Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Niesmann+Bischoff vorgestellt.
Der Niesmann+Bischoff Arto 84 ist ein integrierter Tandemachser auf Mercedes Sprinter, der mit 8,45 Metern genau zwischen dem Arto 78 und dem Arto 88 liegt. Im 37 Zentimeter hohen Doppelboden stecken 300 Liter Frischwasser, die gesamte Technik und viel Stauraum. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns Philipp Komers, der bei Niesmann+Bischoff Marketing & Vertrieb leitet, das neue Modell vorgestellt. Der Grundpreis lag auf der Messe bei 158.990 Euro.
Niesmann+Bischoff hat den Arto rund zehn Jahre lang auf dem Fiat Ducato gebaut. Nach Philipps Erfahrung haben Kunden das Unternehmen immer wieder auf den Mercedes Sprinter angesprochen, weil er so gut zur Marke passe. Im Jahr vor der Messe kam deshalb die neue Generation auf Sprinter mit dem Arto 78 und dem Arto 88 heraus. Auf dem Caravan Salon 2025 feierte der Arto 84 als drittes Modell seine Weltpremiere. Mit 8,45 Metern ist er rund 60 Zentimeter kürzer als der Arto 88 und hat anders als der Arto 78 eine Tandemachse.
Gekürzt hat Niesmann+Bischoff vor allem im hinteren Teil. Vorn ist kaum etwas anders und die Küchenzeile entspricht dem Arto 88. Beim Arto 88 folgen dahinter ein großer Kühlschrank, ein Kleiderschrank und ein freistehender breiter Waschtisch. Im Arto 84 stehen an dieser Stelle der Kühlschrank und ein Apothekerauszug und dahinter beginnt gleich das Bad. Ganz hinten liegen zwei Einzelbetten. Der Arto 84 ist 2,40 Meter breit und 3,03 Meter hoch. Die Stehhöhe im Wohnraum beträgt 1,98 Meter.
Zugelassen ist der Arto 84 mit 5,5 Tonnen und die Masse fahrbereit liegt bei 3.715 Kilogramm. Weil er kürzer ist als der Arto 88, wiegt er weniger und das kommt der Zuladung zugute. Zwischen Masse fahrbereit und zulässigem Gesamtgewicht liegen rund 1,8 Tonnen, von denen ein Teil auf die Sonderausstattung entfällt. Gedacht ist der Arto 84 vor allem für Paare, die zu zweit reisen und auch einmal ein Enkelkind mitnehmen.
Vorn sitzt der Triebkopf des Mercedes Sprinter. Bevor er zu Niesmann+Bischoff ins Werk kommt, setzt AL-KO hinter dem Triebkopf den neuen Tiefrahmen Vario Space an. Dieser Rahmen liegt noch ein paar Zentimeter tiefer als der bisherige Tiefrahmen von AL-KO und hat schmalere Holme. Dadurch bleibt Platz für einen 37 Zentimeter hohen Doppelboden, ohne dass der Arto 84 höher als 3,03 Meter wird. Serienmäßig hat der Sprinter 110 kW beziehungsweise 150 PS. Im Chassispaket kommen Alufelgen, die Neungang-Automatik von Mercedes und der stärkere Motor mit 125 kW beziehungsweise 170 PS dazu. Diese Kombination würde Philipp selbst nehmen und nach seiner Erfahrung wollen das auch die Kunden.
Auf der Tandemachse fährt sich der Arto 84 nach Philipps Worten wie auf Schienen, auch wenn die Heckgarage beladen ist. Für die Länge des Fahrzeugs ist der Überhang am Heck kurz, was zum Beispiel beim Auffahren auf eine Fähre angenehm ist. Serienmäßig federt die Hinterachse mit Drehstabfedern. Eine Luftfederung gibt es als Option. Nach Philipps Einschätzung reicht der Fahrkomfort aber auch ohne sie aus.
Wände und Dach baut Niesmann+Bischoff als Sandwich mit Aluminium außen und innen und einem Kern aus geschlossenzelligem PU-Schaum. Die Platten verpresst das Unternehmen im eigenen Werk. Innen kommt eine Verkleidung dazu, die zusätzlich dämmt und den Schall schluckt. Geheizt wird serienmäßig mit einer Warmwasserheizung von Alde, die mit einer Fußbodenheizung gekoppelt ist. Wohnraum und Schlafzimmer lassen sich getrennt temperieren. Gegen Aufpreis bringt eine zusätzliche Pumpe die Wärme der Heizung über den Motorwärmetauscher ins Fahrerhaus, so dass auch im Stand warme Luft aus den Düsen strömt. Nach Philipps Angabe ist der Arto 84 komplett winterfest und eignet sich damit auch für den Urlaub an der Skipiste.
Hinter den Schürzenklappen liegt der Doppelboden. Auf der Beifahrerseite neben der Einstiegstür sitzen große Auszüge mit Aufbewahrungsboxen, in denen man zum Beispiel die Grillsachen unterbringt. Auf der Fahrerseite liegen die Servicefächer mit kleineren Stauräumen für Schläuche, Auffahrkeile oder den Verbandskasten. Als Option gibt es eine Zentralverriegelung für alle Klappen, die jeder Kunde selbst programmieren kann. So kann er etwa festlegen, dass beim Öffnen nur die Beifahrerseite entriegelt wird. Eine weitere Besonderheit ist die Aufbautür, die normalerweise bis 135 Grad aufschwingt. Ist die Schürzenklappe daneben geöffnet, begrenzt ein Stellmotor den Öffnungswinkel auf 90 Grad, damit Tür und Klappe nicht aneinanderstoßen.
Die Heckgarage ist 1,27 Meter hoch. Damit passen große E-Bikes und auch ein Roller hinein. Zurrschienen sind immer dabei und ansonsten bleibt die Garage bewusst frei, damit jeder sein eigenes Schienen- oder Fahrradträgersystem einbauen kann. Eine Durchreiche verbindet die Garage mit dem Heckbett, so dass man etwa an die Getränke kommt, ohne bei Regen hinauszugehen. Licht in der Garage und in allen Klappen des Doppelbodens schaltet man über einen Taster drinnen oder von außen.
Serienmäßig hat der Arto 84 eine Lithiumbatterie mit 150 Amperestunden, die am Landstrom über ein normales Ladegerät geladen wird. Im gezeigten Fahrzeug steckt das große Lithium-Energiepaket mit drei Batterien und zusammen 450 Amperestunden. Dazu gehören zwei erweiterbare Solarmodule mit je 110 Watt und ein Kombigerät von Victron mit 3.000 Watt. Als Wechselrichter versorgt es alle Steckdosen auch ohne Landstrom mit 230 Volt und am Landstrom lädt es die Batterien mit 100 Ampere. Während der Fahrt lädt außerdem ein Ladebooster.
Im Gaskasten finden zwei Flaschen mit 11 Kilogramm Platz. Als Option gibt es zusätzlich einen festen Gastank mit 50 Litern Volumen. Er fasst nach Philipps Angabe rund 20 Kilogramm Gas und damit fast so viel wie die beiden Flaschen zusammen. Mit einem Hebel wählt man, ob die Flaschen oder der Tank das Gas liefern. Den Tank füllt man an jeder Autogas-Tankstelle und im Ausland reicht ein Adapter. Philipp empfiehlt den Gastank vor allem für Wintercamper, weil die Heizung dann am meisten Gas braucht.
Die Ablassventile für Frisch-, Ab- und Schwarzwasser liegen im isolierten Bereich, durch den auch die Warmwasserheizung läuft. Die Ventile haben Querschnitte von einem Zoll wie im Flair, dem großen Integrierten von Niesmann+Bischoff. Mit den optionalen elektrischen Schiebern öffnet man Ab- und Schwarzwassertank per Tastendruck von innen. Über eine eigene Spülleitung lässt sich der Schwarzwassertank nach dem Urlaub durchspülen.
Vorn drehen sich die Sitze von Isri zur Sitzgruppe. Den Tischfuß kann man verschieben und den Tisch drehen. Dazu tritt man unten auf eine Platte am Fuß und schiebt den Tisch dorthin, wo man ihn gerade braucht. Für die Fahrt schiebt man ihn ganz nach vorn, damit man nach hinten durchgehen kann. Serienmäßig läuft über dem Fahrerhaus eine Reihe Hängeschränke rund um die Front. Wer mehr Schlafplätze braucht, bekommt stattdessen ein Hubbett mit 1,88 mal 1,28 Metern. Das Hubbett verschwindet so in der Decke, dass man es kaum sieht. Heruntergeholt wird es von Hand mit einem Griff. Für mehrere Tage am selben Platz gibt es eine zweite Raststufe knapp unter der Decke, in der das Bettzeug liegen bleiben kann.
Direkt nach der Messe wollte Niesmann+Bischoff außerdem einen absenkbaren Tischfuß gegen Aufpreis anbieten, mit dem sich die Sitzgruppe zum Bett umbauen lässt. Den dritten und vierten Gurtplatz bietet als Option eine patentierte Drehbank. Für die Fahrt rastet man die Bank aus und dreht sie quer, so dass beide Plätze in Fahrtrichtung zeigen. Ein fünfter Gurtplatz lässt sich als Klappsitz dazu wählen. Zusammen mit dem Bett aus der Sitzgruppe können so zum Beispiel Großeltern mit drei Enkeln reisen, ohne auf die Hängeschränke über dem Fahrerhaus zu verzichten.
Die Möbel sind mit echtem Holz furniert, im gezeigten Fahrzeug in Walnuss. Alternativ gibt es gebeizte Eiche unter dem Namen Breeze Oak, eine helle Decke und verschiedene Polster bis zum neuen Vollleder Cashew. Jede Lampe lässt sich über die App steuern und dimmen, auch mit eigenen Lichtszenen.
Gekocht wird auf einem Hybridkochfeld aus dem Flair mit zwei Gasflammen und einer Induktionsfläche. Die Induktion läuft am Landstrom und über den Wechselrichter auch frei stehend. Wer lange autark steht, kocht mit Gas. Arbeitsplatte und Spüle sind aus einem Stück Mineralwerkstoff. Ein Fernseher mit 32 Zoll fährt per Tastendruck elektrisch aus der Küchenzeile und lässt sich von den gedrehten Fahrersitzen aus ansehen. Serienmäßig liegen unter dem Kochfeld zwei große Auszüge. Stattdessen gibt es einen Backofen mit Gas, einen Geschirrspüler oder eine Kompressorkühlschublade mit 90 Zentimetern Breite. Mit der Kühlschublade kann man den Kühlschrank abwählen und bekommt an seiner Stelle einen weiteren Kleiderschrank. Im Boden des Gangs liegt außerdem ein Stauraumsystem mit vier Boxen, das es im Arto 78 nicht gibt.
Am Bedienpanel steuert man auch das elektrische Frontrollo. Das Rollo dunkelt die Frontscheibe ab und dient während der Fahrt als Sonnenblende. Beim Frühstück fährt man es nur so weit herunter, dass man noch hinausschaut und trotzdem für sich bleibt. Startet man den Motor, fährt es von selbst wieder hoch. Eine Klimaanlage auf dem Dach gibt es als Option. Serienmäßig sitzt dort eine Dachluke mit 40 mal 40 Zentimetern.
Das Bad liegt zwischen Küche und Heckbett auf beiden Seiten des Gangs. Auf der einen Seite sitzen die Toilette und der Waschtisch, gegenüber liegt die Dusche. Schließt man die Tür nach vorn und die Schiebetür nach hinten, entsteht ein Raumbad. Weil zwischen Sitzgruppe und Schlafbereich dann zwei Türen liegen, kann einer vorn noch fernsehen, während der andere hinten schon schläft. Die Duschkabine hat eine Regendusche, eine Handbrause und eine Tür aus Echtglas, die nach innen und nach außen schwingt. Weil die Duschkabine kein Fenster hat, sorgt dort ein Lüfter für frische Luft. Die Stehhöhe in der Dusche schätzt Philipp auf etwas über 1,90 Meter.
Als Option gibt es statt der Kassettentoilette ein Keramik-WC mit Vakuumsystem und einem Schwarzwassertank mit 170 Litern. Eine Absaugung zieht Gerüche über einen Aktivkohlefilter ab. Für die Spülung gibt es zwei Tasten und die Wassermenge lässt sich einstellen. Philipp war mit einem Arto 78 mit Festtank-WC drei Wochen im Urlaub und hat es genossen, in dieser Zeit keine Kassette zur Entsorgung tragen zu müssen. Deshalb empfiehlt er das WC ohne Einschränkung. Über dem Waschbecken hängt ein Spiegelschrank mit Steckdose und darüber sitzt ein kleines Dachfenster.

Im Heck liegen über die ganze Breite zwei Einzelbetten auf einem Tellerfedersystem. Zusammen messen sie rund 2,02 mal 2,01 Meter. Darüber hängen tiefe Hängeschränke und in kleinen Nischen gibt es USB-Anschlüsse mit USB-C und USB-A. Die gepolsterte Heckwand gibt es in Schwarz, Weiß und weiteren Farben. Am Fußende stehen auf beiden Seiten Kleiderschränke. In die Durchreiche zur Garage passt zum Beispiel eine Box von IKEA, die man als Wäschekorb von außen herausnehmen kann.
Auf dem Caravan Salon 2025 lag der Grundpreis des Arto 84 bei 158.990 Euro. Bis zu rund 800 Kilogramm Sonderausstattung lassen sich nach Philipps Angabe einplanen und viele Kunden konfigurieren ihr Fahrzeug umfangreich. Das gezeigte Fahrzeug war unter anderem mit dem großen Lithium-Energiepaket, dem Chassispaket, dem Festtank-WC und dem Gastank nahezu voll ausgestattet. Nach Philipps Schätzung lag es damit bei rund 250.000 Euro. Ausgeliefert werden sollten die ersten Fahrzeuge laut Niesmann+Bischoff ab Sommer 2026.
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