Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit UNICAT vorgestellt.
Die UNICAT MODULAR MD78.5 family suite ist ein Expeditionsmobil auf dreiachsigem MAN TGS für eine Familie mit drei Kindern. In über 10.000 Arbeitsstunden entstand ein Haus mit Kinderzimmer und Elternschlafzimmer. Thomas Waas, der UNICAT 2007 übernommen hat, hat uns das Fahrzeug auf der Abenteuer & Allrad 2024 vorgestellt. Das gezeigte Fahrzeug kostet 1,7 Millionen Euro netto.
Wer zu fünft auf Weltreise gehen will, hat bei der Wahl des Fahrzeugs weniger Spielraum, als man denkt. Ein kurzes Fahrzeug eignet sich kaum für lange Reisen, weil der Stauraum dort schnell an seine Grenzen kommt. Die Familie hinter diesem Fahrzeug hat sich deshalb für etwas Großes entschieden: einen MAN TGS mit drei Achsen, 26 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einer 7,80 Meter langen Wohnkabine. Bei unserem Besuch auf der Messe war das Fahrzeug fertig und wartete noch auf die Übergabe an die Familie.
UNICAT baut seit Jahrzehnten Expeditionsmobile und sitzt heute in Dettenheim bei Karlsruhe. Am Anfang jedes Fahrzeugs steht ein Grundriss-Konzept, das die Lage von Sitzgruppe und Bett festlegt. Alles andere ergibt sich aus dem, was die Kunden brauchen. Wünscht sich eine Familie zum Beispiel Stockbetten für die Kinder, plant das Team sie ein und ordnet den Rest darum herum an. Möbel, Fronten und Farben legen die Kunden gemeinsam mit UNICAT fest. Wer sehen möchte, wie der Bau vorankommt, kann sich nach Voranmeldung in der Werkstatt ein Bild machen.
Auf dem großen Typenschild am Fahrzeug steht MD78, auf dem Nummernschild dagegen TC78. Thomas Waas erklärt den Unterschied so: TC steht für die Baureihe TERRACROSS mit einem Standardgrundriss. Verändert UNICAT daran etwas, ohne den Grundriss grundsätzlich umzubauen, heißt das Fahrzeug MODULAR. Dann lassen sich einzelne Module austauschen oder Breiten verändern. Weil dieses Fahrzeug deutlich vom Standard abweicht, trägt es die Bezeichnung MD78.5.

Thomas zeigt uns das Fahrzeug als jemand, der selbst lange mit einem UNICAT unterwegs war. Der Physiker wollte ursprünglich in drei Jahren über drei Kontinente reisen. Nach einem Jahr war er in Afrika angekommen und blieb dort hängen. Thomas erzählt, je länger man reise, desto langsamer bewege man sich vorwärts. Man wolle jedes Land schließlich so lange genießen, wie es irgend möglich ist. Insgesamt war er acht Jahre auf einem kleineren MAN mit Allrad und einer 5,10 Meter langen Kabine unterwegs. Der Weltreisende brach mit zwei Hunden und einer Katze auf und kam am Ende mit der Katze und einer Ehefrau zurück, die er unterwegs kennengelernt hatte. Bei UNICAT kümmert er sich seit vielen Jahren vor allem um Konzepte für die Elektrik und die Fernüberwachung der Fahrzeuge.
Die Basis ist ein MAN TGS 26.510 6×6 mit 375 kW / 510 PS und permanentem Allradantrieb mit Längssperre. Große Dreiachser gibt es auch von anderen Lkw-Herstellern. UNICAT arbeitet aber seit Langem mit MAN, weil die Fahrzeuge weniger Nutzfahrzeugcharakter haben und sich ab Werk mit Lederlenkrad, Lederbezügen und guten Sitzen deutlich besser ausstatten lassen. Auch Assistenzsysteme wie Spurhalteassistent und Abstandstempomat sind an Bord.

Dass das Fahrzeug eine Doppelkabine hat, ist für eine Familie mit drei Kindern eine Frage der Sicherheit. Während der Fahrt müssen alle Mitreisenden im Fahrerhaus sitzen. Thomas begründet das ganz praktisch: Passiert im Gelände etwas, muss der Fahrer jeden Passagier sehen und mit ihm sprechen können. Normalerweise baut MAN diese Doppelkabine auf den TGM für Feuerwehrfahrzeuge. Dort sitzen hinten bis zu fünf Leute auf einer Bank. Für die Weltreise hat UNICAT in der zweiten Reihe drei Einzelsitze eingebaut, den mittleren als zusätzlichen Platz mit eigener Halterung. Wie vorn sind auch hinten die Sitze luftgefedert. Wem die Seriensitze nicht zusagen, dem baut UNICAT auf Wunsch andere ein.

Im Fahrerhaus steckt viel Arbeit, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Schwerfolien dämpfen den Lärm und der Himmel ist mit Alcantara bezogen, was die Akustik zusätzlich verbessert. Auf Wunsch gibt es außerdem eine erweiterte Lederausstattung. Dazu kommen Schwanenhalsleuchten und eine Kühlbox. Damit sich die Kinder auf langen Etappen Videos ansehen können, gibt es Halter für Tablets. Belederung, Soundsystem und Dämmung übernehmen Zulieferer, die auf dem Qualitätsniveau von UNICAT arbeiten. Im Fahrerhaus sitzt man auf gut zweieinhalb Metern Höhe. Insgesamt ist das Fahrzeug knapp vier Meter hoch.
Zwischen Fahrerhaus und Wohnkabine gibt es einen Notdurchstieg. Dafür klappt man im Fahrerhaus einen Sitz um, nimmt eine Platte heraus und krabbelt hindurch. Praktisch ist das, wenn man in die Kabine möchte, ohne außen herumzugehen. Ein Faltenbalg verbindet die beiden Teile und dämpft die Fahrgeräusche so gut, dass Thomas den Durchgang auch während der Fahrt offen lassen würde.

Damit der lange Dreiachser wendig bleibt, hat eine MAN-Werkstatt eine Hinterachslenkung eingebaut. Ein Hydraulikzylinder lenkt die letzte Achse abhängig vom Einschlagwinkel der Vorderachse mit. Dadurch verkürzt sich der Radstand, den das Fahrzeug in der Kurve wirksam hat. Die Steuerung ist so programmiert, dass die Reifen der gelenkten Achse in der Kurve nicht seitlich über den Boden schieben. Bei niedriger Geschwindigkeit lässt sich die Achse zusätzlich stärker einschlagen, was den Wendekreis im Gelände noch einmal verkleinert. Wer das abgestellte Fahrzeug ansieht, entdeckt die Hinterachslenkung übrigens kaum. Im Stand fehlt der Öldruck und die Hinterräder stellen sich wieder gerade.
In den Tanks finden 860 Liter Diesel Platz. Bei einem Verbrauch von 30 bis 40 Litern auf 100 Kilometern reicht das für 2.000 bis 2.500 Kilometer. Thomas schätzt diese Reichweite vor allem in Ländern, in denen es immer wieder Versorgungsengpässe gibt. Auch im Sand ist sie hilfreich, weil der Verbrauch dort deutlich steigt.
Die Wohnkabine ist 7,80 Meter lang, 2,53 Meter breit und 2,40 Meter hoch. Die Wände bestehen aus Sandwichplatten, die UNICAT als Ganzes einkauft: außen 3 Millimeter GFK-Gewebe, dazwischen 55 Millimeter Schaum und innen eine 2 Millimeter starke Deckschicht. In der Werkstatt werden die Fenster angezeichnet und ausgeschnitten. Die ausgeschnittenen Stücke verwendet das Team für Klappen und Türen weiter, die damit genauso gedämmt sind wie die Wand. Für die Fenster baut UNICAT eigene Rahmen aus GFK. Auch die Winkel an den Kanten sind aus GFK. So dehnen sich alle Teile bei Wärme gleich stark aus und die Klebung hält dauerhaft.
Die Bodengruppe ist ebenfalls eine Sandwichplatte. In ihren Schaum sind Stahlträger eingeschäumt, die UNICAT zeichnet und vom Hersteller der Platten schweißen lässt. Mit dem Lkw-Rahmen ist die Kabine nicht starr verbunden. Je nach Fahrzeug liegt sie an drei, vier oder fünf Punkten auf, so dass sich der Rahmen im Gelände unter ihr verwinden kann, ohne die Kabine mitzuverdrehen.
Hinter einer Klappe aus Aluminium an der Seite der Kabine verbirgt sich ein großer Gasgrill von Napoleon, an dem auch eine Familie mit Gästen satt wird. Der Grill sitzt auf einem Schwerlastauszug. Nach dem Grillen schiebt man ihn zurück, verriegelt ihn und schließt die Klappe. Damit ist der Grill das einzige Gerät mit Gas an Bord. Thomas begründet das mit der Leistung von rund 10 Kilowatt, die sich elektrisch kaum erreichen lasse. Grill, Außendusche und viele andere Ausstattungen sind Sonderwünsche. Einen Konfigurator gibt es dafür nicht, weil man viel Wissen braucht, um sie sinnvoll zu kombinieren. Stattdessen setzt man sich mit UNICAT zusammen und bespricht, welche Optionen es gibt und welche zusammenpassen.

