Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Bürstner vorgestellt.
Der Bürstner Signature ist der Teilintegrierte, mit dem die Marke nach dem Abschied von 15 Baureihen neu startet. In nur sechs Monaten entwickelt, bringt er ein Bad mit, das durch Verschieben einer Wand zur Dusche wird. Entwicklungsleiter Jan Klusmann hat uns den SFT 7.0 auf dem Caravan Salon 2025 vorgestellt. Der Grundpreis liegt bei 76.999 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostet rund 102.000 Euro.
Wer in den vergangenen Jahren einen Bürstner suchte, hatte die Wahl zwischen sehr vielen Baureihen und Grundrissen. Im November 2024 hat Hubert Brandl die Geschäftsführung übernommen und seitdem hat sich das grundlegend geändert. Bürstner hat 15 Baureihen eingestellt und konzentriert sich auf drei neue, von denen der Signature die teilintegrierte ist.
Jan Klusmann leitet bei Bürstner die Entwicklung und Konstruktion. Er ist seit neun Jahren im Unternehmen und arbeitet seit 2001 in derselben Funktion in der Branche. Noch im November 2024 hat er mit seinem Team die drei neuen Baureihen skizziert. Im Januar 2025 begann die eigentliche Entwicklung und ein halbes Jahr später standen die Fahrzeuge in Düsseldorf auf der Messe. Für ein neues Fahrzeug rechnet Jan normalerweise mit einem guten Jahr bis zu zwei Jahren, je nachdem, wie komplex es ist.
Damit Händler und Kunden die neuen Modelle auf den europäischen Messen sehen konnten, hat Bürstner 28 Prototypen gebaut, 13 davon vom Signature. Auch das ausgestellte Fahrzeug war ein solcher Prototyp. Die Serienproduktion sollte nach Jans Angabe im Herbst 2025 anlaufen. Die kleinere Modellpalette kommt nach Jans Ansicht auch der Qualität zugute. Wer wenige Grundrisse baut, montiert dieselben Teile immer wieder. Außerdem haben die Konstrukteure mehr Zeit, sich mit jedem einzelnen Bauteil zu beschäftigen.
Unter dem Signature steckt ein Fiat Ducato mit 140 PS und Automatikgetriebe. Gegen Aufpreis gibt es den Motor auch mit 180 PS. Bürstner kauft bei Fiat allerdings nur den vorderen Teil mit Fahrerhaus und Motor und lässt dahinter von AL-KO einen eigenen Tiefrahmen anbauen. Dieser Rahmen liegt deutlich tiefer als das Serienfahrgestell. So entsteht Platz für einen doppelten Boden, in dem Wassertanks und Leitungen liegen. Außerdem ist der AL-KO-Rahmen rund 40 Kilogramm leichter als das Originalfahrgestell.
Das Gewicht spielt beim Signature eine große Rolle. In der Grundausstattung bringt der SFT 7.0 fahrbereit 2.880 Kilogramm auf die Waage und bleibt damit klar unter der zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen. Wer viel Ausstattung bestellt oder viel zuladen möchte, kann den Signature auf 3.650, 4.250 oder 4.500 Kilogramm auflasten lassen. Wer einen Führerschein für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen hat, dem empfiehlt Jan 4,25 Tonnen, weil dann genug Reserve zum Zuladen bleibt. Wer nur die Klasse B besitzt, darf nach der neuen EU-Führerscheinrichtlinie ab dem 26. November 2029 mit einer Zusatzschulung Wohnmobile bis 4,25 Tonnen fahren.
Der Aufbau besteht komplett aus GFK. Die 30 Millimeter starken Seitenwände sind als Sandwich mit GFK auf beiden Seiten gebaut und so stabil, dass Bürstner innen ohne zusätzliche Stützen auskommt. Streift man auf dem Stellplatz einen Ast, bleibt an der GFK-Wand nach Jans Erfahrung keine Delle zurück. Und falls doch einmal ein Schaden entsteht, lässt sich GFK gut reparieren, indem man die Stelle neu laminiert, spachtelt, schleift, lackiert und poliert.
Besonders auffällig ist das Heck mit seinen integrierten LED-Leuchtbändern. Das Heck entsteht als Formteil, bei dem das Harz zwischen zwei Werkzeugschalen aufschäumt. Das macht das Bauteil leicht und trägt dazu bei, dass der Signature unter drei Tonnen bleibt. Solche großen Formteile kauft Bürstner bei langjährigen Zulieferern zu, während Möbel und Wände im eigenen Werk entstehen. Vorn trägt der Signature einen eigens entwickelten Kühlergrill mit dem neuen Bürstner-Logo. Den Aufbau gibt es in Weiß und Grau und die Farbe der Pfeile im Dekor wählt man selbst.
Über der Sitzgruppe sitzt auf Wunsch ein Panoramadach aus Glas. Der Innenraum sollte möglichst hell werden und deshalb hat Bürstner die Öffnung so groß gemacht, dass die Oberschränke beim Blick nach vorn beinahe ins Glas hineinzuragen scheinen. Wie ein Fenster zu Hause besteht das Panoramadach aus Isolierglas mit zwei Scheiben. Das Glas ist flächenbündig eingelassen und lässt sich nicht öffnen. Gelüftet wird über eine Dachhaube direkt dahinter.
Gerade im Winter möchte Jan auf das Glas nicht verzichten, weil dann jeder Sonnenstrahl ins Fahrzeug fällt. Im Sommer, wenn die Sonne den Innenraum aufheizt, zieht er das Plissee zu. Dieses Plissee ist doppelt gelegt und schließt eine Luftkammer ein, die zusätzlich isoliert. Durch den doppelten Aufbau bekommt der Stoff außerdem keine Knicke.

Hinter dem Fahrerhaus sitzen sich im Stand zwei Bänke gegenüber und zusammen mit den gedrehten Fahrerhaussitzen entsteht eine gemütliche Sitzgruppe. Gegen Aufpreis lässt sich die Bank auf der Fahrerseite zur Rückbank für die Fahrt umbauen. Dazu schiebt man den Tisch, der auf Gleitern in einer Schiene läuft, zur Seite, dreht die Bank in Fahrtrichtung und setzt ein Füllstück ein. So fahren zwei weitere Personen angeschnallt mit. Mit einem zusätzlichen Sitz mit ISOFIX auf der gegenüberliegenden Seite, ebenfalls gegen Aufpreis, reisen bis zu fünf Personen. Die drehbare Bank ist patentiert und stammt von Niesmann+Bischoff, die wie Bürstner zur Erwin Hymer Group gehören.
Die Stehhöhe beträgt 1,98 Meter. Jan ist 1,86 Meter groß und hat selbst mit Schuhen noch Luft über dem Kopf. Decke und obere Wandbereiche sind im gezeigten Fahrzeug mit Stoff bespannt. Darunter liegt eine Schaumschicht, die Klappergeräusche verhindert und die Akustik im Innenraum verbessert. Außerdem schließt sie die Fuge zwischen Oberschränken und Decke.
Für einen gelegentlichen Gast lässt sich die Sitzgruppe im SFT 7.0 gegen 690 Euro Aufpreis zu einem Gästebett umbauen. Wer zu viert schlafen möchte, wählt den Grundriss SFT 7.1 mit elektrischem Hubbett über der Sitzgruppe. Das Bett misst 1,93 mal 1,30 Meter und verschwindet tagsüber bündig in der Decke. Mit Hubbett ist der Signature 2,86 Meter hoch und bleibt damit unter drei Metern. Das ist vor allem für Reisen nach Frankreich wichtig, weil dort die Autobahnmaut ab drei Metern Fahrzeughöhe teurer wird.
Hinter der Sitzgruppe liegen sich Küche und Bad gegenüber, dahinter folgt im Heck der Schlafbereich. Auf den ersten Blick wirkt die Küche kompakt. Mit wenigen Handgriffen wird daraus eine L-Küche, indem man einen Auszug in den Gang fährt und eine weitere Arbeitsfläche herauszieht, auf die ein Schneidbrett passt. Der Zwei-Flammen-Gaskocher liegt unter einer Glasabdeckung, die sich zur Seite schieben lässt.
Serienmäßig hat der Signature einen Kühlschrank mit 90 Litern. Im gezeigten Fahrzeug ist stattdessen eine Kühlschublade mit Kompressor verbaut, die 138 Liter fasst und ein separates Gefrierfach mit 12 Litern hat. Für Ordnung sorgen Gastronormbehälter, wie man sie aus Großküchen kennt. Die Schublade ist ein Zulieferteil, das für Niesmann+Bischoff angepasst wurde und das nun auch Bürstner einsetzt. Weil die Schublade mit Kompressor arbeitet, kühlt sie nach Jans Erfahrung deutlich schneller als ein Absorberkühlschrank. Wer abends ein kaltes Getränk möchte, muss es also nicht schon am Vortag hineinlegen.
Neben der Küche ist ein Regal eingebaut, das per Knopfdruck elektrisch nach oben fährt. Eingefahren gibt es den Blick durch das ganze Fahrzeug frei, so dass der Innenraum größer wirkt. Ausgefahren trennt das Regal Küche und Schlafbereich, damit Kochgeruch nicht zu den Betten zieht. Für die Kaffeemaschine gibt es im Regal eine eigene Steckdose.
Das Bad ist im Alltag ein Toilettenraum mit Kassettentoilette auf der einen Seite und einem großen Waschbecken auf der anderen, in dem man auch die Haare waschen kann. Zum Duschen schiebt man die komplette Wand mit dem Waschbecken nach hinten. Die Wand läuft oben und unten in einer Rollenführung, die hinter der Verkleidung verborgen ist. Dann entsteht ein eigener Duschraum, in dem man den Brauseschlauch vom Waschbecken oben einhängt und als Duschkopf nutzt. Die Rückwand ist mit HPL in Steinoptik verkleidet.
Im gezeigten Fahrzeug trennt eine dicke, oben mit Stoff bezogene Schiebetür den Schlafbereich ab. Die Tür dämpft Geräusche aus dem Wohnraum spürbar. Die beiden Längsbetten messen 2,04 und 1,97 Meter bei je 73 Zentimetern Breite und liegen auf Tellerfedern. Ein Mittelstück verbindet sie zu einer großen Liegefläche. Über zwei Stufen mit Staufächern kommt man bequem ins Bett, was gerade älteren Reisenden entgegenkommt. Für Kleidung gibt es auf beiden Seiten einen Kleiderschrank.
Schon in der Grundausstattung liegen die Wassertanks im doppelten Boden und der Abwassertank ist isoliert und beheizt. Damit lässt sich der Signature nach Jans Angabe bedenkenlos bis minus 20 Grad nutzen. Jan weiß, wovon er spricht. Er fährt selbst regelmäßig mit dem Wohnmobil zum Skifahren. Zum Bedienen und Entleeren der Wassertechnik muss man nur an ein einziges Servicefach auf der Fahrerseite. Dort hat Bürstner alles Nötige zusammengefasst, so dass man im Winter nicht im ganzen Fahrzeug nach Ablasshähnen suchen muss. Das Fach wird beheizt, damit dort nichts einfriert.
Geheizt wird serienmäßig mit einer Truma Combi 6, die mit Gas die Luft erwärmt. Gegen Aufpreis gibt es im Winter-Paket eine Warmwasserheizung mit 8,4-Liter-Boiler und Zusatzwärmetauscher. Über diesen Wärmetauscher heizt der Motor während der Fahrt den Wohnraum. Umgekehrt lässt sich vor dem Start der Motor vorwärmen. Im gezeigten Fahrzeug ist eine solche Alde-Warmwasserheizung verbaut, deren Konvektoren im Boden liegen und bis in den Sitzkasten im Fahrerhaus reichen. Wer viel im Winter unterwegs ist, dem empfiehlt Jan die Warmwasserheizung, weil sie das Fahrzeug gleichmäßig wärmt. Für Reisen von Frühjahr bis Herbst reicht nach seiner Einschätzung die Luftheizung völlig aus.
Der Frischwassertank fasst 200 Liter, der Abwassertank 130 Liter. Statt der Kassettentoilette gibt es gegen Aufpreis eine Keramiktoilette mit 120-Liter-Festtank, der zwischen den Rahmenträgern des AL-KO-Fahrgestells sitzt. Dann muss man keine Kassette mehr zur Entsorgung tragen. Auch ein Gastank mit 50 Litern ist erhältlich, so dass keine Gasflaschen mehr getauscht werden müssen. Zum Caravan Salon 2025 war ein gasfreier Signature noch kein Thema, weil Induktionskochen viel Strom braucht. Inzwischen bietet Bürstner aber ein Gasfrei-Paket mit Dieselheizung und Induktionskochfeld an.
Die gesamte Elektrik sitzt zentral in der Heckgarage. Serienmäßig ist eine Lithiumbatterie mit 150 Amperestunden an Bord. Auf Wunsch kommen eine oder zwei weitere hinzu, so dass bis zu 450 Amperestunden zur Verfügung stehen. Die Heckgarage ist innen 1,20 Meter hoch. Zwei E-Bikes passen nach Jans Angabe locker hinein, ohne dass man den Lenker abnehmen oder verdrehen muss. Serienmäßig hat die Garage eine Klappe auf der Beifahrerseite und gegen Aufpreis kommt eine zweite auf der Fahrerseite dazu. Am Boden gibt es ein Verzurrsystem. Für die Serie plant Bürstner zusätzlich eine Zurrschiene weiter oben, damit sich Fahrräder auch oben festzurren lassen.
Laut Preisliste zum Caravan Salon 2025 startet der Bürstner Signature SFT 7.0 bei 76.999 Euro. Darin sind Automatik, Lithiumbatterie, 200-Liter-Frischwassertank, Heckgarage und das Bad mit Schiebewand bereits enthalten. Alles Weitere möchte Bürstner weitgehend den Kunden überlassen, weil nicht jeder dieselbe Ausstattung braucht. Im Konfigurator auf der Bürstner-Website sieht man bei jeder Option sofort, wie sich Preis und Gewicht verändern. Gerade bei einem Fahrzeug unter 3,5 Tonnen ist das eine wichtige Hilfe.
Das gezeigte Fahrzeug kostet rund 102.000 Euro. Den Unterschied machen unter anderem das Küchen-Paket Premium mit Kühlschublade, Arbeitsflächenauszug und elektrischem Regal für 2.570 Euro, das Winter-Paket mit Warmwasserheizung für 3.290 Euro und das Komfort-Paket mit Stoffverkleidung und Schiebetür zum Schlafbereich für 2.990 Euro. Das Panoramadach kostet 990 Euro und die umbaubare Sitzbank mit zwei zusätzlichen Gurtplätzen 1.640 Euro.
Seit der CMT 2026 gibt es den Signature auch auf Mercedes-Benz Sprinter. Diese Version startet als SMT 7.0 bei 93.999 Euro.
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