Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit LMC vorgestellt.
Der LMC Cruiser 740 EL ist ein Teilintegrierter mit Längsbetten, an dessen Entwicklung erfahrene Camper mitgewirkt haben. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns der Leiter des Produktmanagements Dominik Osthues das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis lag dort bei 87.700 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete laut Preisschild rund 95.000 Euro.
Die dritte Generation des LMC Cruiser gibt es in drei Grundrissen. Der 740 EL ist darunter der einzige mit Variobad, während der 750 EL und der 750 EF ein Raumbad haben. Das Kürzel EL steht für Einzelbetten und L-Sitzgruppe.
Für die Entwicklung hat LMC erfahrene Camper zu einem Workshop eingeladen. 18 Camper waren dabei und aus ihren Anregungen sind über 90 Verbesserungen in die dritte Generation eingeflossen. Im Workshop ging es um Funktion und um das, was Camping im Alltag ausmacht. Dekore und Stoffe standen von vornherein nicht auf dem Programm. Überrascht war das Team beim Thema Nachhaltigkeit, weil LMC eigentlich Fragen zu den verwendeten Materialien erwartet hatte. Die Camper verbanden mit Nachhaltigkeit dagegen vor allem Solarstrom und Autarkie. Eine Anregung zur Optik gab es trotzdem: Viele Teilnehmer wünschten sich, auf den Stellplätzen neben Weiß auch einmal andere Farben zu sehen. Deshalb ist der Cruiser grau und eine andere Außenfarbe bietet LMC für diese Baureihe nicht an.
Insgesamt hat LMC zwei Jahre Entwicklungszeit in den neuen Cruiser investiert.
Basis ist der Fiat Ducato. Serienmäßig leistet der Motor 103 kW beziehungsweise 140 PS und geschaltet wird von Hand. Gegen Aufpreis gibt es denselben Motor mit Automatik oder den stärkeren mit 132 kW beziehungsweise 180 PS, der ebenfalls mit Automatik kommt.
Zugelassen ist der Cruiser 740 EL mit 3,5 Tonnen und die Masse fahrbereit liegt in der Serie bei 2.995 Kilogramm. Ein geringes Gewicht ist für LMC seit jeher ein großes Thema, damit Camper möglichst viel mitnehmen können. Zwischen Masse fahrbereit und zulässigem Gesamtgewicht liegen gut 500 Kilogramm. Der Fahrer ist in der Masse fahrbereit schon eingerechnet, während Beifahrer und Sonderausstattung noch von diesem Wert abgehen. Wer mehr zuladen möchte und den passenden Führerschein hat, lässt den Cruiser auf 3,65 Tonnen auflasten. Mit dem Maxi-Chassis sind sogar 4,25 Tonnen möglich.
LMC baut den Aufbau im Sandwichverfahren. Das Dach und der Unterboden haben eine Außenhaut aus GFK. Der Boden ist 40 Millimeter stark und Wände und Dach messen jeweils 30 Millimeter. Die Bodenplatte liegt direkt auf dem originalen Fahrgestell von Fiat. Weil LMC ohne Doppelboden baut, bleibt der Aufbau flach und der Cruiser 740 EL kommt bei 7,38 Metern Länge und 2,32 Metern Breite auf eine Höhe von 2,76 Metern. Im Wohnraum beträgt die Stehhöhe 1,90 bis 1,98 Meter.
Frischwasser- und Abwassertank liegen unter dem Boden und sind serienmäßig isoliert. Damit sie im Winter nicht einfrieren, bläst die Heizung warme Luft in ihren Bereich. Geheizt wird mit einer Truma Combi D 6, die mit Diesel läuft und neben dem Wohnraum auch einen Boiler mit 10 Litern erwärmt. Die Zahl im Namen steht für die Heizleistung von 6.000 Watt. Die Combi D 6 heizt auch während der Fahrt.
Weil die Heizung mit Diesel und der Kühlschrank mit Strom arbeiten, braucht der Cruiser 740 EL Gas nur noch zum Kochen. LMC hat ihm deshalb einen Gaskasten für eine Flasche gegeben. Dominik zufolge reicht eine Flasche mit 5 Kilogramm. Platz ist aber auch für eine mit 11 Kilogramm. Wie lange die kleine Flasche hält, hat Dominik ausrechnen lassen: Wer jeden Tag eine Stunde kocht, kommt damit gut drei Wochen aus.
Bei den bisherigen LMC-Modellen saßen die Heckleuchten etwas tiefer als eigenes Bauteil unten am Heck und wirkten dadurch aufgesetzt. Beim neuen Cruiser ist die Heckwand leicht schräg gestellt. So liegen der Dachspoiler oben und die Heckleuchten unten auf einer Linie und die Leuchten sind in die Heckwand integriert. Zwischen ihnen sitzt ein Leuchtband, das LMC Bridge Light nennt. Auch an der Front hat LMC nachgelegt. Die Positionsleuchten, die sonst als zwei einzelne Lampen rechts und links sitzen, sind beim Cruiser ein durchgehendes LED-Lichtband an der Vorderkante der Dachhaube über der Windschutzscheibe. Dominik wollte damit ein Erkennungszeichen schaffen, das vor allem nachts auffällt.
Hinter diesem Detail steckt mehr als Optik. Die Linie aus Spoiler und Heckleuchten markiert das hintere Ende des Fahrzeugs und damit seine Gesamtlänge. Wie weit ein Aufbauer das Fahrzeug über die Hinterachse hinaus verlängern darf, ist begrenzt. Dominik zufolge sind höchstens 60 Prozent des Radstands erlaubt. Wer innen wie außen möglichst viel aus dem Grundriss herausholen will, achtet deshalb genau auf dieses Maß. Bei 4,035 Metern Radstand wären beim Cruiser 740 EL gut 2,42 Meter hinter der Hinterachse erlaubt. Tatsächlich ragt der Aufbau dort knapp 2,40 Meter hinaus und reizt die Grenze damit fast aus.
Weil die Betten im Heck hoch liegen, hat die Heckgarage darunter gut 1,10 Meter lichte Höhe und es passen auch Fahrräder hinein. Die Garagentür lässt sich mit einer Hand öffnen und ist in die Zentralverriegelung eingebunden. Den Anschluss für den Landstrom hat LMC von der Außenwand in die Garage verlegt. So kann die Kabeltrommel in der Garage stehen, wo sie vor Regen geschützt ist.
Öffnet man in der Garage den Durchgang nach vorn, kommt man zwischen den beiden Betten heraus. Im Schlafraum liegt dort eine Stufe, auf die man beim Hineinsteigen ins Bett tritt. Klappt man sie weg, ist der Durchgang zur Garage frei. LMC hat dabei an Hundebesitzer gedacht: Ist der Hund nach dem Spaziergang nass, kann er erst einmal in der Garage trocknen, bevor man ihn durch den Durchgang hereinholt. Wer keinen Hund hat, lagert in der Garage gern die Getränke und kommt durch den Durchgang von drinnen an sie heran. Im Winter bekommt die Garage über eine eigene Düse warme Luft von der Heizung.
Ohne die hohen Wände eines Raumbads reicht der Blick im 740 EL vom Fahrerhaus durch das ganze Fahrzeug bis zu den Betten im Heck und der Innenraum wirkt dadurch großzügig. Über dem Fahrerhaus sitzt serienmäßig ein großes Panoramafenster, das viel Licht in den Wohnraum bringt.
Bei der Sitzgruppe ging es im Workshop um Gemütlichkeit. Die Sitzplätze mit Gurten haben in Reisemobilen meist hohe, aufrechte Lehnen mit Kopfstützen, damit man während der Fahrt sicher sitzt. Zum Entspannen am Abend ist das weniger bequem. LMC wollte die L-Sitzgruppe deshalb so bequem gepolstert haben wie im Wohnwagen. Serienmäßig ist der Cruiser 740 EL ein Grundriss für zwei mit den beiden Gurtplätzen im Fahrerhaus. Den dritten und vierten Platz bringt ein Gurtbock. Gemeint ist ein Teil der L-Sitzgruppe mit zwei Sitzplätzen samt Gurten, Kopfstützen und höhenverstellbarer Rückenlehne, den LMC zusammen mit dem Lieferanten neu entwickelt hat. Vor der Fahrt zieht man die Kopfstützen der beiden Plätze nach oben und drückt ein Zusatzpolster ein, damit man während der Fahrt richtig sitzt. Weil der Gurtbock 45 Kilogramm wiegt, bietet LMC ihn als Option an. So bleibt die Serie leichter für alle, die zu zweit reisen. Mit dem Gurtbock bekommt man auch die Polster, mit denen sich die Sitzgruppe zum Bett umbauen lässt. Für den Gurtbock samt Polstern nennt Dominik rund 2.000 Euro Aufpreis.
Serienmäßig an Bord ist LMC Home, eine digitale Steuerung mit eigenem Display. Über die LMC Home App lässt sich das Fahrzeug in der Nähe und auch aus der Entfernung bedienen. Steuern lassen sich unter anderem Licht, Heizung, Wasser und Kühlschrank. Wer nach einem kalten Tag auf der Skipiste noch in der Hütte sitzt, stellt die Heizung von dort aus schon zwei Grad wärmer.
Zur Küche des 740 EL gehört ein Frankfurter Brett. Gemeint ist ein Schneidbrett mit eingelassenen Bügeln, in denen zwei Schalen hängen, so dass man das Geschnittene direkt hineinschieben kann. Das Brett lässt sich auch mit nach draußen auf den Campingtisch nehmen. In der Küche liegt es auf einem Auszug, der zugleich die Arbeitsfläche erweitert.
Gekocht wird auf einem Kombi-Kochfeld mit einer Induktionsfläche und zwei Gasflammen. Damit bedient LMC zwei Gruppen von Campern: diejenigen, die gern autark stehen, und diejenigen, die ihren Urlaub auf dem Campingplatz mit Stromanschluss verbringen.

Aus dem Workshop stammt ein Auszug für Kaffeemaschine oder Toaster mit zwei Steckdosen hinten im Schrank. Auf einen Wunsch der Camper gehen auch die Antirutschmatten in den Küchenhängeschränken zurück. LMC legt sie ab Werk ein und schneidet sie passgenau zu, auch um die Durchführungen herum.
Gegenüber der Küche ist ein Kompressorkühlschrank mit 132 Litern und Gefrierfach eingebaut. Der Kompressorkühlschrank kühlt auch bei hohen Temperaturen zuverlässig und kommt ohne Lüftungsgitter in der Außenwand aus. Wer länger autark stehen möchte, dem rät Dominik statt der serienmäßigen AGM-Batterie mit 95 Amperestunden zu einer größeren Lithiumbatterie.
Das Bad liegt auf der Fahrerseite zwischen Kühlschrank und Heckbett und wird mit einer platzsparenden Schiebetür geschlossen. Eingebaut sind ein Waschbecken und eine Banktoilette, die LMC im 740 EL als einzige Toilettenvariante anbietet. Zum Duschen schwenkt man die Wand mit dem Waschbecken herum. Die Wand trennt dann die Toilette ab und der Platz davor wird zur Dusche. Zur anderen Seite schließt eine Faltwand die Dusche, die von innen anschlägt, damit das Wasser in der Dusche bleibt. Den verbleibenden Spalt zur Banktoilette schließen drei Einsätze.
Im Heck liegen zwei Längsbetten mit 2,09 mal 0,745 und 1,97 mal 0,745 Metern. Zieht man das Mittelteil aus und legt das serienmäßige Zusatzpolster ein, entsteht daraus ein Doppelbett. Auf der einen Seite gibt es einen Kleiderschrank mit Kleiderstange und einer Schiebetür, die beim Öffnen nicht in den Raum vor dem Bett schwenkt.
Zu den größten Veränderungen gegenüber der vorigen Generation zählt die Rückwand über den Betten. Dort hat LMC die Hängeschränke weggelassen, damit man im Bett aufrecht sitzen kann. Auch das war ein Thema aus dem Workshop: Das Bett soll sich auch tagsüber nutzen lassen, etwa zum Lesen oder für einen Film auf dem Tablet. Dafür gibt es serienmäßig dreieckige Polster, die man nach Belieben als Rückenlehne verstellt. Braucht man sie nicht, lassen sie sich hinter dem Bett verstauen.
Auf dem Caravan Salon 2025 begann der Cruiser 740 EL bei 87.700 Euro. Gegenüber der vorigen Generation war er dabei nur minimal teurer geworden. Das gezeigte Fahrzeug hatte unter anderem die Automatik und weitere Sonderwünsche an Bord und kostete laut Preisschild rund 95.000 Euro. Inzwischen nennt LMC für alle drei Grundrisse einen Grundpreis von 91.990 Euro ab Werk ohne Überführung und Zulassung.
Schon in der Serie bringt der Cruiser 740 EL die Dieselheizung von Truma, den Kompressorkühlschrank, das Kombi-Kochfeld und die Steuerung LMC Home mit App mit. Bei der Batterie lässt LMC dem Kunden die Wahl, damit der Grundpreis nicht für alle steigt. Serienmäßig ist die AGM-Batterie an Bord und gegen Aufpreis gibt es eine Lithiumbatterie, für die sich die meisten Kunden entscheiden, wie Dominik aus Erfahrung weiß. Wer Solarstrom möchte, hat auf dem Dach nach Dominiks Einschätzung Platz für zwei Module mit zusammen rund 400 Watt, je nachdem, ob dort auch eine Sat-Anlage oder eine Klimaanlage sitzt.
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