Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Carado vorgestellt.
Der Carado CV541 pro ist ein Camper Van auf dem Fiat Ducato, der auf 5,41 Metern einen ungewöhnlichen Grundriss unterbringt. Eine Wand trennt das Fahrerhaus vom Wohnraum und eine feste Treppe führt ins Aufstelldach, wo das Hauptbett liegt. Im Heck bleibt so Platz für eine Sitzgruppe mit Blick durch die offenen Hecktüren. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns Rainer Wingart aus dem Carado-Produktmanagement das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis liegt inzwischen bei 59.899 Euro.
In vielen Kastenwagen ist der Grundriss schnell erzählt: Vorn drehen sich die Fahrerhaussitze zur Sitzgruppe, in der Mitte liegen Küche und Bad und im Heck das Bett. Carado hat diese Ordnung beim CV541 pro neu sortiert. Der Van ist für zwei Personen ausgelegt und das Bett wandert nach oben ins Aufstelldach. Dadurch wird das Heck frei für eine Sitzgruppe, von der aus man bei geöffneten Hecktüren direkt nach draußen schaut.
Von vorn nach hinten sieht der Grundriss so aus: Hinter dem Fahrerhaus trennt eine Wand den Wohnraum ab. Gleich dahinter beginnt an der Schiebetür die Treppe, die quer durch den Van zur Dachöffnung ansteigt. An der Fahrerseite folgen das Bad und ein schmaler Kleiderschrank, gegenüber liegt hinter der Schiebetür die Küche. Im Heck befindet sich auf einem Podest die Sitzgruppe mit zwei Längsbänken.
Das CV im Namen steht bei Carado für Camper Van, die Zahl 541 für die Länge in Zentimetern. Das pro bezeichnet eine Ausstattungslinie, in der Carado einige Extras bereits zusammengefasst hat. Dazu gehören Rahmenfenster, eine Markise und das sogenannte Basic Paket. Dieses Paket enthält unter anderem eine Trittstufe an der Schiebetür und eine Fliegenschutztür, die leicht läuft und oben wie unten bündig abschließt. Das Aufstelldach ist immer an Bord, weil der ganze Grundriss darauf aufbaut.
Beim Preis hatte Carado eine bestimmte Zielgruppe im Blick. Carado denkt an Menschen, die sich eigentlich gern selbst einen Kastenwagen ausbauen würden, denen dafür aber Zeit oder handwerkliche Erfahrung fehlen. Für sie soll der CV541 pro ein fertig ausgebautes Fahrzeug für vergleichsweise kleines Geld sein.
Das Basisfahrzeug ist ein Fiat Ducato mit 103 kW / 140 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe. Den 140-PS-Motor gibt es gegen Aufpreis auch mit Automatik. Die stärkere Variante mit 132 kW / 180 PS kommt immer mit Automatik. Carado hat die Assistenzsysteme von Fiat zu Sicherheitspaketen zusammengefasst, damit die Auswahl leichter fällt. Fahrbereit wiegt der CV541 pro 2.852 Kilogramm bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm.
Serienmäßig ist der Van weiß lackiert. Ab Werk lässt er sich gegen Aufpreis aber auch in weiteren Farben aus der Palette des Basisfahrzeugs bestellen. Das gezeigte Fahrzeug trägt zum Beispiel das Grau Campovolo. Bullenfänger und Geländereifen am Messefahrzeug gehören nicht zum Lieferumfang ab Werk. Solche Teile rüstet der Händler nach. Trotz der Offroad-Optik bleibt es beim Frontantrieb und beim Serienfahrwerk des Ducato.
Eine Besonderheit befindet sich direkt hinter den Fahrerhaussitzen. Carado hat dort eine eigene, wärmeisolierende Wand entwickelt, die das Fahrerhaus vollständig vom Wohnraum trennt. Durch die großen Scheiben des Fahrerhauses dringt im Winter viel Kälte und im Sommer viel Hitze ein. Mit der Wand bleibt dieser Bereich außen vor und der Wohnraum lässt sich leichter warm oder kühl halten. Weil die Wand auch Blicke von außen abhält, braucht man keine Verdunkelung für die Frontscheibe. Wer trotzdem eine möchte, bestellt eine Faltverdunkelung dazu.
Während des Campens wird das Fahrerhaus zum zusätzlichen Stauraum. Wer einmal seine Ruhe haben möchte, kann sich aber auch nach vorn setzen und ist dann komplett vom übrigen Fahrzeug getrennt. Weil sich die Fahrerhaussitze nicht zum Wohnraum drehen lassen, hat Carado die Sitzgruppe ins Heck gelegt.
Wer durch die Schiebetür einsteigt, steht vor der Treppe ins Aufstelldach. In den meisten Vans mit Aufstelldach führt eine Leiter nach oben. Hier steigen breite, feste Stufen an, was den Aufstieg deutlich bequemer macht. Unter den Käufern auf der Messe waren auch ältere Kunden, die oben im Dach noch einmal ein neues Freiheitsgefühl genießen möchten.

Die unteren Stufen lassen sich aufklappen und nehmen Schuhe, Handfeger und andere Kleinigkeiten auf, die man schnell griffbereit haben möchte. Der Kühlschrank ist unten in die Treppe eingebaut und die Kühlschranktür zeigt nach hinten zur Küche. Das Gerät arbeitet mit Kompressor und läuft deshalb mit Strom statt Gas. Beim Messefahrzeug fasste der Kühlschrank 64 Liter, inzwischen gibt Carado 76 Liter an. Die oberen Stufen liegen über einem Teil des Bades und lassen sich deshalb nicht öffnen. Über dem Fahrerhaus gibt es außerdem ein großes Staufach.
Oben im Aufstelldach liegt das Hauptbett mit einer Liegefläche von 2,06 x 1,43 Metern. Die Stoffwände des Dachs haben große Fenster. Wer ungestört von Mücken schlafen möchte, zieht das Fliegengitter zu. Für die Nacht lassen sich die Fenster ganz verschließen. Wenn keine Insekten unterwegs sind, kann man im Sommer sogar das Gitter abnehmen und hat dann einen freien Panoramablick.

Damit es oben auch an kühlen Tagen angenehm ist, sitzt in der obersten Stufe eine Warmluftdüse der Heizung. Die Düse bläst warme Luft direkt ins Aufstelldach. Stoffwände dämmen naturgemäß wenig. Für Reisen in kältere Monate bietet Carado deshalb Isoliermatten als Zubehör an, die man innen im Dach anbringt.
Bei Sturm oder großer Kälte schläft man womöglich lieber unten. Für diesen Fall gibt es gegen Aufpreis einen Bettumbau für die Sitzgruppe im Heck. Man nimmt den Tisch heraus und verstaut ihn im Kleiderschrank oder in einem Fach unter dem Podest, das man von der Hecktür aus erreicht. Unter dem Sitzpolster einer Bank liegt ein Lattenrost. Man zieht ihn über den Gang, hängt ihn auf der anderen Seite ein und legt die Polster darauf. So entsteht eine Liegefläche von 1,80 x 1,00 Metern für ein, zwei Nächte bei ungemütlichem Wetter oder für Besuch.
Die Küche liegt an der Beifahrerseite gleich hinter der Schiebetür. Ein Zweiflammen-Gaskocher mit elektrischer Zündung und eine Spüle teilen sich eine gemeinsame Glasabdeckung. Der Küchenblock verfügt über drei Schubladen. Die obere ist rund 90 Zentimeter breit. In der Front direkt unter der Arbeitsplatte sitzen zwei Steckdosen mit 230 Volt sowie USB-A und USB-C. Über der Küche und über der Sitzgruppe ziehen sich tiefe Dachstauschränke entlang.
An der Fahrerseite zwischen Bad und Sitzgruppe ergänzt ein hoher Kleiderschrank von rund 20 bis 25 Zentimetern Breite den Stauraum. Für ein Kleid oder ein Hemd für den Abend reicht der Platz.
Im Heck befindet sich ein Podest mit zwei Längsbänken an den Seitenwänden. Zwischen den Bänken steht ein Tisch, den man herausnehmen und draußen als Campingtisch verwenden kann. Unter der einen Bank sitzt der Frischwassertank mit 100 Litern. Weil er im beheizten Wohnraum liegt, friert er im Winter nicht ein. Vorn bleibt dort noch Platz für Kabel oder zusammengelegte Campingstühle. Unter der anderen Bank sind die Dieselheizung und ihr Ablassventil eingebaut. Über dieses Ventil lässt man im Winter das Wasser aus dem Boiler, damit es bei Frost keinen Schaden anrichtet. Daneben bleibt noch etwas Stauraum.
Das Bad liegt an der Fahrerseite und ist für einen Van dieser Länge großzügig geschnitten. Die Duschfläche nimmt nämlich fast den ganzen Boden ein. An der vorderen Wand steht eine Banktoilette, deren Kassette man von außen über eine Klappe herausnimmt. Rainer findet eine solche Toilette in einem Camper Van außergewöhnlich. In der Nische dahinter, unter der Treppe, hat Carado weitere Fächer, ein offenes Regal und einen Schrank untergebracht. In einer Ecke hängt ein Wäschesack aus dem Basic Paket, den man herausnehmen und zu Hause direkt zur Waschmaschine tragen kann.
An der hinteren Badwand klappt man zum Händewaschen und Zähneputzen das Waschbecken herunter und schwenkt die Brause darüber. Danach klappt man das Becken wieder hoch und hat den ganzen Raum zum Duschen. Zwei Abläufe in den Ecken führen das Wasser ab, auch wenn der Van einmal etwas schräg steht. Carado bietet für die Duschtasse einen Holzrost als Option an. Ein Rahmenfenster bringt Tageslicht ins Bad.
An den Wänden rund um den Duschbereich sitzen kleine schwarze Magnetpunkte. Zum Duschen zieht man den Vorhang einmal ringsum und pinnt ihn daran fest. So spannt sich der Vorhang vom Körper weg und klebt beim Duschen nicht an der Haut. Weil er rundherum läuft, bleibt die Toilette dabei trocken.
Eine Truma Combi 4 D heizt mit Diesel aus dem Tank des Ducato. Die Zahl im Namen steht für die Heizleistung von 4.000 Watt. Die Heizung erwärmt auch das Wasser. Für Gebläse und Steuerung braucht sie zusätzlich Strom aus der Bordbatterie. Weil auch der Kühlschrank elektrisch läuft, braucht der CV541 pro Gas nur noch für den Kocher. Dafür reicht eine kleine Flasche mit 2,75 Kilogramm im Gasfach, das man von den geöffneten Hecktüren aus erreicht.
Carado verzichtet aus Kostengründen nicht ganz auf Gas. Dieselkocher gibt es bisher nur wenige und sie sind teurer. Ein Induktionsfeld bräuchte große Lithiumbatterien und einen Wechselrichter, was das Fahrzeug spürbar teurer gemacht hätte. Ab Werk ist eine wartungsfreie AGM-Batterie mit 95 Ah eingebaut. Inzwischen bietet Carado stattdessen eine Lithiumbatterie mit 104 Ah an und auf Wunsch eine zweite dazu. Lithium ist rund 12 Kilogramm leichter und gerade im Winter, wenn die Heizung Strom zieht, ein Gewinn. Ab Werk ist kein Wechselrichter an Bord. Die 230-Volt-Steckdosen liefern deshalb nur am Landstrom Strom, solange der Händler keinen Wechselrichter nachrüstet.
Der Abwassertank mit 90 Litern hängt außen unter dem Boden. Damit er im Winter nicht einfriert, gibt es ihn gegen Aufpreis isoliert und beheizt in einer eigenen Schale. Die Tankheizung schaltet man an einem Bedienfeld in der Küchenfront ein. Mit dieser Option stuft Carado den CV541 pro als wintertauglich ein. Das Ablassventil des Abwassertanks sitzt außen unten am Fahrzeug. Carado hat dafür einen eigenen Steckschlüssel entwickelt, den man aufsteckt und nach unten dreht, um den Tank zu öffnen. An seiner Stellung erkennt man auf einen Blick, ob der Tank offen ist. So läuft nicht versehentlich Abwasser auf den Platz.
Am Heck des Messefahrzeugs hing ein neues Trägersystem aus dem Zubehör von Carado. An jeder Hecktür ist ein eigener Träger befestigt. Die Träger lassen sich mit Fahrrädern, Boxen, einem Ersatzrad oder Halterungen für Ski und Snowboard bestücken. In den Boxen finden zum Beispiel schmutzige Auffahrkeile Platz, mit denen man den Van auf schrägem Untergrund gerade stellt. Weil die ganze Last an den originalen Türscharnieren hängt, hat Carado das System auf einer Schlechtwegestrecke geprüft und freigegeben. Damit läuft auch die Garantie über Carado.

Der CV541 pro kostet inzwischen 59.899 Euro. Auf dem Caravan Salon 2025 bot Carado den CV 541 pro mit einer Messeaktion für 57.999 Euro an. Im Preis enthalten waren die pro-Ausstattung mit Rahmenfenstern und Markise, das Basic Paket, ein Optikpaket mit Alufelgen und der isolierte Abwassertank. Für die erste Reise braucht der Van damit keine weiteren Pakete.
Das gezeigte Fahrzeug hatte zusätzlich die Lackierung in Campovolo-Grau, Bullenfänger und Reifen vom Händler sowie den Heckträger. Rainer schätzte den Preis in dieser Ausstattung auf knapp 70.000 Euro. Bis zum zulässigen Gesamtgewicht bleiben rund 650 Kilogramm. Davon gehen noch Beifahrer, Gepäck, Wasser und Sonderausstattung wie der Heckträger ab.
Hast Du einen Fehler im Artikel entdeckt? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis.