Dieses Fahrzeug haben wir in Zusammenarbeit mit Vannado vorgestellt.
Der Vannado Ontario ist ein Kastenwagen auf MAN TGE aus Polen, der Längsbett und Bad gemeinsam im Heck unterbringt. In der Mitte liegt eine L-Küche und vorn bleibt unter dem Hochdach viel Raum zum Wohnen. Auf dem Caravan Salon 2025 hat uns der Schweizer Vannado-Händler Juerg Moor das Fahrzeug vorgestellt. Der Grundpreis lag auf der Messe bei 135.000 Euro. Das gezeigte Fahrzeug kostete 185.000 Euro.
Wer in einem Kastenwagen vorn möglichst viel Platz zum Wohnen haben möchte, muss Bett und Bad an einer Stelle unterbringen, an der sie nicht im Weg sind. Beim Vannado Ontario liegen deshalb das Längsbett und das Bad nebeneinander im Heck. In der Mitte folgt eine L-Küche und der vordere Bereich bleibt frei für Sitze und Tisch. Nach Juergs Worten war genau das der Sinn dieses Grundrisses.
Wie beides nebeneinander ins Heck passt, verrät schon ein Blick von außen. Auf der Fahrerseite, an der innen das Bett liegt, ist das Heck seitlich ausgestellt und diese Verbreiterung schafft innen zusätzlichen Platz.
Gebaut wird der Ontario von Vannado, einer kleinen Manufaktur aus Zakręt bei Warschau. Im eigenen Werk mit Schreinerei und Polsterei arbeiteten zur Zeit der Messe 36 Menschen, die im Jahr 35 bis 40 Fahrzeuge fertigen. Nach Herstellerangaben sind inzwischen mehr als 200 Vannado-Vans in 14 europäischen Ländern zugelassen. Juerg Moor vertreibt die Fahrzeuge in der Schweiz und ist selbst mit einem Vannado unterwegs, der einen anderen Grundriss, aber ein sehr ähnliches Bad hat.
Rund 90 Prozent der Fahrzeuge baut Vannado auf dem MAN TGE auf. Auf Wunsch entsteht derselbe Innenraum auch im Mercedes Sprinter, der dann rund sieben Meter lang und etwas schmaler ist. Juerg empfiehlt den MAN, weil er oben breiter ist und sich nach seiner Erfahrung sehr ruhig fährt.
Den Grundriss des Ontario gibt es nur in der langen Version L4 des TGE. Das gezeigte Fahrzeug ist 6,84 Meter lang, 2,07 Meter breit und 2,77 Meter hoch. Auf ihm sitzt das hohe GFK-Dach H4, dem der Wohnraum eine Stehhöhe von ebenfalls 2,07 Metern verdankt. Ein Aufstelldach lässt sich auf diesem Dach aus Gewichtsgründen nicht mehr unterbringen. Zum Schlafen ist diese Version deshalb für ein bis zwei Personen ausgelegt und nach Juergs Einschätzung eignet sie sich wegen des vielen Platzes auch ideal für Alleinreisende. Den Ontario baut Vannado außerdem mit dem niedrigeren Dach H3 und nennt für das Modell insgesamt zwei bis vier Schlafplätze sowie zwei bis fünf Reiseplätze.
Serienmäßig hat der TGE Frontantrieb, ein Schaltgetriebe und 103 kW beziehungsweise 140 PS. Das gezeigte Fahrzeug ist ein TGE 3.180 mit Allradantrieb und 130 kW beziehungsweise 177 PS. Dazu kommt eine Automatik und genau diese Kombination würde Juerg auch für sich selbst wählen. Weil die Allradtechnik unter dem Boden verbaut ist, steht das gezeigte Fahrzeug etwas höher als ein TGE mit Frontantrieb.
Damit der Ontario komplett winterfest ist, dämmt Vannado Boden, Wände und Dach mit Armaflex. Auch die Schiebetür ist gedämmt. Auf dem Boden liegt ein Linoleum von Forbo aus natürlichen Rohstoffen.
Fahrbereit mit Diesel und Fahrer wiegt das gezeigte Fahrzeug rund 3.200 Kilogramm und zugelassen ist es mit 3,5 Tonnen. Für mehr Zuladung lässt sich der Ontario auf 4,1 Tonnen auflasten, wozu Juerg auch rät. Dann stehen rund 900 Kilogramm für Gepäck und Mitreisende zur Verfügung und gefahren wird mit dem Führerschein C1. Bei 3,5 Tonnen sind es rund 300 Kilogramm.
Außen bietet Vannado als Serienfarben Ascot Grey, Dunkelgrau und Grün an. Grundsätzlich ist aber jede Farbe möglich. Die Beklebung entwirft ein eigener Designer bei Vannado und auf Wunsch kommen Anbauteile wie ein Stoßfänger, ein Schnorchel oder ein Dachträger dazu. Auch die Markise ist eine Option. Zur Wahl stehen eine 270-Grad-Markise und eine klassische Markise von Dometic. Wer lieber mit einem Sonnensegel arbeitet, bekommt stattdessen eine Kederschiene an der Stelle, an der er sie haben möchte.
Unterwegs können im gezeigten Fahrzeug vier Personen mitfahren, zwei im Fahrerhaus und zwei auf Einzelsitzen im Wohnraum. Diese beiden Sitze stehen auf Schienen und lassen sich herausnehmen. Wer allein unterwegs ist, gewinnt so Stauraum oder einfach mehr Platz. Wie viele Sitze und Schienen eingebaut werden, entscheidet der Kunde. Wo kein Sitz steht, deckt eine Platte in der Farbe des Bodens die Schienen ab. Alternativ baut Vannado eine feste Sitzbank ein. Neu war zur Messe eine Option, mit der sich der vordere Bereich abends zu einem Bett umbauen lässt. Dafür braucht man eine andere Sitzvariante als im gezeigten Fahrzeug.

Auch die Fahrerhaussitze bekommen bei Vannado neue Bezüge: serienmäßig aus Stoff, im gezeigten Fahrzeug aus Leder und Alcantara, das sich gut reinigen lässt. Weil man von vorn bis zum Bett im Heck durchschauen kann, wirkt der Innenraum offen.
Das Moskitonetz für die Schiebetür stammt von Vannado selbst. Seitlich am Türrahmen sitzen Druckknöpfe, an die man das Netz einfach anknöpft und dann herunterlässt. Vannado verkauft das Netz auch einzeln und für die Schiebetür kostet es rund 500 Euro. Auch an den Fenstern arbeitet Vannado mit Stoff statt mit den üblichen Schiebern. Der Stoff wird angeknöpft, lässt sich abnehmen und in der Waschmaschine waschen. Nach demselben Prinzip gibt es eine Isomatte für den Winter, die man innen an die Hecktüren oder an die Seite knöpft.
Alles, was im Ontario nach Holz aussieht, ist auch echtes Holz. Vannado verwendet dafür Schichtholz und im gezeigten Fahrzeug eine Kerneiche mit deutlicher Maserung. Nach Herstellerangaben hat der Ontario mehr furnierte Flächen als die anderen Modelle der Marke. Holz und Wandfarben lassen sich unterschiedlich kombinieren, bis hin zu einem deutlich helleren Innenraum.
Gegenüber der Küche zieht sich eine Schrankwand entlang, in der Kleidung auf Bügeln hängt. Gummizüge halten den Inhalt der Fächer an seinem Platz und hinter den gelochten Fronten darunter liegt weiterer Stauraum. Weil das Hochdach so viel Höhe bietet, gibt es oben noch weitere Fächer für kleinere Dinge. Zusätzlichen Stauraum hat Vannado über dem Fahrerhaus untergebracht.
Die L-Küche in der Mitte des gezeigten Fahrzeugs kommt ganz ohne Gas aus. Gekocht wird auf einem Induktionskochfeld und gekühlt mit einem Kompressorkühlschrank. Serienmäßig nennt Vannado dafür einen Dometic RC10.4T mit 70 Litern, dessen Tür sich zu beiden Seiten öffnen lässt. Die Schränke und Schubladen sind innen ausgekleidet, schließen sanft und lassen sich zentral verriegeln.
Serienmäßig kocht man im Ontario mit Gas. Strom brauchen dann vor allem das Licht, die Wasserpumpe, der Kompressorkühlschrank und das Gebläse der Dieselheizung. Dafür reicht die serienmäßige Bleibatterie Juerg zufolge gut aus. Weil das Gas nur für den Kocher gebraucht wird und die Heizung mit Diesel läuft, hält eine Gasflasche entsprechend lange. Für ein Induktionskochfeld ist die Bleibatterie nicht ausgelegt. Für die gasfreie Ausstattung erweitert Vannado deshalb die Batterie auf 400 Amperestunden Lithium und baut das Induktionskochfeld ein. Genau so ist das gezeigte Fahrzeug ausgestattet und dort sitzt außerdem ein Wechselrichter mit 3.000 Watt. Nach Juergs Erfahrung bleiben heute nur noch wenige Kunden bei der serienmäßigen AGM-Batterie. Immer dabei sind 350 Watt Solarleistung auf dem Dach und die Elektrik baut Vannado nach Herstellerangaben mit Komponenten von Victron auf.
Das Bad im Heck baut Vannado in ähnlicher Form auch in anderen Grundrissen ein. Juerg kennt es aus seinem eigenen Fahrzeug und hält es für ein Bad für jeden Tag, in dem man sich jeden Abend schnell abduschen kann und das danach zügig trocknet. Die Stehhöhe im Bad liegt mit rund 2,02 Metern etwa fünf Zentimeter unter der im Wohnraum, weil der Boden für die Abläufe der Dusche etwas höher liegt. Das Duschwasser läuft zunächst in einen Sammelbehälter, aus dem es eine Bilgepumpe in den Abwassertank pumpt. Das Waschbecken lässt sich wegklappen und schafft so zusätzlichen Stauraum.
Die Badtür ist aus Holz. Zu ihrem Schutz empfiehlt Juerg, vor dem Duschen den Vorhang vor der Tür herunterzulassen. Alle anderen Flächen im Bad sind wasserdicht versiegelt. Im gezeigten Fahrzeug ist eine Clesana eingebaut. Die Toilette kommt ohne Wasser und Zusätze aus und verschweißt alles auf Knopfdruck in einem Folienbeutel. Beim Duschen deckt man sie mit der mitgelieferten Haube ab. Als Alternative bietet Vannado eine Komposttoilette von OGO an.
Neben dem Bad liegt das Längsbett. Nach Juergs Angabe ist es 2 Meter lang und am schmaleren hinteren Ende 1,20 Meter breit. Weiter vorn nutzt das Bett die seitliche Heckverbreiterung auf der Fahrerseite und die Dateneinblendung im Video nennt einschließlich dieser Verbreiterung 1,92 mal 1,36 Meter. Am hinteren Ende verläuft im Blech des TGE eine tragende Strebe und deshalb reicht die Verbreiterung im gezeigten Fahrzeug nicht bis ganz nach hinten. Zur Zeit der Messe arbeitete Vannado gemeinsam mit MAN an einer Lösung, mit der sich die Strebe technisch umgehen und die Verbreiterung bis hinten durchziehen lässt. Dann kann man auch den hinteren Teil des Betts in voller Breite zum Schlafen nutzen. Nach Juergs Angabe sollten Fahrzeuge, die noch im selben Jahr bestellt werden, diese Lösung schon bekommen.
Öffnet man die Hecktüren, erreicht man hinter gelochten Klappen die Technik mit Elektrik, Sammelbehälter und Bilgepumpe, die direkt hinter dem Bad sitzt. Ebenfalls im Heck ist die Heizung untergebracht, eine Truma Combi D 6 E. Die Combi heizt mit Diesel und zusätzlich elektrisch und gehört beim Ontario zur Serie. Die Zahl im Namen steht für 6.000 Watt Heizleistung. Frisch- und Abwassertank fassen je 100 Liter und liegen beide im Innenraum. So ist das Wassersystem für den Winter ausgelegt. Auf Wunsch lässt sich das Frischwasser nach Juergs Angabe auf rund 150 Liter erweitern, solange das Gewicht es zulässt. Im Dach des gezeigten Fahrzeugs sitzen vorn eine Dachluke und hinten ein Dachlüfter. Eine Klimaanlage baut Vannado auf Wunsch ab Werk ein und sie kommt dann hinten an die Stelle des Lüfters.

Auf dem Caravan Salon 2025 lag der Grundpreis des Ontario bei 135.000 Euro. Serienmäßig sind dann Frontantrieb und Schaltgetriebe mit 103 kW beziehungsweise 140 PS, die Solaranlage mit 350 Watt und die Truma-Heizung mit Diesel an Bord.
Das gezeigte Fahrzeug kostete 185.000 Euro und ließ sich zur Messe genau so bestellen, wie es dort stand. Nach Juergs Worten hatte Vannado es für die Messe mit sehr viel Ausstattung bestückt, darunter der Allradantrieb mit Automatik und 177 PS, die gasfreie Ausstattung mit Induktion und 400 Amperestunden Lithium, die Clesana, Sitzbezüge aus Leder und Alcantara sowie die Markise. Wie viel davon man braucht, entscheidet jeder Käufer selbst. Vom Antrieb über die Sitze bis zu Holz, Farbe und Toilette lässt sich der Ontario weitgehend nach eigenen Wünschen zusammenstellen.
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