Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Etrusco vorgestellt.
Der Etrusco A 6.9 SB ist ein Alkoven auf Fiat Ducato, der auf 6,99 Metern bis zu fünf Personen Platz bietet und unter 3,5 Tonnen bleibt. Unter den Längsbetten im Heck liegt eine große Garage. Auf der CMT 2026 hat uns Jan Klare aus dem Etrusco-Außendienst das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis liegt heute bei 63.499 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete auf der Messe 80.476 Euro.
Etrusco hat den A 6.9 SB zur Saison 2026 neu aufgelegt. Der Vorgänger war noch 7,30 Meter lang und das neue Modell kommt auf 6,99 Meter. Schon die geringere Länge spart Gewicht. Dazu kommt der leichtere Möbelbau der Base-Modelle, zu denen der A 6.9 SB gehört und mit dem Etrusco im Innenraum noch einmal deutlich an Gewicht einspart.
Fahrbereit wiegt der A 6.9 SB nach Herstellerangaben 2.855 Kilogramm, wobei der Fahrer schon eingerechnet ist. Bis zur zulässigen Gesamtmasse von 3.500 Kilogramm bleiben damit 645 Kilogramm für Mitreisende, Gepäck und Sonderausstattung. Für Extras hat Etrusco davon 289 Kilogramm vorgesehen. Was davon nicht verbaut wird, bleibt zusätzlich für die Reise. So ist es nach Jans Angabe möglich, mit fünf Personen unter 3,5 Tonnen zu verreisen. Wer mehr Spielraum braucht, kann das Fahrzeug ohne Änderung am Chassis auf 3.650 Kilogramm auflasten lassen. Für diese Variante braucht man dann einen Führerschein der Klasse C1 oder die alte Klasse 3.
Unter dem Aufbau steckt ein Fiat Ducato mit 2,2-Liter-Diesel. Serienmäßig leistet der Motor 140 PS und wird von Hand geschaltet. Gegen Aufpreis gibt es denselben Motor mit Automatik oder eine stärkere Variante mit 180 PS, ebenfalls mit Automatik. Auf die Frage, ob 140 PS mit Automatik für ein Fahrzeug dieser Größe reichen, sagt Jan, dass man damit gemütlich bis an den Gardasee und weiter kommt. Mit dem stärkeren Motor macht das Fahren seiner Erfahrung nach vor allem am Berg mehr Spaß. Da Etrusco einen großen Teil der Ausstattung zu Paketen geschnürt hat, lässt sich das Fahrzeug nicht ganz frei zusammenstellen.
Unter den beiden Längsbetten im Heck liegt eine Garage, die nach Herstellerangaben bis zu 150 Kilogramm aufnimmt. Die Garagenklappe auf der Beifahrerseite ist 95 Zentimeter breit und 110 Zentimeter hoch. In Fahrtrichtung gemessen ist die Garage innen etwas größer als die Klappe und Jan gibt sie mit knapp 1,20 Metern an. Verzurrösen sind immer dabei, damit sich die Ladung für die Fahrt sichern lässt. Im gezeigten Fahrzeug gab es außerdem eine Steckdose, an der sich zum Beispiel die Akkus von E-Bikes laden lassen. Eine zweite Klappe auf der Fahrerseite mit 75 x 80 Zentimetern bietet Etrusco gegen Aufpreis an.
Wer mit fünf Personen reist, füllt auch eine große Garage schnell mit Gepäck. Für diesen Fall lässt sich am Heck zusätzlich ein Fahrradträger anbringen. Auch ein kleiner Rempler beim Rangieren wird am Heck nicht gleich teuer. Die Rückleuchten sitzen in einem dreiteiligen Leuchtenträger, sodass nur das beschädigte Teil getauscht wird. Ähnlich verhält es sich mit der Design-Applikation am Heck, die es als Option gibt. Die Applikation besteht aus Kunststoff und ist nach einem Rempler schneller und günstiger ersetzt als eine komplette Rückwand.

Über eine Klappe in der Außenwand erreicht man die Kassette der Toilette, die Etrusco ab Werk als einzige Toilettenvariante einbaut. Wer lieber eine andere Toilette möchte, etwa eine Trenntoilette oder eine Clesana, die den Inhalt in Folie verschweißt, lässt sie beim Händler nachrüsten.
Hinter der Aufbautür liegt eine abgesenkte Stufe, der sogenannte Coupé-Einstieg. So steigt man bequem ein, was gerade älteren Reisenden entgegenkommt. Im Wohnraum beträgt die Stehhöhe 2,10 Meter. Außen misst der A 6.9 SB 3,10 Meter in der Höhe. Damit man das vor der nächsten niedrigen Brücke nicht vergisst, rät Jan mit einem Augenzwinkern zu einem kleinen Zettel neben dem Lenkrad. Vom Fahrersitz aus merkt man die Höhe nämlich nicht.
Das Bett im Alkoven misst 211 x 159 Zentimeter. Geschlafen wird darin quer zur Fahrtrichtung und wer es noch länger braucht, kann sich auch diagonal legen. Klappt man das Alkovenbett von Hand hoch, wird der Raum im vorderen Bereich noch deutlich höher und man geht aufrecht ins Fahrerhaus. Hochgeklappt bleibt das Bett auch während der Fahrt und dient dann als Ablage für weiche Dinge wie Jacken.
Hinter dem Alkoven liegt die Sitzgruppe mit einer Sitzbank hinter dem Tisch und einer Seitenbank gegenüber. Die Fahrerhaussitze lassen sich drehen, sodass fünf Personen zusammen am Tisch sitzen. Für die Fahrt sind serienmäßig vier Plätze mit Gurt zugelassen, zwei im Fahrerhaus und zwei auf der Sitzbank. Einen fünften Gurtplatz auf der Seitenbank bietet Etrusco gegen Aufpreis an. Dafür nimmt man die Polster ab, setzt einen Sitz auf die Steckverbindung darunter und legt die Polster wieder auf. Die fünfte Person fährt dann entgegen der Fahrtrichtung. Auch einen fünften Schlafplatz gibt es als Option. Dazu wird der Tisch abgesenkt und in eine Leiste auf Höhe der Sitzbank eingehängt. Mit einem zusätzlichen Polster entsteht ein Bett von 200 x 60 Zentimetern, das vor allem für ein Kind gedacht ist.
Das gezeigte Fahrzeug hatte die iCONiC Line mit schwarzen Polstern in Kunstleder und weißen Klappen an den Dachschränken. Etrusco setzt hier auf Weiß, weil sich diese Farbe mit keiner anderen beißt. Mit bunten Kissen, Decken und Bettwäsche gestaltet jeder den Innenraum nach eigenem Geschmack. Und wer sich an einer Farbe sattgesehen hat, tauscht nach Jans Worten ein Kissen leichter als ein Reisemobil. Ohne iCONiC Line kommen die Klappen in einem hellen Holzdekor. Zur Wahl stehen außerdem Wohnwelten mit Stoffbezügen, zum Beispiel in Hellgrau, Grau oder Beige. Der Boden ist in Terrazzo-Optik gestaltet.
Hinter der Sitzgruppe liegen sich Küche und Bad gegenüber. Die Küche hat einen Zweiflammkocher mit Glasabdeckung, eine Spüle, Schubladen mit Softclose und Steckdosen über der Arbeitsfläche. Serienmäßig ist ein Kompressorkühlschrank mit 135 Litern eingebaut, davon 15 Liter Gefrierfach. Im gezeigten Fahrzeug war außerdem eine Truma DuoControl mit EisEx eingebaut. Die DuoControl schaltet automatisch auf die zweite Gasflasche um, sobald die erste leer ist. Die EisEx-Funktion beheizt dabei den Gasregler, damit er bei Kälte und hoher Gasentnahme nicht vereist.
Das Bad ist ein Schwenkbad. Im Alltag steht man vor dem Waschbecken neben der Kassettentoilette. Auch der 1,90 Meter große Jan kann darin aufrecht stehen. Zum Duschen drückt man einen Hebel weg und schwenkt die drehbare Trennwand um. So wird aus dem Bad eine Duschkabine, in der auch Jan bequem Platz hat. Eine Abdeckung auf der anderen Seite schließt den verbleibenden Spalt und hält an einer magnetischen Gegenkante, damit das Wasser in der Dusche bleibt. Ein praktischer Tipp: Wer den Holzlattenrost vor dem Duschen herausnimmt und ihn danach wieder auf den nassen Boden legt, steht beim nächsten Zähneputzen trockenen Fußes im Bad. Der Frischwassertank fasst 110 Liter und der Abwassertank 90 Liter. In der Masse fahrbereit sind 20 Liter Frischwasser eingerechnet. Wer mit vollem Tank losfährt, hat also rund 90 Kilogramm mehr an Bord.
Im Heck liegen zwei Längsbetten mit 207 x 80 und 200 x 80 Zentimetern, auf die man über Stufen gelangt. Trotz der hohen Garage darunter sitzt Jan im Bett fast aufrecht. Serienmäßig lassen sich die Betten zu einer großen Liegefläche von bis zu 207 x 210 Zentimetern verbinden. Dafür zieht man ein Mittelteil heraus und legt ein zusätzliches Polster auf. Für diese große Liegefläche hängt man vorn eine Leiter ein, über die man ins Bett steigt. Am Fußende der Betten liegen zum Gang hin zwei Kleiderschränke, deren Türen sich unterhalb der Betten öffnen. Im Schrank auf der Fahrerseite gibt es eine Kleiderstange, an die man zum Beispiel Jacken hängen kann. Im Schrank auf der Beifahrerseite sitzt ein fester Zwischenboden, weil darunter der Frischwassertank liegt. Auf Wunsch lässt sich auch dort eine Kleiderstange einbauen.
Die Wände sind als Sandwich aufgebaut: außen GFK, darunter eine Holzkonstruktion mit Dämmung und innen eine Verkleidung. Nach Herstellerangaben ist die Wand 34 Millimeter stark, das Dach 33 und der Boden 42 Millimeter. Der Boden liegt direkt auf dem Chassis und ist ebenfalls als Sandwich aufgebaut. An der Unterseite ist er mit GFK beschichtet. Das macht den Unterboden besonders robust, zum Beispiel gegen Steinschläge, und schützt ihn vor Nässe von unten. Etrusco testet seine Fahrzeuge immer wieder in der Kältekammer und stuft sie als winterfest ein.
Geheizt wird mit Gas über eine Truma Combi 4. Die Zahl im Namen steht für die Heizleistung von 4.000 Watt und der eingebaute Boiler fasst 10 Liter. Im Gaskasten finden zwei Flaschen mit je 11 Kilogramm Platz. Für sehr kalte Reiseziele empfiehlt Jan die größere Combi 6 E, die rund 700 Euro Aufpreis kostet. Die Combi 6 E bringt ein digitales Bedienteil und einen Heizstab mit, sodass sich auf dem Campingplatz auch mit Strom heizen lässt. Als weitere Option gibt es eine Fußbodenerwärmung, die im ganzen Gang von der Treppenstufe im Heck bis nach vorn liegt. Die Erwärmung hält den Boden handwarm, heizt aber nicht das ganze Fahrzeug.
Serienmäßig ist eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden eingebaut. Ab Werk lässt sich stattdessen eine Lithium-Batterie mit 104 Amperestunden bestellen. Wer mehr Kapazität möchte, erweitert sie mit zusätzlichen Batterieblöcken aus dem Originalzubehör von Etrusco oder beim Händler. Solaranlage und Solarregler gibt es als Option. Jan empfiehlt in jedem Fall die Vorbereitung für eine Solaranlage für 199 Euro. Dann liegen die Kabel bereits und die Werkstatt muss später nur die Module auf dem Dach befestigen und anschließen. Dasselbe gilt für eine Klimaanlage auf dem Dach, deren Vorbereitung ebenfalls 199 Euro kostet. Gerade wenn fünf Personen an Bord sind, entsteht viel Feuchtigkeit, die eine Klimaanlage aus der Luft holt.
Auf der CMT 2026 lag der Einstiegspreis des A 6.9 SB bei 61.999 Euro. Auf der Website von Etrusco steht für das aktuelle Modelljahr ein Grundpreis von 63.499 Euro. Hinzu kommen 269 Euro für die Zulassungsdokumente. Der Grundpreis gilt für den Fiat Ducato mit 140 PS und Schaltgetriebe. Die Fachzeitschrift promobil hat zur Premiere hervorgehoben, dass die neuen Alkoven damit rund 8.000 Euro unter dem bisherigen Einstiegspreis in dieses Segment starten. Dabei ist der Aufbau rundum bis hin zum Unterboden in GFK gehüllt.
Das gezeigte Fahrzeug kostete auf der Messe 80.476 Euro. Darin steckten unter anderem das Automatikgetriebe, die Truma DuoControl, das Komfort Plus Paket mit einem Fenster in der Aufbautür und die iCONiC Line. Auch die Markise kostet extra. Wer den Preis niedrig halten will, wählt nur die Optionen, die er wirklich braucht. Wer sich nicht gleich für eine Solaranlage oder eine Klimaanlage entscheidet, sollte nach Jans Empfehlung wenigstens die Vorbereitungen für je 199 Euro mitbestellen. Dann muss die Werkstatt bei einer späteren Nachrüstung keine Kabel quer durchs Fahrzeug ziehen und die Nachrüstung wird deutlich günstiger.
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