Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Hobby vorgestellt.
Der Hobby Prestige Van 640 ET ist ein Kastenwagen für zwei, den Firmengründer Harald Striewski mitgestaltet hat. Neu ist ein Bad mit fester Falttür statt Vorhang. Alina Kunze ist bei Hobby Product Owner Reisemobile & Kastenwagen und hat uns die First Edition auf dem Caravan Salon 2024 vorgestellt. Der Grundpreis lag dort bei 69.740 Euro. Die First Edition kostete 77.480 Euro.
Harald Striewski hat Hobby 1967 in Fockbek bei Rendsburg gegründet. Beim Prestige Van 640 ET hat der Firmengründer selbst mitbestimmt, und zwar für eine ganz bestimmte Kundschaft: die sogenannten Best Ager, also Paare der etwas älteren Generation, die zu zweit reisen. Für sie hat Striewski die Materialien für Möbel und Boden mit ausgesucht und die Ausstattung festgelegt.
Damit setzt der Prestige Van einen anderen Schwerpunkt als viele Hobby-Modelle, die für Familien gebaut sind. Zusammen mit dem Ontour Van hat er die früheren Vantana-Baureihen von Hobby abgelöst und beide Vans hat Hobby auf dem Caravan Salon 2024 zum ersten Mal gezeigt.
Den Prestige Van gibt es nur mit dem Grundriss 640 ET, mit zwei Längsbetten im Heck über dem Stauraum und dem Bad auf der Fahrerseite zwischen Sitzgruppe und Bett. Das gezeigte Fahrzeug basiert auf dem Fiat Ducato, ist 6,36 Meter lang, 2,05 Meter breit und 2,67 Meter hoch und bietet innen 1,90 Meter Stehhöhe. Fahrbereit wiegt die First Edition 3.039 Kilogramm. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 3.500 Kilogramm, so dass man den Van mit dem Autoführerschein der Klasse B fahren darf. Für Beifahrer, Gepäck und Vorräte bleiben damit rechnerisch 461 Kilogramm.
Die First Edition ist das Sondermodell, mit dem Hobby den Prestige Van auf den Markt gebracht hat. Ein Aufkleber am Messefahrzeug beziffert ihre zusätzliche Ausstattung auf 12.477 Euro. Dazu gehören Voll-LED-Scheinwerfer und ein 2,2-Liter-Motor mit 132 kW und 180 PS, den es nur zusammen mit der 8-Gang-Automatik gibt. Hinzu kommt das Fiat-Paket Vision Level 2 mit Parksensoren, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Totwinkelassistent und Querverkehrswarnung. Das Paket Lounge bringt einen digitalen Tacho, eine automatische Klimaanlage und eine Ladeschale fürs Handy mit. Beide Pakete gibt es nur bei der First Edition. Das Paket Safety mit Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung sowie Regen- und Lichtsensor baut Hobby seit der Saison 2025 in alle Wohnmobile und Kastenwagen ein, weil man an der Sicherheit nach Hobbys Überzeugung nicht sparen sollte.
Ab Werk gibt es die First Edition nur in der Ausstattung, mit der sie auf der Messe stand. Auch die Farbe ist festgelegt: Lanzarote Grey, ein Blaugrau mit roten und schwarzen Akzenten. Weil auf dem Markt so viele weiße Fahrzeuge unterwegs sind, lackiert Hobby seine Kastenwagen immer farbig. Was sich gut nachrüsten lässt, überlässt Hobby bei der First Edition dem Händler. So bleibt der Preis im Rahmen und jeder Kunde bekommt genau die Variante, die er sich wünscht.
Wer lieber ab Werk aus Optionen wählt, greift zum Serienmodell. Äußerlich unterscheidet es sich nur bei den Scheinwerfern von der First Edition und es hat 140 PS mit Schaltgetriebe. Den 180-PS-Motor mit Automatik gibt es dort gegen Aufpreis.
Eine Markise liefert Hobby grundsätzlich ab Werk mit, weil nach Hobbys Erfahrung kaum ein Camper ohne sie reisen möchte. Am Prestige Van sitzt oben an der Beifahrerseite eine schwarze Markise von Thule mit einer LED-Leiste als Vorzeltleuchte.
In der Mitte des Armaturenbretts sitzt ein Media Center von Pioneer mit Apple CarPlay und Android Auto. Eine Navi-Software hat Hobby nicht aufgespielt, weil viele Kunden ohnehin mit dem Handy navigieren, oft mit Apps, in die man die Maße des Wohnmobils eingibt. Das hält den Grundpreis niedriger. Wer die Software trotzdem möchte, kauft sie bei Pioneer dazu. Das Media Center zeigt auch das Bild der Rückfahrkamera am Heck. Aus dieser einen Kamera errechnet die Software drei Ansichten, zwischen denen man auf dem Bildschirm wählt: einen Weitwinkel, einen Blick über einen Fahrradträger hinweg und einen Blick über eine Rollerbühne hinweg. So sieht man beim Rückwärtsfahren auch dann, was hinter dem Van ist, wenn am Heck Räder oder ein Roller hängen.
Für Alina erkennt man Striewskis Handschrift vor allem an den Materialien. Die Sitze sind mit einem Mikrofaserstoff bezogen, der aussieht wie Alcantara. Anders als Leder fühlt er sich nicht kalt an und im Sommer schwitzt man darauf weniger. Flecken lassen sich einfach abputzen. Neu bei Hobby sind die weißen Möbeloberflächen mit einem seidenmatten Perlmutteffekt, wie man ihn von Autolacken kennt. Fingerabdrücke zeichnen sich darauf nicht ab. Der Boden mit warmen Holzdielen und schmalen dunklen Fugen sieht aus wie ein Schiffsdeck und passt damit zum Yacht-Stil, mit dem Hobby den Prestige Van beschreibt.
Unter dem Belag liegt ein Boden aus glasfaserverstärktem Kunststoff, kurz GFK, den Hobby serienmäßig mit XPS dämmt. Der Hartschaum dämmt den Van nach unten. Anders als Holz kann GFK außerdem nicht verrotten, wenn einmal Feuchtigkeit in den Boden gelangt.
Über Fahrerhaus und Sitzgruppe sitzt vorn im Dach das große Panoramafenster Hobby Top, das bei der First Edition ab Werk dabei ist. Die Verkleidung über der Windschutzscheibe heißt Baldachin. Dort läuft statt einzelner Spots eine durchgehende LED-Leiste, die es bei Hobby nur im Prestige Van gibt. Über den Oberschränken kommt eine indirekte Ambientebeleuchtung dazu. Gerade abends prägt dieses Licht die Stimmung im Van. So wie der Van auf der Messe beleuchtet war, kommt er auch ab Werk.
Die Sitzgruppe liegt auf der Fahrerseite: Hinter dem Fahrersitz ist eine Sitzbank eingebaut. Davor befindet sich ein Tisch auf einem Bein und die Fahrerhaussitze lassen sich zum Tisch drehen. Wer einen dritten Schlafplatz braucht, bestellt beim Serienmodell ab Werk einen Bettumbau für die Sitzgruppe. Bei der First Edition baut ihn der Händler nachträglich ein.
Im Heck befinden sich zwei Längsbetten, die sich mit einem Einlegepolster zu einer großen Liegefläche verbinden lassen. Die Liegefläche ist 1,87 Meter breit und je nach Seite 2,01 oder 1,82 Meter lang. Zum Hinaufsteigen in die Betten über dem Stauraum gehört eine kleine Leiter dazu. Unter den Matratzen liegen drei einzelne Lattenroste des Systems GOODSIDE, je einer unter den beiden Betten und einer in der Mitte unter dem Einlegepolster. Der GOODSIDE-Lattenrost spart Gewicht und gibt an Hüfte und Schultern mehr nach als ein klassischer Lattenrost aus Holz. Nimmt man das Einlegepolster heraus und klappt den mittleren Lattenrost hoch, lässt sich durch die Hecktüren auch etwas Hohes in den Stauraum laden, etwa ein Roller. Rund um das Bett laufen Oberschränke mit Klappen.

Für die Kleidung gibt es unter dem Kühlschrank am Ende der Küchenzeile einen Kleiderschrank mit Kleiderstange, in den auch eine Jacke passt. Dazu kommen unter der Vorderkante der beiden Betten Schubladen, aus denen man etwas herausnehmen kann, ohne in einem tiefen Fach suchen zu müssen. Ein Netz sorgt dort dafür, dass beim Bremsen nichts herausfällt.
Die Kopfenden der Betten liegen an den Hecktüren. Alina hat bei der Entwicklung darauf bestanden, dass sich das Handy dort laden lässt und nicht erst am Fußende, weil es bei vielen nachts als Wecker neben dem Kopfkissen liegt. An beiden Kopfenden gibt es deshalb je eine USB-C- und eine USB-A-Buchse. Auf einer Seite kommt eine 230-Volt-Steckdose dazu, die am Landstrom etwa ein Atemtherapiegerät versorgt.
Direkt an der Schiebetür liegt auf der Beifahrerseite die Küche mit einer Kombination aus Spüle und zweiflammigem Gaskocher aus Edelstahl unter einem Glasdeckel. Darunter liegen große Schubladen. Zur Schiebetür hin klappt man eine Verlängerung der Arbeitsplatte hoch, die von einer ausklappenden Stütze gehalten wird. So entsteht beim Kochen zusätzlicher Platz zum Schnippeln oder Abstellen.

Am hinteren Ende der Küchenzeile sitzt ein Kompressorkühlschrank von Thetford mit 90 Litern und Eisfach. Er sitzt oben im Hochschrank, so dass man sich zum Hineinschauen nicht bücken muss, was gerade älteren Reisenden entgegenkommt. Der Kühlschrank läuft mit Strom aus der Bordbatterie, so dass man für das Kühlen unterwegs kein Gas braucht.
Der Frischwassertank fasst 95 Liter und liegt frostgeschützt im Fahrzeug. Der Abwassertank mit 90 Litern sitzt außen und ist bei der First Edition serienmäßig isoliert und beheizt, damit er bei Frost nicht einfriert.
Das Bad liegt auf der Fahrerseite zwischen Sitzbank und Bett. Hobby hat es für den Prestige Van neu entwickelt und in Dunkelgrau, Weiß und Silber gehalten, passend zur Außenfarbe. Weil viele Camper einen Duschvorhang als lästig empfinden, hat das Bad stattdessen eine Falttür aus festen, milchig durchscheinenden Kunststoffelementen, die in einer Schiene unter der Decke läuft. Vor dem Duschen zieht man sie quer durch das Bad zu und deckt die Toilette mit einer ausziehbaren Abdeckung ab. So wird das Bad mit Waschbecken und Toilette zur Duschkabine. In der Brause sitzt ein Mikroschalter. Das ist ein kleiner Schalter, der die Wasserpumpe im Frischwassertank einschaltet, sobald man ihn betätigt. Hinge die Brause tief an der Wand, könnte man beim Sitzen auf der Toilette, beim Umziehen oder beim Zähneputzen leicht dagegenstoßen und den Schalter dabei auslösen. Dann liefe Wasser aus der Brause ins Bad. Deshalb hat Hobby die Halterung der Brause weit oben an der Wand angebracht.
Das Frischwasser fördert eine Tauchpumpe, die direkt im Frischwassertank sitzt. Sie läuft nur, solange ein Schalter sie einschaltet, etwa der in der Brause. Eine Druckwasserpumpe hält die Leitungen dagegen ständig unter Druck und springt von selbst an, wenn man einen Hahn öffnet. Für die kurzen Wege im Kastenwagen reicht die Tauchpumpe gut und Ersatz bekommt man auf Reisen in jedem Land. Wer lieber eine Druckwasserpumpe hätte, lässt sie beim Händler einbauen. Die Toilette ist eine Drehtoilette von Thetford, deren Schüssel sich drehen lässt und so im kompakten Bad Platz spart. Ein Fenster mit blickdichtem Milchglas bringt Tageslicht ins Bad.
Außen auf der Fahrerseite sitzt die Klappe, hinter der man die Toilettenkassette herauszieht. Neu ist darunter eine Auffangwanne. Läuft beim Herausziehen etwas daneben, weil der Verschlussschieber der Kassette nicht ganz zu war, landet es in der Wanne und lässt sich sauber auswischen.

Geheizt wird mit einer Truma Combi 4, die mit Gas arbeitet und einen Boiler mit 10 Litern hat. Die Heizung sitzt unter der Sitzgruppe und man steuert sie über das Bedienteil CP plus. Nach der Norm EN 1646-1 ist ein Fahrzeug wintertauglich, wenn es sich bei null Grad Außentemperatur in zwei Stunden auf 20 Grad heizen lässt. Winterfest verlangt dasselbe bei minus 15 Grad in vier Stunden und eine Wasseranlage, die danach funktioniert. Wie die anderen Hobby-Kastenwagen dieser Preisklasse ist der Prestige Van nach Alinas Worten wintertauglich. Warm bekommt man ihn trotzdem auch bei großer Kälte. Selbst bei minus 20 Grad kann man darin im Bikini sitzen. Die Heizung braucht dann nur etwas mehr Gas als in einem winterfesten Fahrzeug.
Hinter den Hecktüren sitzt neben dem Stauraum unter dem Bett der Gaskasten mit eigener Tür. Darin gibt es einen Auszug für zwei 11-Kilogramm-Flaschen. Eine volle Flasche ist schwer. Dank des Auszugs muss man sie nicht in einen tiefen Kasten heben oder sich hineinbeugen: Man zieht den Auszug heraus, stellt die Flasche darauf und schiebt sie hinein.

Wer im Winter auch während der Fahrt heizen möchte, braucht eine Gasanlage mit Crashsensor, der bei einem Unfall die Gaszufuhr sperrt. Diese Aufgabe übernimmt der Gasdruckregler DuoControl CS von Truma, der außerdem automatisch von der leeren auf die volle Flasche umschaltet. Die Gasanlage lässt sich damit auch unterwegs betreiben. Dazu gehören Gasschläuche mit Schlauchbruchsicherung, die das Gas sperrt, falls ein Schlauch reißt. Bei der First Edition baut der Händler die DuoControl CS auf Wunsch ein und beim Serienmodell lässt sie sich gegen Aufpreis ab Werk bestellen.
Ab Werk hat der Van eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden. Bei Lithium wünscht sich jeder Kunde eine andere Marke. Bei der First Edition baut deshalb der Händler auf Wunsch genau die Lithiumbatterie ein, die der Kunde haben möchte. Beim Serienmodell bietet Hobby ab Werk auch Lithiumbatterien von SUPER B an. Geladen wird über ein Kombigerät von Dometic. Am Landstrom arbeitet es als Ladegerät mit 25 Ampere und während der Fahrt mit 30 Ampere als Ladebooster, der die Aufbaubatterie über die Lichtmaschine lädt. Das Gerät kann außerdem Starthilfe geben: Ist die Starterbatterie nach langer Standzeit zu schwach, bekommt sie Strom aus der Aufbaubatterie. Auslösen lässt sich das direkt am Gerät oder per Bluetooth in der App Hobby Connect, mit der man auch das Licht steuert und den Batteriestand abliest.
Auf der Beifahrerseite gibt es außen den Einfüllstutzen für das Frischwasser, einen TV-Anschluss und eine 12-Volt-Außensteckdose. Kabel für eine Solaranlage und eine SAT-Anlage liegen schon im Fahrzeug. Das erspart beim Nachrüsten das aufwendige Verlegen von Kabeln durch den Kastenwagen. Ebenso ist eine Dachklimaanlage serienmäßig vorbereitet. Im Stauraum unter dem Bett gibt es eine weitere 12-Volt-Steckdose und zwei offene Fächer, etwa für die Kabeltrommel oder Jacken.
Für die First Edition mit 180 PS und Automatik verlangte Hobby auf dem Caravan Salon 2024 genau 77.480 Euro. Das Serienmodell startete auf der Messe bei 69.740 Euro. Dem Aufpreis von 7.740 Euro steht damit eine Editionsausstattung gegenüber, deren Wert Hobby mit 12.477 Euro angab. Bei den Hobby-Kastenwagen der Saison 2024 gab es diese Pakete noch nicht. Alina hat ausgerechnet, dass man dort mit vergleichbarer Ausstattung bei mindestens 95.000 Euro gelandet wäre.
Bis zur Messe hatte Hobby vom Prestige Van ausschließlich die First Edition verkauft. Inzwischen kostet das Serienmodell ab 71.595 Euro auf Citroën-Basis und ab 72.990 Euro auf dem Fiat Ducato. Die First Edition liegt bei 80.355 Euro und fährt mit einem neuen 160-PS-Motor, ebenfalls mit 8-Gang-Automatik. Die Idee der First Edition ist geblieben: ein Kastenwagen für zwei, der fast alles ab Werk mitbringt. Der Händler rüstet nach, was von persönlichen Vorlieben abhängt, etwa eine Lithiumbatterie der Wunschmarke oder eine Druckwasserpumpe.
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