Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Sunlight vorgestellt.
Der Sunlight IBEX 604D ist ein kompakter Allrad-Camper mit Automatik auf dem sechs Meter langen VW Crafter. Damit er innen 1,98 Meter Stehhöhe bietet, hat Sunlight ein eigenes Hochdach entwickelt. Martin Schlenker, Leiter des Sunlight-Marketings, hat ihn uns im Juli 2026 am Offroadpark Nürburgring vorgestellt. Der IBEX kostet ab 87.999 Euro.
Wer einen kompakten Allrad-Camper mit Automatik sucht, landet schnell beim VW Crafter 4MOTION und steht dann vor einem Problem. Ab Werk ist der Crafter in der Sechs-Meter-Version nach Martins Angabe nur mit einer Stehhöhe von rund 1,70 Metern zu haben und das reicht für die wenigsten Menschen. Sunlight hat deshalb ein eigenes Dach aus GFK entwickelt, das den IBEX im gesamten Innenraum auf 1,98 Meter Stehhöhe bringt. In das Dach integriert ist außerdem die Markise von Thule, die immer zur Serie gehört.
Warum überhaupt ein Crafter? Sunlight hat schon seit mehreren Jahren ein Allradmodell auf einem anderen Transporter im Programm, das sich gut verkauft. Allrad gibt es dort allerdings nur mit Schaltgetriebe, während die Nachfrage nach einem Allrad-Camper mit Automatik immer größer wurde. Gesucht war zudem ein kompaktes Fahrzeug, das nicht mit langem Radstand auf sieben Meter wächst. Und das Basisfahrzeug musste zu Sunlights Preisgefüge passen. Damit blieb kaum eine Auswahl und am Ende stand der Crafter samt der Aufgabe, ihm Stehhöhe zu verschaffen.
Bevor der IBEX in Serie ging, war ein Konzeptfahrzeug ein Jahr lang unterwegs, unter anderem vier Wochen quer durch Island und in Marokko. Das Feedback der Fahrer ist in das Serienfahrzeug eingeflossen. Das Fahrzeug am Nürburgring gehörte zur Nullserie und war dort bereits eine Woche lang im Gelände im Einsatz, ohne dass im Innenausbau etwas nachgeschraubt werden musste. Weitere Rückmeldungen kommen von den Handelspartnern und aus der Adventure Crew, in der mehr als zwanzig Athleten und Kreative mit Sunlight-Fahrzeugen reisen.
Den im Marktvergleich moderaten Preis erreicht Sunlight unter anderem dadurch, dass vieles bereits zur Serie gehört, was bei anderen Campern extra kostet. Der Crafter hat 120 kW oder 163 PS und immer die Acht-Gang-Wandlerautomatik. Klimaanlage im Fahrerhaus, LED-Scheinwerfer, das Zehn-Zoll-Display mit CarPlay, eine Rückfahrkamera und Rahmenfenster mit Verdunklung und Insektenschutz sind ebenfalls serienmäßig an Bord. Wer schon einmal einen Volkswagen gefahren ist, findet sich im Fahrerhaus sofort zurecht.
An der Schiebetür sitzt eine elektrische Trittstufe von AlphaDynamik, die eingefahren komplett unter dem Fahrzeug verschwindet. Das hat im Gelände einen praktischen Nutzen, denn eine herkömmliche Trittstufe ist oft das erste Bauteil, das schon auf einer hügeligen Wiese aufsetzt. Solche Stufen sind teuer und werden deshalb selten serienmäßig verbaut.
Bei der Auswahl hält Sunlight das Angebot dagegen übersichtlich. Holzdekor und Innenraumdesign sind festgelegt und wählen kann man zwischen mehreren Polstervarianten. Diese geringere Varianz ist nach Martins Worten einer der Gründe, weshalb Sunlight einen niedrigeren Preis bieten kann.
Beim IBEX hat Sunlight das Gas weitgehend aus dem Fahrzeug verbannt. Geheizt wird serienmäßig mit der Dieselheizung Truma Combi D 4 mit vier Kilowatt. Gegen Aufpreis gibt es eine Variante mit sechs Kilowatt. Eine Gasheizung war zwar im Gespräch, doch für ein Fahrzeug, das abseits fester Plätze unterwegs sein soll, hat Sunlight sich für Diesel entschieden, der aus dem Fahrzeugtank kommt und den IBEX autarker macht. Die Heizung verteilt die Wärme über mehrere Ausströmer, von denen zwei im Heck sitzen.
Neu bei Sunlight ist auch der Kompressorkühlschrank mit 84 Litern, der sich herausziehen lässt und von beiden Seiten zugänglich ist. Gas braucht der IBEX damit nur noch für den Zwei-Flammen-Kocher und dafür hat er eine Elf-Kilogramm-Flasche an Bord, die bei reinem Kochbetrieb sehr lange reicht. Wer ganz auf Gas verzichten will, kann über die Sunlight-Handelspartner eine Induktionsplatte nachrüsten lassen.
An Wasser führt der IBEX 90 Liter Frischwasser und 70 Liter Abwasser mit. Die Bordbatterie ist serienmäßig eine AGM-Batterie mit 95 Amperestunden. Gegen Aufpreis gibt es eine Lithiumbatterie mit 105 Amperestunden. Im Batteriefach ist noch Platz, sodass die Handelspartner auch größere Kapazitäten nachrüsten können.
Isoliert ist der IBEX an Wänden, Dach, Boden und Hecktüren und damit wintertauglich. Für längere Aufenthalte im Winter empfiehlt Martin Isoliermatten für Fahrerhaus und Heck. Als Sonderausstattung gibt es außerdem einen isolierten und beheizten Abwassertank.
Im Bad arbeitet Sunlight zum ersten Mal mit einem Klappwaschbecken, weil auf sechs Metern jeder Zentimeter zählt. Die Duschtasse liegt auf derselben Höhe wie der übrige Boden, so dass die Stehhöhe fast so groß ist wie im Wohnraum. Beim Duschen schließt ein Vorhang die Kabine rundum ab, der sich mit Haltern zur Wand hin abspannen lässt, damit er nicht am Körper klebt. Auch draußen duschen ist möglich: Öffnet man das Badfenster, lässt sich die Brause nach draußen ziehen und in eine magnetische Halterung hängen. Als Toilette ist immer ein Chemie-WC verbaut. Andere Systeme bauen die Handelspartner auf Wunsch ein.
Geschlafen wird quer im Heck auf einer Liegefläche von 200 mal 136 Zentimetern. Weil die Karosserie des Crafters nach oben hin schmaler wird, hat Sunlight auf beiden Seiten Ausbuchtungen in die Seitenwände gesetzt. Erst diese Ohren machen das Querbett auch für Menschen nutzbar, die größer als 1,70 Meter sind. Martin misst 1,80 Meter und liegt beim Probeliegen mit den Füßen in einer der Ausbuchtungen. Zugelassen sind vier Sitzplätze und geschlafen wird serienmäßig zu zweit. Gegen Aufpreis lässt sich die Sitzgruppe zusammen mit dem Beifahrersitz zu einem dritten Schlafplatz von 170 mal 100 Zentimetern umbauen.
Unter dem Bett liegt ein großer Stauraum, den man von hinten über die Hecktüren erreicht. Die dreiteilige Matratze lässt sich in der Mitte herausnehmen und der Lattenrost hochklappen, wenn größere Gepäckstücke hineinsollen. Ein weiteres Detail sitzt an der Innenseite. Zum Stauraum hin gibt es eine verschiebbare Trennwand, über die man vom Wohnraum aus an alles herankommt, was unter dem Bett verstaut ist. Testfahrer außerhalb von Sunlight hatten nach der ersten Tour darauf bestanden, dass diese Lösung bleibt.
Die Fahrt im Offroadpark Nürburgring hat Christian Schmitz übernommen. Er arbeitet dort als Offroad-Instructor, fährt seit 2003 im Gelände und kam über den Quad-Rennsport zum Nürburgring. Für Sunlight arbeitet er nicht. Der IBEX, mit dem er gefahren ist, hatte das Offroad-Paket für 6.999 Euro an Bord. Dazu gehören eine Differenzialsperre an der Hinterachse, eine Berganfahr- und Bergabfahrhilfe und eine Lightbar auf dem Dach, die mit dem Fernlicht gekoppelt ist. Außerdem enthält das Paket 18-Zoll-Alufelgen von delta4x4 mit All-Terrain-Reifen vom Typ Loder AT#1, die ebenfalls von delta4x4 stammen.
Die Felgen haben einen verschraubten Ring am Felgenhorn, der wie ein Beadlock aussieht. Anders als ein echter Beadlock klemmt er den Reifen aber nicht fest. Der Ring soll vielmehr die Felge schützen. Trifft das Rad im Gelände auf einen Stein, muss im schlimmsten Fall nur der Ring getauscht werden und die Felge bleibt intakt. Für Christian ist die Kombination aus Felge und Reifen deshalb ideal.

Die Differenzialsperre empfiehlt Christian in jedem Fall. Auf losem Untergrund legt man sie rechtzeitig ein, bevor das Fahrzeug feststeckt, denn danach hilft oft auch die Sperre nicht mehr. Auf Asphalt bleibt sie aus, weil beide Hinterräder dann gleich schnell drehen und in Kurven radieren würden. Im Kiesbett fuhr Christian mit Sperre und rund 3.000 Umdrehungen pro Minute, damit der Motor im losen Kies genug Kraft hat. Die trockene Sandbahn schaffte der IBEX sogar ohne Sperre.
In der Schräglagenpassage fuhr Christian den IBEX mit 26 Grad Seitenneigung. Nach Herstellerangaben sind sogar bis zu 32 Grad möglich. Auf dem Gefälle danach übernahm die Bergabfahrhilfe. Sobald ihr Symbol grün leuchtet, kann man beide Füße von den Pedalen nehmen und das Fahrzeug rollt mit rund drei bis sechs Kilometern pro Stunde bergab. Mit dem Gaspedal lässt sich dieses Tempo anpassen.
Grenzen setzt nach Christians Erfahrung weniger der Antrieb als der Rampenwinkel zwischen den Achsen. Beim Überfahren von Kuppen können die Tanks und selbst die eingefahrene Trittstufe unter dem Fahrzeug aufsetzen und genau dort ist Fahrtechnik gefragt. Der IBEX am Nürburgring hatte keinen Schnorchel. Christian hält einen Schnorchel für sinnvoll, wenn man viel auf staubigen Pisten unterwegs ist, weil der Luftfilter dann länger hält. Für eine größere Wattiefe nützt er dagegen nichts, denn der Gaskasten braucht eine Entlüftung nach unten, durch die Wasser ins Fahrzeug liefe.
Als reines Schlechtwegefahrzeug sieht Christian den IBEX nicht. Er ordnet ihn ein Stück darüber ein. Feldwege, Schotterpisten und alte Passstraßen, wie man sie bei einem legalen Offroadurlaub in Europa fährt, kann das Fahrzeug nach seiner Einschätzung komplett abbilden.
Der Sunlight IBEX 604D kostet in der Grundausstattung 87.999 Euro. Darin stecken bereits Allrad, Automatik, Dieselheizung, Markise und die elektrische Trittstufe. Mit dem Offroad-Paket für 6.999 Euro kommt der IBEX auf 94.998 Euro und liegt damit unter der Grenze, die Sunlight sich bei der Entwicklung gesetzt hatte: ein sechs Meter langer Allrad-Camper mit Automatik, der auch mit Ausstattung weniger als 100.000 Euro kostet.
Weitere Extras wie die Lithiumbatterie oder den Fahrradträger von Thule bestellt man je nach Bedarf dazu. Wie viel Zuladung am Ende bleibt, hängt stark von dieser Ausstattung ab. Die Masse in fahrbereitem Zustand beginnt bei 3.062 Kilogramm. Bei 3.500 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht bleiben rechnerisch 438 Kilogramm. Wer mehr braucht, kann den IBEX auf 3,8 Tonnen auflasten lassen, muss dann aber auf die passende Führerscheinklasse achten. Seit August 2026 rechnet der Online-Konfigurator von Sunlight die Gewichte der gewählten Ausstattung mit. Ab Herbst stehen Ausstellungsfahrzeuge bei den Handelspartnern.
Hast Du einen Fehler im Artikel entdeckt? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis.