Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Dethleffs vorgestellt.
Der Dethleffs Globebus Performance ist ein Teilintegrierter auf VW Crafter, den es nach dem Allradmodell jetzt auch mit Frontantrieb gibt. Auf der CMT 2026 hat uns Florian Pietrzak, der das Dethleffs Produktmanagement leitet, den T46 mit Längsbetten vorgestellt, der sich trotz 6,85 Metern Länge auf 3,5 Tonnen ablasten lässt. Der T46 startet bei 82.999 Euro, der kürzere T16 mit Querbett bei 77.999 Euro.
Rund ein Jahr vor der CMT 2026 hatte Dethleffs mit dem Globebus Performance 4×4 seine erste Baureihe auf VW Crafter vorgestellt, mit Höherlegung, All-Terrain-Reifen und Differenzialsperre. Viele Interessenten brauchen diesen Aufwand aber gar nicht. Für sie gibt es den Globebus Performance jetzt mit Frontantrieb, in denselben beiden Grundrissen T46 und T16. Florian begründet den Schritt vor allem mit dem geringeren Gewicht, das sich später auch im Verbrauch bemerkbar macht, und mit dem niedrigeren Preis. Dethleffs positioniert die Frontantriebsversion deshalb anders als den 4×4, nämlich als Reisemobil für das ganz normale Reisen. Florian ist beide Versionen gefahren und erlebt den Frontantriebler als sehr komfortabel und ruhig.
Die Ausstattung des 4×4 lässt sich darum auch nicht als Option dazubestellen. Höherlegung, All-Terrain-Bereifung, Differenzialsperre und die markante Lightbar an der Front bleiben dem Allradmodell vorbehalten. Serienmäßig arbeitet im Frontantriebsmodell der 2,0-Liter-TDI mit 103 kW und 140 PS, gekoppelt an ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Das hält den Einstiegspreis niedrig. Wer mehr Komfort möchte, bekommt gegen Aufpreis 163 PS und eine Achtgang-Wandlerautomatik. Auch bei den Rädern setzt Dethleffs auf eine schlanke Grundausstattung: Serienmäßig rollt der Globebus Performance auf Stahlfelgen und die 17-Zoll-Alufelgen von VW kosten extra. Florian begründet das damit, dass etliche Kunden nach dem Kauf ohnehin ihre eigenen Felgen nachrüsten lassen.
Äußerlich will sich Dethleffs von der „weißen Ware“ absetzen. Das Fahrerhaus ist in Lichtgrau lackiert, dazu kommen schwarze Schürzen und eine Folierung, die das Weiß des GFK-Aufbaus nach vorn ins Fahrerhaus zieht. So entsteht zwischen Kabine und Aufbau keine harte Kante.
Wie der 4×4 entsteht auch die Frontantriebsversion in der Lifetime-Smart-Bauweise von Dethleffs. Dach, Seitenwände und die Unterseite des Bodens sind mit GFK beplankt und der Boden ist zusätzlich mit XPS isoliert. Das schützt den Aufbau vor Kälte, Nässe und Steinschlag. Auf die Dichtigkeit gibt Dethleffs nach Florians Angabe zehn Jahre Garantie, wobei das Fahrzeug wie üblich einmal im Jahr zur Dichtigkeitsprüfung muss.
Geheizt wird mit Diesel aus dem Fahrzeugtank. Eingebaut ist immer eine Truma Combi D 6, die zugleich das Warmwasser bereitet. Ausströmer sitzen im Wohnraum, im Einstieg, wo die meiste Kälte hereinkommt, und im Schlafbereich direkt unter den Fenstern. Die Schränke sind hinterlüftet, damit sich an den Außenwänden keine Feuchtigkeit staut. Gas braucht der Globebus Performance nur noch für den Kocher. Das Gasfach ist entsprechend kompakt und nimmt eine kleine Gasflasche auf.
Winterfest ist der Aufbau schon serienmäßig. Wer regelmäßig im Winter unterwegs ist, kann das Winterkomfortpaket dazunehmen, in dem der Abwassertank zusätzlich isoliert ist und die Heizung eine E-Funktion bekommt. Mit dieser Funktion heizt die Combi D 6 E am Landstrom elektrisch mit 900 oder 1.800 Watt, ganz ohne Diesel. Den Aufpreis für das Paket gibt Florian mit ungefähr 2.500 Euro an.
