Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Krug Expedition vorgestellt.
Gaby Fringer und Claudio Ludwig haben ihr Haus in der Schweiz verkauft und ihre Jobs gekündigt, um mit „Manny“ ohne Zeitlimit zu reisen. Manny ist ein Expeditionsmobil von Krug Expedition auf einem MAN TGM 18.320. Die Wohnkabine verfügt über Längsbetten, eine große Küche mit Waschmaschine und hat 685 Liter Frischwasser an Bord. Auf der Abenteuer & Allrad 2025 haben uns die beiden ihr neues Zuhause gezeigt. Mit allen Extras kostete es rund 630.000 Franken netto.
Gaby und Claudio haben nicht lange überlegt. Gaby hatte die Idee, den ganzen Ballast abzuwerfen und einfach zu reisen. Bis zu ihrer Entscheidung für Krug als Aufbauer ihres künftigen Zuhauses vergingen nur ein paar Monate.
Bis dahin wohnten die beiden in einem großen Haus an einem Südhang im Skigebiet Flims Laax. Claudio hatte es selbst geplant und zu einem guten Teil selbst gebaut. Trotzdem waren beide froh, als das Haus verkauft war. Garten und Hang hatten viel Arbeit gemacht und der Verkauf hat sie regelrecht befreit.
Ab September wollten die beiden ganz in Manny wohnen, zunächst noch in der Schweiz. Dort arbeiteten sie die letzten Monate und lernten in vertrauter Umgebung, wie man in dem Fahrzeug lebt. Danach sollte es in Richtung Süden gehen. Die beiden wollen langsam reisen und dort, wo es ihnen gefällt, auch einmal zwei oder drei Wochen bleiben. Bei unserem Besuch war auch ihr kleiner Hund Milo dabei. An Bord war einiges eigens für ihn bedacht. Inzwischen sind Gaby und Claudio unterwegs. Auf ihrem Instagram-Kanal mannys.adventures.232 kann man ihre Reise verfolgen.
Für die Planung und die spätere Pflege eines solchen rollenden Zuhauses bringt Claudio einiges mit. Er war früher Berufssoldat in der Schweizer Armee und hat dort den Lkw-Führerschein gemacht. Danach arbeitete er einige Jahre als Küchenplaner. Diese Erfahrung hat ihm geholfen, die Küche und die vielen Schubladen in Manny zu planen. Vieles hat er selbst gebaut.
Bei der Wahl des Aufbauers sind die beiden gründlich vorgegangen. In einer Excel-Tabelle haben sie alles aufgelistet, was ihnen wichtig war. Dann haben sie mehrere Anbieter verglichen. Krug Expedition aus Schladming in der Steiermark war ihnen von Anfang an sympathisch. Die Bauweise gab aber den Ausschlag. Krug baut seine Kabinen nach festen Grundrissen aus immer gleichen Modulen. Für Claudio ist jedes Fahrzeug deshalb ein erprobtes Serienfahrzeug und kein Einzelstück. Geht unterwegs etwas kaputt, hilft Krug weiter. Oft hilft auch die große Gemeinschaft der Krug-Besitzer, die sich untereinander austauscht.
Manny steht auf einem MAN TGM 18.320 mit Allradantrieb. Der Lkw leistet 320 PS und ist für Gaby und Claudio auf 15 Tonnen abgelastet. Die Zuladung liegt bei rund 4.500 Kilogramm. Diese Reserve lässt viel Spielraum für alles, was man für ein Leben unterwegs braucht.
Der TGM der neuen Generation verfügt über eine Wandlerautomatik. Das Getriebe schaltet so sanft, dass man die Gangwechsel kaum spürt. Claudio ist zum Vergleich auch einen Mercedes Arocs gefahren. Er fand den Arocs lauter und beim Schalten ruppiger. Der TGM fährt sich für ihn fast wie ein Pkw.
Für den TGM sprach auch die Höhe. Das Fahrerhaus des TGM ist niedriger als das eines Arocs. Deshalb passen auf den Dachträger über dem Fahrerhaus noch Stauboxen mit 30 Zentimetern Höhe. Der höchste Punkt ist die Klimaanlage. Bis dorthin misst Manny 3,87 Meter und bleibt damit knapp unter den 4 Metern, die ein Fahrzeug in Deutschland höchstens hoch sein darf.
Statt Außenspiegeln verfügt Manny über Kameras an beweglichen Armen. Stößt ein Arm irgendwo an, klappt er weg wie der Spiegel eines Pkw. So nimmt er nicht so leicht Schaden. Claudio war gegenüber den Kameraspiegeln am Anfang skeptisch. Seine Meinung änderte sich bei der ersten Probefahrt. Auf den Bildschirmen im Fahrerhaus sieht man bei Regen und in der Nacht genauso gut wie am Tag. Weitere Kameras schauen nach vorn und nach unten. Zudem warnt ein Radar mit einem Piepton, wenn neben dem Lkw ein Radfahrer auftaucht.
Gaby und Claudio haben Manny in Perlmausgrau lackieren lassen. Der Farbton ist ein Grau mit Perleffekt und trägt die Nummer RAL 7048. Fahrerhaus und Kabine sehen heute aus wie aus einem Guss.
Über die Kabine zieht sich eine Folie mit einer Wüstenlandschaft und einem großen, kahlen Baum. Claudio hat das Motiv im Internet gefunden. Eine Designfirma aus Schladming hat es in gut zehn Tagen auf die Größe der Kabine gebracht. Auch die Eingangstür ist innen foliert, und zwar mit genau dem Stück des Motivs, das an der Wand dahinter sitzt. Steht die Tür offen, geht der Baum so nahtlos in die Folierung der Kabine über.
Auf dem Fahrerhaus steht der Name Manny. Da die beiden große Fans der „Ice Age“-Filme sind, verbindet der Name die Marke MAN mit dem Mammut Manny. Als Plüschtier fährt das Mammut im Fahrerhaus mit.
Eine elektrische Treppe aus Edelstahl führt in die Kabine. Auf den Stufen lagen Teppiche. So konnte sich Milo mit den Krallen nicht in den Riffelungen der Stufen verhaken.
Um Manny waagerecht zu stellen, nutzen die beiden Luftkissen von EMUK. Man fährt mit dem Rad auf das flache Kissen und pumpt es mit einer Pumpe auf. Das Kissen hebt das Rad an, bis das Fahrzeug gerade steht. In ihrem früheren Wohnmobil hatten die beiden Hubstützen und fanden sie sehr bequem. Für Manny haben sie bewusst darauf verzichtet. Vermisst haben sie die Stützen bisher nicht, und auch die Kissen brauchen sie nur selten.

Am Heck hängt ein hydraulischer Heckträger. Auf ihm stehen die beiden E-Motorräder, das Reserverad und zwei Boxen. Eine der Boxen ist mit Brennholz für das Lagerfeuer gefüllt. Der Träger trägt nach Claudios Erinnerung bis zu 450 Kilogramm. Die Konstruktion ist unten am Fahrgestell mit nur sechs Schrauben befestigt. Mit der Kabine ist er nicht verbunden. Für die Montage stand Manny einige Tage beim Hersteller im Odenwald.
Claudio senkt den Träger per Fernbedienung ab. Der Träger sinkt dann durch sein eigenes Gewicht nach unten. Die Bewegung ist gebremst und erstaunlich leise. Ein Hydraulikzylinder hebt ihn wieder an. Claudio nutzt den Träger auch als Hebebühne, wenn er das Dach putzen will.
Die E-Motorräder stammen von Surron. Die leichten Maschinen wiegen mit Akku jeweils gut 50 Kilogramm und kommen nach Claudios Angabe rund 80 Kilometer weit. Anfangs sollte nur Claudio ein Zweirad bekommen, denn Gaby konnte sich für einen E-Scooter nie so recht begeistern. Nach ihrer ersten Fahrt auf einem Surron wollte sie aber auch eins. Manny bleibt auf dem Stellplatz stehen, und die beiden fahren mit den Motorrädern in den nächsten Ort.
Für die Außenküche hat Claudio ein eigenes Gestell aus Edelstahl entworfen. Ein Kumpel, der sich mit dem Schweißen von Edelstahl auskennt, hat es gebaut. Die Küche steckt in einem Staufach unterhalb der Heckgarage, direkt hinter dem Hinterrad. Man zieht sie wie eine Schublade heraus und sie hängt dann an zwei Schwerlastauszügen. Die Kochstelle sitzt vorn auf dem Auszug und damit ein Stück vom Fahrzeug entfernt. Claudio war das wichtig, weil sonst Fett an die Kabine spritzt. Auf dem Auszug steht eine ganz normale Induktionsplatte aus dem Handel.

Unter dem Bett liegt die Heckgarage. Durch das Längsbett bietet sie viel Platz. Claudio hat jeden Zentimeter genutzt. Ein Schwerlastregal lässt sich nach beiden Seiten weit herausziehen. An ihm hängt außerdem eine Kühlbox, die man auch als Gefrierbox nutzen kann. Rund um das Fahrzeug sitzen weitere Staukästen. Claudio hat alles beschriftet, was darin liegt. In so ein Fahrzeug passt viel und man sollte schnell wissen, wo etwas ist.
Innen ist Manny in drei Bereiche geteilt. Im Heck liegt das Bett. In der Mitte stehen sich Sitzgruppe und Küche gegenüber. Vorn am Eingang liegen Dusche und Toilette in zwei eigenen Räumen.

Gaby und Claudio haben das Farbkonzept gemeinsam ausgesucht. Die Möbel tragen ein dunkles Holzdekor, die Polster sind grau und die Wände hell. Gaby fand das anfangs fast zu dunkel. Unterwegs stehen die Fenster aber meist offen und abends wirkt der Raum dadurch besonders gemütlich.
Für den Grundriss sprachen zwei Dinge: die Längsbetten und das große Fenster an der Sitzgruppe. Dieses Fenster lässt sich mitsamt einem Stück der Außenwand nach oben aufklappen. Dann sitzt man wie auf einer Veranda und schaut zweieinhalb Meter hinunter in die Landschaft. Tisch und Stühle muss man dafür nicht vor dem Fahrzeug aufbauen, was nicht überall erlaubt ist. Claudio tüftelt an einem Fliegengitter, um Mücken und andere Insekten fernzuhalten. Das Gitter soll mit Magnetstreifen am Rahmen halten.
Der Tisch lässt sich absenken. Dann wird aus der Sitzgruppe ein weiteres Bett mit rund 2,00 x 1,40 Metern. Dort kann zum Beispiel die Tochter schlafen, wenn sie zu Besuch kommt. Einen Fernseher gibt es nicht. Stattdessen hängt im Wohnraum ein Beamer, den man nach vorn schwenkt. Die mobile Leinwand stellt Claudio in den Raum oder hängt sie am Bett auf.

Das Bett im Heck misst 1,80 x 2,00 Meter und ist damit so groß wie zu Hause. Gaby und Claudio schlafen in Fahrtrichtung. Diese Anordnung war Gaby besonders wichtig. In einem Querbett müsste einer nachts über den anderen klettern, wenn er aufstehen will. Hier steigt jeder am Fußende aus.
An der Wand über dem Kopfende hängt eine Weltkarte aus Cortenstahl. Cortenstahl bildet eine feste Rostschicht und sieht deshalb rostbraun aus. Claudio hat die Karte versiegelt und von hinten mit LED-Leisten beleuchtet. Abends brennt oft nur die Karte und taucht den Raum in warmes Licht. Für jedes Land, das die beiden bereisen, kommt ein Magnet auf die Karte.
Über dem Bett sitzt eine Dachluke aus Glas. Durch sie kommt man auch aufs Dach. Das Dach der Kabine ist allerdings fast ganz mit Solarmodulen belegt. Zum Sitzen geht man deshalb aufs Fahrerhaus. Dort stehen die Stauboxen in U-Form. Auf die Boxen legt Claudio Sitzpolster wie auf einem Boot. Von dort möchte Claudio einmal die Löwen beobachten.
Die große Küche war Gaby genauso wichtig wie die Längsbetten. Die Arbeitsfläche ist rund zwei Meter lang. Über die Spüle legt man eine Abdeckung, dann hat man noch mehr Platz zum Arbeiten. Die beiden kochen elektrisch, denn Manny kommt ganz ohne Gas aus.

Im Unterschrank der Küche steckt eine richtige Waschmaschine mit Trockner. Gaby wollte sie unbedingt haben. Wer durch viele Länder reist, weiß oft nicht, wo die nächste Wäscherei ist. Mit der eigenen Maschine müssen die beiden in einer neuen Stadt nicht zuerst eine Wäscherei suchen. Die Zeit bleibt dann für den Strand.
Claudio hat viel Zeit in die Schubladen gesteckt. Für das Geschirr hat er einen Einsatz mit mehreren Etagen gebaut. Dafür hat er sich mit einer normalen Oberfräse einen eigenen Frästisch gebastelt und rund 30 Stunden an der Schublade gearbeitet. Seitdem weiß er, warum so eine Schublade viel Geld kostet, wenn man sie machen lässt. Die beiden haben das Geschirr doppelt gekauft. So ist Ersatz da, wenn etwas zu Bruch geht.
Krug verwendet für Türen und Schubladen Drehgriffe. Claudio kennt sie vom Segeln. Man dreht den Griff zu und alles sitzt fest, auch auf einer holprigen Piste.
Dusche und Toilette haben jeweils einen eigenen Raum. So müssen die beiden nach dem Duschen nicht jedes Mal die Toilette mitputzen. Die Dusche ist groß und Claudio duscht dort wie zu Hause. Die Duschwände tragen denselben kahlen Baum wie die Kabine draußen. Ganz in Weiß hätte das Bad für Claudio wie ein Spital ausgesehen.
Im Toilettenraum steht eine Clesana. Diese Toilette verschweißt den Inhalt in einen Folienbeutel, den man im Müll entsorgt. Das System braucht kein Spülwasser und es muss nichts geputzt werden. Eine Toilette mit Zerhacker kam für die beiden nicht infrage. Eine solche Toilette braucht viel Wasser und die beiden nutzen das Frischwasser lieber anderweitig. Außerdem wäre ein defekter Zerhacker irgendwo in der Wüste ein großes Problem.
Damit die Beutel lange reichen, nutzen die beiden nachts einen Einsatz für den Urin. Morgens leeren sie ihn aus und der Beutel bleibt sauber. Im Schnitt brauchen sie so etwa einen kleinen Beutel am Tag.
Claudio hat Armaturen, Griffe und Lampen selbst schwarz lackiert. Ein durchgehend schwarzer Look war ihm wichtig.
Die gesamte Elektrik stammt von Victron. Unter einer Sitzbank liegt der Batterieblock, den Krug in jedes Fahrzeug gleich einbaut. Serienmäßig hat er 660 Amperestunden. Manny verfügt über die größere Variante mit 990 Amperestunden bei 24 Volt. Auf dem Kabinendach liefern Solarmodule 1,4 Kilowatt. Bei Sonne steht der Ladestand deshalb meist bei 99 oder 100 Prozent. Zwei Wechselrichter mit je 5.000 Watt liefern 230 Volt. Fällt einer aus, übernimmt der andere.
Dank des vielen Stroms kann auch die Klimaanlage auf dem Dach lange laufen. Das Gerät kühlt die Kabine auch bei heißen 30 Grad auf entspannte 20 Grad herunter. Die beiden hatten die Klimaanlage vor allem für Milo eingeplant. So konnten sie ihn auch einmal allein im Fahrzeug lassen.
Die beiden haben 685 Liter Frischwasser in drei Tanks an Bord und Platz für 285 Liter Grauwasser. Den Frischwassertank kann man auf zwei Wegen befüllen. Normal füllt man über die Einfüllstutzen. Mit einem Schlauch und einer kräftigen Pumpe kann man auch Wasser aus Flüssen und Bächen ansaugen. Dieses Wasser läuft durch drei Vorfilter, bevor es in den Tank kommt. In der Küche gibt es zwei Wasserhähne. Aus dem einen kommt Wasser zum Abwaschen. Aus dem anderen kommt Trinkwasser, das zusätzlich durch einen UV-Filter läuft.
Manny heizt mit warmem Wasser. Krug baut dafür eine Diesel-Warmwasserheizung ein, die am Landstrom auch elektrisch heizen kann. Wie zu Hause laufen Leitungen mit warmem Wasser durch den Boden des Wohnraums. So kann man auch im Winter komfortabel barfuß laufen. Auch der Handtuchheizkörper im Bad wird warm. Während der Fahrt bringt ein Wärmetauscher die Wärme des Motors in die Kabine. Claudio schaltet ihn per Knopf ein. Der Wärmetauscher heizt dann so lange, wie der Motor läuft. Drückt Claudio den Knopf zu früh, ist es hinten in der Kabine bei der Ankunft 30 Grad warm wie in einer Sauna.
Von der Kabine kommt man durch einen Durchstieg ins Fahrerhaus. Die beiden haben das Fernfahrerbett hinter den Sitzen bewusst behalten. Auf langen Etappen kann einer dort schlafen, während der andere fährt. Gäste haben dort einen eigenen kleinen Raum und Milo lag ebenfalls gern darauf.
Von der Unterschrift bis zur Übergabe vergingen rund 13 Monate. Claudio hat diese Zeit genutzt. Er hat nachts im Halbschlaf geplant und morgens alles aufgezeichnet und Material bestellt. Als Manny Ende Januar kam, standen die Regale voll mit Teilen. Bei Krug selbst dauerte die Übergabe eine ganze Woche. In dieser Woche wurde alles erklärt und die beiden lebten schon im Fahrzeug. Zudem hat Gaby alles gefilmt. Die Aufnahmen haben sich schon bald gelohnt. Kaum waren die beiden losgefahren, kam auch schon die erste Frage.
Mit dem hydraulischen Heckträger und den beiden Surron kostete Manny rund 630.000 Schweizer Franken. Der Preis versteht sich netto, also ohne Mehrwertsteuer.
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