zum Innenraum schiebt man die Euroboxen einfach heraus und die Führungen der Boxen wirken dabei selbst wie ein kleiner Auszug. Wer also morgens im Auto am Laptop arbeitet und mittags lieber hinten an der Heckklappe sitzt, hat seine Sachen an beiden Stellen griffbereit. An die Kühlbox kommt man im Notfall ebenfalls von innen, wenn man das Bett anhebt.
Im Auto liegen zwei Personen auf 200 mal 120 Zentimetern. Für das Bett gibt es zwei Konstruktionen. Beim Couchbett lässt sich ein Teil der Liegefläche zu einer Rückenlehne aufstellen, die in zwei Positionen einrastet. Das ist vor allem für Fahrzeuge ohne Aufstelldach gedacht, denn ein normaler T7 ist innen niedrig. Mit der Lehne kann man im Bett trotzdem aufrecht sitzen, lesen oder arbeiten, während der andere noch schläft.
Die zweite Konstruktion ist ein Flachbett. Dabei liegt auf der Box eine dickere Matratze und ein flaches Element wird nach vorne über die umgeklappte zweite Sitzreihe gelegt. So verlängert sich die Liegefläche über die Sitze hinweg. Paul hebt diese Lösung besonders für Elektrofahrzeuge wie den VW ID. Buzz hervor.
Mit bis zu fünf Personen verreist man nur, wenn es weitere Schlafplätze gibt. Im Fahrzeug selbst schlafen zwei und weitere Personen brauchen ein Aufstelldach. Alternativ lässt sich zum Beispiel das Zelt Outset von Thule nutzen, das an der Anhängerkupplung befestigt wird.
Befestigt wird die Box auf zwei Arten. In Fahrzeugen mit Schienen im Boden, etwa beim VW, beim neuen Ford Tourneo oder bei der Mercedes V-Klasse mit Airline-Schienen, greifen Profile aus Edelstahl direkt in diese Originalschienen. Zum Ausbauen löst man vier Schrauben und hebt die Box heraus. Hat das Fahrzeug stattdessen Zurrpunkte, wird die Box mit einem Zurrsystem gesichert. Die Zurrpunkte sollten dafür außerhalb der 119 Zentimeter Boxbreite liegen, was bei den originalen Punkten der meisten Vans der Fall ist. Komplett ausgestattet wiegt die Box 120 bis 130 Kilogramm. Ohne Bett, Matratze und Einzelteile sind es 80 bis 90 Kilogramm.
Im Konfigurator auf der Website stellt man sich die Box zusammen. Die erste Frage ist, ob man die Pro mit Küche braucht oder die Lite, die statt der Küche einen zweiten Stauraumauszug hat. Danach kommt das Fahrzeug, denn davon hängen die Zusatzartikel ab. Dazu gehören ein Innentisch, Deckel für die Euroboxen und Seitenverbreiterungen, die den Raum neben der Box nutzen. Im T7 lohnen sich die Verbreiterungen nicht, weil dort zu wenig Platz ist. Für andere Fahrzeuge werden sie meist im Werk angepasst, wofür das Auto vor Ort sein muss. Bei gängigen Modellen wie dem T5, dem T6 oder dem Ford Tourneo können sie teils auch verschickt werden.
Geliefert wird kostenlos in ganz Europa. Wer die Box selbst in Euratsfeld abholt, bekommt sie dort eingebaut und erklärt, was nach Pauls Angaben meist ein bis zwei Stunden dauert.
Die Lite 2.0 kostet ab 6.990 Euro, die Pro 2.0 mit Küche ab 7.990 Euro. Die erste Generation lag bei 6.190 Euro für die Lite und 7.590 Euro für die Pro. Die Pro ist damit um 400 Euro teurer geworden, die Lite um 800 Euro.
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