Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Westfalia vorgestellt.
Der Westfalia Kipling ist ein kompakter Campingbus auf dem Ford Transit Custom mit einem festen Querbett im Heck, das in dieser Klasse selten ist. Möglich machen das zwei GFK-Ausbuchtungen am Heck, die das Bett auf 1,88 mal 1,30 Meter bringen. Auf der CMT 2026 hat uns Tiemo Etzold, der bei Westfalia im Marketing arbeitet und das Nuggetforum betreibt, den Kipling vorgestellt. Der Kipling startet bei 67.990 Euro und das Messefahrzeug mit Allrad kostete rund 89.800 Euro.
In einem Campingbus dieser Größe ist die Innenbreite normalerweise zu knapp, um quer zur Fahrtrichtung zu schlafen. Deshalb baut Westfalia beim Kipling links und rechts am Heck zwei Ausbuchtungen aus GFK an, die schon ab der Schiebetür beginnen und nach hinten breiter werden. Diese „Ohren“ schaffen innen genau den Platz, der für ein Querbett mit 1,88 Metern Länge fehlt. Einschließlich der Ohren ist der Kipling 2,27 Meter breit. Innen sind die Ausbuchtungen nach Tiemos Angabe zusätzlich mit Dämmmaterial versehen, damit man die Kälte der Außenwand im Liegen nicht spürt.
Das Bett misst 1,88 mal 1,30 Meter und bleibt dauerhaft aufgebaut. Mit seinen 1,80 Metern passt Tiemo bequem hinein. Wer unterwegs eine Pause macht, legt sich einfach hin, ohne etwas umzubauen. Der Lattenrost lässt sich auf 65 Zentimeter Breite zusammenschieben. Dann entsteht im Innenraum mehr Bewegungsfreiheit, oder das Bett rückt nach vorn und die Heckgarage wird größer. Bei Bedarf lassen sich Bettmodul und Toilette ganz herausnehmen, sodass der volle Laderaum des Transit Custom für sperrige Ladung frei wird. Die Liegefläche reicht bis an die Heckscheibe.
Auch der Name ist neu. Westfalia benennt seine Modelle sonst nach Entdeckern. Beim Kipling ist es nach Tiemos Angabe zum ersten Mal ein Schriftsteller: Rudyard Kipling, der Autor des Dschungelbuchs. Auf der Messe stand der Kipling passend zwischen üppigen Grünpflanzen.

Der Kipling basiert auf dem Ford Transit Custom der aktuellen Generation mit langem Radstand. Serienmäßig arbeitet ein 2,0-Liter-Diesel mit 100 kW und 136 PS, gekoppelt an ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Optional gibt es 125 kW und 170 PS mit Achtgang-Automatik. Obwohl die 136 PS nach Tiemos Erfahrung für das Fahrzeug ausreichen, wählen die meisten Käufer die stärkere Version mit Automatik. Neu ist, dass Ford den Transit Custom ab Werk mit Allradantrieb anbietet, den es früher nur über Umrüster gab. Allrad gibt es ausschließlich in Verbindung mit Automatik. Mit Allrad steigt die zulässige Gesamtmasse laut Westfalia-Preisliste von 3.200 auf 3.300 Kilogramm.
Beim Fahren macht sich die neue Hinterachse bemerkbar. Statt der früheren Starrachse hat der aktuelle Transit Custom hinten eine Einzelradaufhängung, was Tiemo, der alle Transit-Generationen seit 2007 gefahren ist, als deutlichen Fortschritt beschreibt. Das Cockpit ist aufgeräumt. Auf dem großen Display laufen Apple CarPlay und Android Auto und im unteren Bereich bleiben Ford-Funktionen wie Radio und Sitzheizung direkt erreichbar. Beim Kipling lassen sich die Ford-Optionen frei dazubestellen, von Assistenzsystemen über Matrix-LED-Scheinwerfer bis zur Navigation.
Mit 5,45 Metern Länge und 2,04 Metern Höhe bleibt der Kipling ein Fahrzeug, das sich auch im Alltag gut bewegen lässt. Die Masse fahrbereit liegt bei 2.974 Kilogramm. Die Anhängelast gibt Tiemo mit 2,5 Tonnen an.
Bei kompakten Campingbussen liegt die Küche üblicherweise auf der Fahrerseite, so dass man beim Einsteigen auf die Küchenzeile schaut. Beim Kipling ist es umgekehrt. Die Küche sitzt im Einstieg auf der Beifahrerseite und dahinter folgen Sitzgruppe und Querbett. Das entspricht dem klassischen Grundriss eines großen Kastenwagens, übertragen auf einen kompakten Campervan, der 5,45 Meter lang, 2,27 Meter breit und 2,04 Meter hoch ist.
Die Küche hat einen Gaskocher mit zwei Flammen, sodass Nudeln und Soße gleichzeitig kochen können. Darunter liegen Schubladen für Besteck, Töpfe und Vorräte. Unter einem hochklappbaren Brett ist Platz für Flaschen. Unter dem Bett gibt es zwei Schiebeschränke, einen von innen und einen von außen zugänglich. Serienmäßig liefert Westfalia zwei Reisetaschen im Kipling-Design mit, die dort Platz finden.
Weil der Kipling auf beiden Seiten eine Schiebetür hat, gibt es keinen Tisch an der Außenwand. Stattdessen steckt der Tisch in der Heckklappe und wird für die Mahlzeit auf einen Fuß in der Mitte gesetzt, wo er sich drehen lässt, damit man leichter aufsteht. Mit eigenen Beinen lässt er sich auch draußen aufstellen. Die Rücksitzbank bietet zwei Plätze, die Tiemo vor allem für Kinder sieht. Zu zweit reist man nach seiner Einschätzung ohne Einschränkungen und mit zwei kleinen Kindern geht es auch zu viert.
Das Aufstelldach lässt sich rundum öffnen. Hinter dem Stoff liegt ein umlaufendes Moskitonetz, das einen Blick über 240 Grad freigibt. Nach Tiemos Angabe ist der Kipling das erste Westfalia-Fahrzeug mit diesem Panoramadach. Der Stoff hält Regen ab und lässt sich bei schlechtem Wetter wieder schließen.
Oben liegt ein zweites Doppelbett mit 1,92 mal 1,28 Metern auf einer punktelastischen Unterfederung. Zwei Gasdruckdämpfer halten die Liegefläche, sodass sie sich leicht hochklappen und wieder herunterziehen lässt. Ist das Dachbett hochgeklappt, erreicht der Kipling eine Stehhöhe von bis zu 2,03 Metern, sodass man sich im vorderen Bereich bequem umziehen kann.
Für kühle Nächte sind Boden, Seitenwände und die Ohren gedämmt. Unter null Grad kann man mit geschlossenem Dach nach Tiemos Einschätzung gut übernachten. Die Warmluft kommt aus den Auslässen an der Sitzbank und im Heck und steigt von dort nach oben ins Dach.
Für einen Campingbus dieser Größe hat der Kipling viel Wasser an Bord, jeweils 50 Liter Frisch- und Abwasser. Nach Tiemos Erfahrung sind in dieser Klasse eher 25 Liter üblich, oder der Abwassertank fällt kleiner aus. Das warme Wasser kommt aus einem Boiler von Truma mit zehn Litern, der mit Gas arbeitet. Die Gasflasche mit bis zu 2,75 Kilogramm steckt im Heck. Außen am Heck gibt es eine Dusche, etwa für den Hund nach dem Spaziergang oder für sandige Füße.
Unter dem Bett steckt eine Kassettentoilette mit 18-Liter-Kassette, die man zum Benutzen herauszieht. Danach verschwindet sie wieder hinter einem Rollo. Darüber sitzt der Kompressor-Kühlschrank mit 51 Litern und Gefrierfach.
Geheizt wird mit Diesel. Das Messefahrzeug hatte eine Webasto-Standheizung mit 2.000 Watt. Inzwischen gibt Westfalia auf seiner Website eine Eberspächer-Heizung mit 2.200 Watt an. Die Aufbaubatterie ist eine AGM-Batterie mit 92 Ah. Laut Preisliste gibt es eine zweite AGM-Batterie für 298 Euro oder eine Lithium-Batterie mit 150 Ah für 1.100 Euro. Tiemo empfiehlt die Lithium-Batterie, weil sie leichter ist und länger hält. Serienmäßig ist der Kipling für ein Solarpanel vorbereitet und das Panel mit 200 Watt kostet 1.790 Euro.
In der Heckgarage sind der Riffelblechboden und die Zurrösen des Messefahrzeugs Optionen. Die Heckklappe lässt sich bei Ford inzwischen serienmäßig auch von innen per Knopfdruck entriegeln.
Auf seiner Website nennt Westfalia für den Kipling aktuell einen Einstiegspreis von 67.990 Euro mit 136 PS und Schaltgetriebe. Auf der CMT 2026 lag der Grundpreis laut der damals gültigen Preisliste bei 68.190 Euro. Mit 170 PS und Automatik waren es 73.990 Euro.
Das Messefahrzeug hatte zusätzlich Allrad, Metallic-Lackierung und weitere Extras. Den Preis gibt Tiemo mit rund 89.800 Euro an. Die Metallic-Lackierungen kosten laut Preisliste jeweils 2.000 Euro.
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