Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Notin vorgestellt.
Der Notin Bruges ist ein kompakter Teilintegrierter auf Mercedes Sprinter. Auf 6,89 Metern bringt er ein Heckbad über die ganze Breite, einen großen Kleiderschrank und eine Garage mit besonders hoher Tür unter. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns Exportleiter Julien Saura das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis lag auf der Messe bei 101.900 Euro.
Notin sitzt in Panissières an der Loire und baut seit 1921 Freizeitfahrzeuge. In diesem Jahr entstand bei den Brüdern Notin der erste Wohnanhänger und 1948 folgte das erste Wohnmobil. Damit gehört Notin zu den traditionsreichsten Herstellern Europas. Heute ist das Unternehmen Teil der Trigano-Gruppe. Seit 2023 gibt es die Baureihe Exclusiv auf Mercedes Sprinter und der Bruges ist ihr Neuzugang für das Modelljahr 2026. Nach Juliens Erfahrung ist der Sprinter in Deutschland besonders gefragt und auch in Frankreich gehört ein Exclusiv-Modell zu den Bestsellern von Notin.
Der Bruges ist 6,89 Meter lang, 2,30 Meter breit und 2,90 Meter hoch. Dass Notin unter drei Metern bleibt, hat einen Grund in Frankreich: Bis zu dieser Höhe fällt ein Wohnmobil auf den französischen Autobahnen in die günstigere Mautklasse 2. Vorn liegt die Sitzgruppe mit dem Hubbett darüber, in der Mitte die Küche. Dahinter folgt ein Bad über die ganze Breite mit der Dusche auf der Fahrerseite sowie Toilette und Waschtisch auf der Beifahrerseite. Ganz hinten liegt die Heckgarage. Auf der Beifahrerseite hat sie die übliche Höhe und darüber sitzt der Kleiderschrank. Auf der Fahrerseite reicht die Garage dagegen bis unter das Dach. Im Wohnraum beträgt die Stehhöhe 2,15 Meter.
Basis ist der Mercedes Sprinter 315 mit zwei Litern Hubraum, 110 kW beziehungsweise 150 PS und Automatikgetriebe. Zugelassen ist er mit 3,5 Tonnen und die Masse fahrbereit liegt bei rund 3.100 Kilogramm. Wer mehr zuladen möchte, bekommt den Bruges auch als Sprinter 417 mit 125 kW beziehungsweise 170 PS und 4,2 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Nach Juliens Angabe ist diese Version in Deutschland sehr beliebt.
Notin setzt die Kabine direkt auf das Fahrgestell von Mercedes. Wände und Dach entstehen in der eigenen Bauweise NCIS, die für Notin Composite Inaltérable System steht. Das ist ein Sandwich aus GFK außen, einem Schaumkern und GFK innen, verstärkt mit Strukturen aus PVC und ganz ohne Holz. Wände und Dach sind 30 Millimeter stark und der Boden 63 Millimeter. Mit dieser Bauweise hält Julien den Bruges ohne Einschränkung auch für Reisen in kalte Länder geeignet. Die Heckwand fertigt Notin aus einem Stück GFK.
Die gesamte Technik ist bei Notin von außen zugänglich. Alle elektrischen Komponenten sitzen geordnet in einem Fach vorn auf der Beifahrerseite, das man von außen öffnet. Fällt unterwegs eine Sicherung aus, weiß man so sofort, wo man suchen muss. Geheizt wird mit einer Truma Combi. Im Gaskasten finden zwei Gasflaschen Platz und eine Truma DuoControl CS mit Crashsensor ist serienmäßig an Bord.
Serienmäßig sind außerdem eine Lithiumbatterie mit 100 Amperestunden und Tanks mit jeweils 100 Litern für Frisch- und Abwasser. Der Abwassertank liegt isoliert und beheizt unter dem Boden, so dass der Bruges kein eigenes Winterpaket braucht. Auf Wunsch gibt es eine Lithiumbatterie mit 200 Amperestunden, über 400 Watt Solar auf dem Dach und einen Wechselrichter. Auch eine Klimaanlage ist als Option erhältlich. Nach Juliens Angabe bekommt der Bruges dafür ein verstärktes Dach, wenn man die Klimaanlage gleich ab Werk bestellt.
Auf der Beifahrerseite hat die Heckgarage eine Tür in gewohnter Größe. Auf der Fahrerseite ist die Öffnung dagegen deutlich höher, weil die Garage dort über die volle Höhe des Aufbaus reicht. So lassen sich auch ein Surfbrett, ein Stand-up-Paddle, lange Stangen oder Campingstühle aufrecht verstauen. Zusätzliche Regale lassen sich ebenfalls einbauen.

Ausgekleidet ist die Garage mit Filz. An den Kanten sitzen schützende Leisten und an den Wänden gibt es Haken und Netze. Die Garage ist isoliert, hat einen Stromanschluss und wird über zwei Auslässe der Truma-Heizung mitgewärmt. Hier sitzt auch der Ablass für den Abwassertank. Eine Durchreiche verbindet die Garage mit dem Innenraum, so dass man zum Beispiel an Wasserflaschen auch von drinnen herankommt.
Mit den gedrehten Fahrerhaussitzen finden an der Sitzgruppe sechs Personen Platz. Für die Fahrt lassen sich in der Sitzbank zwei Gurtplätze mit Klappsitzen aufrichten, so dass der Bruges zusammen mit Fahrer und Beifahrer vier Personen befördert. Bettbezüge, Vorhänge und Kissen fertigt Notin in seiner eigenen Polsterei und dort wird auch das Kunstleder auf die Holzteile gebracht.
Über der Sitzgruppe hängt das elektrische Hubbett mit einer Liegefläche von rund 1,90 mal 1,60 Metern. Es liegt auf einem Lattenrost und hat eine Matratze aus Memory-Schaum. Das Bett lässt sich stufenlos verstellen. Wer nur zu zweit reist, braucht die Sitzgruppe nicht als Bett. Nimmt man die Rückenlehnen heraus, lässt sich das Hubbett deshalb bis auf die Sitzbank herunterfahren und man braucht dann nicht einmal die kleine Leiter. Ist das Bett ganz oben, bleibt darunter nach Notins Angabe eine Stehhöhe von 1,85 Metern. Das große Panoramafenster in der Front und die Dachhaube sind serienmäßig.
Ab Werk ist der Bruges für drei Schlafplätze ausgelegt. Dafür wird der Tisch abgesenkt und die Sitzgruppe zu einem Einzelbett umgebaut. Als Option gibt es zusätzliche Polster für ein größeres Bett mit bis zu 2,05 mal 1,45 Metern und damit einen vierten Schlafplatz. Gedacht ist der Bruges vor allem für zwei Personen, die aber auch einmal die Enkel mitnehmen können. Im Wohnraum gibt es neben der direkten Beleuchtung mit Spots auch indirektes Licht. Links und rechts über dem Fahrerhaus liegen zwei offene Ablagen, die Notin auf Wunsch mit kleinen Klappen verschließt.
Die Küche ist der Fahrzeuglänge entsprechend kompakt gehalten. Legt man die Abdeckung auf die Spüle, entsteht zusätzliche Arbeits- und Schneidfläche. Daneben liegt ein Gaskocher mit zwei Flammen. Statt des Gläserhalters neben der Spüle lässt sich ein Platz für eine Kaffeemaschine einrichten. Die beleuchtete Dunstabzugshaube arbeitet mit Umluft und Filter. Unter dem Kocher liegt eine große Schublade für die Töpfe. Für kleinere Leute lässt sich unten ein Tritt herausziehen, damit sie gut an den oberen Schrank kommen. Gegenüber steht der Absorberkühlschrank von Dometic und daneben ein Apothekerschrank, der im Modelljahr 2026 neu dazugekommen ist. Auch das Möbel am Eingang ist neu und hat eine ausziehbare Halterung für den Fernseher. Am Eingang gibt es außerdem ein eigenes Schuhfach.
Während die Kabine selbst holzfrei ist, setzt Notin bei den Möbeln auf echtes Holz. Die Türrahmen sind aus Massivholz und die übrigen Möbel aus leichten Sandwichplatten mit einem Kern aus PET-Schaum, die mit echtem Holz belegt sind. Wände und Decke sind innen mit pflegeleichtem Laminat verkleidet. Alle Übergänge zwischen den Holzteilen sind zusätzlich verfugt. Über ein Bedienpanel steuert man Licht und Wasserpumpe und sieht den Stand der Batterien.
Das Bad reicht mit rund 2,20 Metern über die ganze Breite des Hecks. Auf der Beifahrerseite sitzen die Toilette und ein Waschtisch mit einer Arbeitsplatte aus Acryl, die stoßfest ist und Kosmetik verträgt. Ab Werk ist das eine Kassettentoilette und auf Wunsch baut der Händler eine Trenntoilette ein. Auf der Fahrerseite liegt die Dusche mit rund 80 mal 85 Zentimetern. Ihre Duschwanne aus verstärktem GFK gibt auch unter einem Erwachsenen nicht nach, so dass man nach Juliens Worten jeden Tag duschen kann wie zu Hause. Die Falttür aus Kunststoff und Aluminium läuft hinter einer Lippe, damit das Wasser in der Dusche bleibt. Darüber sitzt eine kleine Dachluke. Schließt man die Badtür, dämpft sie auch die Geräusche zum Wohnraum.
Hinter dem Bad liegt über der Garage der Kleiderschrank, den man durch eine Tür mit Spiegel erreicht. Er ist rund 1,10 Meter tief und hat darunter Schubladen hinter zwei Schiebetüren. Auf der Fahrerseite ist er etwas weniger tief, damit die Garage dort ihre volle Höhe behält.
Auf dem Caravan Salon 2025 lag der Grundpreis des Bruges bei 101.900 Euro. Notin bietet dazu zwei Pakete an. Das Paket für das Basisfahrzeug bringt unter anderem das Infotainmentsystem MBUX, den Abstandstempomaten Distronic, weitere Fahrassistenten, eine lackierte Kabine und Alufelgen mit. Das Paket für den Aufbau enthält unter anderem Rollos für die Front und Jalousien. Mit diesen Paketen und weiteren Optionen kommt man nach Juliens Angabe im Schnitt auf rund 130.000 Euro. Dafür bekommt man einen Teilintegrierten unter sieben Metern, der Heckbad, großen Kleiderschrank und eine hohe Garage zugleich unterbringt.
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