Über dem Fahrerhaus trägt ein Gestell, das UNICAT selbst gebaut hat, mehrere Transportboxen. Dort verstaut man leichte Dinge, die man nicht jeden Tag braucht, etwa Bergegurte oder Toilettenpapier. Auch Kuhfänger und Astabweiser stammen von UNICAT. Die Zusatzscheinwerfer hat das Team zugekauft und selbst montiert.
Am Heck hängt das Reserverad auf einem Träger, den man so verlängern kann, dass er fünf Fahrräder aufnimmt. Mit dem Träger erreicht das Fahrzeug 12 Meter, mehr Gesamtlänge ist nicht erlaubt. Alles, was darüber hinausgeht, muss sich deshalb wegklappen lassen.

Steht das Fahrzeug schief, reicht aus Thomas‘ Reiseerfahrung oft ein Stein oder ein Stück Holz, auf das man mit einem Rad fährt. Bei einem Dreiachser funktioniert das genauso gut wie bei zwei Achsen. Wer es bequemer möchte, bekommt auf Wunsch eine Bodengruppe, die sich hydraulisch in der Höhe verstellen lässt. Von hydraulischen Hubstützen rät UNICAT dagegen ab, weil sie viel zusätzliches Gewicht bedeuten.
Für das Frischwasser gibt es vier Tanks aus Polyethylen mit zusammen 1.520 Litern. Zwei davon liegen unter der Sitzgruppe und fassen rund 800 Liter, zwei weitere liegen im Heck unter dem Bett. Damit kommt eine fünfköpfige Familie mehrere Wochen aus. Auf die Frage, ob man mit einer Aufbereitung von Grauwasser unbegrenzt stehen könne, antwortet Thomas zurückhaltend. Machen lasse sich das zwar. Die Filter setzten sich dabei aber zu und die Pumpen litten darunter. Für Grau- und Schwarzwasser gibt es je einen Tank mit 200 Litern.
Wie UNICAT baut, sieht man an der Schalttafel neben der Sitzgruppe. Statt eines Bussystems schaltet man jeden Verbraucher mit einem einzelnen Schalter, der eine eigene Sicherung hat. Fällt bei einem Bussystem der Touchscreen aus, lässt sich unter Umständen nichts mehr bedienen. Einen einzelnen Schalter kann dagegen jeder Mechaniker irgendwo auf der Welt reparieren oder ersetzen, solange er ein Voltmeter hat. Lebenswichtige Dinge sind außerdem doppelt vorhanden. Jeder der vier Wassertanks hat eine eigene Pumpe und die Pumpen liegen auf unterschiedlichen Stromkreisen. Ebenso gibt es zwei Lichtkreise. Fliegt bei einem die Sicherung heraus, brennt noch Licht.

Da Lichtmaschinen und Starterbatterien des MAN ohnehin auf 24 Volt ausgelegt sind, arbeitet auch das Bordnetz der Wohnkabine mit 24 Volt. Verbaut sind Lithium-Ionen-Batterien von Victron Energy mit 800 Amperestunden bei 24 Volt, also knapp 20 Kilowattstunden. Mit Victron arbeitet UNICAT seit Jahrzehnten eng zusammen. Ein Touchpanel des Herstellers zeigt die Füllstände von Frisch- und Abwasser und wie sich die Energie im System verteilt. Geschaltet wird aber über die Schalttafel. Wechselrichter versorgen ein eigenes 230-Volt-Netz für die Haushaltsgeräte. Die Solarmodule auf dem Dach leisten zusammen 2,2 Kilowatt und liefern je nach Region und Wetter um die 10 Kilowattstunden am Tag. Dazu kommen ein Generator von Panda und ein Weitbereichsladegerät, das Netzspannungen von 90 bis 260 Volt akzeptiert, also auch 110 Volt mit 60 Hertz in den USA. Weil es mit wenig Strom auskommt, lädt es die Batterien auch an schwachen Stromanschlüssen, an denen die großen Ladegeräte in den Wechselrichtern zu viel Strom ziehen würden.
Für Wärme sorgt eine Warmwasserheizung von Webasto mit 9 Kilowatt, die mit Diesel läuft und für Gebläse und Pumpe auch etwas Strom braucht. Thomas hält es für sinnvoll, möglichst wenige Energieträger an Bord zu haben. Diesel ist ohnehin da. Für das Fahrerhaus gibt es eine eigene Heizung, die auch den Motor vorwärmt. Zum Kühlen hat die Kabine drei Split-Klimaanlagen, die direkt mit der Bordspannung laufen. Die Außengeräte sitzen am Heck und schaffen jeweils rund 2,8 Kilowatt Kälteleistung. Als Inverter-Klimaanlagen können sie auch heizen. Jede Klimaanlage versorgt eine eigene Zone der Kabine, darunter Wohnbereich und Elternschlafzimmer. Auch das Fahrerhaus lässt sich getrennt klimatisieren.
In den Baureihen von UNICAT liegt die Sitzgruppe grundsätzlich vorn. Gerade bei leichteren Fahrzeugen mit zwei Achsen soll das Gewicht vorn oder zwischen den Achsen liegen. Unter der Sitzgruppe liegt viel davon: auf der einen Seite die Wassertanks, auf der anderen die Technik.
Die Fenster der Kabine bedient man über einen Hebel. In einer Stellung sind sie ganz geschlossen, in einer zweiten bleibt ein Spalt zum Lüften. Darüber hinaus lassen sie sich stufenlos öffnen. Seitlich halten Gasdruckfedern das Fenster. Drückt man eine Kugel an der Feder hinein, lässt sich das Fenster bewegen. Lässt man sie los, bleibt es in genau dieser Stellung stehen.
In der Küche ist ein Dampfgarer von Gaggenau eingebaut. Das Gerät ist nach den Klimaanlagen der größte Stromverbraucher an Bord, weil es über längere Zeit viel Strom zieht. Thomas kennt das aus eigener Erfahrung, denn in Afrika hat er sein Brot jeden Tag selbst gebacken. Sauerteigbrot, wie er es aus dem Bayerischen Wald kennt, habe er dort außer in Namibia nirgends bekommen. Unter dem Dampfgarer sind eine Geschirrspülmaschine und eine Waschmaschine in Haushaltsgröße eingebaut. Ohne Waschmaschine würde Thomas mit einer fünfköpfigen Familie nicht mehr reisen wollen. Daneben ist ein Kühlschrank von Liebherr in Haushaltsgröße eingebaut, das Gefrierfach liegt darunter.

Gegenüber liegt die Spüle unter einem großen Fenster. Zum Kochen klappt man daneben eine Abdeckung hoch, unter der das Kochfeld liegt. Die Arbeitsplatte ist aus einem Mineralwerkstoff wie Corian.

UNICAT liefert das Fahrzeug mitsamt Geschirr aus und passt die Schubladen genau daran an, damit unterwegs kein Glas wackelt. Die Schubladen schließen mit Kompressionsverschlüssen von Southco, die beim Schließen noch einmal nachziehen und den Korpus unter leichten Druck setzen. Schließzunge und Schließblech fertigt UNICAT selbst, weil sie massiver sein sollen als das Original.

Weiter hinten liegt das Kinderzimmer mit drei Stockbetten übereinander. Jedes Kind hat ein eigenes Fenster und einen eigenen Heizkörper, an dem es die Temperatur selbst einstellen kann.

Ganz hinten liegt das Elternschlafzimmer über die volle Breite der Kabine. Die Wände dort sind mit einem Stoff ähnlich wie Alcantara bespannt, der den Schall dämpft. Unter dem Bett liegen die beiden hinteren Frischwassertanks, die Grau- und Schwarzwassertanks und ein Stauraum, der von außen zugänglich ist. Um die Wartung der Tanks kümmert sich UNICAT.
Alle Möbel eines Fahrzeugs baut eine einzige Schreinerei nach den Vorgaben von UNICAT. So trägt das ganze Fahrzeug dieselbe Handschrift. Die Beschläge setzt und justiert das Team in Dettenheim selbst.
Das Waschbecken im Bad ist ein Wunsch der Familie und aus massivem Mineralwerkstoff gefräst. Die Dusche ist so geräumig, wie man es von zu Hause kennt. Die Toilette spült mit Wasser in einen Schwarzwassertank. UNICAT setzt dabei auf wassersparende Toiletten, die mit wenigen hundert Millilitern auskommen. Je weniger in den Tank fließt, desto länger kann man stehen. Ein Handtuchheizkörper hängt am Heizkreislauf. Damit die Feuchtigkeit nach dem Duschen schnell verschwindet, arbeitet im Bad eine Lüftung mit zwei kleinen Ventilatoren in der Außenwand. Der eine zieht feuchte Luft hinaus, während der andere frische Luft hereinschiebt. Nach einer Weile tauschen die beiden ihre Rollen. Ein Wärmetauscher sorgt dafür, dass dabei je nach Jahreszeit Wärme oder Kühle im Raum bleibt.

So wie das Fahrzeug auf der Abenteuer & Allrad 2024 stand, kostet es 1,7 Millionen Euro netto. Mit Mehrwertsteuer sind es gut 2 Millionen Euro. Thomas rechnet vor, wie dieser Preis zustande kommt. In das Fahrzeug sind über 10.000 Stunden Handarbeit in Deutschland geflossen. Allein damit kommt man über eine Million Euro, und dabei sind Lkw, Hinterachslenkung und Material noch nicht eingerechnet.
Auf das Gewicht schaut UNICAT erst an zweiter Stelle. Leer wiegt das Fahrzeug um die 20 Tonnen. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 26 Tonnen. Wichtiger als jedes Kilogramm ist dem Unternehmen, dass alles zuverlässig funktioniert. Erkennbar ist das an den Fensterbeschlägen und an vielen anderen Details, die auf lange Haltbarkeit ausgelegt sind. Die Aufbautür schließt mit einer Dreipunktverriegelung, die beim Verschiffen und beim Abstellen für besondere Sicherheit sorgt.
Auf die Frage, wie Menschen in armen Gegenden auf so ein Fahrzeug reagieren, erzählt Thomas von seinen Reisen. In den meisten Ländern sei ein Lkw einfach ein Nutzfahrzeug. Erst wenn man anhält, die Tür aufmacht und die Leute ein Haus entdecken, sei die Überraschung groß. Neid habe er dabei nie erlebt. Die Leute hätten das Haus auf Rädern immer bewundert.
Bei knapp vier Metern Höhe muss man unterwegs auch nach oben schauen. In Afrika orientiert man sich am besten an den Überlandbussen, die rund 3,60 Meter hoch sind, denn manche Stromleitungen hängen dort nur auf 3,70 bis 3,80 Metern. Abseits davon kommt man mit einem Fahrzeug dieser Größe an die meisten Orte. Thomas bringt es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: Wo eine Straße gebaut wurde, ist vorher auch ein Bagger hingekommen. In Städte und Altstädte fährt man mit dem Fahrrad und parkt den UNICAT draußen, wie man es mit einem gewöhnlichen Wohnmobil auch macht. Thomas selbst ist in acht Jahren rund 160.000 Kilometer gefahren, vom Nordkap bis nach Kapstadt. Für die Familie, die diese family suite bekommt, beginnt die große Reise erst noch.
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