Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit REIMO vorgestellt.
Der Adria Supertwin 700 SGX ist ein Allrad-Kastenwagen auf Mercedes Sprinter mit zwei Längsbetten im Heck, die sich als Hubbett elektrisch nach oben fahren lassen. Als erster Campervan hat er serienmäßig eine Alde-Warmwasserheizung an Bord, die mit Diesel heizt. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns REIMO-Geschäftsführer Kurt Manowski das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 130.690 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete 150.000 Euro.
Mit dem Supertwin baut der slowenische Hersteller Adria einen Kastenwagen auf Mercedes Sprinter mit Allradantrieb. Zuerst gab es ihn als Supertwin 600 mit einem Querbett im Heck, den Adria auf dem Caravan Salon 2024 als Konzeptfahrzeug gezeigt hatte. Auf dem Caravan Salon 2025 zeigte Adria dann zum ersten Mal den Supertwin 700 SGX, der mit 6,97 Metern rund einen Meter länger ist. Wie Kurt Manowski erklärt, braucht vor allem das Bett diesen zusätzlichen Meter. Im Heck liegen nämlich zwei Längsbetten, die sich gemeinsam als Hubbett elektrisch unter die Decke fahren lassen. Darunter entsteht eine Heckgarage, die mit dem Bett höher oder niedriger wird. Kurt ist Geschäftsführer von REIMO in Weiterstadt und das Unternehmen ist seit dem Jahr 2000 Generalimporteur von Adria in Deutschland.
Gedacht ist der 700 SGX nach Kurts Einschätzung vor allem für ältere Paare, die in Europa auch einmal abseits der Straße stehen möchten, etwa im Winter in Schweden unter dem Polarlicht oder an der Küste. Der Allradantrieb gibt ihnen die Sicherheit, von dort auch wieder wegzukommen. Die Längsbetten kommen dieser Zielgruppe entgegen, weil beim nächtlichen Aufstehen niemand über den anderen hinwegsteigen muss.
Der Supertwin 700 SGX ist 2,09 Meter breit und 2,89 Meter hoch und im Wohnraum beträgt die Stehhöhe rund 1,90 Meter. Die Masse fahrbereit liegt bei 3.420 Kilogramm. Serienmäßig ist der Supertwin 700 SGX mit 4,1 Tonnen zugelassen, so dass bis zum zulässigen Gesamtgewicht rechnerisch 680 Kilogramm für Gepäck, Mitfahrer und Zubehör bleiben. Fahren darf man ihn mit einem Führerschein der Klasse C1 oder mit dem alten Führerschein der Klasse 3.
Basis ist der Mercedes Sprinter 419 CDI mit 140 kW beziehungsweise 190 PS, einer Neungang-Automatik und permanentem Allradantrieb. Inzwischen führt Adria auf seiner deutschen Website zusätzlich eine Version mit Hinterradantrieb und 150 PS. Serienmäßig rollt der Allrad-Supertwin auf 17-Zoll-Alufelgen mit grobstolligen Offroad-Reifen vom Typ Grabber AT. Damit trifft Adria, was die Kunden nach Kurts Erfahrung wollen: ein Fahrzeug, das außen robust wirkt und innen elegant und warm ist. Für den Lack gibt es vier Farben und jede kostet dasselbe. Ab Werk ist der Supertwin in Tenorit Grau metallic lackiert.
Kurt zufolge sind rund 80 Prozent der Assistenzsysteme, die Mercedes für den Sprinter anbietet, schon im Grundpreis enthalten, darunter der Tempomat. Weitere Systeme wie eine 360-Grad-Kamera gibt es als Option. Weil der Allradantrieb den Sprinter rund zehn Zentimeter höher legt, liegt auch der Einstieg um so viel höher. An der Schiebetür fährt deshalb serienmäßig eine elektrische Trittstufe aus. Auf Wunsch gibt es eine solche Stufe auch an den Fahrerhaustüren, wo sie beim Öffnen der Tür von selbst herausfährt. Für die Hinterachse bietet REIMO eine Zusatzluftfederung an. Mit ihr lässt sich das Heck bei schwerer Beladung wieder auf die normale Höhe anheben.

Auf dem Dach sitzt serienmäßig eine Reling, die zugleich als Dachgepäckträger dient. Darauf montiert REIMO die optionale Solaranlage oder auf Wunsch zusätzliche LED-Scheinwerfer nach vorn und nach hinten. Fenster und Dachhauben sind immer dabei. Aufpreis kosten zum Beispiel die Markise oder technische Extras wie die Solaranlage und eine größere Batterie.