Für den Strom sorgt serienmäßig eine AGM-Batterie mit 95 Ah. Ab Werk lässt sie sich gegen Lithium-Batterien mit 150 oder 300 Ah tauschen. Über ein zentrales Bedienpanel werden Licht, Kühlschrank und Heizung gesteuert und die Füllstände von Wasser und Batterie abgelesen. Mit der App Dethleffs Connect geht das auch aus der Ferne, sodass die Heizung schon läuft, wenn man vom Skifahren zurückkommt.
Beim T46 gehört eine Heckabsenkung zur Serie. Das Heck ist nach Florians Angabe um rund 14 bis 15 Zentimeter abgesenkt. Je nach Schürze und Höhe des Leiterrahmens können es bis zu 20 Zentimeter sein. Die Ladekante der Garage sinkt entsprechend, was das Beladen spürbar erleichtert. Die Garagentüren auf beiden Seiten messen laut Hersteller im Licht 65 mal 105 Zentimeter. Innen ist die Garage nach Florians Angabe mit rund 1,15 Metern etwas höher. Zwei zusätzliche Fächer im hinteren Bereich nutzen den Platz unter den Fußenden der Betten für Kleinkram.

Wegen seiner Länge braucht der T46 an der Hinterachse immer eine Luftfederung. Ab Werk ist er mit 3.880 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse eingetragen, lässt sich auf Wunsch aber auf 3,5 Tonnen ablasten. Bei einer Masse fahrbereit von 2.970 Kilogramm bleiben dann in der Serienausstattung rechnerisch rund 530 Kilogramm Zuladung. Beim Allradmodell geht das nicht, weil der 4×4-Antriebsstrang zusätzliches Gewicht mitbringt. Den Globebus Performance 4×4 T46 bietet Dethleffs deshalb nur mit 3.880 Kilogramm an.
Der 6,25 Meter lange T16 ist konsequent auf die 3,5 Tonnen ausgelegt. Da Luftfederung und Heckabsenkung Gewicht kosten, verzichtet Dethleffs beim T16 auf beides. Mit 2.820 Kilogramm Masse fahrbereit nennt Florian für ihn eine Zuladung von bis zu 600 Kilogramm. Ohne Heckabsenkung liegt die Ladekante höher, so dass man für ein Fahrrad in der Garage das Vorderrad ausbaut.
Durch die 70 Zentimeter breite Aufbautür, die Dethleffs in allen Baureihen verbaut, und eine serienmäßige Trittstufe steigt man bequem ein. Die Sitzgruppe besteht aus der Sitzbank und den beiden drehbaren Fahrerhaussitzen. Für die Polster bietet Dethleffs drei Stoffkombinationen an. Auf Wunsch ist auch eine Ausstattung in Leder möglich. Die Fahrerhaussitze kommen unverändert von VW und sind auf die Sitzposition beim Fahren ausgelegt. Die Sitzbank braucht dagegen eine gewisse Mindesthöhe und unter ihr sitzen Heizung und Installationen. Deshalb sitzt man auf den gedrehten Fahrerhaussitzen etwas tiefer als auf der Bank. Eine eigene Sitzkonsole, die die Sitze um vier bis fünf Zentimeter anheben würde, wäre nach Florians Angabe ein hoher Aufwand, der sich im Verkaufspreis niederschlagen würde. Dethleffs gleicht den Unterschied deshalb mit einem niedrigeren Schwenktisch aus, dessen Platte sich zusätzlich herausdrehen lässt.
Serienmäßig ist das Fahrzeug für zwei Personen ausgelegt. Für die Sitzbank gibt es optional einen Gurtbock mit Isofix, dann sind bis zu vier Sitzplätze zugelassen. Aus der Sitzgruppe lässt sich ein Notbett von rund 1,80 Metern Länge bauen, indem man die Tischplatte eine Etage tiefer einhängt. Florian nennt es selbst ein Enkelkindbett.
Im Fahrerhaus finden sich Fahrer von VW-Pkw sofort zurecht. Dethleffs bestellt den Crafter immer mit dem großen Infotainment-Display, das Smartphones über Apple CarPlay und Android Auto einbindet und damit auch die Navigation übernimmt. Damit die Varianten bei den Fahrgestellen überschaubar bleiben, die Dethleffs bis zu einem halben Jahr im Voraus bestellen muss, fasst der Hersteller die Crafter-Optionen in Pakete. Das Assistenzpaket enthält zum Beispiel den adaptiven Abstandstempomaten.
Die Küche liegt im Einstieg auf der Beifahrerseite, mit zweiflammigem Gaskocher und Spüle. Unter der Arbeitsplatte sitzen mehrere Schubladen mit Besteckeinsatz und Platz für Töpfe, darüber Dachschränke. An der Wand hängt die Multiflex-Schiene, für die vier Haken zur Serie gehören. Für mehr Arbeitsfläche beim Kochen lässt sich an der Seite eine Erweiterung hochklappen, die auf zwei Metallstützen ruht und mit einer Hand wieder heruntergeklappt wird.
Das Bad ist wie im 4×4 ein Schwenkbad, das nach Florians Angabe auf rund einem Meter Baulänge Toilette, Waschbecken und Dusche unterbringt. Zum Duschen wird die Schwenkwand per Hebel zur Seite gedreht und es entsteht eine rundum verkleidete Duschkabine. Menschen bis etwa 1,80 Meter haben darin laut Florian gute Stehhöhe. Neu ist eine Rollladentür, die sich mit der drehbaren Toilette in jeder Stellung verträgt. Serienmäßig ist eine Kassettentoilette eingebaut. Optional liefert Dethleffs ab Werk die wasserlose Trockentoilette von Clesana. Die Dichtigkeit der Badkabinen prüft Dethleffs im Dauertest: Die Kabinen werden mindestens einen Tag lang beregnet und danach zerlegt, um nach eingedrungener Feuchtigkeit zu suchen.
Der Frischwassertank fasst 115 Liter, der Abwassertank 90 Liter. Ein Anschluss für die feste Wasserversorgung auf dem Campingplatz lässt sich nach Florians Angabe beim Händler einfach nachrüsten.
Neben dem Bad steht im T46 der Kühlschrank. Das Messefahrzeug hatte den optionalen Kompressor-Kühlschrank mit 131 Litern, der als hoher Schrank eingebaut ist und nur für den T46 angeboten wird. In der Serie sind es 83 Liter. Den Schlafbereich trennt ein Vorhang als Sichtschutz vom Wohnraum.
Die Längsbetten im Heck messen laut Hersteller 2,02 mal 0,80 Meter auf der Fahrerseite und 1,92 mal 0,75 Meter auf der Beifahrerseite. Mit einem Auszug lassen sie sich zu einer großen Liegefläche verbinden. Statt des üblichen Dachschranks quer über dem Kopfende gibt es im T46 eine offene Ablage mit Gummibändern für Bücher und Kleinkram, während Kleidung in je zwei Dachschränken links und rechts Platz findet. Der Kleiderschrank sitzt unter den Fußenden der Betten.
Im T16 schläft man quer auf einer Liegefläche von 1,98 Metern Länge, die auf der Fahrerseite 1,42 Meter und am Fußende 1,30 Meter breit ist. Damit man sich beim Umdrehen nicht stößt, hat Dethleffs die Dachschränke dort auf eine Ebene reduziert. Über dem kleineren Kühlschrank bleibt eine Ablagefläche und der Innenraum bekommt eine offene Blickachse. Bad, Küche und Sitzgruppe sind in beiden Grundrissen identisch.
Der Globebus Performance T46 mit Längsbetten kostet ab 82.999 Euro, der kürzere T16 mit Querbett ab 77.999 Euro. Im Einstiegspreis enthalten sind unter anderem Rahmenfenster mit Verdunkelung und Fliegengitter, die breite Aufbautür, die Diesel-Heizung und beim T46 die Luftfederung mit Heckabsenkung. Florian findet das Fahrzeug damit schon reisefertig.
Für mehr Komfort empfiehlt er einige Optionen: die Achtgang-Automatik, die Markise und das Family-Paket mit indirekter Beleuchtung, etwa über den Dachschränken. Wer im Winter unterwegs ist, sollte nach seiner Empfehlung das Winterkomfortpaket mit rund 2.500 Euro einplanen.
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