Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Corigon vorgestellt.
Mit dem TS 70 LS baut Corigon einen Teilintegrierten mit Längsbetten und Schwenkbad, der auf dem Ford Transit nur 2,14 Meter breit ist. Corigon ist die neue Marke der Erwin Hymer Group für preisbewusste Einsteiger. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns Teamleiter Vertrieb Laurin Rittner das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis liegt inzwischen bei 59.499 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete laut Preisschild 71.993 Euro.
Mit Corigon hat die Erwin Hymer Group auf dem Caravan Salon 2025 eine eigene Marke für preisbewusste Käufer an den Start gebracht. Gebaut werden die Fahrzeuge im Werk der Gruppe in San Casciano in der Toskana. Ab Werk kommt jedes Modell mit einer soliden Grundausstattung, zu der man genau das bestellt, was zum eigenen Reisestil passt. Wer etwa nie im Winter campen will, braucht auch keinen isolierten Abwassertank und spart sich diesen Posten.
Der TS 70 LS gehört zur Baureihe Slim, die Corigon auf dem Ford Transit aufbaut. Mit 2,14 Metern Breite hat das Fahrzeug die Maße eines Kastenwagens, ist innen aber ganz klassisch wie ein Teilintegrierter aufgeteilt: hinten zwei Längsbetten, in der Mitte das Bad und vorn eine Sitzgruppe, zu der sich die Fahrerhaussitze drehen lassen. Corigon will damit die Vorteile eines Kastenwagens mit denen eines Teilintegrierten verbinden. Die schmale Bauweise macht das Fahren und Rangieren leichter. Innen bleibt bei 6,83 Metern Länge trotzdem genug Raum für eine vollwertige Aufteilung.

Serienmäßig treibt ein Zweiliter-Diesel mit 96 kW und 130 PS den Transit an und geschaltet wird von Hand. Für 1.399 Euro gibt es den Motor mit 121 kW und 165 PS. Ein Automatikgetriebe kostet 2.499 Euro und lässt sich mit beiden Motoren kombinieren. Im Fahrerhaus gehören ein 12-Zoll-Display mit Apple CarPlay und Android Auto, eine elektrische Handbremse, ein Tempomat und eine Rückfahrkamera zur Serie. Laurin empfiehlt ausdrücklich das Chassis-Paket. Das Paket bringt eine Klimaautomatik für das Fahrerhaus und einen Stoßfänger in Wagenfarbe mit und kostete auf der Messe knapp 2.500 Euro.
Dach und Heck des Aufbaus haben eine Außenhaut aus glasfaserverstärktem Kunststoff, kurz GFK. Laurin nennt als Vorteil die Stabilität des Materials, die auch bei Hagel hilft. Der Boden ist in mehreren Schichten aufgebaut: Unten liegt eine GFK-Schicht, darüber folgen eine Isolierung aus EPS-Hartschaum und eine Holzplatte, die auch den Trittschall dämpft. Obenauf liegt der PVC-Bodenbelag. Mit diesem Aufbau ist der TS 70 LS auch für einen Winterurlaub in den Bergen gerüstet. Wer das vorhat, sollte nach Laurins Empfehlung den isolierten Abwassertank für 299 Euro dazunehmen und kann statt der serienmäßigen Truma Combi 4 die Combi 6 E wählen. Die Zahl im Namen steht für die Heizleistung von 6.000 Watt und das E für einen zusätzlichen Elektroheizstab, mit dem man am Landstrom auch elektrisch heizen kann.
Geheizt und gekocht wird mit Gas. Im Gaskasten finden zwei 11-Kilo-Flaschen hintereinander Platz. Auf Wunsch baut Corigon über den Händler ab Werk eine Truma DuoControl ein. Der Regler schaltet automatisch auf die zweite Flasche um, wenn die erste leer ist, so dass man in einer kalten Nacht nicht hinaus muss, um die Flaschen umzustecken.
Die Heckgarage öffnet sich beim TS 70 LS mit einer Klappe von 82 Zentimetern Breite und 105 Zentimetern Höhe und lässt sich mit bis zu 150 Kilogramm beladen. In der Garage findet ein Fahrrad Platz. Gerade ein E-Bike oder ein teures Rennrad reist dort vor Regen geschützt und sicher verschlossen statt auf einem Heckträger. Seitlich und an der Rückwand gibt es zusätzliche Fächer für Kleinkram sowie Zurrösen und Licht. Ein Auslass der Heizung wärmt die Garage mit. Optional gibt es dort auch eine 230-Volt-Steckdose, an der sich am Landstrom zum Beispiel E-Bike-Akkus laden lassen.
Ab Werk hat der TS 70 LS doppelt verglaste Ausstellfenster, die auf die Außenwand aufgesetzt sind. Alternativ gibt es Rahmenfenster, die flacher in der Wand sitzen. Diese Fenster bieten dem Fahrtwind weniger Angriffsfläche und senken so die Windgeräusche. Außerdem lassen sie sich schwerer aufhebeln. Innen gehören zu ihnen Rollos, bei denen man die Verdunklung von unten und das Fliegengitter von oben zuzieht. Beim ausgestellten Fahrzeug steckten die Rahmenfenster im Travel+-Paket, ebenso wie die vier Meter lange Markise. Die Markise reicht über die Aufbautür hinweg, so dass einem beim Aus- und Einsteigen kein Regenwasser vom Markisenrand in den Nacken tropft. Nachrüsten lässt sich eine Markise auch beim Händler.
Das L im Modellnamen steht bei Corigon für die Lounge-Sitzgruppe. Hinter den Fahrerhaussitzen ist an jeder Seitenwand eine Sitzbank eingebaut. Die beiden Bänke liegen sich gegenüber und dazwischen steht ein Tisch, der sich wegklappen lässt. Ist er weggeklappt, wirkt der vordere Bereich für zwei Personen großzügig. Im Wohnraum lag die Stehhöhe beim ausgestellten Fahrzeug bei 1,95 Metern. Für das Modelljahr 2027 nennt Corigon eine Innenhöhe von 2,10 Metern und eine Außenhöhe von 2,87 statt 2,72 Metern.
Über den Fahrerhaussitzen gibt es auf Wunsch ein Fenster in der T-Haube, das viel Licht in den Wohnraum bringt. Zum Lüften lässt es sich öffnen, damit warme Luft nach oben entweichen kann. Ein Plissee verdunkelt das Fenster und darunter lässt sich ein Fliegengitter schließen. So kann das Fenster nachts offen bleiben, ohne dass Mücken hereinkommen. Zum Abdunkeln des Fahrerhauses gehört ein Vorhang zur Serie. Der Vorhang läuft oben in einer Schiene und wird hinter den Sitzen einmal um das Fahrerhaus gezogen. Als Option gibt es eine Faltverdunklung für die Scheiben. Für den Vorhang spricht, dass er das Fahrerhaus nach Laurins Einschätzung noch etwas besser isoliert.
Mitreisen können im TS 70 LS vier Personen. Neben Fahrer- und Beifahrersitz gibt es in der Sitzgruppe zwei weitere Plätze mit Gurt. Auf der einen Bank steckt man dafür eine Rückenlehne ein und sitzt dann entgegen der Fahrtrichtung. Auf der anderen klappt man die Lehne per Drehknopf hoch und fährt in Fahrtrichtung. Isofix-Halterungen für Kindersitze sind an der Sitzbank serienmäßig.
Geschlafen wird serienmäßig zu zweit. Für einen dritten Schlafplatz gibt es als Option den Bettumbau der Sitzgruppe. Dafür wird der Tisch abgesenkt, aufgeklappt und mit einem Zusatzpolster belegt. Die Liegefläche ist 1,75 Meter lang und zwischen 58 und 83 Zentimeter breit. Laurin sieht sie deshalb als Schlafplatz für eine Person oder für zwei kleine Kinder. Seit dem Modelljahr 2027 bietet Corigon für den TS 70 LS außerdem ein elektrisches Hubbett mit 1,88 Metern Länge an. Damit wird das Fahrzeug auch für kleine Familien interessant.
Die Möbel kombinieren dunkles Nussbaumholz mit Oberflächen in Hochglanz Magnolia, schwarzen Applikationen und einer Tischplatte in schwarzer Marmoroptik. Die Oberschränke schließen mit Soft-Close und sind hinterlüftet. Wenn es drinnen warm und die Außenwand kalt ist, kann die Luft hinter den Schränken zirkulieren, damit sich dort keine Feuchtigkeit sammelt. Bezogen sind die Polster ab Werk mit Montagna, einer grauen Kombination aus Kunstleder und Stoff. Für 799 Euro gibt es stattdessen Tropea, ein beiges Kunstleder mit Rautensteppung.
Weil die Küche auf 2,14 Metern Breite kompakt gehalten ist, hat Corigon an der Küche und an der Sitzgruppe ein Schienensystem angebracht. Dort lässt sich eine Ablage einhängen, die die Arbeitsfläche erweitert. Kocher und Spüle sind in einem Einbaugerät kombiniert und der Kocher hat zwei Gasflammen in unterschiedlicher Größe. Darunter liegen eine Besteckschublade und tiefe Schränke, die mit Soft-Close schließen. Hinter der Tür des unteren Schranks gibt es eine hohe Kante. Was sich während der Fahrt verschoben hat, fällt einem deshalb beim Öffnen nicht entgegen.
Serienmäßig ist ein Kompressorkühlschrank mit 135 Litern eingebaut, zu dem ein Gefrierfach mit 15 Litern gehört. Ein Kompressor kühlt Getränke schneller herunter als ein Absorberkühlschrank und hält sie zuverlässig kalt. Der Frischwassertank fasst 110 Liter und der Abwassertank 100 Liter.
Am Bedienpanel im Eingangsbereich lassen sich per Tastendruck der Ladestand von Starter- und Aufbaubatterie und die Füllstände der Wassertanks ablesen. Als Aufbaubatterie ist eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden eingebaut. Wer länger frei stehen möchte, lässt beim Händler eine Lithiumbatterie einbauen und kombiniert sie am besten mit einer Solaranlage. Das Messefahrzeug hatte bereits eine Solaranlage mit 120 Watt auf dem Dach.
Für spätere Nachrüstungen bietet Corigon Vorbereitungen an. Die für Solaranlage und Dachklimaanlage kosteten auf der Messe jeweils rund 200 Euro. Bei der Solarvorbereitung liegt ab Werk ein Kabel vom Dach durch das Fahrzeug bis zur Elektrik. Wer eine Solaranlage erst später nachrüstet, erspart der Werkstatt damit viel Arbeit. Für eine Dachklimaanlage ist über dem Schlafbereich eine Dachöffnung mit 40 mal 40 Zentimetern vorgesehen. Die Vorbereitung für einen Fernseher samt Halterung sitzt im Eingangsbereich unter dem Bedienpanel und kostete rund 300 Euro.
In der Mitte des Fahrzeugs liegt das Bad, das Corigon Variobad nennt. Im Alltag gibt es auf der einen Seite ein Waschbecken mit Schrank darunter und auf der anderen Seite die Kassettentoilette. Zum Duschen drückt man einen Hebel und schwenkt eine Wand um. So entsteht für ein Fahrzeug dieser Breite eine große Dusche. Eine zusätzliche Wand, die mit Magneten befestigt wird, schließt den verbleibenden Spalt, damit die Holzmöbel im Bad trocken bleiben. Damit das Wasser auch dann abläuft, wenn das Fahrzeug nicht ganz gerade steht, hat die Duschwanne zwei Abläufe in den Ecken.
Wer den Holzlattenrost vor dem Duschen herausnimmt und ihn danach wieder in die nasse Duschwanne legt, steht beim nächsten Zähneputzen trockenen Fußes im Bad, weil der Rost die feuchte Duschwanne abdeckt. Für die tägliche Dusche ist das Bad nach Laurins Einschätzung gut geeignet. Er rät nur, den Wasserverbrauch im Blick zu behalten. Mit Spülen, Duschen und Toilette sind 110 Liter nämlich schneller verbraucht, als man am Anfang denkt.
Im Heck liegen zwei Längsbetten mit 1,91 mal 0,80 Metern und 1,95 mal 0,70 Metern. Mit einem Zusatzpolster, das zur Serie gehört, wird daraus eine Liegefläche von 1,92 Metern Breite. In das Doppelbett steigt man dann über eine Leiter. Ein Vorhang trennt den Schlafbereich vom Wohnraum. So kann einer schon schlafen, während der andere vorn noch fernsieht oder ein Glas Wein trinkt.
Auf beiden Seiten gibt es Fenster, die beim ausgestellten Fahrzeug als Rahmenfenster mit Verdunklung und Fliegengitter ausgeführt waren. Darüber liegen Oberschränke mit Soft-Close und offene Ablagen, die vorn eine Kante haben. Unter den Schränken gibt es Anschlüsse für USB-C und USB-A zum Laden des Handys. Die Kleiderschränke mit Kleiderstange sitzen unter den Betten und sind von vorn über Türen zugänglich. Weiter hinten unter den Betten beginnt die Heckgarage.
Auf dem Caravan Salon 2025 lag der Grundpreis des TS 70 LS bei 58.999 Euro und inzwischen sind es 59.499 Euro. Das ausgestellte Fahrzeug hatte das Automatikgetriebe für 2.499 Euro und den 165-PS-Motor für 1.399 Euro an Bord. Den größten Posten machte das Travel+-Paket für 6.599 Euro aus. Das Paket bündelt das Chassis-Paket, schwarze 16-Zoll-Alufelgen, das Fenster in der T-Haube, die Rahmenfenster, den isolierten Abwassertank, die Markise sowie die Vorbereitungen für Solaranlage, Dachklimaanlage und Fernseher. Dazu kamen die Solaranlage mit 120 Watt für 1.399 Euro, eine Faltverdunklung im Fahrerhaus für 699 Euro und der Bettumbau der Sitzgruppe für 399 Euro. So stand das Fahrzeug laut Preisschild mit 71.993 Euro auf der Messe. Mit Fracht und Zulassungsdokumenten für 1.899 Euro waren es 73.892 Euro.
Was man davon wirklich braucht, hängt vom eigenen Reisestil ab. Genau darauf ist das Konzept von Corigon ausgelegt. Laurin empfiehlt vor allem das Chassis-Paket wegen der Klimaanlage und für alle, die auch im Winter unterwegs sein wollen, den isolierten Abwassertank. Wer mit dem serienmäßigen Vorhang im Fahrerhaus auskommt und eine Solaranlage später nachrüstet, bleibt nah am Grundpreis und bekommt trotzdem einen Teilintegrierten mit Kompressorkühlschrank, Längsbetten und Schwenkbad.
Hast Du einen Fehler im Artikel entdeckt? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis.