Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Nomade Nation vorgestellt.
Der Nomade Nation Neo S ist ein knapp sechs Meter langer Kastenwagen auf Fiat Ducato aus Spanien, bei dem eine Wand mit Tür das Fahrerhaus vom Wohnraum trennt. Den gewonnenen Platz nutzt eine L-Küche. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns Importeur Olivier Van Assche den Van vorgestellt. So wie er auf der Messe stand, kostete der Neo S 74.600 Euro zuzüglich Transport.
Nomade Nation sitzt in Montcada i Reixac nördlich von Barcelona. Angefangen hat das Unternehmen mit Ausbauten nach Kundenwunsch in kleinen Serien. Seit rund drei Jahren baut es unter der Marke Nomade Nation Fahrzeuge in fester Ausstattung und hat in dieser Zeit nach Oliviers Angabe rund 200 Stück gefertigt und verkauft. Alle Möbel entstehen in der eigenen Werkstatt. Auf dem Caravan Salon 2025 war Nomade Nation zum ersten Mal in Deutschland vertreten. Olivier Van Assche bringt die Fahrzeuge nach Deutschland und in die Schweiz und ist mit dem gezeigten Neo S selbst unterwegs. Der Van hatte zum Caravan Salon schon rund 10.000 Kilometer auf dem Tacho, auch von Fahrten zu Ausstellungen in ganz Europa.
Das Besondere am Neo S ist die Trennwand hinter dem Fahrerhaus mit einer Tür, durch die man nach vorn gelangt. Ist die Tür geschlossen, bleibt die Wärme im Winter im Wohnraum und an der kalten Frontscheibe schlägt sich weniger Feuchtigkeit nieder. In warmen Ländern wie Spanien hält die Wand umgekehrt die Hitze draußen, die durch die Frontscheibe ins Fahrerhaus kommt. Und wer die Tür schließt, sitzt in einem Raum, der eher an einen Wohnwagen erinnert als an einen Kastenwagen.
Direkt hinter der Trennwand liegen die L-Küche auf der einen Seite und das Bad gegenüber auf der anderen. In der Mitte stehen sich zwei Sitzbänke gegenüber und im Heck liegt quer das Bett über der Garage. Bei 5,99 Metern Länge, 2,05 Metern Breite und 2,52 Metern Höhe bietet der Neo S im Wohnraum 1,93 Meter Stehhöhe und Schlafplätze für zwei Personen.
Nomade Nation baut ausschließlich auf dem Fiat Ducato in der aktuellen Generation auf. Serienmäßig hat der Ducato 103 kW beziehungsweise 140 PS und ein Schaltgetriebe. Wer lieber automatisch schaltet, bekommt die Automatik zusammen mit dem stärkeren Motor mit 132 kW beziehungsweise 180 PS. Nach Oliviers Angabe kostet das rund 4.000 Euro Aufpreis. Die Masse fahrbereit liegt bei rund 2.850 Kilogramm und zugelassen ist der Neo S mit 3,5 Tonnen.
Für Deutschland sind Markise und Alufelgen serienmäßig. Am gezeigten Fahrzeug fehlte die Markise noch, weil es für die Messe schnell aus der Produktion geholt wurde. Ebenfalls Serie sind die elektrische Trittstufe und ein Fliegengitter. Die Markenfarbe von Nomade Nation ist das dunkle Lanzarote Grey von Fiat. Alternativ gibt es den Neo S in Weiß und auf Wunsch auch in jeder anderen Farbe, die Fiat anbietet.
Gedämmt ist der Neo S rundum mit K-Flex in 20 Millimetern Stärke, einem Dämmstoff ähnlich wie Armaflex. Auch die Schiebetür und die Hecktüren sind komplett gedämmt. Die Wände sind mit einem weichen Material verkleidet, das sich wie Alcantara anfühlt und sich leicht reinigen lässt. Möbel und Wände gibt es innen in Grau oder in Weiß. Auf der Messe kam das gut an: Nach Oliviers Angabe gefielen den Besuchern vor allem der andere Grundriss, die eigenständigen Möbel sowie Farben und Atmosphäre.
Die Küche zieht sich an der Seitenwand unter dem Fenster entlang. Vorn an der Trennwand sitzt der Kocher, weiter hinten folgt die Spüle. Klappt man an der Trennwand ein Brett hoch, verlängert es die Arbeitsfläche in den Raum hinein und es entsteht eine L-Küche. Steht der Van, kann die Arbeitsfläche einfach hochgeklappt bleiben.

Gekocht wird auf einem Gaskocher mit einer Flamme. Wer mehr möchte, bekommt einen Kocher von Dometic mit zwei Flammen und Abdeckung. Weil das Gas nur zum Kochen dient, reicht eine kleine Flasche lange. Unter der Arbeitsfläche liegen große und tiefe Schubladen. Der Kompressorkühlschrank fasst rund 85 Liter und hat ein Gefrierfach. Auf Wunsch gibt es einen Kühlschrank mit 140 Litern. Ein weiterer Schrank lässt sich mit einer Stange ausrüsten, damit man dort Kleidung aufhängen kann.
Gegenüber der Küche liegt das Bad, ebenfalls direkt an der Trennwand. Olivier ist 1,76 Meter groß und kann die Dusche nach eigener Aussage jeden Tag benutzen. Wenn es regnet, duscht er lieber im Van als auf dem Campingplatz. Nach seiner Einschätzung passen Menschen bis rund 1,85 Meter in die Dusche. Weil die Wände glatt sind und kaum etwas herausragt, ist das Bad nach dem Duschen schnell wieder sauber. Ab Werk ist eine Kassettentoilette von Dometic eingebaut. Auf Wunsch gibt es eine Trenntoilette. Geplant ist außerdem eine Wand, die die Toilette beim Duschen abschirmt. Am Heck gibt es zusätzlich serienmäßig eine Außendusche mit warmem und kaltem Wasser.
In der Mitte des Wohnraums stehen sich zwei Sitzbänke gegenüber. Der Tisch kommt ohne Stützfuß aus und trägt nach Oliviers Angabe trotzdem viel Gewicht. In den beiden Ablagen über den Bänken sitzen Steckdosen mit 230 Volt sowie USB-Anschlüsse in beiden Formen, USB-C und USB-A. Jede Leselampe hat zusätzlich einen eigenen USB-C-Anschluss. Gesteuert wird alles über ein Bedienpanel. Als Option soll ein digitales Panel von Garmin folgen, auf dem man auch den Verbrauch sieht. Über der Sitzgruppe sitzt ein großes Dachfenster. Weiteren Stauraum hat Nomade Nation über dem Fahrerhaus untergebracht.
Im Heck liegt das Querbett mit 1,92 mal 1,30 Metern. Eine Verbreiterung der Liegefläche ist geplant. Eine Klimaanlage gibt es als Option und sie kommt dann vorn ins Dach.
Unter dem Bett liegt die Heckgarage. Man erreicht sie über die Hecktüren und durch einen Durchgang vom Wohnraum aus. Dazu kommt eine kleine Durchlade, durch die sich lange Gegenstände wie Skier oder Angeln ganz durchschieben lassen. Die Hecktüren sind innen genauso verkleidet wie der Wohnraum. In der Garage gibt es Licht, eine Steckdose mit 230 Volt und einen Platz für die Gasflasche. In der spanischen Version steht dort eine Flasche für Autogas, für Deutschland passt nach Oliviers Angabe eine Flasche mit 5 Kilogramm. Auch der Frischwassertank mit 113 Litern sitzt hinten und lässt sich zur Wartung von oben erreichen.
Die Elektrik stammt komplett von Victron. Serienmäßig sind eine Lithiumbatterie mit 100 Amperestunden und 200 Watt Solar auf dem Dach an Bord. Im gezeigten Fahrzeug ist außerdem ein Wechselrichter eingebaut. Wer länger frei stehen möchte, rüstet mit einem Paket auf 270 bis 540 Amperestunden, zwei Solarmodule und einen Wechselrichter mit 3.000 Watt auf. Dafür nannte Olivier rund 3.800 Euro. Der Abwassertank fasst 90 Liter und ist beheizt und isoliert. Geheizt wird mit einer Dieselheizung von Autoterm. Inzwischen bietet Nomade Nation auch eine Truma Combi 4D+E an.
Auf dem Caravan Salon 2025 kostete der Neo S so, wie er auf der Messe stand, 74.600 Euro. Darin stecken unter anderem Lithiumbatterie, Solar, Wechselrichter, Markise, Alufelgen, elektrische Trittstufe und Außendusche. Für die Lieferung nach Deutschland kommen die Transportkosten dazu. Inzwischen nennt Nomade Nation für den Neo S einen Preis ab 75.900 Euro. Bestellt werden konnte der Neo S direkt auf der Messe und ausgeliefert wird er in Deutschland seit Januar 2026.
Optional gibt es nach Oliviers Angabe nur sehr wenig. Neben dem stärkeren Motor mit Automatik, dem Paket für die Elektrik, der Klimaanlage und dem größeren Kühlschrank gibt es ein Kinopaket für rund 1.300 Euro. Das Kinopaket bringt einen Beamer, eine Leinwand und vier Lautsprecher von JBL für Raumklang mit. Automatik, Kinopaket und Elektrikpaket zusammen kosten rund 9.100 Euro Aufpreis.
Hast Du einen Fehler im Artikel entdeckt? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis.