Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit VANDERER vorgestellt.
Der VANDERER One ist ein Hochdachkombi auf Peugeot Rifter, der Alltagsauto und Camper zugleich ist. Mit Aufstelldach ist er nur 1,89 Meter hoch und passt so auch in ältere Garagen. In Bad Wurzach hat ihn uns Geschäftsführer Tobias Menig 2026 vorgestellt. Der One startet bei 38.999 Euro und kostet voll ausgestattet 59.000 bis 63.000 Euro.
Wer einen kompakten Camper auch unter der Woche als Alltagsauto fahren will, stößt früher oder später auf eine Zahl: die Durchfahrtshöhe. Moderne Garagen in der Innenstadt sind meist auf zwei Meter ausgelegt, während viele ältere nur 1,90 Meter zulassen. Der VANDERER One kommt mit seinem eigens entwickelten Aufstelldach auf 1,89 Meter und passt damit auch dort noch hinein. Mit dem optionalen Solarmodul sind es nach Herstellerangaben 1,915 Meter. Die Markise trägt dagegen nicht auf.
Genau diese Grenze war für Tobias Menig der Ausgangspunkt. Er kommt aus dem Reisemobilbau und suchte für sich selbst ein Fahrzeug, in dem er nach einem Tag draußen übernachten kann und das trotzdem ein ganz normales Alltagsauto bleibt. Weil er unter 1,90 Metern am Markt nichts Passendes fand, hat er es selbst gebaut. Die Höhe zählt für ihn auch unterwegs, denn an Wanderparkplätzen und in Küstenregionen halten Schranken größere Reisemobile immer häufiger fern.
Aus diesem Anspruch hat VANDERER eine Regel gemacht, die Tobias Car, Camper, Cargo nennt. Fünf Sitze und das Fahrgefühl eines Kombis sind gesetzt und dazu passen 4,75 Meter Länge und 1,84 Meter Breite. Das Dach bringt die Stehhöhe, die ein Camper aus seiner Sicht braucht, und der gesamte Ausbau lässt sich ohne Werkzeug herausnehmen, sobald Laderaum gefragt ist.
Als Basis kommen nur Peugeot Rifter und Citroën Berlingo infrage. VANDERER hat auch andere Hochdachkombis geprüft. Am Ende passten bei diesen beiden Preis und Leistung am besten zum eigenen Konzept. Die Fahrzeuge kommen über VANDERER direkt vom Werk, so dass die volle Garantie erhalten bleibt.
Ab Werk wählt VANDERER fast immer die höchste Ausstattungslinie und eine Rückfahrkamera ist stets an Bord. Das hat einen praktischen Grund: Wer für den Urlaub bis unters Dach packt, sieht durch den Innenspiegel nichts mehr.
Serienmäßig fährt der One mit einem 110-PS-Benziner und Sechsgang-Schaltung auf Berlingo-Basis. Das vorgestellte Fahrzeug nutzt den 130-PS-Diesel mit EAT8-Automatik auf dem Rifter. Wer elektrisch unterwegs sein will, bekommt einen Berlingo mit 136 PS und 50 kWh Akku.
Auch beim Gewicht hat der One Reserven. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei rund 2.400 Kilogramm. Je nach Basisfahrzeug und Motor bleiben laut Tobias nach Abzug des Fahrers 300 bis 550 Kilogramm Zuladung, die ein Auto für bis zu fünf Personen auch braucht. Die Verbrenner sind als N1-Kleintransporter zugelassen und haben ab Werk verstärkte Federn an der Hinterachse. Nach Tobias‘ Angaben bringt das rund 150 Kilogramm mehr Zuladung als bei der Pkw-Variante.
Eine Eigenheit der Basis nutzt VANDERER gezielt: Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen, sodass man ans Gepäck kommt, ohne die ganze Klappe hochzuziehen. Wer nachts dagegen die komplette Heckklappe offen lassen möchte, spannt ein eigens entwickeltes Moskito- und Wasserschutznetz über die gesamte Öffnung. Das Netz hält oben mit Magneten und unten mit Druckknöpfen und darf auf Wunsch sogar während der Fahrt dranbleiben. Für die Schiebetüren gibt es eigene Moskitonetze.
Das Livingroom-Modul ist die umfangreichere der beiden Möbelvarianten und nur mit Aufstelldach zu haben, weil man darin sonst nicht aufrecht sitzen könnte. Gekocht wird zunächst draußen unter der Heckklappe, wo ein Auszug den Gaskocher trägt. Der Kocher lässt sich herausnehmen und auf eigene Füße stellen, etwa auf dem Campingtisch. Als Brennstoff dienen genormte Schraubkartuschen, die man überall bekommt. Weil der Kocher direkt an der Kartusche hängt und keine Gasleitung durchs Fahrzeug führt, braucht der One keine Gasprüfung. Regnet es, kocht man innen auf einem Induktionsfeld ohne offene Flamme. Die Spüle daneben hat je 12 Liter Frisch- und Abwasser.
Die eigentliche Idee steckt im Küchenblock. In vielen Campern dieser Klasse ist die Küchenzeile fest an der Fahrerseite verbaut und für das Bett bleibt dann nur die Restbreite. VANDERER hat den Block deshalb höhenverstellbar gebaut. Zum Schlafen fährt er ganz nach unten und wird Teil der 1,20 Meter breiten Liegefläche. Hochgefahren ergibt er eine bequeme Arbeitshöhe und darunter entsteht Platz, um beim Sitzen die Beine auszustrecken.
Beim Möbelbau merkt man, dass hier ein Schreinermeister und studierter Holztechniker am Werk ist. Statt ABS-Kanten aufzukleben, die sich bei Hitze oder arbeitendem Holz irgendwann lösen können, werden die Holzkanten zweifach geölt und gewachst. Das kostet in der Fertigung spürbar mehr Zeit. Dafür stecken die Kanten jede Temperatur weg.
Unter der Winkelsitzgruppe wartet eine Trenntoilette von Boxio, die man bei Bedarf in den Mittelgang zieht und die dort auch während der Fahrt sicher steht. Das Bett im Dach klappt nicht einfach nach oben, wie man es aus anderen Campern kennt. Stattdessen hebt es eine nach Herstellerangaben patentierte Hubmechanik an. So kann man vorne aufrecht sitzen und oben entsteht eine Ablage, auf der nach dem Essen Geschirr oder Laptop Platz finden.
Oben liegt man auf 190 x 114 Zentimetern und genau hier steckt der größte Aufwand. Unter der Matratze sitzen Federleisten aus Birkensperrholz, darauf einzelne Tellerfedern, die in fünf Zonen eingeteilt und nach Härte eingefärbt sind. An der Schulter geben sie weich nach, damit Seitenschläfer einsinken können. Im Lendenbereich stützen sie dagegen stärker. Deshalb reicht oben eine Matratze, die nur halb so dick ist wie der Kaltschaum unten. Wer die Wahl hat, sollte nach Tobias‘ Erfahrung oben schlafen.
Unten misst die Liegefläche 200 x 120 Zentimeter. Weil sie aus mehreren Polstern zusammengesetzt wird, ist dort kein Federsystem möglich. Dafür ist der Schaum mit 9 Zentimetern doppelt so dick. Ein passender Topper soll als Zubehör folgen. Muss das Dach einmal nass eingepackt werden, verträgt der gegen Stockflecken resistente Stoff laut Hersteller vier bis fünf Tage im feuchten Zustand.
Für kalte Nächte gibt es eine Diesel-Standheizung von Autoterm mit 2 Kilowatt. Für den kleinen Innenraum wäre ein halbes Kilowatt genug. Kleinere Geräte gibt es aber nicht und so reicht die Leistung auch für das Zeltdach. Dass das funktioniert, hat Tobias selbst ausprobiert: Im vergangenen Winter hat er bei minus acht Grad im Dach übernachtet. Bei aufgestelltem Dach ist hinten, wo das Dach am höchsten ist, auch mit 1,87 Metern noch Luft nach oben. Wer 1,75 Meter groß ist, steht über die ganze Fahrzeuglänge aufrecht.
Strom liefert eine Lithiumbatterie mit 105 Amperestunden und im Elektrofahrzeug eine mit 50 Amperestunden. Die Zellen der Batterie lassen sich beheizen, was im Winter zählt, weil zu kalte Lithiumzellen keinen Strom aufnehmen. Statt eines Wechselrichters setzt VANDERER auf eine Powerstation. Wer 230 Volt braucht, schließt sie an. Die Powerstation lädt über 12 Volt aus der Aufbaubatterie nach und lässt sich auch draußen nutzen. Zwischen den Vordersitzen steht eine Kompressorkühlbox mit 14,5 Litern, an die man auch während der Fahrt herankommt.
Wie ernst VANDERER das Wort Cargo nimmt, zeigt der Umbau. Das Livingroom-Modul hängt nur an zwei Steckern. Sind sie gelöst, kann eine Person das 16 Kilogramm schwere Seitenteil nach drei Sterngriffschrauben allein herausheben. Den Rest zieht man samt Bodenplatte auf einen Rollwagen. Übrig bleibt ein Rifter mit Aufstelldach und leerem Laderaum.

Das zweite Modul hat uns danach Sophia Negro gezeigt, die bei VANDERER Kommunikation und Marketing verantwortet. Sleep & Storage entstand, weil sich Kunden einen niedrigeren Ausbau wünschten, der dauerhaft im Fahrzeug bleiben kann und trotzdem Platz für sperriges Sportgerät lässt. Der einzelne Korpus wiegt rund 53 Kilogramm und wird nur hinten verschraubt. Darunter verschwinden Campingtisch und Stühle und obenauf liegt eine Fläche von 2 x 1,20 Metern. Davor bleibt eine Stufe frei, auf der man nasse Schuhe abstellt, bevor man ins Bett steigt.
Der Tisch liegt draußen auf einer Schublade oder hängt seitlich als Stehtisch am Modul. Bei Regen stellt man ihn innen mit zwei Stützbeinen auf. Der umgebaute Beifahrersitz wird dann zum zusätzlichen Platz. Zwei Schraubpunkte nehmen Gabelhalterungen für Fahrräder auf. Die Durchladelänge gibt Sophia mit knapp drei Metern an, genug für ein SUP. Weil das Modul so flach baut, sitzt man darauf auch ohne Aufstelldach aufrecht. Ohne Dach heißt das Fahrzeug VANDERER Two.
Laut Preisliste mit Stand Juli 2026 kostet der VANDERER One in Weiß mit Schlafdach 38.999 Euro. Dazu kommt eine verpflichtende Abwicklungsgebühr von 1.600 Euro. Für den Diesel mit Automatik werden 4.000 Euro Aufpreis fällig, für den Elektroantrieb 9.000 Euro. Eine Metalliclackierung kostet 2.000 Euro.
Die Möbel werden extra berechnet. Das Livingroom-Modul kostet montiert 7.500 Euro, Sleep & Storage 3.700 Euro. Standheizung und Aufbauelektrik schlagen mit jeweils 2.000 Euro zu Buche, die Markise mit 1.000 Euro. Wer das volle Paket mit großem Motor nimmt, landet zwischen 59.000 und 63.000 Euro.
Günstiger wird es ohne Dach. Der VANDERER Two startet bei 32.999 Euro plus 1.200 Euro Abwicklung und hat das Sleep & Storage-Modul samt Tisch und Kühlbox bereits an Bord. Wer später doch ein Schlafdach möchte, kann es nachrüsten lassen. VANDERER braucht das Auto dafür einige Wochen.
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