Die Warmwasserheizung von Alde kennen viele Camper seit Langem als Gasheizung. Inzwischen gibt es sie auch mit Diesel und der Supertwin ist der erste Campervan, in dem sie serienmäßig eingebaut ist. Die Alde Compact 4000 D bezieht ihren Diesel aus dem 90 Liter großen Tank des Sprinters, so dass man beim Heizen unabhängig vom Gas ist. Die 4000 im Namen ist dabei keine Leistungsangabe. Mit Diesel heizt die Anlage nach Angaben von Alde stufenlos mit 1 bis 6 Kilowatt und verbraucht dabei zwischen 0,1 und 0,6 Litern pro Stunde. Am Landstrom heizt sie zusätzlich elektrisch mit bis zu 3,3 Kilowatt und ein Boiler mit 10 Litern liefert warmes Wasser.
Die Wärme verteilt sich über eine Fußbodenheizung und über Konvektoren an den Seitenwänden, unter den Sitzen, unter dem Bett und im Bad. Die Fußbodenheizung reicht bis unter die Duschwanne und endet vorn am Fahrerhaus. Dort legt Adria um jeden Sitz einen Heizkörper in L-Form. Gegen Aufpreis gibt es für das Fahrerhaus einen beheizten Teppich, der an die Fußbodenheizung angeschlossen wird und im Winter für warme Füße sorgt. Auch das Fach, in dem die Toilettenkassette sitzt, wird beheizt, damit dort bei strengem Frost nichts einfriert. Außerdem lässt sich die Heizung an den Kühlkreislauf des Motors koppeln, so dass man den Mercedes-Motor über die Alde vorwärmen kann. Der Abwassertank ist ebenfalls beheizt und sein Ablassventil öffnet man elektrisch.
Zur Dämmung hat Adria jeden Holm der Karosserie mit einer Spezialmatte belegt. Die Flächen dazwischen sind mit einer aluminiumkaschierten Dämmung ausgekleidet, die Kurt als eine Art Mineralwolle beschreibt. Darauf sitzen 3 Millimeter starke Filzplatten, die die Feuchtigkeit auffangen, die im Reisemobil entsteht. Auch die Hecktüren sind gedämmt. Gegen Licht und Blicke von außen lassen sich Front- und Seitenscheiben des Fahrerhauses serienmäßig verdunkeln. Auf dem Caravan Salon angekündigt war zusätzlich ein Thermovorhang, den man hinter den Sitzen anknöpft. Er schirmt den Wohnraum zum Fahrerhaus hin ab. Dessen einfach verglaste Front- und Seitenscheiben dämmen deutlich schlechter als die doppelten Kunststofffenster im Wohnraum und sind im Winter die größte Kältebrücke im Fahrzeug.
Über dem Fahrerhaus sitzt ein großes Panoramafenster, das sich öffnen lässt. Eine ähnliche Variante hat Adria rund fünf Jahre zuvor auf dem Fiat Ducato eingeführt. Für Kurt war das der Durchbruch für Fahrzeuge mit viel Licht und offenem Raumgefühl. Auf die Frage, ob man das große Fenster während der Fahrt hört, sagt Kurt, dass es nicht mehr Geräusche macht als die serienmäßigen Fahrerhaustüren oder die Schiebetür. Über der Sitzgruppe kommt ein zweites großes Dachfenster dazu, das sich aufstellen lässt.
Die Fahrerhaussitze lassen sich zur Sitzgruppe drehen. Adria bezieht sie selbst und baut dabei auch die Sitzheizung ein. Serienmäßig sind sie mit Stoff und Kunstleder in Schwarzgrau bezogen und gegen Aufpreis gibt es schwarzes Leder. Die Möbel fertigt eine Tochterfirma, die ausschließlich für Adria arbeitet. Der Tisch ist frei schwebend befestigt und kommt ohne Tischbein aus. Sitzen dort mit gedrehten Fahrerhaussitzen vier Personen, haben alle ihre Beine frei und auch das Ein- und Aussteigen an der Sitzgruppe fällt leichter. Unter den Sitzen gibt es Stauraum und dort sitzt auch ein Teil der Heizung. Weiteren Stauraum bieten Oberschränke mit rund 30 Zentimetern Tiefe und zwei Ablagen über dem Fahrerhaus.
Gekocht wird mit Gas auf zwei Flammen. Für Kurt ist eine Gasflasche der leichteste Weg, Energie zum Kochen mitzunehmen, während man für elektrisches Kochen entsprechend viele Batterien bräuchte. Für Kunden, die oft am Landstrom stehen, hatte Kurt auf dem Caravan Salon zusätzlich ein Kochfeld mit Induktion und Gas angekündigt. Inzwischen führt Adria die Kombination aus zwei Gasflammen und einer Induktionsplatte als Option. Am Ende des Küchenblocks lässt sich eine Verlängerung der Arbeitsplatte herausziehen, unter der ein kleines Fach liegt. Die Armatur über der Spüle ist schwenkbar. In den Schubladen liegen ab Werk Antirutschmatten. Sie verhindern, dass Teller und Töpfe während der Fahrt hin und her rutschen, und dämpfen so auch das Klappern. Zur Küche gehört ein Kompressorkühlschrank, der nach Herstellerangaben 84 Liter fasst. Gegen Aufpreis gibt es einen mit 138 Litern.
Serienmäßig hat der Supertwin eine Lithiumbatterie mit 100 Amperestunden an Bord. Gegen Aufpreis lässt sich die Kapazität auf bis zu 300 Amperestunden erweitern. Die optionale Solaranlage besteht aus zwei Modulen mit zusammen rund 240 Watt. Auch einen Wechselrichter gibt es als Option. Die Steckdosen, die an ihm hängen, sind rot, damit man sofort sieht, wo auch ohne Landstrom 230 Volt anliegen. Daran lässt sich zum Beispiel eine Kapselmaschine für den Kaffee betreiben.
Das Bad liegt gegenüber dem Küchenblock und ist als Schwenkbad gebaut. Im Alltag nutzt man dort die Toilette und das Waschbecken, das an einer Schwenkwand sitzt. Zum Duschen schwenkt man diese Wand wie eine Tür über die Toilette und das Waschbecken wandert dabei einfach mit. Danach zieht man die Rolltür zu und das ganze Bad wird zur Dusche, deren Boden die Duschwanne bildet. Die Rolltür braucht beim Öffnen keinen Platz im Gang. Ab Werk ist eine Kassettentoilette von Thetford eingebaut. Als Option nennt Adria eine wasserlose Toilette von Clesana, die den Inhalt automatisch in Folie verschweißt, so dass man die Beutel einfach mit dem Restmüll entsorgen kann. Unter der Decke lässt sich eine Stange herunterklappen, an der man zum Beispiel einen nassen Neoprenanzug zum Trocknen in die Dusche hängt.

Hinter dem Bad liegen die beiden Längsbetten, die 2 Meter lang und zusammen 1,90 Meter breit sind. Das Hubbett läuft auf Schienen. Verstellen lässt es sich elektrisch und leise, entweder vom Innenraum aus oder von hinten bei geöffneten Hecktüren. Wer Fahrräder einladen möchte, muss dafür also nicht erst nach drinnen gehen. Schlafen kann man in jeder Höhe. Für den Einstieg liefert Adria eine Klappleiter aus Aluminium mit. Auf dem Caravan Salon angekündigt war außerdem eine Schublade, die man in der untersten Bettposition als Trittstufe herausziehen kann. Über dem Bett gibt es ein kleines Dachfenster und eine Klimaanlage lässt sich als Option einbauen.

Unter dem Bett liegt die Heckgarage. Steht das Bett ganz unten, beträgt die Ladehöhe rund 90 bis 95 Zentimeter. Fährt man es ganz nach oben, wird die Garage deutlich höher. Dann sind es rund 1,50 Meter, so dass auch Fahrräder und E-Bikes hineinpassen. Klappt man die Matratzen des Hubbetts zur Mitte, gewinnt man noch ein paar Zentimeter dazu. An den Innenseiten der Hecktüren hängen Taschen, die zur Ausstattung gehören. Auch in der Garage hat die Alde-Heizung Auslässe. Im vorderen Teil der Garage sitzen hinter einer Klappe mit Lüftungsgitter die Alde-Heizung samt Wartungszugang und der Frischwassertank. Hinter den Klappen dort bleibt noch etwas Stauraum. Auf der Beifahrerseite der Garage gibt es außerdem einen Anschluss für eine Außendusche, damit man sich etwa nach dem Surfen draußen abduschen kann.
Der Grundpreis des Supertwin 700 SGX liegt bei 130.690 Euro. Auf dem Caravan Salon 2025 nannte Kurt dafür rund 131.000 Euro und mit Fracht und Fahrzeugbrief rund 132.500 Euro. Darin stecken bereits der Allradantrieb, die Automatik, der Motor mit 190 PS, die Offroad-Bereifung, die Alde-Dieselheizung und die Lithiumbatterie. Das gezeigte Fahrzeug kostete 150.000 Euro. Dafür waren unter anderem die Klimaanlage, eine Anhängerkupplung für 2 Tonnen Anhängelast und weitere Ausstattung von Mercedes an Bord.
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